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Energiewende: Industrie spart acht Milliarden Euro an Stromkosten
DPA

Die größten Stromschlucker Deutschlands wurden nach SPIEGEL-Informationen 2017 in Milliardenhöhe subventioniert - auf Kosten einfacher Verbraucher. Der Kohleausstieg könnte dieses Ungleichgewicht noch vergrößern.

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tony..montana 07.02.2019, 20:35
90. Von wegen...

"Zu den privilegierten Firmen gehören neben vielen mittelständischen Unternehmen "

"Unter den Privilegierten finden sich nach Angaben der Grünen allerdings auch Firmen, bei denen kaum ersichtlich ist, warum sie günstiger Strom beziehen. Schlachtereien und Rechenzentren von Banken sind demnach ebenso privilegiert wie Hersteller von Plastik oder Lederbekleidung."

Schon mal darüber nachgedacht, dass der Mittelstand einen nicht unerheblichen Beitrag zum Wohlstand diesen Landes beiträgt? Schon mal darüber nachgedacht, dass die mittelständischen Unternehmen im harten Wettbewerb zur internationalen (europäischen) Konkurrenz stehen? Schon mal darüber nachgedacht, dass die Energiekosten in D. Bereits jetzt absurd hoch sind? Schon mal darüber nachgedacht, dass die diversen sozialen Wohltaten erwirtschaftet werden müssen?

Ich arbeite in leitender Position eines Unternehmens der Kunststoffindustrie mit mehr als 300 Mitarbeitern - nur in D. produzierend - und nein, wir sind nicht von den absurd steigenden Energiekosten befreit. Im Gegensatz zu manchen Konzernen.Unsere ideologisch völlig abgehobenen Politdarsteller sägen fleißig an dem Ast, auf dem unser aller Wohlstand begründet ist...
Man könnte fast meinen, dass die Grünlinge jetzt endlich den Morgenthauplan umsetzen wollen...
tony

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jasper366 07.02.2019, 20:35
91.

Zitat von tempus fugit
....dass es sogar so lief, dass Unternehmen so alles beleuchtet, betrieben haben, um den Stromverbrauch so hoch zu pushen, damit man die Befreiungsgrenzen überschritt und sich damit von Netz- EE- Öko-etc-Steuer drücken konnte...
Ja und?

Sowas wird auch in anderen Branchen gemacht.
Bei meinem ehemaligen AG wurden z.B. oftmals zig tausende Zeitschriften direkt für den Altpapiercontainer gedruckt - die haben das Druckhaus in Krakau erst gar nicht verlassen - oder die kamen direkt zu uns für irgendwelche Werbeaktionen. Dies ersparte dann zudem das teure einsammeln von Remissionsheften.

Warum?
Weil es bei den Druckmengen gestaffelte Preise gab.
Da war es billiger 100.000 Stck zu drucken obwohl man z.B. nur 80.000 Stck. brauchte, eben weil die 100.000 Zeitschriften dank anderer Rabattstaffel billiger waren als die 80.000.

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tempus fugit 07.02.2019, 20:36
92. Glauben = ....

Zitat von angelobonn
Sie schreiben hier offensichtlich über Dinge, mit denen Sie sich nicht auskennen, aber ich kläre sie gerne auf. Es ist falsch, dass stromintensive Unternehmen keine EEG-Umlage zahlen. Richtig ist vielmehr, dass auch Unternehmen, die die Besondere Ausgleichsregelung nutzen, auf die erste 1 Mio. kWh (= 1 GWh) die volle EEG-Umlage zahlen. Dies ist der so genannte Selbstbehalt, ab da greift eine Begrenzug der Umlage, eine Freistellung gibt es nicht. Der Umfang der Begrenzung hängt von der Stromkostenintensität und der Art des produzierenden Gewerbes ab, dem ein solches Unternehmen angehören muss. Die meisten dieser Unternehmen zahlen 15 % der regulären EEG-Umlage, viele sogar 20 %. Das können Sie alles in § 64 EEG nachlesen. Unter dem Strich leisten somit auch die stromkostenintensiven Unternehmen einen erheblichen Beitrag zu den Kosten der EEG-Förderung. Ohne die Besondere Ausgleichsregelung würde dieser Beitrag wegfallen, denn die Chemie-, Glas-, Stahl,- Alu,- und Papierindustrie und viele andere Branchen mehr könnten in Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig produzieren, wenn es diese Regelung nicht gibt. Glauben Sie also besser keinem Grünen!
...nicht wissen.

Deshalb - wegen des Strompreises - geht's der deutschen Industrie ja so miserabel was z.B. bei den anderen EU-Ländern und sonstwo echtes Mitleid ausgelöst hat und man sich dort aus purer Solidarität mit Waren aus Deutschland versorgt - oder so ähnlich...

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günter1934 07.02.2019, 20:36
93.

Zitat von sj_comment
schon sehr nachdenklich, wenn ich hier so viele Argumente pro-Industrie, die wichtigen Arbeitsplätze, Subventionen müssen sein und anti-Klimaschutz lese. Ich finde das schon sehr selbstsüchtig im Hier und Jetzt. Also, mich toucht das nur bedingt, ich habe keine Kinder. Liebe Mütter und Väter, ich dachte die Brut zu schützen und zu verteidigen ist die höchste Pflicht? Was wollt ihr euren Kindern in 10-20 Jahren erzählen, warum Ihr (wir) heute keinen aktiven Klimaschutz betrieben haben? War alles zu teuer? Wir mussten Arbeitsplätze sichern mit Subventionen. Na, das erzählt mal euren Krebs- und Lungenkranken Kindern wenn es soweit ist. Das ist für die erwachsenen Kids dann 100% nachvollziehbar! Aufwachen! Es sterben heute schon fast alle an Krebs und Umweltgiften usw.! Fragt doch mal die heute „Alten“ Asbestarbeiter, wie die über die ungefährliche Vergangenheit denken. Und wir wussten frühzeitig - ui ui gefährlich! ...und hört auf mit dem gejammer: ...im Ausland, und Afrika und bla bla... wir sind hier in Deutschland, hier und jetzt!
Im Gegensatz zu Ihnen habe ich Kinder, Enkel und sogar Urenkel.
Und im Gegensatz zu Ihnen mache ich mir grosse Sorgen, wie die mal in einem dekarbonisierten und damit deindustrialisierten Deutschland leben sollen.
Weltweit steigt die Lebenserwartung und die Armut sinkt auch weltweit. Auch die Geburtenrate sinkt weltweit.
Milliarden Menschen in Afrika und Asien sind auf dem Sprung zu einem mit uns vergleichbaren Lebensstandard. Eben mit zuverlässiger und preiswerter fossiler Energie. Kohle, Erdöl, Gas und Atom.

Und unsere Nachkommen werden dann die einzigen sein, die die berühmte A-Karte gezogen haben, wenn wir mit allen möglichen Ausstiegen so weitermachen.

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tinnytim 07.02.2019, 20:41
94. Kleine Aufschlüsselung

Die EEG-Umlage ist zurzeit bei 6,3 Ct/KWh, davon sind satte 2,2Ct Subvention für die Großverbraucher, damit die ihren Strom für 7 - 10 Ct/KWh bekommen.
Aber es geht noch weiter, wir zahlen auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer also nochmal 0,5 Ct extra.
Zusätzlich gibt es noch die sogenannte §19 Umlage, wo wir bei den Netzentgelten als Endverbraucher das kompensieren, was Großunternehmen einsparen, wenn sie eine konstante Abnahme haben. Sind immerhin auch 0,4 Ct/KWh +MwSt.
Das System ist zutiefst ungerecht und jetzt darf dreimal geraten werden, welche Parteien Haupturheber der Zugrunde liegenden EEG-Novellen sind.
Richtig: Schwarz-Gelb 2009 und 2012!

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tinnytim 07.02.2019, 20:53
95. Es ist eben nicht wurscht

Zitat von landschaftsgaertner
ob wir jetzt durch Steuern den Industriestromverbrauch oder durch höher umgelegte Preise den Stromwahnsinn bezahlen ist doch wurscht
Wir haben nicht zum Spaß ein progressives Steuersystem, in dem starke Schultern mehr tragen als schwache. Beim Stromverbrauch ist es bei der jetzigen Konstruktion ähnlich, wie bei der Mehrwertsteuer auf Verbrauchsgüter so, dass Lieschen Müller für den Grundbedarf genauso viel zahlt wie Susanne Klatten.

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jallajalla 07.02.2019, 20:57
96. Stromtarife bei Verbräuchen in solchen Größenordnungen

werden individuell verhandelt. Da spielt die Bereitstellung einer auch im Fall von regionalen Netzausfällen gesicherten Mindestleistung eine Rolle. Für die Versorger kann eine Vereinbarung über eine variable Leistung im Sinne der Netzstabilität von Nutzen sein.
Auch ist bei Privatstrom ein großer Anteil der Kosten durch Marketing und Inkasso verursacht.
Hier werden also schlicht Äpfel mit Birnen verglichen. Und von Subventionen kann man schon gar nicht sprechen, da es sich um privatrechtliche Geschäfte handelt.

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apfelmännchen 07.02.2019, 21:02
97.

Zitat von tinnytim
Die EEG-Umlage ist zurzeit bei 6,3 Ct/KWh, davon sind satte 2,2Ct Subvention für die Großverbraucher, damit die ihren Strom für 7 - 10 Ct/KWh bekommen. Aber es geht noch weiter, wir zahlen auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer also nochmal 0,5 Ct extra. Zusätzlich gibt es noch die sogenannte §19 Umlage, wo wir bei den Netzentgelten als Endverbraucher das kompensieren, was Großunternehmen einsparen, wenn sie eine konstante Abnahme haben. Sind immerhin auch 0,4 Ct/KWh +MwSt. Das System ist zutiefst ungerecht und jetzt darf dreimal geraten werden, welche Parteien Haupturheber der Zugrunde liegenden EEG-Novellen sind. Richtig: Schwarz-Gelb 2009 und 2012!
Glauben sie wirklich, dass die Nichtbefreiung der Großverbraucher die EEG-Umlage auch nur 0,1ct ändern würde?

Ich schon - aber nicht wie sie denken.

Die pöhsen Großverbraucher würden bei einem solchen Ansinnen die Bude in DE dichtmachen und zB. mit französischem Atomstrom - ohne EEG-Umlage hinter der Grenze von DE weitermachen.

Der Effekt wäre: die Beschäftigten dieser Industien würden arbeitslos, es würde weniger Strom verbraucht - und die EEG-Umlage würde steigen, da die zu bezahlende Summe von 25Mrd. Dank EEG festliegt.
"feste Vergütung, unabhängig vom Bedarf" heißt das Zauberwort.

Eine Linderung der Kostenexplosion kann nur beim Verursacher erfolgen: den EE-Profiteuren: Reduktion der Einspeisesätze, die durch arglistige Täuschung erzielt wurden (mit EE wird der Strom kaum teurer) Abschaffung der Vorrangeinspeisung unabhängig vom Bedarf (wenn der Strom nicht gebraucht wird, keine Vergütung) Einforderung einer Mindestgarantie.(ohne Garantie nur Brennstoffkostenersatz)

Das wäre eine notwendige Änderung eines "zutiefst ungerechten Systems"...

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günter1934 07.02.2019, 21:06
98. Ein schönes Beispiel aus der Praxis

Zitat von jasper366
Warum? Weil es bei den Druckmengen gestaffelte Preise gab. Da war es billiger 100.000 Stck zu drucken obwohl man z.B. nur 80.000 Stck. brauchte, eben weil die 100.000 Zeitschriften dank anderer Rabattstaffel billiger waren als die 80.000.
...so wie ich es aus meinem Berufsleben auch kenne.
Genau dasselbe Problem wie bei den "nicht steuerbaren" Kohlekraftwerken, bei denen es eben billiger ist, sie durchlaufen zu lassen.
Und wenn sich einer daran stört, dann soll er bitte den EE-Erzeugern die Schuld geben, die einfach so Strom liefern, wie es ihnen gerade gefällt auch wenn er nicht gebraucht wird.

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jallajalla 07.02.2019, 21:10
99.

Zitat von maxuli
Viel wichtiger ist es, an die Zukunft zu denken und den Klimawandel möglichst nicht zur globalen Katastrophe werden zu lassen. Die energieintensiven Industrien wie die Stahl-, Aluminiumerzeugung, die Betonherstellung, etc. sind nicht mehr zeitgemäß und sollten möglichst stillgelegt werden. Der Verbrauch dieser Stoffe kann reduziert werden (weniger Autos, weniger Betonhäuser etc.). Es gibt z.B. für den Bau alternative nachhaltigere Stoffe und z.B. für Fahrzeuge recycelten Kunststoff.
Die in Deutschland hergestellten Werkstoffe aus denen von Ihnen benannten Kategorien sind technologische Spitzenerzeugnisse. Da würde ich doch lieber die Axt an die Autoindustrie legen.

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