Forum: Wirtschaft
Energiewende: Was an der Strom-Debatte stimmt - und was nicht
DPA

Ist die Energiewende unsozial? Bedroht sie den Standort Deutschland? Ein Interview des Umweltministers hat eine Debatte ausgelöst, in der längst nicht alle Argumente stimmen. Sicher ist: Ab Herbst wird Strom deutlich teurer. Eine Übersicht der wichtigsten Fakten.

Seite 1 von 74
kleena_m 21.07.2012, 07:58
1. Preisdifferenz Einkauf/Verkauf?

Ehm... das groesste Problem duerfte hier doch eher die Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis sein. 4ct/kwh im Einkauf und >23ct/kwh (Vattenfall Hamburg) im Verkaufspreis entsprechen einer Spanne von 591%.

Sicherlich nimmt da der Staat das Eine oder Andere noch weg, aber mich wuerde es doch stark wundern wenn das mehr als die Haelfte ist. Bleibem immer noch fast 300% Spanne bei den "Energieversorgern".

Und dann das Drecksargument wegen "Langfristiger Vertraege" koennen wir die Preise nicht senken, ist doch wieder nur ein vorgeschobenes Argument. Wenn es wieder soweit ist die Vertraege neu zu verhandeln, wird durch ein Wunder der Preis an der Stromboerse wieder deutlich hoeher sein. Und damit wird dann wieder argumentiert wegen gestiegener Preise koennen die Preise nicht sinken. Die entstandene Gewinndifferenz haben sich dann wieder andere komplett eingestrichen.

Der Wahnsinn hat Methode und nennt sich Gier und ist hier doch mehr als offensichtlich. Ich sage ja schon seit Jahren, alle Infrastruktur relevanten Bereiche gehoeren nicht in private Haende. Selbst wenn unter staatlicher Regie die Strompreise immer noch so hoch waeren wie sie es jetzt sind, dann kommt die Marge wenigstens zu 100% im Haushalt an und wir muessen uns nicht mit arroganten Spitzenparasiten, sorry -Manager, rumaergern, koennten dafuer Altenpfleger, Krankenschwestern, Erzieher, etc. vielleicht mal Menschenwuerdig bezahlen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yellowfish1 21.07.2012, 08:05
2. kassemachen

Glaubt wirklich jemand abkassierte und umverteilte Gelder kämen zurück?
.
Glaubhaft könnte das werden, wenn einmal eine Gesamternergiebilanz veröffentlicht werden würde.
.
Als Investitionsgrundlage, mit Gewinn und Verlustrechnung.
.
Oder Investieren unsere Regenbogenfarben voll ins Blaue?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hagen_von_Tronege 21.07.2012, 08:08
3. Heiße Eisen mit fremden Fingen anfassen …

Zitat von sysop
Ist die Energiewende unsozial? Bedroht sie den Standort Deutschland?
... ist eine gute Strategie, deshalb ist SPON auch nachdrücklich zu loben, dass das Thema endlich aufgegriffen wird. Denn die Stellgröße für die sogenannte Energiewende ist nicht die kürzest mögliche Zeit für den Ausstieg aus der Atomenergie, sondern die Bezahlbarkeit für die Gesamtbevölkerung.
Ja - so wie die energiewende derzeit gehandhabt wird, IST sie unsozial UND bedroht den Standort Deutschland!

Richtig ist, dass die energieintensive Großindustrie von den Lasten befreit ist. Das bedeutet, dass diese Lasten von weniger Schultern zu tragen sind. Hier ist klar zu sagen, dass das die unteren Einkommensempfänger an den Rand des Existenzminimums bringen wird, wenn nicht jetzt gegengesteuert wird.

Ein weiterer Punkt, der in dem Artikel garnicht angesprochen wird, ist die Tatsache, dass in diesem deutschen Sonderweg so getan wird, als ob wir auf einer Insel leben würden. Während bei der Euro-Diskussion klar ist, dass wir international vernetzt sind und uns sogar die Amerikaner Ratschläge geben dürfen, wie wir anderen zu helfen haben, tun wir bei der sog. Energiewende so, als ob wir das alleine könnten. Das ist auch auf diesem Feld unmöglich. Ohne unsere Nachbarn geht das überhaupt nicht. Wir kaufen schon jetzt den billigen Atomstrom aus Frankreich.

Es wird Zeit, dass wir das Thema Energiewende aus der Glaubensecke rausholen und in die rationale Rechenecke stecken – wo es hingehört, bevor die Sozialbenachteiligten weiter verarmen. Ein Blick auf die soziale Entwicklung der Mittelschicht in den letzten 10 Jahren sollte auch stutzig machen.
Denn die Großindustrie kann abwandern – die Mittelschicht nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
159159 21.07.2012, 08:11
4.

Zitat von sysop
Ist die Energiewende unsozial? Ab Herbst wird Strom deutlich teurer.

Solange diese Bundesregierung nicht begreift, das die Leute Strom selbst produzieren müssen und können (Blockheizkraftwerk längst auch für Einfamilienhäuser) wird das so weiter gehen.

Völlig falsche Ansätze der Förderung haben wir.

Ich hätte von der Physikerin Merkel einfach mehr Sachverstand und Weitsicht erwartet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Berg-neu 21.07.2012, 08:11
5.

Zitat von sysop
Ist die Energiewende unsozial? Bedroht sie den Standort Deutschland? Ein Interview des Umweltministers hat eine Debatte ausgelöst, in der längst nicht alle Argumente stimmen. Sicher ist: Ab Herbst wird Strom deutlich teurer. Eine Übersicht der wichtigsten Fakten.
Die Energieerzeugung ist die eine Seite. Wenn sie teuerer wird, dann bleibt für die Stromabnehmer, private wie gewerbliche, die Möglichkeit, weniger Strom zu verbrauchen. Dazu ist bereits jeder Haushalt, jeder Wohnbereich, jeder Hausbesitzer aufgerufen. Und auch in der Industrie werden energiesparende Verfahren entwickelt, es laufen Forschungen, Tagungen dazu, vor allem für chemische Anlagen, wo viel geheizt, gekühlt, gepumpt, transportiert werden muss. Studenten, wählt so ein Studienfach!! Energieeffizienz ist die permanente Aufgabe. Dann können auch erhöhte Erzeugerpreise ausgeglichen werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
159159 21.07.2012, 08:11
6.

Zitat von sysop
Ist die Energiewende unsozial? Ab Herbst wird Strom deutlich teurer.

Solange diese Bundesregierung nicht begreift, dass die Leute Strom selbst produzieren müssen und können (Blockheizkraftwerk längst auch für Einfamilienhäuser) wird das so weiter gehen.

Völlig falsche Ansätze der Förderung haben wir.

Ich hätte von der Physikerin Merkel einfach mehr Sachverstand und Weitsicht erwartet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
founder 21.07.2012, 08:13
7. Energie wird billiger

Schwere Ölkrise 2008. Der Ölpreis steigt bis zum Juli Rekord von US$ 147 und löst die Weltwirtschaftskrise aus.

Der arme US Pendler, fern von teuren Grundstücken ist das Haus was er gerade noch finanzieren kann. Täglich pendelt er nach Amiart in seinem 3,8 Liter V6 Automatik zur Arbeit. Kein Achtzylinder, er ist ja nur ein armer Pendler.

Dann explodiert der Ölpreis, schnell von US$ 2 pro Gallone jenseits von US$4. Die Hypothekr bleibt unbezahlt weil das Geld an der Tankstelle ausgegeben wurde.

Die beiden größten US Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sind dann als erstes Pleite gegangen. Diese Dominosteine kippten die Lehmann Brothers und die Weltwirtschaftskrise brach aus.

Die Ausgaben bestehen nicht nur aus Strom. Es ist dringenst nötig möglichst alles auf Strom umzustellen, um von derzeit 110 Milliarden EUR Öl- und Gasimporten pro Jahr weg zu kommen.

Wenn der Ökostrommix mit nötiger Speichertechnik auf 17 Cent / kWh excl MWST kommt - die Energieimporte sind ja auch exclusive MWST gerechnet, dann sint 110 Milliarden EUR Öl- und Gasimporte 647 TWh Ökostrom wert.

Was sind 647 TWh Ökostrom? Der totale Ersatz für 1750 TWh thermische Anwendungen.

Raumwärme, Warmwasser, industrielle Prozesswärme, mechanische Energie (der Verbrennungsmotor im Straßenverkehr)

Beim Auto rechnet man 1 kWh Strom ersetzt 3 kWh thermische Energie.

Beim Haus rechnet man 7 kWh thermische Energie werden durch eine umfassende thermische Sanierung und Umstellung auf Wärmepumpe durch 1 kWh Strom ersetzt.

Das ist das Ziel einer echten Energiewende.

Die Mogelpackung die uns die Parteien als "Energiewende" propagieren behandelt ja nur den Strom. In Wirklichkeit muß Strom aus Sonne und Wind muß Erdöl und Erdgas ersetzen.

Beim Erdöl erhöht mehr Nachfrage den Preis.
Die Produkte der ölersetzenden Industrie werden billiger durch mehr Nachfrage.

Man Vergleiche den Ölpreis und Photovoltaikpreis 2003 und heute.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Berg-neu 21.07.2012, 08:16
8.

Zitat von sysop
Ist die Energiewende unsozial? Bedroht sie den Standort Deutschland? Ein Interview des Umweltministers hat eine Debatte ausgelöst, in der längst nicht alle Argumente stimmen. Sicher ist: Ab Herbst wird Strom deutlich teurer. Eine Übersicht der wichtigsten Fakten.
Zitat aus dem Aufsatz:"Was würde das für Sie bedeuten? Deutlich steigende Kosten. Nach Berechnungen des Verbraucherportals Verivox müsste ein Vierpersonenhaushalt 2013 netto rund 80 Euro mehr zahlen, falls die EEG-Umlage beispielsweise auf 5,3 Cent steigt. Rechnet man die Mehrwertsteuer hinzu, wären wären es sogar 94 Euro mehr - eine Steigerung von gut neun Prozent gegenüber dem Vorjahr."

Dabei wird etwas Entscheidendes nicht genannt: nämlich das trifft nur zu bei gleichbleibendem Verbrauch! Aber in allen Haushalten ist längst die Energieeinsparen auf der Tagesordnung. Und siehe da: irgendwo kann beinahe jeder Haushalt doch noch ein paar Kilowattstunden einsparen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aggro_aggro 21.07.2012, 08:17
9. Mitnichten..

Wieso sollten die Mehrwertsteuereinnahmen steigen?
Diese Einnahmen liegen bei konstant 19% des vom Endverbraucher ausgegebenen Geldes, bei den meisten Menschen sind das auch 19% des Nettoeinkommens.

Ob die Stromrechnung höher ist, und deshalb eine Gardine weniger gekauft wird ist dem Mehrwersteueraufkommen egal.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 74