Forum: Wirtschaft
Emissionshandel: Union-Wirtschaftsflügel fordert Privilegien für Stahlindustrie
DPA

Europas Stahlindustrie leidet unter chinesischer Billigkonkurrenz. Nach SPIEGEL-Informationen fordert der Wirtschaftsflügel der Union nun, die Branche durch Privilegien beim Emissionshandel zu stärken.

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100mlblendax 16.05.2017, 15:24
1. Was die Grünen nicht verstehen...

ist, dass jede Tonne in Deutschland und nicht in Indien oder China produzierter Stahl ein Beitrag zum Klimaschutz ist, da deutsche Werke wesentlich energieeffizienter arbeiten und weniger CO2 freisetzen. Von Besitzstandswahrung kann man auch nicht ernsthaft reden, die Energiekosten sind hier ohnehin schon wesentlich teurer als an anderen Standorten in Asien, USA oder auch Europa.

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hegoat 16.05.2017, 15:43
2.

Und wieder soll eine Klimaschutz- und damit Verbraucherschutzvorschrift aufgeweicht werden, weil die Industrie jammert. Hebt doch am besten gleich alle Vorschriften auf, dann sind wir wettbewerbsfähig wie nie. Gut, die Menschen sterben dann eher an Krebs oder Schadstoffbelastung, aber wen kümmern schon die Menschen, wenn es der Wirtschaft gut geht?

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Wet-Willy 16.05.2017, 15:50
3. Emissionshandel - wirkungsloses Bürokratiemonster

Als am Emissionshandel als Sachverständiger für die Validierung von Emissionsberichten und "Mitteilungen zum Betrieb" unmittelbar Beteiligter kann ich zum Emissionshandel vor allem feststellen: der sog. Emissionshandel ist als Steuerungsinstrument für die Emission von CO2 und anderen klimaschädlichen Gasen vollkommen wirkungslos.

Durch Emissionshandel wird kein Gramm CO2 weniger emittiert.

Statt dessen wird für die betroffenen Unternehmen extremer (Kosten-)Aufwand für die Datenbeschaffung, die Verifizierung und Validierung der Daten sowie die Erfassung im Formularmanagementsystem der DEHSt notwendig. Natürlich, wie es von einer Behörde nicht anders zu erwarten ist, alles mit strengen Fristen und Bußgeldandrohungen versehen, wogegen die Behörde bei berechtigten Anliegen / Anfragen oder Widersprüchen alle Zeit der Welt hat (18 Monate bis Antwort ist da keine Seltenheit).

Der einzig richtige Umgang mit dem TEHG ist dessen ersatzlose Abschaffung...

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100mlblendax 16.05.2017, 16:04
4. Menschen und Wirtschaft

Zitat von hegoat
Und wieder soll eine Klimaschutz- und damit Verbraucherschutzvorschrift aufgeweicht werden, weil die Industrie jammert. Hebt doch am besten gleich alle Vorschriften auf, dann sind wir wettbewerbsfähig wie nie. Gut, die Menschen sterben dann eher an Krebs oder Schadstoffbelastung, aber wen kümmern schon die Menschen, wenn es der Wirtschaft gut geht?
Und ich dachte immer, die Wirtschaft arbeitet für die Menschen: sie erschafft Produkte für Konsumenten und Einkommen für diejenigen, die diese Produkte erzeugen. Aber in Ihrer Welt fällt Wohlstand wahrscheinlich vom Himmel oder kommt als Transferleistung vom Staat...

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cave68 16.05.2017, 18:02
5.

Zitat von 100mlblendax
ist, dass jede Tonne in Deutschland und nicht in Indien oder China produzierter Stahl ein Beitrag zum Klimaschutz ist, da deutsche Werke wesentlich energieeffizienter arbeiten und weniger CO2 freisetzen. Von Besitzstandswahrung kann man auch nicht ernsthaft reden, die Energiekosten sind hier ohnehin schon wesentlich teurer als an anderen Standorten in Asien, USA oder auch Europa.
ganz so schlecht kann der Weg immer mehr auf klimafreundliche Energieträger zu setzen ja nicht sein sonst würde in China nicht auch die Wind-und Solarenergie boomen wie es derzeit der Fall ist.
Der teurere Stahl wird wohl eher an den Lohn als an den Stromkosten liegen....schliesslich ist die Abwanderung nach China nicht erst in den letzten 10 Jahren vonstatten gegangen.
Also was wollen wir nun?Die Forcierung des Kampfs gegen den Klimawandel?Oder wollen wir ihn mit solchen Ausnahmeregelungen mal wieder ad absurdum führen??

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windläufer 16.05.2017, 18:09
6. Genau,

und ohne Emissionsrechte wird es zu einem Erfolgsmodell wie das Stahlwerk von Thyssen-Krupp in Brasilien.

Nicht die Emissionsrechte sind das Problem der deutschen Stahlindustrie, sondern eine unfähige Führungsetage.

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yvowald@freenet.de 16.05.2017, 18:24
7. Stahlindustrie zurückweisen

Wenn die Regierung den Lobbyisten der deutschen Stahlindustrie entgegen kommt, werden alsbald auch die übrigen Industrien auf Steuer- bzw. Umweltschutz-Erleichterungen pochen.
Deshalb sollte die Bundesregierung gegenüber den Stahlkochern hart bleiben, obwohl Frau Zypries, die "Wirtschafs"-Ministerin, scheinbar eher zu nachgiebig ist.
Nein, an unseren Umwelt-Standards darf nicht gerüttelt werden.

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jowitt 16.05.2017, 19:41
8. @cave68

Zitat von cave68
ganz so schlecht kann der Weg immer mehr auf klimafreundliche Energieträger zu setzen ja nicht sein sonst würde in China nicht auch die Wind-und Solarenergie boomen wie es derzeit der Fall ist. Der teurere Stahl wird wohl eher an den Lohn als an den Stromkosten liegen....schliesslich ist die Abwanderung nach China nicht erst in den letzten 10 Jahren vonstatten gegangen. Also was wollen wir nun?Die Forcierung des Kampfs gegen den Klimawandel?Oder wollen wir ihn mit solchen Ausnahmeregelungen mal wieder ad absurdum führen??
Können Sie mir mal erklären, inwieweit es dem Klima hilft, wenn noch mehr Stahl mit Schiffsdreckschleudern aus Asien importiert werden muss und dieser Stahl dort auch noch mit viel geringeren Umweltauflagen produziert wird?

Das hilft doch nun wirklich nicht dem Klima. Es gibt lediglich eine Verlagerung. In Summe werden dann sogar mehr klimaschädigende Gase entstehen.

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jowitt 16.05.2017, 19:46
9. @windläufer

Zitat von windläufer
und ohne Emissionsrechte wird es zu einem Erfolgsmodell wie das Stahlwerk von Thyssen-Krupp in Brasilien. Nicht die Emissionsrechte sind das Problem der deutschen Stahlindustrie, sondern eine unfähige Führungsetage.
Sie machen es sich zu einfach. Weltweit gibt es eine Überproduktion von Stahl. Das drückt die Preise. Zusätzlich brauchen die großen staatlichen Stahlkocher in China keinen Gewinn zu machen, Verluste deckt der Staat ab, haben geringere Energiepreise, geringere Löhne und geringere Umweltstandarts.

In dieser Gemengelage pauschal davon zu reden, die Probleme lägen an einer "unfähigen Führungsetage" wird den tatsächlichen Gegebenheiten nicht gerecht.

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