Forum: Wirtschaft
Englands NHS-Gesundheitsdienst: Eine Grippewelle - und das System wankt
DPA

Überfüllte Betten, verschobene OPs: In englischen Kliniken herrscht Ausnahmezustand - die Rede ist von der schwersten Krise des Gesundheitsdienstes NHS seit Jahrzehnten. Der Brexit könnte ihm den Rest geben.

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obersterhofnarr 15.01.2018, 17:41
110. das hat weder mit der EU noch mit dem Brexit zu tun

es ist das Problem der allgemeinen Idee, daß man dem Bürger lieber neue Flugzeugträger und anderen Rüstungsmüll unterjubeln will als dem Steuerzahler einen Penny/Cent zurückzugeben für sein Wohlbefinden.
Motto: sorgt doch privat vor, wenn es Euch nicht passt.
Und das ist dann tatsächlich wie in der UdSSR und der Zone: Rüstung und das Ministerium für Staatssicherheit durften sich hemmungslos an der Volkswirtschaft bedienen. Heute heißt das Krieg gegen den intl. Terrorismus oder so ähnlich.
Bildung, Pflege, Krankenhaus; völlig egal Hauptsache 2% vom BIP werden für die Kanonenköppe rausgehauen.

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nmare 15.01.2018, 17:41
111.

Zitat von boba
einen zusammenhang zwischen der krise des nhs und dem brexit zu konstruieren ist genau so unseriös wie die behauptung, der brexit würde dem nhs nutzen. beides ist bullshit ersten ranges, denn die krise des nhs findet seine ursache in seiner (unter-) finanzierung. und diese ist durch die konservative regierung erstens gewollt und hat zweitens mit der eu überhaupt nix zu tun! die krise des nhs (wie auch aller anderer sozialsysteme in allen ländern) hat ihre ursache im neoliberalen sparwahn, der die armen krepieren lässt, damit die reichen noch reicher werden.
Es ist eine Kombination von beidem, chronischer Unterfinanzierung besonders seit 2010 und Brexit. Der NHS laufen die europaeischen Aerzte und Pfleger davon. Die Anzahl der Neubewerbungen auf Stellen in GB aus dem europaeischen Ausland ist seit dem Referendum um 96% gesunken. Das Problem von zu wenig Personal wird dadurch nur noch schlimmer. Dazu kommt dann eben noch Jeremy Hunt's Unfaehigkeit als Gesundheitsminister und wir enden da wo wir jetzt sind.

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pom_muc 15.01.2018, 17:42
112.

Zitat von kodu
NEOLIBERALISMUS in Reinkultur: Der Normalbürger hat immerhin die FREIHEIT sich selbst zu kurieren. Das chronisch unterfinanzierte öffentliche Gesundheitssystem in GB war jednfalls schon immer eine Katastrophe. Aber wer weiß; wenn die FDP wieder in die Regierung kommt, wird es bei uns vielleicht auch bald so "fortschrittlich".
Der NHS ist eine "Errungenschaft" der Labour Party. Keine Ahnung wie sie darauf kommen dass das was mit Neoliberalismus zu tun hat.

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HansPa 15.01.2018, 17:42
113. @71 muckusch

Das Ziel dieses Berichts ist es von dem deutschen Gesundheitswesen abzulenken und die bürgerliche Entscheidung gegen die Bürgerversicherung zu rechtfertigen. Das wir hier in der Pflege und im Gesundheitswesen in die Katastrophe laufen, bzw. schon sind wird durch die Medien nicht informiert.

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steffen.ganzmann 15.01.2018, 17:43
114. Werter Herr Zensor, darf ich mal etwas zynisch werden, ja?

Zitat von highflight
In Deutschland werden bis zum Jahr 2020 an die 100.000 Pflegekraefte fehlen. Daran ist dann bestimmt auch der Brexit schuld.
Vielleicht hören dann diese obstrusen drei Ein-Stunden-Kaffee-und-Kuchenpausen per diem, euphemistisch "Übergabe" genannt, endlich mal auf! Ohne diese hätte das Pflegepersonal alleine meiner [b[Halb[/b]station (mein Kollege und ich teilten sie uns) sechsunddreissig Arbeitsstunden im pflegerischen Bereich pro Tag mehr gehabt, Aber ich fürchte, bevor diese Mammutübergaben aufhören, stürzt eher der Mond auf die Erde. Eine Stunde Übergabe - so lange dauert ja nicht einmal eine Chefarztvisite auf einer Station und unser Chef war sehr pingelig, da gab es nicht nur die Hand und ein halbherziges "Na, wie geht's uns denn heute?". Er wollte, dass jeder seiner Ärzte über jeden unserer Abteilung alles wusste ...

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Aber ich fürchte, das wird gelöscht werden, denn das Pflegepersonal, das sind ja die STEHTS Besten, die ALLES richtig machen, der Unmensch fängt erst beim Facharzt, also, falls nicht schon niedergelassen, dem Fachoberarzt an!

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auwei 15.01.2018, 17:45
115.

Zur Bürgerversicherung: Es ist doch völlig egal ob ein System aus Steuermitteln oder Beiträgen finanziert wird, es kommt nur darauf an WIEVIEL Geld drin ist und wie es verwaltet/ausgegeben wird.
Und natürlich haben auch die Briten eine PKV, 4 Mio Versicherte - das muss man halt im Gegensatz zum NHS bezahlen: https://www.theguardian.com/business/2017/jan/16/private-medical-insurance-sales-surge-health-nhs
D.h. ca. 6% der Bevölkerung - bei uns sind es ca. 11% PKV-Versicherte.

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Alle_Rechte_vorbehalten 15.01.2018, 17:45
116. "Bürgerversicherung"

So sieht sie aus die "Bürgerversicherung". Das möchte Herr Schulz auch für Deutschland. Fragen sie ihren Hausarzt. Meiner meinte: Wenn die Bürgerversicherung kommt, mache ich dicht. "Alles, was uns am Leben hält, sind die Privatpatienten." Im Umkehrschluss heißt das wohl, dass die Privaten dazu beitragen, dass unser System überhaupt noch einigermaßen funktioniert. Ansonsten vergleiche England.

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nmare 15.01.2018, 17:46
117.

Zitat von IGoBa
Meine Schwester wohnt seit 10 Jahren in GB. Für einen normalen Hausarztbesuch sind 20 Pfund fällig, beim Zahnarzt pro Besuch mindestens 50 Pfund! Von kostenlos und rein steuerfinanziert kann keine Rede sein!
Ich wohne seit 4 1/2 Jahren in GB und habe noch nie fuer einen Hausarzt irgendwas bezahlt. GPs sind kostenlos.
Mein letzter Zahnarztbesuch for einer Woche kostete £22 fuer einen Check-up.

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flaviussilva 15.01.2018, 17:46
118. Ob die Wunde......

Zitat von steffen.ganzmann
Genaugenommen hätte der Biritisher nur max. 6 Stunden warten dürfen, denn ab dann darf man eine Wunde gar nicht mehr zunähen (Heilung per primam), sondern nuss sie per secundam zuwachsen lassen ..
.....letztendlich genäht wurde oder nicht entzieht sich leider
meiner Kenntnis, ich weiß nur das überglücklich war noch am
selben Tag dran zu kommen.

P.S. Was bitteschön ist ein Biritisher ?

Er selbst benutzte den Begriff England für seine Heimat.

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pom_muc 15.01.2018, 17:47
119.

Zitat von adal_
Nö. NHS ist nicht versicherungs-, sondern steuerfinanziertes Gesundheitswesen, unterliegt also vollständig der fiskalischen Willkür der jeweiligen Regierung. Bürgerversicherung heißt lediglich Gleichbehandlung für alle Versicherten - wie in der Schweiz.
Dann sollten Sie noch mal die Wahlprogramme von rot-rot-grün LESEN.

Selbstverständlich planen diese Parteien ein steuerfinanziertes System in dem entsprechend des Steueraufkommens ein Beitrag zum Gesundheitssystem zu zahlen ist.

Eigentlich nur eine Frage der Zeit bis diese Parteien fordern dass das Brot entsprechend des Einkommens "sozial gerecht" bepreist wird.

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