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Energiewende: Deutschland droht das Stromzähler-Chaos
dpa

Ab 1. Januar werden verstärkt intelligente Stromzähler in deutsche Haushalte eingebaut. Klare Vorgaben gibt es nicht, weil die Regierung mit entsprechenden Verordnungen im Verzug ist. Experten warnen vor chaotischen Zuständen.

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Reziprozität 19.12.2014, 17:31
200.

Zitat von happy2010
Das ist genau das was ich meine. Da wird einem Spiegleartikel blind vertraut Am 11 Dezember hat die Regierung folgendes via Braake verlauten lassen: "die Bundesregierung forciert den Einbau intelligenter Stromzähler vorerst nicht mehr"...
Ich verfolge zugegebenermassen die Politik der deutschen Bundesregierung nicht mehr so genau und ausdauernd, und weiss demzufolge wohl auch nicht wer oder was eine "Braake" ist, was jedoch alles mit diesen "smart meter"-Geräten im buchstäblichen Sinne schiefgehen kann, das sollte doch spätestens seit 2011, genauer dem 28c3 des Hamburger CCC, bekannt sein: https://www.youtube.com/watch?v=YYe4SwQn2GE

(Dauert zwar eine Stunde, aber es lohnt sich!)

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ilek 19.12.2014, 17:36
201.

Zitat von happy2010
Auf diesen Punkt reagiere ich detailliert Prinzipiell liegen Sie komplett falsch Zum einen dient ein intelligenter Zähler einer Abrechnung nach Verbrauchszeitpunkt, Daten sind also kein "Block" sondern detailliert zuordenbar Zweitens: Selbst eine Übertragung alle 15 Minuten bedeutet für geeignete Programme die Möglichkeit, ein nahezu detailliertes Bewegungsprofil Ihrer Familie zu erstellen. Wenn dann Haushaltsgeräte und Leuchtquellen auch noch komunizieren, kann nahezu alles erfasst werden Wie wärs mit einem Programm welches erkennt, dass Sie seit wenigen Tagen keine Waschmaschine, Spülmaschien oder Trockner bedienen, dass kein Licht benötigt wird?
Zu Erstens:
Nein - für die Abrechnung genugt es dem Versorger einen aggregierten Block zu übertragen. Dort ist nicht mehr enthalten das man in Sekunde 1 3,2kW verbraucht hat, in Sekunde 2 3,1kW usw.
Die Daten enthalten nur noch die Summen, also 1,4Wh für 23,4ct; 0,3 Wh für 24,8ct.

Zweitens:
Auch nein. Um die Profile zu erstellen brauche ich Verlaufskurven aus denen ich einzelne Verbraucher aufgrund ihrer Charakteristik rausfiltern kann (Kühlschrank z.B. durch regelmäßige Peaks). Nur dann kann ich aber auch auf anderen Verbraucher schließen. Dazu brauche ich aber vermutlich ein kürzeres Messintervall als 15min - aber es liegt ja an uns Verbrauchern einen solchen langen Intervall einzufordern. Was die Haustechnik untereinander kommuniziert, bekommt der Versorger doch gar nicht mit.

Zu Ihrem Beispiel: Ja was kann ein Programm da erkennen? Dass ich seit ein paar Tagen nicht mehr zu hause bin? Was ist einem Versorger eine solche Information wert? Wohl nicht viel... Der Telefon/DSL-Anbieter weiß das übrigens schon längst.

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Reziprozität 19.12.2014, 17:36
202.

Zitat von KaWeGoe
... Wie viel CO2 stößt ein PV-Modul, ein Windrad, eine Wasserkraft-Turbine pro kWh aus ?
Siehe hier: Seite 6, Tabelle 2

MfG
Rezi

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markus.pfeiffer@gmx.com 19.12.2014, 17:38
203. Absurd

Da hat sich die Mehrheit der Bevölkerung vor und nach der Bundestagswahl eine große Koalition gewünscht, in der Hoffnung, dass endlich mal angepackt wird. Und nun regiert diese "GROKO" seit über einem Jahr mit allen Möglichkeiten bis zur Grundgesetzänderung und bekommt nicht einmal so einen Prozess auf Verordnungsebene hin.

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wortfeil25 19.12.2014, 17:47
204. Nachtstrom wird vermutlich verschwinden?

Zitat von n01
Früher gab es doch noch verbilligten Nachtstrom, wo dann z.B. die Nachtstromspeicherheizungen aufgeladen wurden. Gibt`s das heute nicht mehr? Und die alten Drehstromzähler "aus Kaisers Zeiten" funktionieren doch noch ganz gut. Im Prinzip einfach, aber fast unverwüstlich. Und wenn die Smartmeter eine Art Netzverbindung benötigen, ich sage nur, das wird teuer. Wenn da mal nicht ein Hacker einfach den Stromverbrauch manipulieren kann. Und, wo viel Technik ist, gibt`s bekanntlich auch viele Fehlerquellen.
Früher lieferten die "starren" Riesenkraftwerke, die nur schwer herunter zu regeln waren, immer viel Strom, der aber von der Industrie oder den Haushalten nachts nicht mehr abgenommen wurde. Dieser Strom konnte nun verbilligt abgegeben werden.

Die regenerativen Energien, wie Solar und Wind liefern aber unregelmäßig über den Tag und Nacht verteilt - deshalb muss der Zähler und das Verbrauchsgerät per Signal über das Netz angesteuert werden. D.h. es kann u.U. auch unter Tags mit billigem Strom geheizt werden.

Das macht durchaus Sinn.

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KaWeGoe 19.12.2014, 17:48
205. Sie können sich wirklich nicht vorstellen ....

Zitat von black-out
Die Strom-Erzeugungspreise schwanken um plus/minus 2 Cent und dann hocken sie im Kerzenlicht vor dem SmartMeter und schalten ihre E-Geräte und das Licht je nach Preissignal ein oder aus --- und sparen dann 1 Euro pro Monat, aber das SmartMeter kostet 6 Euro p.M. Erinnert mich an Waschmaschinen-Fernsehen.
...., dass es einen kleinen elektronischen Helfer gibt, der Ihnen das lauern auf günstige Strompreise bei Kerzenlicht ersparen könnte ?

So wie Sie das beschreiben, würde sich ein Mensch verhalten, der seit dem 2. Weltkrieg verschüttet war und nun in die moderne Zeit geschlittert ist.

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KaWeGoe 19.12.2014, 17:51
206. Ja - das ist falsch !

Zitat von happy2010
Ach, dass EE den energiepreis in die Höhe treiben ist also falsch? ...
EE drücken die Preise an der Strombörse.

Übrigens ist der Strom im Vergleich zu Öl-, Gas- und Kohle-Einfuhrpreise in den letzten Jahren unterdurchschnittlich gestiegen.

Quelle: lange Zeitreihen des Statistischen Bundesamtes

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KaWeGoe 19.12.2014, 17:59
207. die EEG-Umlage gleicht die Differenz zwischen ...

Zitat von happy2010
... Zweitens: Was bitte hat der Gewinn damit zu tun, dass EE Preise treiben? Wollen Sie also damit aussagen, dass Energieversorger gefälligst auf Rendite verzichten sollen, damit Strom billiger wird? ...
... Börsenpreis und Einspeisevergütung der EEs aus.

In Summe betrug die EEG-Umlage im Zeitraum 2000 bis 2013 rund 85 Mrd € (Quelle: Fraunhoferstudie Mai 2014)

Im gleichen Zeitraum wiesen die 4 EVUs (e.on/e.off, RWE, EnBw, Vattenfall) in ihren Bilanzen über 300 Mrd € Gewinn (nicht Umsatz) aus.

Beides - sowohl der Gewinn der EVUs, als auch die EEG-Umlage - zahlt der Stromkunde über seine Rechnung.

Wenn nun der Gewinn rund 4-mal so hoch ist, wie die EEG-Umlage, dann das für mich der Kostentreiber !

Übrigens:
Ich habe nichts gegen Gewinne !
Ich habe allerdings etwas dagegen, wenn man dem Kunden 4-mal soviel Geld aus der Tasche zieht wie die EEs und diese dann als Preistreiber diskreditiert.

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KaWeGoe 19.12.2014, 18:02
208. Die gleiche Argumentation gabe es bei PV-Modulen ...

Zitat von black-out
... nach wie vielen Jahrhunderten rechnet sich das -- mit Atom und Kohle hat das nichts zu tun -- sondern gesundem Menschenverstand.
... vor 10 Jahren auch. Heute haben Sie bei PV-Modulen Stromgestehungskosten von weniger als 10 Cent / kWh.

Ja - Akkus sind noch teuer - aber die Preise fallen monatlich.

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mit66jahren 19.12.2014, 18:04
209. Das Volk fragen

Zitat von Gertrude Böttcher
Ich will und brauche den Mist nicht. Ausserdem ist ab 22:00 Uhr gesetzl. Nachtruhe. Naja, vielleicht bekommt man über Mietminderung wenigstens einen Teil der Kosten wieder rein :) Zur Erinnerung, 20% der Bürger nagen bereits am Hungertuch, 50% haben 0 Vermögen. Aber die Regierung handelt, als schiene allen die Sonne aus dem Hintern...
Das Thema Smartmeter wäre mit seiner geringen Komplexität prädestiniert für eine Volksabstimmung nach dem Schweizer Modell. Die Bürger sollen selber entscheiden können, ob sie es haben wollen oder nicht. Wenn ja, ob der intelligente Zähler verbindlich für alle oder optional sein soll, und in welchen Ausführungen und Benutzerschnittstellen er realisiert sein soll.

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