Forum: Wirtschaft
Ende eines künstlichen Booms: Japans großer Irrtum
AFP

Mit seiner Politik des billigen Yen hoffte Premier Abe, Japans Abstieg zu stoppen. Doch er lieferte den Beweis, dass alternde Industrieländer durch Gelddrucken kein Wachstum herbeizaubern.

Seite 3 von 7
newliberal 22.02.2016, 17:44
20. Tja, hat leider nichts mit Vergreisung zu tun...

„Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll.“ Ludwig von Mises.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Leider wollen das die Beteiligten nicht wissen, da das Ende des derz. Systems auch das Ende der grossen "Umverteilung" und der kommoden Pöstchen wäre. Deswegen erzählt man den Menschen Märchen die diese willig glauben, leider weigerte sich die Realität bisher immer bei der Märchenstunde mitzuspielen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bstendig 22.02.2016, 17:44
21. Die Welt braucht kein neues Wirtschaftssystem

Zitat von käthe
1. Die Welt braucht ein neues Wirtschaftssystem, bei dem nur noch die unterentwickelten Länder wachsen dürfen und die saturierten ihren Wohlstand auf dem erreichten Level halten. Dazu ist es nötig, dass "Wachstum" als alleiniges Kriterium durch einen Wohlstands- bzw. Lebensqualtitätsindex ersetzt wird. Davon würden auch andere hoch entwickelte Industrieländer wie Deutschland profitieren. 2. Japan muss mütter- und kinderfreundlicher werden, dann klappt's auch wieder mit der Demografie. Habe kürzlich erst in der BRIGITTE einen Artikel gelesen, wie Frauen in Japan aus ihren Berufen gemobbt werden, wenn sie schwanger sind.
Die Welt braucht endlich Politiker, die wissen, von was sie reden. Daran krankt es.

Alles wird auf dem Altar des Wachstums geopfert - daran ist die Politik schuld, nicht die Wirtschaft. Die nimmt logischerweise was sie kriegen kann.

Solange aber ein Bevölkerungsrückgang als Gefahr gesehen wird, wird es nicht funktionieren . das ist eben auch eine Chance.

Weniger Umweltbelastung, weniger Verkehr, mehr Platz, Renaturierung, sinkende Mieten etc.

Das das dem Supermarkt und dem Vermieter nicht passt ist klar. Deshalb lieber ungebremste Zuwanderung, "wir brauchen das dringend" Es sagt nur nie einer, wozu eigentlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kodu 22.02.2016, 17:48
22. Ja ...

Zitat von alternativloser_user
Alternativ könnte man auchmal überlegen ob ab einem bestimmten Punkt nicht einfach das Ende des Wachstums erreicht ist und ob man sich mal hinsetzt und eine nicht auf dauerndes Wachstum angewiesene Wirtschaft entwickelt.
... dieser Eindruck drängt sich vor dem Hintergrund der globalen ökonomischen und infolgedessen politischen Dauerkrisen immer mehr auf. Anstatt, wie von ihnen zurecht gefordert, die Nachfrage der unteren Einkommensklassen zu stärken, findet eine verschärfte Umverteilung nach oben statt, und die Verarmung der Mittelklasse hat längst begonnen. Auf ARTE lief kürzlich eine französische Serie mit dem Titel "Stadt ohne Namen". Wenn wir nicht wollen, daß dieser Plot Wirklichkeit wird, werden wir uns bald(!) etwas einfallen lassen müssen. Das System des Kapitalismus führt uns in der heutigen Form an den Abgrund. Die Entwicklung in Japan ist dafür ein illustres Beispiel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
capote 22.02.2016, 17:52
23. Die selben Lügen vom Arbeitskräftemangel

Zitat von forumgehts?
geeignet für Textbearbeitung. J ersetzen durch D, EU - passt!
Die selben Niedriglohnjobs, immer mehr Geld in die Wirtschaft pumpen, immer noch mehr Schulden machen und es wird alles immer schlimmer statt besser.

Die Politiker wollen Weltweit nicht einsehen, dass Sie die Schraube überdreht haben, die Staatsquote ist allenthalben zu hoch, man kann nicht noch mehr Geld aus der Bevölkerung pressen, man kann nur alles noch kaputter machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bekassine 22.02.2016, 17:56
24. Das hat wohl wenig mit Vergreisung zu tun,

sondern mehr mit Übersättigung.
Wer alles schon x-mal hat, muss nichts mehr kaufen.
Und die einzigen, die noch Bedarf haben, haben das Geld nicht, weil ja Arbeitsplätze weg rationalisiert werden oder minimal entlohnt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
CommonSense2006 22.02.2016, 18:05
25.

Zitat von johnnybach
... so lange sich die Technik weiterentwickelt und sich damit die Produktivität von Fertigungstechniken verbessert, MUSS eine Volkswirtschaft wachsen, um keine Arbeitsplätze zu verlieren. Das ist reine Mathematik und hat mit Ideologie nichts zu tun. Das ist auch das Grundproblem alternder Volkswirtschaften wie Japan und auch Deutschland - wenn die neuen Technologien plötzlich von woanders kommen und nicht mehr aus dem eigenen Land, dann hat die Volkswirtschaft nichts mehr von der Innovation. Alte Gesellschaften sind i.d.R. weniger risikofreudig (heißt: weniger innovativ) als junge Gesellschaften - und schaufeln sich dadurch immer tiefer ins Grab ...
Zitat "... so lange sich die Technik weiterentwickelt und sich damit die Produktivität von Fertigungstechniken verbessert, MUSS eine Volkswirtschaft wachsen, um keine Arbeitsplätze zu verlieren. Das ist reine Mathematik und hat mit Ideologie nichts zu tun. "

Und solange die höhere Produktivität sich auch in sinkenden Konsumentenpreisen, höheren Einkommen und damit höheren Konsumausgaben auswirkt, werden die Arbeitsplätze auch benötigt, um neue, bessere oder andere Produkte entwickeln und herzustellen.

Das Problem liegt zu einem gewissen Teil auch daran, dass wir bei uns (auch in Japan) die Innovativen Unternehmen nicht wirklich fördern, dass wir ihnen aus allen möglichen Gründen eher Steine in den Weg legen und daher eben viele neue Produkte woanders entstehen und ir in der Zwischenzeit nur mehr von demselben produzieren.
Eztwas überspitzt formuliert, aber das ist es. Wenn Sie sich mal die Bildungssituation in Japan anschauen, dann wissen Sie auch, warum die kaum noch neue und interessante Produkte herstellen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
begeka 22.02.2016, 18:11
26. Schwäbische Hausfrau gegen Wirtschaftsfachleute 1: 0

Die verachtete schwäbische Hausfrau kauft auch nicht eine größere Menge Lebensmittel, als ihre Familie essen kann, bloß weil sie billiger sind. Deswegen investiert der Lensmittelfabrikant auch nicht in einen größeren Maschinenpark, obwohl die Kredite jetzt billiger werden. Aber das versteht man in Deutschland auch nur unter Laien, nicht unter so genannten Fachleuten. Wir wurden ja gerade mit der umwerfenden Erkenntnis überrascht, dass die deutschen Autofahrer trotz sinkender Benzinpreis nicht größere Strecken gefahren sind. Juchhu! Aber diese Erkenntnis wird es nicht bis in die höheren Sphären von Wissenschaft und Politik schaffen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
winkdon 22.02.2016, 18:17
27. ...

Dass Abe gescheitert ist, ist kaum von der Hand zu weisen. Wenn man aber untersucht, woran er gescheitert ist, dann wird es etwas komplizierter. Dieser Artikel hat die Ursachen nicht wirklich erkannt.

Abe hat als Grundübel der japanischen Wirtschaft die Deflation ausgemacht. Als Gegenmassnahme hat er dann den Geldhahn aufdrehen lassen, um eine Inflation zu provozieren. Das sollte letztlcih zu einem Wachstum führen.

Ich denke, die Analyse: "Das Grundproblem ist die Deflation" ist richtig. Die Massnahme: "es soll Geld gedruckt werden" ist auch richtig. Leider ist die Massnahme aber nicht ausreichend. Japan steckt in der Liquiditätsfalle und somit hat das Geld Drucken nicht zu der erwünschten Inflatuion geführt.

Die EInwanderung ankurbeln oder auf Neue Energien setzen hätte aber genauso wenig gebracht. Natürlcih sidn die Wachstumsaussichten einer Volkswirtschaft, deren Bevölkerung schrupmft, begrenzt. Man muss pro Kopf Wachstum erzielen, um nicht dauerhaft zu schrumpfen. Pro Kopf Wachstum lässt sich aber erzielen.

Nur in einem hat der Artikel recht: Japan befindet sich in einer Liquiditätsfalle und die lässt sich durch die NOtenbank nicht lösen. Das stimmt übrigens auch für Europa und in geringerem Ausmass für die USA. Um aus dieser Liquiditätsfalle heruas zu kommen, müsste man die Defizite erhöhen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
winkdon 22.02.2016, 18:21
28. ...

Zitat von bekassine
sondern mehr mit Übersättigung. Wer alles schon x-mal hat, muss nichts mehr kaufen. Und die einzigen, die noch Bedarf haben, haben das Geld nicht, weil ja Arbeitsplätze weg rationalisiert werden oder minimal entlohnt werden.
Das ist sicherlich ein Grundproblem: wir stecken in einer Liquiditätsfalle und es fehlt an Kaufkraft. Die fehlt nicht zuletzt dort, wo die Einkommensunterschiede immer weiter auseinander klaffen. Je mehr die Einkommen zu Gunsten der Reichen verteilt werden, um so weniger stehen sie für Konsum zur Verfügung (weil die Reichen ihren Konsum kaum mehr ankurbeln, sie sparen zusätzliches EInkommen an).

Für Japan gilt das aber kaum: es gibt kaum ein Land, wo die Mittelschicht derart breit wäre wie in Japan.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tom63 22.02.2016, 18:23
29. Eigentlich sollte man aus der Geschichte etwas lernen

Mein Großvater und auch mein Vater, der in der Entwicklung ganz weit oben stand, hat immer gesagt:
Wer es verschläft in Neuentwicklungen zu investieren, der wird eines Tages unter gehen. Genau das wird passieren, denn geldgierige Aktionäre wollen nur schnellen Profit aber nichts neues. Auch das wird sich furchtbar rächen.
Siemens steht da weit oben auf der Liste. Man solle doch mal sehen was mit deren Kommunikationssparte passiert ist.
Ein großer Bauchladen mit vielen Sachen hat immer noch etwas abgeworfen sagte auch einst mein Großvater. GE macht das so und denen geht es gut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 7