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Energiewende: So könnte der Strommarkt der Zukunft aussehen
DPA

Die Bundesregierung will die Stromversorgung komplett umbauen. Nun haben Wissenschaftler nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen ein Konzept erarbeitet, das ebenso revolutionär wie radikal ist. Die Energiewelt steht vor einem Machtkampf.

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Edgard 07.02.2015, 12:28
1. Also intelligent..

... klingt das nicht:

"Große Abnehmer sollen so dazu gebracht werden, mehr zu verbrauchen. Fabriken könnten zum Beispiel die Produktion erhöhen, große Kühlhäuser stärker kühlen."

Als wenn sich Produktion und Kühlkapazität nach dem gerade mal aktuellen Strompreis richten würde...

Die Zukunft heißt nicht "flexibel" sondern "dezentral"! Aber genau das ist es was Energieerzeuger und Stromtrassenbetrieber nun garnicht wollen - den autarken Verbraucher!

Aber der ist Dank Mikro-Blockheizkraftwerkstechnologie eben möglich geworden. Mit kleinräumiger Vernetzung, gespeist durch von EE-Wandlern erzeugtem Wasserstoff könnte man den Energiesauriern getrost den Mittelfinger zeigen - Aktionäre sollten sich schonmal nach Alternativen umsehen...!

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wiealle 07.02.2015, 12:34
2. Na, das ist ja alles nicht so überraschend,

denn die Zutaten dieses Konzeptes sind ja hinreichend bekannt. Was irgendwie keiner sagt, ist dass die Option einer Wahl zwischen zentralisiert und dezentral gar nicht besteht. Das Stromnetz unterliegt den gleichen logischen Prinzipien wie das Kommunikationsnetz: Dezentral ist stabil, zentral nicht. Dezentral ist flexibel, zentral nicht. Dezentral ist preiswert, zentral nicht. Dezentral erlaubt jedem die Teilnahme, zentral nicht.

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brille000 07.02.2015, 12:39
3. Olle Kamelle

Hoch- und Tieftarifzeiten, Hoch-und Schwachlastzeiten gibt es ja für Grossverbraucher schon lange. Will man diese "Geschäftsmodell" jetzt auch noch dem Kleinverbraucher aufdrücken? Das wird teuer, denn jeder Haushalt muss dan die entsprechenden Zählgeräte kriegen und eine Kontrolle des Verbrauchers über die Abrechnung wird dann schon abenteuerlich. Tolle Ideen und federführend dabei nicht die, die das technisch umsetzen, sondern vermutlich diese ominöse Firma "Energy Brainpool", also ein Geldjongleur und was derartige Leute in den letzten Jahren im Bankwesen geleistet haben, das kennen wir ja schon. Da kommt nichts gutes ... .

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rbwntr 07.02.2015, 12:39
4. Der Normalverbraucher

ist doch dann wieder der Dumme. Großverbraucher zahlen ja ohnehin keine EEG-Umlage. Millionen Zähler müssten durch manipulierbare, sog. intelligente Stromzähler ersetzt werden. "Kinder, tut mir leid! Bei dem jetzigen Strompreis kann ich kein Essen kochen!" Wird man solche Sätze dann öfter hören? Die diesjährige EEG-Zulage ist ohnehin geschönt: Denn die Abschläge für Solarstrom werden jetzt nicht mehr im laufenden, sondern am 15. des Folgemonats gezahlt. Das bedeutet, dass ein Zwölftel des Betrags nach 2016 verschoben werden. Es ist also zu erwarten, dass die Bundesregierung im Laufe dieses Jahres plötzlich entdecken wird, dass die Aufwendungen im kommenden Jahr völlig überraschend stark ansteigen werden!

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querdenker13 07.02.2015, 12:41
5.

Egal welche der beiden Fraktionen an Ende 'gewinnt', Otto Normalo wird bei jedem der beiden nur zu Gunsten der Großkopferten abgezockt.

Und die Dinosaurier E.on, Vattenfall, ENBW und RWE werden in jedem Fall in bei ihrer Marktdiktatur und vorgestrigem Geschäftsmodell Federn lassen.

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hedele 07.02.2015, 12:41
6. Komisch,

habe ich das richtig verstanden, flexibel und billiger werden sollen ausschließlich die nachhaltigen Technologien und die Netze? Na, Danke! Und wieviel zahlt die Atom- und Kohlelobby jetzt wieder für diesen Artikel?

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Luna-lucia 07.02.2015, 12:42
7. Ein flexibler Strommarkt

wird nur eins für den, der einfachen "Haushaltsstrom" bezieht, bringen, er / sie muss dann eben immer den Maximalwert bezahlen! Logo - denn die Großabnehmer würden wie jetzt auch, ausgenommen werden - und sicherlich nur den "Minimalwert" bezahlen! Jetzt gibt's aber mehr Haushalte als Großabnehmer. Klaro - die "Kleinen" werden und würden, wie auch immer, drauf- und zuzahlen, zum Vorteil der "Großen". Zudem - an die Institute gerichtete Frage - wie würden solche "Stromzähler" für einfache Haushalte aussehen? Wie können die einen "Stromüberfluss" von "Wenigstrom" unterscheiden? Wer würde sowas, wie steuern? Davon ist nix zu lesen ...

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pragmat. 07.02.2015, 12:42
8. volles Risiko

wenndas nicht funktionert, habe sie die deutsche Wirtschaft zerstört.
Es wir zu viel übers Knie gebrochen. Erst werden Energieerzeuger wild subventioniert und überall hingepflastert. Dann werden die bestehenden Versorgerstrukturen zersört, ohne gesicherte Neue zu haben. Erst dann wird das Stromnetz auf die neuen Verhältnisse angepasst. Und dann werden erste Versuche gestartet, Speichermethoden zu finden - bisher ohne Erfolg.
Das funktioniert nur, weil der Steuerzahler und Stromkunde alles bezahlt. Es mindert jedoch die Kaufkraft der Bevölkerung und führt zu weniger Nachfrage. Wenn dann Stromausfälle auch noch die Produktion mindern, kann dies zu einem substantiellen Schaden für Deutschland führen.

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jakm 07.02.2015, 12:43
9. richtige Anreize setzen

Wenn die Anreize stimmen, werden sowohl die Geschäftsmodelle als auch die damit korrespondierenden Innovationen entsprechend sein.

In obigen Beispiel würde es einen Riesenmarkt für Stromspeicher- und Stromoptimierungsmodellen geben. Unabhängig davon, ob sie bei Erzeuger oder beim Verbraucher aufgehängt werden. Es könnte dann z.B. auch sinnvoll für einen Verbraucher werden, gewisse Stromspeicherkapazitäten vorzuhalten - ein Großabnehmer erwirbt Anteile an Speicherkraftwerken, ein Hausbesitzer baut Thermen statt Durchlauferhitzer usw. usf.

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