Forum: Wirtschaft
Entfristung bei der Deutschen Post: Wer zu oft krank ist, muss gehen
DPA

Die Deutsche Post macht die Entfristung von Arbeitsverträgen offenbar von der Krankheitsdauer ihrer Mitarbeiter abhängig. Laut einem Medienbericht hat der Konzern dafür eine klare Obergrenze für Fehltage definiert.

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Korken 06.05.2018, 12:28
10. Genau dafür sind befristete Verträge gedacht

Befristete Verträge werden so gut wie immer als Druckmittel eingesetzt, quasi eine verlängerte Probezeit, gerne auch wiederholt. Das Unternehmen sucht sich somit die besseren raus und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass jemand, der eine schwere OP hatte und somit länger fehlte, dies als Nachteil ausgelegt bekommt. Es sind eher die kurzen, undefinierten Krankheiten aka blaumachen, die in die Bewertung fallen. Unsere Abteilung litt auch einmal an solchen MitarbeiterInnen, einer alle 2-3 Wochen für 1-2 Tage gefehlt, ein anderer neuer (regelmäßiger Sportler) gleich mit hohen Ansprüchen und regelmäßigen, wochenlangen Rückenleiden krank schreiben lassen, also da denke ich tut die Post gut daran, sich die richtigen rauszusuchen, wie es andere Arbeitnehmer sicherlich auch machen.

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FalscheVereinsfarbe 06.05.2018, 12:29
11. Ich bewundere die Post für Ihren Langmut.....

... für Kleinbetriebe oder Handwerker wären solche Fehltage, Schadenssummen und Minderleistungen der sicher Tod! Erklärt wahrscheinlich auch die Preispolitik der Post?
Das sich manche jetzt wieder aufregen ist wohl der Tatsache geschuldet, dass diese Ihre Bezüge nicht selbst erwirtschaften müssen? Vom Geld der Anderen läßt es sich einfach einfacher leben .........!

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thomas_rt 06.05.2018, 12:31
12. Seit langem ganz normal

Warum regen sich die Politiker jetzt so auf? Schon vor 16 Jahren habe ich erlebt, dass die befristeten Verträge von Mitarbeiter mit vielen Krankheitstagen nicht verlängert wurden- und erst recht nicht übernommen wurden. Seit der Agenda 2010 hat sich dies noch extrem verschärft. ich habe auch in einer Firma gearbeitet, wo schon beim Vorstellungsgespräch gesagt wurde, dass der "gelbe Zettel" nicht anerkannt wird und man bei Verstoß sofort gekündigt wird. Selbst bei einem Beinbruch musste man Urlaub nehmen, wen man krank war. Wenn der Urlaub aufgebraucht war, musste man trotz Krankheit in die Arbeit gehen, wenn man den Arbeitsplatz nicht verlieren wollte. Und dies war übrigens eine große Zulieferfirma von einem bayrischen Autohersteller, mit Weltweit mehr als ein Dutzend Werken. Und diese Praxis war damals in vielen Firmen sehr weit verbreitet. Hartz4 als Druckmittel war die message!
Wo waren denn damals die Politiker, die dies kritisierten? Es gab keine....denn die haben ja mit ihrer Arbeitsmarktpolitik dies geschaffen und genauso gewollt!

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hansistyle2 06.05.2018, 12:32
13.

na dann darf sich die post mal auf klagen freuen, schnell die bescheuerte regelung zurückziehen, sowas ist nämlich rechtswidrig und kann sehe böse enden für die post- wenn ein gefuchster arbeitsrechtler, anwälte und betriebsräte sich die sache genauer anschauen.

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chris-ba 06.05.2018, 12:33
14. Das kommt eben raus, wenn nur noch die Betriebswirtschaft zählt

Das Mandat der Zahlen. Es wird alles in Kennziffern zerlegt. Die Entmenschlichung der Wirtschaft.
Es ist schon interessant, dass sich alle Unternehmen den Anstrich von Gemeinschaftlichkeit und sozialem Engagement geben, im Innern aber eigentlich nur noch nach Schablonen und Charts funktionieren. Augenscheinlich wäre das ein Ansatz, das komplette Management eines Unternehmens von einer KI übernehmen zu lassen. Nur noch die "ausführenden Organe" bleiben menschlich, bis ein Roboter die Tätigkeit übernimmt.
Gesellschaft und Wirtschaft (die ja eigentlich der Gesellschaft dienen soll) entwickeln sich in die falsche Richtung, gedeckt von Politikern, die das normale Leben nicht mehr kennen und von der Wirtschaft hofiert und gepampert werden.

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juharms 06.05.2018, 12:34
15. Kriterienkatalog

Wer die Leistung nicht bringt, wird doch nicht automatisch übernommen....SORRY....aber es geht um Parameter wie Krankheitstage. Wenn der Postbote auf der ungestreuten Straße ausrutscht und sich die Hüfte bricht, wird er nicht entfristet....also wird der langsam machen....hilft auch nichts, weil dann die Leistung zählt. Das ist daran das menschenverachtende.

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FrankenAkademiker 06.05.2018, 12:34
16. Zum Spaß krank...

... sind wohl die wenigsten. 20 Tage in 2 Jahren sind schnell erreicht: Unverschuldeter Unfall mit sehr langer Reha-Phase... Unverschuldete, chronische Krankheit... Kleinkinder, die aus dem Kindergarten ständig Krankheiten in die Familien tragen, wodurch die Eltern unverschuldet während dieser Phase überdurchschnittlich häufig fehlen. Bestraft werden, weil man Kinder groß zieht? Mit Fieber in die Arbeit, um schwerwiegende Komplikationen zu provozieren (z.B. Herzmuskelentzündung)? Der Mensch ist nun mal keine Maschine, Krankheiten und damit verbundene Ausfallzeiten gehören zum Mensch-sein. Auch Wirtschaftsunternehmen können sich davor nicht verschließen. Wer hier Menschen danach aussortiert, vergisst dass er jederzeit selbst der Nächste sein kann... und dann froh ist, nicht gleich alles zu verlieren. Solidargemeinschaft eben, das gilt auch für Wirtschaftsunternehmen, die nicht nur Maschinen beschäftigen.

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bengel771 06.05.2018, 12:35
17.

Es scheint eher so, die Post sucht händeringend Mitarbeiter, möchte diese aber lieber im befristeten Bereich halten und nicht unbefristet anstellen. Die These wird gestützt, da die Post keine Angaben über Anzahl der befristeten Verträge ausgibt, da wirkt die Zahl von 9000 Überführungen in unbefristete hohl und ohne aussagekräftigen Kontext. (ausscheiden aus Arbeit/Entlassungen/Neuverträge usw.)
Das mit den selbstverschuldeten Unfällen kann ich verstehen, das mit den Krankheitstagen nicht. 2016 gab es branchenübergreifend durchschnittlich 17 Fehltage pro Person, macht in 2 Jahren 34 Fehltage, die Statistik nach oben trieben körperlich anstrengende Tätigkeiten.
Das macht das ganze zum Paket eines BWLers. kommuniziert durch das Blumenbeet der PR.

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varlex 06.05.2018, 12:36
18.

20 Krankentage sind gerademal 4x eine Erkältung in 2 Jahren. (und ja, um eine Erkältung nachhaltig auszukurieren sollte man eine Woche Pause machen...sonst fehlt man danach 3 Wochen, mit einer ausgewachsenen Bronchitis).

Ich finde solche Maßnahmen unverantwortlich von der Unternehmensspitze. Das führt letztlich nur dazu, dass Krankheiten verschleppt werden und fördert letztlich am Ende nur mehr Krankenstand. Dazu werden dann noch schön andere Kollegen mit angesteckt...

Die anderen Maßnahmen sind hingegen verständlich.

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Metalhead 06.05.2018, 12:36
19. andersrum wird es noch schlimmer

wir haben in der Firma in der Vergangenheit nahezu null Entlassungen wegen Krankheit gehabt. Was hat uns das gebracht? Eine riesige Quote Montags/Freitags Kranker, Arbeitnehmer denen Ihr Nebenjob wichtiger ist als der Hauptarbeitgeber, Scheinkranke die es teilweise nur auf 60 Arbeitstage im Jahr gebracht haben. Wissen Sie wer die Leidtragenden an diesem Zustand waren? Die Arbeitnehmer denen Fleiß und Stolz auf ihre Arbeit etwas bedeutet haben und den Arbeitsausfall der Kranken kompensiert haben.

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