Forum: Wirtschaft
Entfristung bei der Deutschen Post: Wer zu oft krank ist, muss gehen
DPA

Die Deutsche Post macht die Entfristung von Arbeitsverträgen offenbar von der Krankheitsdauer ihrer Mitarbeiter abhängig. Laut einem Medienbericht hat der Konzern dafür eine klare Obergrenze für Fehltage definiert.

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tobyr 06.05.2018, 15:06
70. Könnten Sie das mal präzisieren?

Zitat von Metalhead
wir haben in der Firma in der Vergangenheit nahezu null Entlassungen wegen Krankheit gehabt. Was hat uns das gebracht? Eine riesige Quote Montags/Freitags Kranker,
Wie viele der Krankheitstage in Ihrer Firma fallen auf Montag oder Freitag? Eine etwaige Prozentzahl bitte.

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ich-geb-auf 06.05.2018, 15:07
71. 20 Fehltage!!!???

Das heisst, wenn jemand sagen wir 5-10 Jahre fast nie krank war, dann einen Bauchnabelbruch durch schweres Heben von Paketen bekommt, diesen operieren lässt und 5 Wochen krank geschrieben ist, muss er um seinen Job fürchten?

Das kann es wohl wirklich nicht sein!

Die Folge werden kranke Mitarbeiter sein, die dann Langzeitschäden bekommen, weil sie trotzdem zur Arbeit gehen aus Angst die Verletzung auszukurieren.
Folge wird auch sein, dass kranke Mitarbeiter die anderen anstecken, Arbeitsunfälle verursachen, weil sie nicht 100% fit sind usw...



Als Firma sind mir diejenigen, die nachweislich krank sind (z.b. nach einer OP) wertvoller als die, die immer Montags, Freitags, zwischen den Feiertagen oder an karneval fehlen. oder nach dem Urlaub nochmal 2 Wochen im Heimatland dranhängen oder krank sind, wenn Urlaub nicht genehmigt wurde.....
das sind die wahren Betrüger und asozialen Kollegen.

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le.toubib 06.05.2018, 15:08
72. Schlechtes Beispiel.

Zitat von juharms
[...] Wenn der Postbote auf der ungestreuten Straße ausrutscht und sich die Hüfte bricht, wird er nicht entfristet [...]
Bei medizinisch optimaler Behandlung sollte er nach 20 Tagen wieder fit sein. Wohlbemerkt, ich gehen von einer Frakturprothese aus. Bei einem Gamma-Nagel oder einer dynamischen Hüftschraube reichen 20 Tage natürlich bei weitem nicht aus!

Aber ich muss immer an eine ältere Dame denken, der ich eine Total-Hüft-TEP eingesetzt hatte und die, nachdem ich am 2, post-OP-Tag die Drainagen gezogen hatte, nach Hause ging. Entlassung gerade mal 2 Tage nach Hüft-TEP! Wird sicherlich nicht so häufig verkommen ...

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Alexander Del Large 06.05.2018, 15:10
73. Befristete Arbeitsverträge

Genauso bei der zb Postbank-befristeter Arbeitsvertrag 24 Monate, kurz vor möglicher Entfristung schauten die Personaler auf die Krankheitstage...ist doch logisch...es gab genug Mitarbeiter die nach der Entfristung kaum noch beim Dienst vorbeischauten und das wußte natürlich der Arbeitgeber...aber wenn die Aufregung so groß ist vielleicht n Tipp...Schaft doch die befristeten Arbeitsverträge einfach ab

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danido 06.05.2018, 15:11
74.

Zitat von Stäffelesrutscher
Sie haben einen befristeten Vertrag. Ein Hund beißt ihnen bei der Zustellung ins Bein. Ein Autofahrer nietet sie auf ihrem Postfahrrad um. Ihr Blinddarm muss raus. So kommen Sie auf 5 Wochen Krankschreibung. Das war's dann mit der Entfristung. Und das finden Sie gut?
Beisst der Hund das Bein ab oder beisst er nur rein? Bei Letzterem wird er wohl am nächsten Tag wieder arbeiten können.
Ihre Beispiele stehen ohnehin für einen besonderen Typus Mensch, den man wohl umgangssprachlich als "Pechvogel" bezeichnen kann.

Schon mal auf die Idee gekommen, dass ein Arbeitgeber unterscheiden kann was selbstverschuldet ist und was nicht? Oder gehören Sie zu denen für die der Arbeitgeber der natürliche Feind ist und dem man auf keinen Fall trauen kann?

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citizen01 06.05.2018, 15:12
75. Die Post sollte Aufgaben und Bezahlung in Einklang bringen.

Das ist der banale Grundsatz bei jedem Unternehmen. Ein hoher Krankenstand ist angesichts der körperlichen Belastungen (Lasten bergauf bei jedem Wetter) nicht verwunderlich. Und es ist menschenverachtend, Arbeitnehmer mit solchen Kriterien zur Ausbeutung ihrer Gesundheit zu verleiten.

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le.toubib 06.05.2018, 15:19
76. Gut.

Zitat von wire-less
da der Arbeitgeber nicht mal Nachfragen darf an was der Arbeitnehmer erkrankt ist, kann er einfach nur eine pauschale Zahl an Fehltagen festsetzen. Manche Arbeitnehmerschutzgesetze sind halt auch zweischneidig [...]
Falls mein Beitrag mit meinen 8 Monaten Beschäftigung und sogar Beförderung die Zensur überlebte, natürlich telephonierte ich regelmässig mit meinem Chefarzt und erlaubte dem leitenden Oberarzt der Nephrologie, die mich behandelte, Fragen meines Chefs bezüglich des Krankheitsverlaufes beantworten durfte - immerhin erhofften wir alle drei auf meine Gesundung.

Aber es gab natürlich auch Krankheiten, von denen ich partout nicht gewollt hätte, dass mein Chefarzt diese kennen würde ...

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Friise 06.05.2018, 15:23
77. Zu Ende gedacht

Was für die Post gilt, kann dann selbstverständlich für alle Arbeitsbereiche gelten. Das würde bedeuten, dass alle Arbeitnehmer, die mehr als 20 Tage in zwei Jahren krank sind, dann konsequent aus dem Arbeitsleben zu entfernen wären. Damit wäre für chronisch Kranke oder Behinderte und andere "Minderleister" kein Platz mehr in dieser Gesellschaft. Gerade gestern konnte man in den Nachrichten hören, dass zunehmend Menschen erkranken, weil ihre Arbeit sie krank macht. Es wäre daher auch zu fragen, was die Post denn zur Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter macht, außer sie mit drohender Kündigung zu "motivieren". Diejenigen, die in diesem Forum solche Arbeitsbedingungen völlig in Ordnung finden, sollten sich bewusst sein, dass sie jederzeit auch selbst unverschuldet durch Krankheit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sein können. Würden sie dann auch auf die Solidarität anderer dankend verzichten?

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pressionist reloaded 06.05.2018, 15:29
78. Der Kriterienkatalog ist ein guter Ansatz ...

... mehr als 10 Krankheitstage darf es nicht geben pro Jahr pro Mitarbeiter. Alles andere bringt sämtliche Jahresziele zum Einsturz. Speziell als Dienstleister. Die Unbefristung als Warnsignal ist sehr sozial. Ich kann das nur befürworten und hoffe, dass die Post nicht vor den Medien und irgendwelchen Politikern aus Wolkenkuckucksheim einknickt und dieses Systrm hoffähig werden lässt. Ausgenommen sind natürlich schwerwiegende Krankheitsbilder, die Zeit für die Genesung benötigen. Aber diese können über befristete Neueinstellungen kompensiert werden ... Also kein Planungsproblem.

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le.toubib 06.05.2018, 15:32
79. Gesundschreiben?

Zitat von LDaniel
Es wird viel zu viel krank gefeiert. Sollte generell etwas strenger gehandhabt werden. Funktioniert in Ländern wie der Schweiz auch. Da bleibt man nicht ne Woche wegen Schnupfen zu Hause und lässt sich auch gerne gesund schreiben, wenn man wieder fit ist. So sollte es auch sein
Als ich in der Schweiz arbeitete, musste ich ja nur sehr selten überhaupt Krankschreibungen ausstellen, meist reichte ein Anruf des Patienten bei seinem Arbeitgeber völlig aus! Arbeitgeber, die doch so etwas verlangten, galten in unserem Spital schon als asozial!

Und doch, in unserem Spital hatte man als Arzt selbst bei einem Schnupfen krank zu sein. Mein Chefarzt akzeptierte nur 100 % arbeitsfähige und nicht einmal 99 % arbeitsfähige, die auch noch ein Bakterienmutterschiff darstellen. Allerdings, wenn es nur irgendwie ging, sollte man das beim Morgenrapport kundtun, denn der Kollege, der die OPs übernehmen sollte, musste ja wissen, was der Erkrankte denn als OP-Methode vorgesehen und den Patienten daraufhin aufgeklärt hatte.

Blosses Anrufen war nur dann sozialadäquat, wenn man auch für den Rapport zu krank war ... ...

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