Forum: Wirtschaft
Ende der lockeren EZB-Geldpolitik: Die Inflation, die nie kam
REUTERS

Als die EZB den Zins auf Null senkte und damit begann, massenhaft Geld in die Wirtschaft zu pumpen, bekamen viele Ökonomen Herzrasen: Inflation! Hyperinflation! Wie konnten sich die Auguren nur so irren?

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fredferdinand 21.07.2017, 22:17
110.

Seit 2010 hat sich der Ölpreis halbiert von 100 auf aktuell 45 USD je Barrel. Fairerweise hätte der Autor darauf hinweisen können, dass die Inflation deshalb selbst im gemanagten Verbraucherpreisindex deutlich höher ausgefallen waere. Ansonsten ist die Nullzinspolitik nichts anderes als eine massive Umverteilungspolitik von Sparern zu Schuldnern und Vermögensbesitzern. Die merkwürdigerweise von dem Autor beklatscht wird.

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schocolongne 21.07.2017, 22:21
111. Hahaha, aber nur wenn Immobilien Konsumgüter wären,...

Zitat von spongerian
Vielleicht sollte man in diesen Warenkorb der Inflationsmessung nicht nur Bananen und Klopapier packen. Wenn ich mir den Immobilienmarkt in Städten mit Arbeitsplätzen anschaue, dann weiß ich: Da gibt es Inflation. Lieber Autor: Vielleicht sollten Sie etwas sorgfältiger in der Bewertung der Daten umgehen.
das sind sie jedoch allenfalls für Milliardäre.
Zwar sind auch die Mieten gestiegen, auf Grund niedriger Zinsen aber wohl in geringerem Maße, als bei konservativer Geldpolitik.

Die Wohnungswirtschaft rechnet sich die Miethöhen im Übrigen nicht danach aus, was sie leistet, sondern danach, wie viel sie aus den Mietern herausquetschen kann.

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spmc-12355639674612 21.07.2017, 22:45
112. Banken und Steine

Zitat von dwg
Nein, es ist nicht so, daß massenhaft Geld "in die Wirtschaft" gepumpt wurde. Es wurde in Blasen gepumpt, da Basel I, II, III nach wie vor die Kreditvergabe bestimmen und Banken am liebsten in Steine statt Ideen investieren. Ich weiß nicht, welchen Anteil Immobilien am Warenkorb haben, aber da ist in meiner Region Inflation, und das vom Feinsten. Und da die Kohle somit in die "falschen Ecken" gepumpt wird, hat sie auch nicht die beabsichtigte Wirkung, sondern legt nur die Wurzel für künftige Probleme.
Steine kann man zwangsversteigern, Ideen nicht, ganz einfach. Nur sehe ich die Blase, die Sie sehen, noch lange nicht. Die Preisentwicklung für Immobilien z. B. in Berlin flacht ganz behutsam ab. Das merkt man daran, dass bestimmte Objekte nicht mehr ganz so schnell verkauft werden. In Berlin und Frankfurt hinkten die Preise noch vor zehn Jahren der allgemeinen Entwicklung ohnehin hinterher - beide Städte waren z. B. im Vergleich zu München viel zu billig, und das, obwohl der Frankfurter im Schnitt mindestens ebenso viel, gelegentlich sogar mehr Einkommen hat. Daher gab es Nachholbedarf. Allerdings wachsen Städte wie Leipzig, das Rhein-Main-Gebiet, München und Berlin auch so schnell, dass man mit dem Bauen kaum nachkommt, also steigen die Preise bis zur individuellen Schmerzgrenze. In München sehe ich inzwischen Anzeichen einer Blase: Dort sind die Mietrenditen z. T. schon gefährlich niedrig. Aber sonst ist, auch bei den KGVs der DAX-Unternehmen, alles im Lot.

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myonium 21.07.2017, 22:46
113.

Zitat von austromir
DAX 2007 ca 8000 DAX 2107 ca 12500 In welcher Welt leben Sie? Welche Mathemarik nutzen Sie? Oder haben Sie einfach nur schamlos die Unwahrheit gepostet und vergessen dass Google 3 Minuten braucht um die Fakten vorzulegen?
Sie wissen schon, dass der DAX nicht die Kurse abbildet? Im (normalen) DAX sind auch die gezahlten Dividenden enthalten - schauen Sie doch mal nach dem entsprechenden Kursindex (Sie sind ja so gut mit G**gle ...).

Was finden Sie heraus?

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DasEinfacheVolk 21.07.2017, 22:57
114. Meine 2 cent zur Inflation

Hier ist mal ein Artikel vom... Tada. Spiegel:
https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/geldentwertung-so-viel-sind-100-euro-oder-195-58-d-mark-aus-eurem-geburtsjahr-heute-noch-wert_H389458635_443668/#.WWzCfELDzyk.twitter

Wertverlust seit 2010 ca ~ 9 %.

Die sogenannte Inflationsrate ist "niederig", weil der sogenannte Warenkorb sich scheinbar ÄNDERT, um die Inflationslüge aufrecht zu erhalten. Siehe folgenden Artikel:
http://www.focus.de/finanzen/news/preise-irrtum-1-der-warenkorb_id_3441911.html

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mami2 21.07.2017, 23:00
115. Vermögenspreis-Inflation

Die normale Inflation gibt es nicht, weil die Löhne nicht oder wenig gestiegen sind. Das Geld ist nur im Vermögen gelandet, dass ohnehin schon aufgebläht war. Deswegen sind die Vermögenspreise auch ziemlich inflationiert. Immobilien, Gold, Aktien, Kunst etc. alles teuer. Der normale Arbeiter bekommt in Städten, in denen es Arbeit gibt, für sein Geld keine Immobilie mehr zu kaufen - wenn das keine Inflation ist.

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opar 21.07.2017, 23:24
116. Retro Furcht vor Deflation

Es ist wirklich lächerlich zu glauben, zumindest der private Konsument würde ein Sofa das er jetzt haben möchte erst in 6 Monaten kaufen, nur weil es dann, vielleicht, 2% billiger ist. Der wartet höchstens auf das nächste Extra-Angebot.

Das sieht man doch auch schon die ganze Zeit an all dem Elektronik-Kram. Der wird auch jeden Monat sogar deutlich billiger, und trotzdem kaufen die Leute wie die Wilden.

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daujoons 21.07.2017, 23:26
117. Falsch!

Zitat von hm2013_3
wenn ich mein Gespartes auf die Bank bringe, will ich Zinsen dafür. Die Bank verkauft ja mein dagebrachtes Geld als Kredit an andere und macht Gewinn dabei. Es war immer so und es ist auch so. Dann kommt so ein Manager und spricht von Negativzinsen, weil weiss ich nicht. Ich verstehe nur, wir Kleinsparer werden ausgenommen.
Ihre Bank braucht zur Vergabe von Krediten Ihr Geld nicht. Den erzeugt sie "aus dem Nichts". Dies ist keine wilde Behauptung von mir, sondern wird im Monatsbericht der Bundesbank vom April 2017 exakt so beschrieben. Es ist ein Segen, dass das Märchen von den Sparguthaben als Quelle von Krediten auch so benannt wurde! Nur, wer liest schon die Monatsberichte der Bundesbank?

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daujoons 21.07.2017, 23:33
118. Danke!

Zitat von benny_na_lievo
Lustig, wie hier die Sparer von Enteignung reden. Als gäbe es einen Anspruch darauf, Geld damit zu verdienen, dass man es liegenlässt und andere für die Zinsen arbeiten lässt. Erinnert mich an meinen Stammpenner vorm Supermarkt, der da immer sitzt und der sich immer beklagt, er hätte zu wenig eingenommen. Die berühmte schwäbische Hausfrau weiß übrigens, dass Kartoffeln nicht mehr werden, wenn man sie in der Speisekammer liegenlässt, und dass man sie essen sollte, bevor sie schlecht werden.
Auch wenn ich selbst keine bessere Geldanlage gefunden habe, als meine Kredite komplett zurück zu zahlen, kann ich das Gejammer der Sparer auch nicht mehr hören! Was denken die denn, wer für sie arbeiten, bzw. sich für sie verschulden soll?
Glaubt wirklich noch irgendwer, die Bank würde die Sparguthaben ihrer Kunden weiterverleihen? Hat sich noch niemand von diesen Supersparern jemals gefragt, weshalb ihr Kontostand immer gleich bleibt, wo ihr Geld doch angeblich gerade auf Arbeit ist?

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Heiner Hannappel 22.07.2017, 00:00
119. In Ihrem Artikel fehlt etwas Herr Fricke.

Wenn das viele aus dem Nichts geschaffene Geld des Herrn Draghi keine Inflation anschob, lag das wohl darin, dass dieses Geld lediglich der Senkung der Refinanzierungskosten der hochverschuldeten Staaten des Euroraumes wie z. B. Italien auf ein erträgliches Maß diente, die ansonsten pleite gingen und das Geld deshalb überhaupt nicht in der Wirtschaft ankam, weil diese das Geld gar nicht wollte, welches überdies nur die Aktienwerte über ihre realen Werte ungesund aufblähte. Draghis Kunstgeld kam also gar nicht in der Wirtschaft über Kreditvergaben an, um Inflation zu erzeugen.Man kann Pferde eben nicht zum Saufen zwingen! Wehe die Zinsen gehen in die Höhe, dann stehen alle, die ihre Aktienspekulationen auf Pump machten, vor dem Ruin.
Nur wegen dieser für die meisten Schuldenstaaten im Euroraum so von Draghi niedrig gehaltenen Refinanzierungskosten wird die Gelddruckmaschine weiter heißlaufen.........bis diese so geschaffene Blase platzt. Dann aber wirds für uns alle sehr bitter.

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