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Ende der Friedenspflicht: IG Metall droht mit schneller Streik-Eskalation
DPA

In der Metall- und Elektroindustrie könnte es erstmals seit Jahren wieder zu einem heftigen Arbeitskampf kommen. Ende Dezember läuft die Friedenspflicht aus. Die IG Metall will sich mit Warnstreiks nicht lange aufhalten.

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Nordstadtbewohner 26.12.2017, 11:15
1. Erschreckend und weltfremd zugleich

"Die IG Metall fordert bundesweit sechs Prozent mehr Geld und das Recht auf eine vorübergehende Senkung der Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden."

Wenn ich solche Forderungen lese, frage ich mich, in welcher Welt die IG Metall eigentlich lebt. Einerseits eine Lohnerhöhung von 6%, die durch nichts gerechtfertigt ist, andererseits eine Senkung der Wochenarbeitszeit, die völlig utopisch ist. In Zeiten voller Auftragsbücher ist es hanebüchen, die Wochenarbeitszeit senken zu wollen. Da ist eher das Gegenteil angebracht, um die vielen Aufträge abarbeiten zu können.

Außerdem sind die 6% Lohnerhöhung eine Forderung jenseits von Gut und Böse. Durch was sieht die IG Metall diese Forderung gerechtfertigt? Eine gute Auftragslage für die Unternehmen bedeutet nicht, dass automatisch mehr Geld an die Beschäftigten gezahlt werden muss, denn das Mehr an Aufträgen kommt durch die Unternehmen zustande, nicht durch die Gewerkschaften.

Dazu kommt die Wichtigkeit der internationalen Konkurrenzfähigkeit. In Zeiten der Globalisierung wird, wenn die Lohnkosten ins Exorbitante steigen, woanders produziert.

Ich kann nur hoffen, dass die Arbeitgeber der Metall- und Elektrobranche den Forderungen nicht nachgeben und sich durch Streiks nicht erpressen lassen.

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fiegepilz 26.12.2017, 11:27
2.

Sehr gut. Was bei unserer Wirtschaft für die Arbeiter rumkommt ist einfach lächerlich. Wobei die Leute sich ja meist mit „woanders is schlechter“ Vera****en lassen. Ich hoffe die Gewerkschaften legen richtig die Daumenschrauben an

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Neandiausdemtal 26.12.2017, 11:43
3. Bravo

Arbeitgeber jammern bzw. die sogenannte Wirtschaft jammert immer. Ein weiser Gewerkschafter hat mal in etwa gesagt: "Man muss solange Druck machen, bis das erste Blut kommt. Erst dann hat man es richtig gemacht." Das ist leider in den vergangenen Jahrzehnten nicht mehr möglich gewesen. Und zwar deswegen nicht, weil die Politik den Arbeitgebern Vorteile zugeschanzt hat ( der Spendenpraxis sei Dank ) und weil viele Arbeitnehmer nicht den Weitblick haben, zu erkennen, dass ohne Mitgliedschaft in der zuständigen DGB-Gewerkschaft ( z. Bsp. IG Metall, ver.di, GdP, IG BAU usw. ) nichts zu erreichen ist.

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böseronkel 26.12.2017, 11:47
4.

Zitat von Nordstadtbewohner
"Die IG Metall fordert bundesweit sechs Prozent mehr Geld und das Recht auf eine vorübergehende Senkung der Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden." Wenn ich solche Forderungen lese, frage ich mich, in welcher Welt die IG Metall eigentlich lebt. Einerseits eine Lohnerhöhung von 6%, die durch nichts gerechtfertigt ist, andererseits eine Senkung der Wochenarbeitszeit, die völlig utopisch ist. In Zeiten voller Auftragsbücher ist es hanebüchen, die Wochenarbeitszeit senken zu wollen. Da ist eher das Gegenteil angebracht, um die vielen Aufträge abarbeiten zu können. ...
Die Auftragszuwächse in Unternehmen kommen durch im Unternehmen beschäftigte Menschen besonders gewerkschaftlich organisierte zustande, nicht durch die im Hintergrund agierende Groß-share-holder. Verständlich wenn organisierte Arbeitnehmer es als nicht besonders gerecht empfinden, dass die von ihnen erarbeiteten Wertzuwächse einseitig bei einigen im Hintergrund agierenden Geldgiganten landen. Die Organisierten können sehr gut die irgendwo versteckt veröffentlichten gigantischen Ausschüttungen der Global-Player bemerken.

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muellerthomas 26.12.2017, 11:48
5.

Zitat von Nordstadtbewohner
Wenn ich solche Forderungen lese, frage ich mich, in welcher Welt die IG Metall eigentlich lebt. Einerseits eine Lohnerhöhung von 6%,
Das frage ich mich bei Ihren Beiträgen auch oft...

Die IGM fordert 6%, die Arbeitgeber bieten 2% und am Ende kommt was um 4% raus, was m.E. absolut angemessen ist. Wieviel wäre denn Ihrer Meinung nach gerechtfertigt?

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sonkaioshin 26.12.2017, 11:50
6. Naja, also prinzipiell...

wird mal wieder deutlich das der Rest Deutschlands stärkere Gewerkschaften braucht.
Und die IG Metall sollte endlich dafür sorgen das Leiharbeiter und Konsorten ebenfalls davon profitieren und nicht nur die immer kleiner werdende Stammbelegschaft.
6% mehr Lohn ist als Verhandlungsbasis ganz ok, was die Arbeitszeitverkürzung bei vollen Lohnausgleich geht...oh man...

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immerfroh 26.12.2017, 11:50
7.

Zitat von Nordstadtbewohner
"Die IG Metall fordert bundesweit sechs Prozent mehr Geld und das Recht auf eine vorübergehende Senkung der Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden." Wenn ich solche Forderungen lese, frage ich mich, in welcher Welt die IG Metall eigentlich lebt.
Nicht gleich hyperventilieren.
Wie lange verfolgen Sie schon Tarifverhandlungen ? Seit heute ?
Das sind doch die übliche Rituale. Die Gewerkschaften gehen mit grotesk anmutenden Forderungen in die Verhandlungen während die andere Seite oft überhaupt nichts bietet.
Man trifft sich irgendwo und verkauft das seinen Leuten als Erfolg.
Wenn wir immer den Untergangsszenarien der Arbeitgeberseite folgen würden, hätten wir heute noch Löhne von 1959, 50 Stundenwoche sowie Samstag als normalen Arbeitstag.

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K:F 26.12.2017, 11:51
8. Freiwillig rücken Arbeitgeber nie was raus

ganz simpel. Wehe, da will ein AN mehr Geld. Weltuntergang. Den AG geht es gut. Dann sollen sie zahlen. Wenn es anders nicht zu machen ist, dann muss gestreikt werden.

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davi_ac 26.12.2017, 11:52
9.

Zitat von Nordstadtbewohner
"Die IG Metall fordert bundesweit sechs Prozent mehr Geld und das Recht auf eine vorübergehende Senkung der Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden." Wenn ich solche Forderungen lese, frage ich mich, in welcher Welt die IG Metall eigentlich lebt. Einerseits eine Lohnerhöhung von 6%, die durch nichts gerechtfertigt ist, andererseits eine Senkung der Wochenarbeitszeit, die völlig utopisch ist. In Zeiten voller Auftragsbücher ist es hanebüchen, die Wochenarbeitszeit senken zu wollen. Da ist eher das Gegenteil angebracht, um die vielen Aufträge abarbeiten zu können. ...
Das mehr an Aufträgen wird aber durch die Mitarbeiter erst ermöglicht, denn die machen sich "den Buckel" krumm. Das sind die Leute, die für "die Wirtschaft" die Gewinne einfahren. Nicht umsonst hat Robert Bosch einst gesagt: "Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle." Vielleicht sollte sich der eine oder andere Geschäftsführer mal darauf besinnen, wer denn die Gewinne erarbeitet, von denen er lebt...

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