Forum: Wirtschaft
Energiewende: So könnte der Strommarkt der Zukunft aussehen
DPA

Die Bundesregierung will die Stromversorgung komplett umbauen. Nun haben Wissenschaftler nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen ein Konzept erarbeitet, das ebenso revolutionär wie radikal ist. Die Energiewelt steht vor einem Machtkampf.

Seite 4 von 34
R3alist 07.02.2015, 13:12
30. Mir erschließt sich nicht...

...warum die großen Energiekonzerne jetzt gegen die vom Autor genannten Punkte Sturm laufen sollten. Zumindest geht das aus dem Artikel nicht hervor. Aber das Konzernbashing muss natürlich irgendwo untergebracht werden...

Fakt ist, dass eine Veränderung her muss da das jetzige Strommarktdesign nicht mehr funktioniert. Die Energiekonzerne beschweren sich ja nicht darüber, dass sich die Energiewelt ändert, sondern dass Sie die noch notwendig Kraftwerksinfrastruktur zur Verfügung stellen und damit quasi kein Geld mehr verdienen. Und dazu kommt noch dass die modernsten und effizientesten Kraftwerke kaum laufen, sondern die Dreckschleudern, da diese günstiger produzieren können. Das ist aber nicht die Schuld der Energiekonzerne, sondern der Energiepolitik die aber auch nur versucht den Karren irgendwie aus dem Dreck zu ziehen.
Wir haben eben Strukturen die so in den letzten Jahrzehnten gewachsen sind und jetzt versucht man eben das beste daraus zu machen. In der Energiewirtschaft gibt es verschiedene Akteure. Ob das jetzt Solaranlagenbetreiber, Windenergiebetreiber, oder Kraftwerksbetreiber sind, ist vollkommen egal. Das System ist momentan auf alle angewiesen, daher ist es jetzt Augabe der Politik das System so anzupassen, dass alle davon profitieren. Da braucht es natürlich auf allen Seiten auch eine Lobby die entsprechend dafür sorgt, dass auch deren Interessen ausreichend berücksichtigt werden. Dem Verbraucher sollte natürlich auch klar sein, dass dadurch der Strom am Ende nicht billiger wir, aber wenn man den Energiekonzernen dafür den schwarzen Peter zuschiebt macht man es sich ein bisschen zu einfach.

Beitrag melden
wb99 07.02.2015, 13:14
31. Schlechte Nachricht von meiner Seite

Auch in Zukunft werden die alten Regeln der Physik gelten.

Dazu gehört auch folgendes:
Stromerzeugung = Stromverbrauch, und zwar in jeder Millisekunde.

Der Markt ist leider kein Stromspeicher, und damit kippt leider manches schönes Geschwafel.

Beitrag melden
InSchwerenZeiten 07.02.2015, 13:14
32. Planwirtschaft?

Weshalb ist noch mal der Ostblock / Sozialismus dort gescheitert? Planwirtschaft? Vorzuschreiben, was zu forschen , was zu handeln ist, um grundsätzliche politische Ziele zu erreichen, war noch nie ein gute Idee. Aus der Stromerzeugung ist in Deutschland Ideologie Das Deutschland falsch liegt, mag man u.a. daran ermessen, dass uns niemand in dieses Energie-Desaster folgt. Und bevor nun sogleich jemand schreibt auch andere Länder würden Windmühlen bauen. Tun sie, sie glauben nur nicht, damit zukünftig ihre Energieversorgung zu sichern, sondern folgen Opportunitäten zumeist sogar ohne Subventionen oder verwenden solche, die die EU meint nach deutschen Vorbild auf deutsche Anweisung verplempern zu müssen.

Beitrag melden
R3alist 07.02.2015, 13:21
33.

Zitat von Edgard
... klingt das nicht: "Große Abnehmer sollen so dazu gebracht werden, mehr zu verbrauchen. Fabriken könnten zum Beispiel die Produktion erhöhen, große Kühlhäuser stärker kühlen." Als wenn sich Produktion und Kühlkapazität nach dem gerade mal aktuellen Strompreis richten würde... Die Zukunft heißt nicht "flexibel" sondern "dezentral"! Aber genau das ist es was Energieerzeuger und Stromtrassenbetrieber nun garnicht wollen - den autarken Verbraucher! Aber der ist Dank Mikro-Blockheizkraftwerkstechnologie eben möglich geworden. Mit kleinräumiger Vernetzung, gespeist durch von EE-Wandlern erzeugtem Wasserstoff könnte man den Energiesauriern getrost den Mittelfinger zeigen - Aktionäre sollten sich schonmal nach Alternativen umsehen...!
Technisch wäre das alles keine Problem, wie Sie sagen: Mikro BHKWs, PtG, dazu noch Speicher und entsrechender Netzausbau. Solange der Verbraucher aber nicht dazu bereit ist 1-2 € pro Kilowattstunde zu bezahlen bleibt das leider Zukunftsmusik.

Beitrag melden
R3alist 07.02.2015, 13:21
34.

Technisch wäre das alles keine Problem, wie Sie sagen: Mikro BHKWs, PtG, dazu noch Speicher und entsrechender Netzausbau. Solange der Verbraucher aber nicht dazu bereit ist 1-2 € pro Kilowattstunde zu bezahlen bleibt das leider Zukunftsmusik.

Beitrag melden
robbstark2 07.02.2015, 13:21
35.

Man muss wohl wohl kein Prophet sein um vorauszusagen das die für den Verbraucher teuerste Lösung herauskommen wird. Die Ökos mit ihren hoffnungslos ineffizienten Anlagen werden noch stärker gepämpert werden als heute und das wird die Preise weiter treiben. Öko, öko über alles.

Beitrag melden
Wassup 07.02.2015, 13:23
36. Eine noch bessere Planwirtschaft

Die Art und Weise des staatlichen Eingriffs ist also falsch, und er soll geändert werden.

In anderen Ländern gibt es diesen staatlichen Eingriff nicht. Warum dann gibt es dort Windräder - z.B. in den USA?
13.000 Megawatt sind dort am Netz, und tendenz steigend.
Zwar wird in Deutschland mehr Windkraft erzeugt als in den USA, doch ist die Energiewende in den USA für den Verbraucher viel günstiger.

Grüne Energien werden in Amerika anders als in Deutschland dort aufgebaut, wo die Ausgangsbedingungen günstig sind.

Nur in Deutschland werden Windräder dort gebaut wo es noch nciht einmal einen Netzanschluss gibt..... dämlich und teuer!

Beitrag melden
dafe 07.02.2015, 13:23
37. Just in time manufacturing versus

just in time current consumption also. Auf diesen Konflikt wird der Markt Antworten finden, die am Ende keiner der beiden Fraktionen Freude machen, habe ich die Befürchtung.
Auf der Privatverbraucherseite hatten wir den Zustand erreicht, dass wir uns bei Kälte wärmen können, bei Dunkelheit Licht haben. Die nachts laufende Waschmaschine ist für manche schon ein bißchen viel Fremdbestimmung, der Nachtspeicherofen hat seine eigene Geschichte.
Wenn Stromproduktion und -konsumtion nicht zeitlich entkoppelbar sind, sollen sich eben die Verbraucher nach der Produktion richten und - stellvertretend gesagt - die Wäsche eben dann aufhängen, wenn das smart meter eine Stunde vorher Unterschreitung des Maximalpreises für die kwh gefunkt hat.
Klingt nach neuer Arbeit für Terry Gilliam, finde ich.

Beitrag melden
Marut 07.02.2015, 13:23
38. Alte Prinzipien

Es ist ja nun kein Geheimnis mehr, dass die großen Player im Energiemarkt an den alten Strukturen festhalten wollen und ihr Heer von Lobbyisten auch sehr erfolgreich darin sind, die Politik davon abzubringen neue sinnvolle Strukturen endlich umzusetzen.
Das dies zu teilweise unsinnigen Formen der Energieerzeugung und -Verteilung führt, interessiert sie wenig - die Kostenstruktur sorgt schon dafür, dass wir Verbraucher diesen Unsinn bezahlen.

Mal ein Beispiel: inzwischen sind die meisten Haushalte vernetzt, so dass eine intelligente Kommunikation von Verbrauchern und Erzeugern kein technisches Problem sein sollte - wenn man es denn überhaupt will. Wenn ich nun meine Waschmaschine einstelle, dann fängt sie nicht gleich an zu arbeiten, sondern kommuniziert mit dem Leitungssystem, wann ein geringer Stromverbrauch vorliegt bzw. zu erwarten ist, und fängt dann erst an zu waschen. Das einizige, was ich noch eingebe, ist der Zeitpunkt, wann die Maschine fertig sein muß. Hier könnte der Preis für den verbrauchten Strom von der Zeitspanne abhängen, die ich dem System lasse, die Zeit zu optimieren. Also, wenn ich meine Waschmaschine angebe, ich brauche das Ergebnis erst in 48Std. dann wirds richtig billig - und der einzelne wird zum nachhaltigen Planen angehalten. Zu seinem Vorteil.

Wie gesagt, das ich nur ein Beispiel und für viele Formen des Verbrauches lassen sich ähnliche Methoden erarbeiten. Da ganze funktioniert allerdings nur einigermaßen gerecht, wenn vom Gesetzgeber klare Rahmenrichtlinien in Gesetze gegossen werden.
Dafür müßte dieser sich aber aus der Beeinflussung der Energiewirtschft befreien - will er dass? Wo doch die Jobs nach der Politik gerade in der Energiewirtschaft zu reizvoll sind, aber nur durch "Wohlverhalten" zu bekommen sind.

Beitrag melden
p_zero 07.02.2015, 13:24
39. Und die Kosten für Normal-Verbraucher?

Dann braucht es auch eine App für den Normalverbraucher, dass er bei Stromüberschuss seine Waschmaschine und Trockner anwirft. Alles andere im Haushalt ist wohl eher zeitlich ziemlich fix. Und ob das jeder checkt und mitmachen will, wage ich zu bezweifeln, letzten Endes steigt der Strompreis wohl für den Normal-Verbraucher.

Beitrag melden
Seite 4 von 34
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!