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Enthüllungsbuch über Gazprom: Ein Konzern wird zur Machtmaschine
dpa

Eine unheimliche Macht, mitten unter uns: Der russische Energieriese Gazprom versucht im deutschen Markt Fuß zu fassen. Ausgerechnet jetzt veröffentlicht der Journalist Jürgen Roth sein Buch über den Staatskonzern. Eine ziemlich haarsträubende Lektüre.

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linkslibero 20.05.2012, 10:24
1. für jeden

Zitat von sysop
Eine unheimliche Macht, mitten unter uns: Der russische Energieriese Gazprom versucht im deutschen Markt Fuß zu fassen. Ausgerechnet jetzt veröffentlicht der Journalist Jürgen Roth sein Buch über den Staatskonzern. Eine ziemlich haarsträubende Lektüre.
Leute wie Gerhard Schröder, Wolfgang Clement oder Henning Voscherau, andere ehemalige SPD-Spitzenpolitiker gefährden mit Ihrer Tätigkeit für russische Energiekonzerne die deutsche Demokratie. Sie führen Deutschland in die Energieabhängigkeit von einem mafiösen Staat, der in den letzten 20 Jahren Energie wiederholt als außenpolitisches Machtinstrument mißbraucht hat. Was für die Sowjets Panzer und Raketen waren, sind für die Putinisten Öl und Gas. Deshalb taugt der Hinweis nicht, die Sowjets hätten trotz Kalten Kriegs immer zuverlässig geliefert. Für die Sowjets war Energie keine außenpolitische Waffe, für die Putinisten sind Öl und Gas genau das. Die strukturelle Energieabhängigkeit von Russland gefährdet deshalb die deutsche Demokratie, weil wir erpressbar werden. Putin hat andere Staaten erpresst und bedroht mit Lieferstopps, er wird es auch gegen Deutschland tun, wenn er dazu in der Position sein wird. Leute wie Voscherau und Schröder tun alles, damit die russische Mafia-Regierung dorthin gelangt. Und Jürgen Roth hat ein wichtiges Buch geschrieben, das jeder lesen sollte, dem an der Demokratie in Deutschland gelegen ist.

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marcuspüschel 20.05.2012, 10:52
2. Linkslibero im Abseits

Zitat von linkslibero
(...) ehemalige SPD-Spitzenpolitiker gefährden mit Ihrer Tätigkeit für russische Energiekonzerne die deutsche Demokratie. Sie führen Deutschland in die Energieabhängigkeit von einem mafiösen Staat (...) Die strukturelle Energieabhängigkeit von Russland gefährdet deshalb die deutsche Demokratie, weil wir erpressbar werden.
Niemand führt Deutschland in die Energieabhängigkeit, sondern Deutschland IST abhängig. Von jedem der uns Energie verkauft. Ob das die ach so bösen Russen sind, oder arabische Monarchen, oder die netten Norweger. "Erpressen" könnten die uns alle, wobei "Erpressen" nur eine hysterische Umschreibung für eine Preispolitik ist, die jeder Verkäufer handhaben kann wie er lustig ist. Ganz sicher werden die Preise steigen, wenn der Kampf um immer weniger Reserven immer härter wird. Nur haben ehemalige Spitzenpolitiker oder die deutsche Demokratie damit mal gar nix zu tun.

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mahnendeworte 20.05.2012, 11:01
3. Als würde Macht jemals anders funktionieren ...

Das sind ja wahnsinnige Neuigkeiten, die der Herr Jürgen Roth da unter uns verbreiten möchte. Macht funktioniert nur mit Druck - derjenige lebt unter den Machtverhältnissen gut, der wenig kritik übt - derjenige lebt schlecht oder bald gar nicht mehr der an den Mächtigen Kritik übt! Ob in der Diktatur oder einer scheinbaren Demokratie hat Macht hemals anders funktioniert, frage ich? Was linkslibero über unsere Abhängigkeit von Rohstoffen sagt ist interessant, doch nicht was das was er anscheinend politisch motiviert über die Tätigkeit von ehemaligen Politikern in der Machtzentrale von Gazprom schreibt. Einen Mächtigen kann man nur beeinflussen, wenn man in seiner Nähe ist und auch an sein Ohr kommt. Ohne Kontakte zum Machtapparat Gazprom wäre die deutsche Position hinsichtlich Rohstofflieferungen noch schlechter. Also Deutschland ist abhängig vom Treibstoff Gas, Russland (Gazprom) liefert Gas und durch Leute wie Schröder kann man auch noch einen geringen Einfluss auf die Lieferungen nehmen - ohne diesen und andere gar keinen Einfluss. Weshalb man versucht das politisch auszuschlachten war mir von Anbeginn ein abgekartetes von Neid über die gute Bezahlung geprägtes Spiel. Hat sich mal ein Besser-Sozi einen Job krallen können den gerne ein Überheblich-Kobnservativer gehabt haben wollte. Mehr ist dahinter nicht zu sehen. Wenn Deutschland unendliche Rohstoff unter seinem Staatsgebiet entdeckt und das restliche Europa beliefern kann, würde das Spiel genauso laufen wie es jetzt zwischen Russland und dem westlicher gelegenen Europa läuft.

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perkmann 20.05.2012, 11:16
4. Gazproms Einfluss bei Olympia 2014

Neben einigen anderen Oligarchen, die von Putin an der Leine gehalten werden, "darf" auch Gazprom Miliarden in die Olympischen Spiele in Sochi 2014 "Investieren". Was die für eine Macht bereits in Sochi besitzen, ist an jeder Ecke sichtbar: Mit Mafi-Methoden werden Einwohner, Besitzer und Besucher eingeschüchtert oder "geformt", den Ausbauplänen für Sochi 2014 nicht im Weg zu stehen; selbst so mehrfach schon erlebt.

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Niamey 20.05.2012, 11:17
5. Wer hätte das gedacht?

Zitat von sysop
Eine unheimliche Macht, mitten unter uns: Der russische Energieriese Gazprom versucht im deutschen Markt Fuß zu fassen. Ausgerechnet jetzt veröffentlicht der Journalist Jürgen Roth sein Buch über den Staatskonzern. Eine ziemlich haarsträubende Lektüre.
Der Author spricht das offen aus, was alle schon wussten. Das aber ein SPD Bundeskanzler, der vor dem Deutschen Bundestag auf die Deutsche Verfassung geschworen hat, sich dort engagiert, ergibt ein sehr zweifelhaftes Bild dieser Partei. Auch ein Teil der Eurokrise ist ihm, durch die Liberalisierung des Bankensektors, durchaus zuzuschreiben. Vor sowas habe ich keinen Respekt und sehe auch keine Vorbildfunktion. Nut gut, dass er nicht mehr auf der politischen Bühne auftaucht. Er weis schon warum!

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linkslibero 20.05.2012, 11:24
6. nur die

Zitat von marcuspüschel
Ob das die ach so bösen Russen sind, oder arabische Monarchen, oder die netten Norweger.
Araber und Norweger haben in den letzten 20 Jahren niemandem den Öl- oder Gashahn zugedreht, schon gar nicht, weil ihnen die außenpolitische Orientierung ihrer Kunden nicht gepaßt hätte. Die Russen haben seit dem Ende der Sowjetunion genau das in mehr als einem Dutzend von Fällen getan. Putin fährt nach Bulgarien und erklärt der dortigen Regierung, daß wenn Gasprom nicht investieren dürfe in Bulgarien, dann werde im Winter das Gas abgestellt. Nicht auch nur annähernd Ähnliches haben sich Norweger oder Araber jemals erlaubt. Das ist das Alleinstellungsmerkmal des Putinismus.

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ir² 20.05.2012, 11:25
7.

Zitat von sysop
Eine unheimliche Macht, mitten unter uns: Der russische Energieriese Gazprom versucht im deutschen Markt Fuß zu fassen. Ausgerechnet jetzt veröffentlicht der Journalist Jürgen Roth sein Buch über den Staatskonzern. Eine ziemlich haarsträubende Lektüre.
Die "Energiewende" ist nun mal zwingend auf Gaskraftwerke als schnell regelbare back-up Leistung für die stochastischen WKA und PV-Anlagen angewiesen. Je schneller wir die AKW abschalten und je entschiedener der Neubau von WKA voran getrieben wird, um so mehr geraten wir in die Abhängigkeit der Russen. Bei Gazprom knallten die Sektkorken als die Deutschen in einem Anfall kollektiver Panik nach Fukushima die AKW abschalteten, denn Gazpromm weiß, im Gegensatz zu den Ökos, welche Folgen solche Schnellschüsse haben. Aber bei der "Energiewende" hat man in D schon lange das Denken eingestellt.

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cobaea 20.05.2012, 11:48
8. so ein buch gibt es seit vier jahren

Zitat von sysop
Eine unheimliche Macht, mitten unter uns: Der russische Energieriese Gazprom versucht im deutschen Markt Fuß zu fassen. Ausgerechnet jetzt veröffentlicht der Journalist Jürgen Roth sein Buch über den Staatskonzern. Eine ziemlich haarsträubende Lektüre.
Ohne das Roths Buch gelesen zu haben: Bereits 2008 wurde das Buch "Gazprom - Das Geschäft mit der Macht" der beiden russischen Journalisten Waleri Panjuschkin und Michail Sygar veröffentlicht. Die beiden zeigten darin die personellen und geschäftlichen Verflechtungen der russischen Politik mit dem Gaskonzern auf - und die Rolle, die Putin und Medwedew dabei spielten/spielen. Gut, das Buch liest sich nicht besonders unterhaltsam. Aber ich kann mir schlecht vorstellen, dass Roth mehr Fakten liefert als das vier Jahre alte russische Buch....

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eugen_onegin 20.05.2012, 11:55
9. Zu Polemisch

Ich würde es nicht so polemisch sehen, dass in diversen Büchern alles etwas überspitzt und überzogen dargestellt wird ist ja bekannt. Sonst liest diese Bücher ja keiner. Lies mal „Weltmacht ohne Skrupel“ von John Perkins wie USA die ganze Welt und vor allem die Entwicklungsländer ausbeuten. Mit Sicherheit ist da was wahres dran, aber zum größten Teil schwarz-weiß Malerei. Dass jeder eigene Vorteile ausnutzt ist nichts neues, das wird immer so bleiben. Dass tun wir (EU, NATO, u.s.w.) auch, und sehr oft mit moralisch sehr bedenklichen Mitteln. Auch die Panzer und Raketen der Sowjets haben bei weitem nicht so viel Schaden eingerichtet wie die der USA bzw. NATO (Japan, Vietnam, Kambodscha, Irak, Libyen und das ist nur eine kleine Auswahl). Man sollte die Welt nicht immer in Böse und Gut aufteilen. Auch unter „Guten“ gibt es viele Bösen und umgekehrt.

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