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Energiewende: Deutschland droht das Stromzähler-Chaos
dpa

Ab 1. Januar werden verstärkt intelligente Stromzähler in deutsche Haushalte eingebaut. Klare Vorgaben gibt es nicht, weil die Regierung mit entsprechenden Verordnungen im Verzug ist. Experten warnen vor chaotischen Zuständen.

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gum2 19.12.2014, 11:22
30. Komplett wissensfreie Äußerung eines Abgeordneten

Dieser Spiegel Online Artikel ist entweder eine politische Satire oder zeigt die Wissensfreiheit in Parlamenten und Redaktionen. Da steht doch tatsächlich:
"Im Hochtechnologieland Deutschland sind noch immer Millionen Drehstromzähler aus Kaisers Zeiten installiert", sagt Oliver Krischer, Fraktionsvize der Grünen. "Doch dank Union und SPD rollt die Smart-Meter-Technologie inklusive aller technischen und wirtschaftlichen Chancen weiter an Deutschland vorbei.""

Könnten Sie einem einfachen Steuerzahler einmal erklären, was denn überhaupt die Vollüberwachung durch ein digitales, minutengenaues Stromverbrauchsüberwachungsgerät soll?
Der durchschnittliche Haushalt wird nicht einmal die Gebühren für die Datenübertragung bzw. die höheren Kosten für den neuen Zähler (mindestens 9 Euro im Monat) herausbekommen. Sollen Waschmaschinen und Trockner dann nachts um 03 Uhr loslaufen? Mir erscheint das alles nicht sehr durchdacht zu sein und Sie fallen einfach auf den Begriff "Smart" herein.

Obwohl alle, die so etwas freiwillig installieren eigentlich "Silly" sind. Wie auch bei den Sillyphones werden die meisten Geräte ohnehin bei asiatischen Zulieferern á la Foxconn gebaut. Wertschöpfung in Deutschland gleich Null. Überwachungspotenzial gleich Hundert. Nicht ohne Grund hat Google schon die Überwachungsfirma Nest gekauft, die Geräte für Silly Homes herstellt.
Es wäre besser aufzuwachen und die Bürger zu schützen. Der bewährte und selbst keinen Strom verbrauchende Drehstromzähler sollte als Inkarnation des Grundrechtes auf informationelle Selbstbestimmung erhalten bleiben.
Rechnen Sie einmal aus:
1.) Wie hoch der Stromverbrauch der minutengenauen Erfassung und Übertagung von mehr als 40 Millionen Stromzählern ist.
2.) Wie kompliziert die Preis- und Rechnungserstellungssysteme sein müssen und wie viel Strom/Ressourcen diese verbrauchen.
Derzeit gibt es ja eine einzige Stromrechnung, die wird durch 12 geteilt und als Verbrauchsvorschuß bezahlt.
3.) Wie soll die nicht sehr agile Netzagentur denn Preismissbrauch überwachen und ahnden. Wenn z. B. bei einem Fußballspiel (angeblichem Strommangel) die Strompreise vervielfacht werden.

Der Spiegel sollte sich auch einmal überlegen, ob die Veröffentlichungen eine Aussage haben und in welche Richtung das Magazin und das Internet-Angebot gehen.
Da werden einerseits Sicherheitsbehörden kritisiert, weil sie im Rahmen der Fernmeldeaufklärung frühzeitig Warnhinweise auf Terroristen sammeln. Und das Ganze als sogenannter NSA-Skandal hochgekocht und der gesuchte Verräter Snowden als "Whistleblower" hofiert.
Obwohl die Bewegungs- und Fernmeldedaten nachweislich schon viele Anschläge verhindert haben.
Diese sinnvolle Überwachung stellt der Spiegel in Frage. Andererseits hofiert er aber in seinem Artikel alle diejenigen, die aus den Verbrauchsgewohnheiten im einem Silly Home wertvolle Kundendaten extrahieren wollen.
Seltsam, oder?

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Epaminaidos 19.12.2014, 11:22
31. Und wie erfährt der Kunde das?

Hat sich schon jemand darüber Gedanken gemacht, wie der Kunde von dem günstigen Strompreis erfährt?
Soll ich dann alle paar Minuten in den Keller gehen, damit mir der Stromzähler verrät, ob es jetzt gerade günstig ist, die Wäsche zu waschen?

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wortfeil25 19.12.2014, 11:23
32. Ja, da ist noch eine Lücke ...

Zitat von volksauflauf
die Millionen von Elektroautos schlägt da heftig zu Buche. Ich lach mich schief. Schickt endlich Intelligente in die Parlamente.
Die größte Sorge der Regierung ist, dass man den Strom, der in die Autos fließt, nicht so lückenlos so hoch besteuern kann, wie das Mineralöl. Die Umwelt geht denen doch am Wertesten vorbei - Macht und Geld, das ist wichtig.

Das und die Ängste der Mineralölkonzerne gibt die bösartige Allianz, die seit Jahrzehnten die elektrische Mobilität verhindert.

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marty_gi 19.12.2014, 11:24
33. Verordnungen und Wuensche....

Die Verbraucher sollen dann die Waschmaschine anstellen, wenn.........

Bitte wie? Was macht denn der Single, der ueber 60 KM zu seinem Arbeitsplatz pendelt an fuenf Tagen in der Woche? Der faehrt dann auf Anraten seines Stromzaehler mal schnell nach Hause, um die Waschmaschine anzustellen, weils gerade ins Stromnetz passt.
Oder stellt er nicht doch lieber die Maschine dann an, wenn es seine Zeit erlaubt?

Das ist bei den modernen Anforderungen an die Arbeitswelt, die Gleichstellung und aehnliches sowas von Weltfremd!!! Denn es geht immer noch davon aus, dass ueberall Hausfrauen und/oder Rentner zu Hause sind, die das alles immer erledigen koennen.

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syracusa 19.12.2014, 11:24
34.

Zitat von spiff82
und was ist, wenn dann alle intelligenten stromzähler den Verbraucher dazu animieren seine energieintensiven Geräte genau dann ein zu schalten wenn der Strom am günstigsten ist? steigt dann nicht automatisch der Strompreis weil die Nachfrage groß ist?
Ja natürlich. Aber weil niemals zig Millionen Haushalte bei niedrigem Strompreis auf die Sekunde gleichzeitig ihre Waschmaschinen einschalten, sehen diejenigen, die zu spät kommen, dass der Preis schon wieder gestiegen ist, und lassen es dann sein.

Auf diese Weise passt sich die Netzlast der aktuell zu günstigen Kosten verfügbaren Leistung automatisch an.

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professorA 19.12.2014, 11:24
35. Nein, nein, Sie mißverstehen da etwas

Zitat von ichsagwas
Jetzt soll man sich auch noch Gedanken darüber machen, wann man die Waschmaschine laufen lässt. Also wir lassen sie laufen, wenn wir gerade daheim sind, und Zeit haben. Ich brauche diese Smart-Meter-Technologie nicht, und habe auch keine Zeit, mich damit zu beschäftigen. Entwickelt bitte vernünftige Speichertechnologien, dann muss man auch der Bevölkerung solchen Irrsinn nicht aufdrücken. Ich bin diese Gängelung langsam leid. Maßgeblich haben wir das dem hyperperfekten, 200% durchorganisierten deutschen Wesen zu verdanken. In diesem Land, mit seinen zig1000 Verordnungen möchte ich bald nicht mehr leben.
Mit der Energiewende wird unsere Stromversorgung ja abhängig von Wind und Wetter, wie in einem Entwicklungsland. Und mit dem SmartMeter wird unser Status als energiewirtschaftliches Entwicklungsland eben elektronisch veredelt. Das müssen Sie gut finden, sonst ist Angela böse.

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silkhood 19.12.2014, 11:26
36. Ich freue mich schon auf die ersten Exploits.

Da kann dann der Kriminelle schön aus der Ferne schauen, wer seit Tagen kaum Strom verbraucht und daraus schließen das da wohl jemand im Urlaub ist. Und wenn dann genügend smarte Geräte vorhanden sind, wird bei wenig vorhandenem Strom dem Zähler und damit auch den Geräten das Gegenteil vorgegaukelt. Die kriegen ihr Startsignal und die Überlastung läßt die Stromnetze zusammenbrechen.

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genugistgenug 19.12.2014, 11:26
37. nixxe Buch = Realität

Zitat von arel59
Blackout Habe das Buch auch gelesen. Ich glaube die meisten Leute können sich gar nicht vorstellen und ausmalen, was da alles passiert, wenn es Hackern mal gelingt, in so ein Netzt einzudringen. Da wird Dir Angst und Bange.
gestern war doch in SPON eine Meldung zu einem Stahlwerk dass Probleme durch 'normale' Hacker hatte. Was wird dann im Stromkreis passieren? Mal kurz 380 Volt auf den Rasierer? :-))))

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potolo 19.12.2014, 11:27
38. Noch mehr Ausspionieren

Der gläserne Bürger...

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marchesa 19.12.2014, 11:28
39. Herr Proffesor

Zitat von professorA
Haben Sie noch nicht mitbekommen, dass "die Stromkonzerne" auf dem letzten Loch pfeifen? Die größte Lobby im Land sind die Besitzer der 24.000 Windräder und der ebenso zahlreichen Solaranlagen, die auf unsere und Ihre Kosten auf 20 Jahre garantierte Profite einfahren können, von denen Bankkunden nur träumen können.
nehmen Sie etwas Hilfe in Mathe und Lobbyismus,
wenn 24000 Bürger bei 80 Millionen die größte Lobby im Lande stellen sollen wären wir ja quasi ein von Lobbyismus befreites Land…

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