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Energiewende: Regierung will Bürgerwindparks stärken
DPA

Erbauer neuer Windparks müssen bald in Auktionen gegeneinander antreten. Laut "SZ" erwägt die Regierung eine Sonderregel, damit kleine Bürgerprojekte sich gegen Großkonzerne behaupten können.

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erst nachdenken 15.02.2016, 10:32
1.

Großkonzern stemmt 99%, sucht sich 10 Bürger aus der Umgebung (Mehrzahl der Eigentümer, je unter 10%) für den Rest - und gilt als Bürgerwindpark, tolle Sache.

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M. Michaelis 15.02.2016, 10:37
2.

Bürgerwindparks machen ökonomisch kaum Sinn, leider wird aus ideologischen Gründen im Energiebereich eine romantisierende Kleinerzeugerökonomie gefördert die wirtschaftlich überhaupt keinen Sinn macht.

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Habesha 15.02.2016, 10:37
3. EU - Beihilferegeln

Der Artikel unterschlägt, dass die Auktionen aufgrund der EU Beihilferegeln ab 2017 zwingend einzuführen sind. Die Beihilferegeln sehen zwar eine De-Minimis Regel von 1 MW vor, die aber praktisch jede neue WEG überschreitet.

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Herr B 15.02.2016, 10:58
4.

Zitat von erst nachdenken
Großkonzern stemmt 99%, sucht sich 10 Bürger aus der Umgebung (Mehrzahl der Eigentümer, je unter 10%) für den Rest - und gilt als Bürgerwindpark, tolle Sache.
Sie haben überlesen, dass die Bürger Mehrheitseigner sein müssen. Also 50%+ der Anteile halten sollen.
Und sobald man bei über 50% ist, kann man den Großkonzern auch ganz rausschmeißen und eine Genossenschaftliche oder Öffentliche Bank mit ins Boot holen. Nord-Ostsee-Sparkasse, VRBank Niebüll oder Volksbank Husum haben vermutlich mehr Erfahrung mit der Finanzierung von Windparks als die gesamte Deutsche Bank.

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claude 15.02.2016, 10:58
5. erst lesen

Zitat von erst nachdenken
Großkonzern stemmt 99%, sucht sich 10 Bürger aus der Umgebung (Mehrzahl der Eigentümer, je unter 10%) für den Rest - und gilt als Bürgerwindpark, tolle Sache.
Aus dem Artikel ist zu entnehmen, dass die Bürger mindestens die Hälfte des Windparks besitzen müssen, ihre Variante "Grosskonzern stemmt 99%" ist somit nicht möglich. Erst lesen...

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Pless1 15.02.2016, 11:07
6.

Zitat von M. Michaelis
Bürgerwindparks machen ökonomisch kaum Sinn, leider wird aus ideologischen Gründen im Energiebereich eine romantisierende Kleinerzeugerökonomie gefördert die wirtschaftlich überhaupt keinen Sinn macht.
Das Festschreiben von Oligopolen macht aber noch weniger Sinn. Die aktuell geplante Regelung würde aber genau dazu führen, dass die vier Großanbieter ihre Claims zurückerlangen. Es ist zu befürchten, dass das sogar ein Hauptziel der aktuellen Reformpläne ist. So mancher Lokalfürst ächzt unter dem Verfall z.B. der RWE, deren Dividente sonst den Haushalt so mancher Kommune gerettet hat. Von notwendigen Wertberichtigungen ganz zu schweigen.

Die Energiewende wurde letztlich von unten erzwungen, und nun setzen sich die größten Verhinderer an die Spitze der Bewegung und wollen die Protagonisten mit Hilfe des Staates ausbooten.

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claude 15.02.2016, 11:10
7. Es bleibt schwierig für Bürgerwindparks

Bei der Berechnung, mit wieviel Förderung der Windpark auskommt, braucht es schon einen sehr genauen Geschäftsplan, man muss die Kilowattstunde schon Centgenau berechnen.
Wie aber soll man Centgenau einen Businessplan durchrechnen, wenn noch nicht mal die Genehmigung steht ? Im Zuge der Genehmigung kann es noch viele Änderungen geben (Änderungen bei Anzahl und Höhe der Windkraftanlagen z.b.), solche Änderungen können den Businessplan über den Haufen werfen.
Es gleicht einem Lottospiel, vermutlich werden Bürgerwindparks einfach mal ins Blaue hinein mitbieten müssen, um dann erst hinterher bei der Genehmigung zu erfahren, ob sich der Bau zu den Konditionen lohnt, für die man bei der Auktion geboten hat.

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mcpoel 15.02.2016, 11:11
8. Da muß noch mehr geschehen:...

Auf der Einsparseite sollte es auch Förderungen geben, wenn man z.B. Häuser in Eigenarbeit isoliert; es sollte Förderunge geben für Einzelanlagen, die in Eigenarbeit entworfen wurden usw., Deutschland war mal Land der Erfinder. Die wird es nur geben, wenn Eigeninitiative gefördert wird.

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collapsar 15.02.2016, 11:29
9. Sinn

Zitat von M. Michaelis
Bürgerwindparks machen ökonomisch kaum Sinn, leider wird aus ideologischen Gründen im Energiebereich eine romantisierende Kleinerzeugerökonomie gefördert die wirtschaftlich überhaupt keinen Sinn macht.
Ach Gottchen, was heißt denn 'ökonomisch Sinn machen' ? Effizientester Ressourceneinsatz zur Zielerreichung,um mal die neoliberale Sichtweise zu zitieren - dann sollte aber ganz schnell mit der Abschaffung des Individualverkehrs begonnen werden, der sich ökonomisch im Vergleich zum öffentlichen Transportwesen auch nicht rechnet.

Es sei denn, man berücksichtigt die - ebenfalls in der Nomenklatur der neoliberalen Theorie - individuelle Präferenzordnung, die der Lokalität der Energierzeugung und Unabhängigkeit von Großanbietern einen höheren Wert als die Verteuerung der Energienutzung zumessen kann.
Findet sich eine Gruppe von Bürgern, deren Interessen in beschriebener Hinsicht übereinstimmen ('Bürgerwindpark'), macht ein solches Projekt ökonomisch plötzlich jede Menge Sinn.

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