Forum: Wirtschaft
Entlassungen bei der Deutschen Bank: "Szenen wie bei Lehman Brothers"
AFP

Die radikale Schrumpfkur der Deutschen Bank trifft vor allem New York und das US-Geschäft, das so viele Skandale produziert hat. Der Traum, sich mit den Größten an der Wall Street zu messen, ist geplatzt.

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alexreil 08.07.2019, 13:41
20. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall!

Die Führung der Deutschen Bank hat seit mehr als zwei Jahrzehnten ein Bankhaus betrieben, das sich nicht scheute jedes noch so dreckige Geschäft zu machen und zu schmieren, wo es nur ging. Man wollte sogar das Privatkundengeschäft komplett loswerden, um sich ganz der Zockerei in grossem Stil widmen zu können. Genau das rächt sich nun alles und die Deutsche Bank wird endlich wieder auf Normalmaß zurechtgestutzt - eben dahin, wo sie hingehört. Die niederen Chargen der Belegschaft können einem dabei leid tun, die Führungsebenen aber ganz sicher nicht - denn von denen ging diese skrupellose Zockerei aus, bei der man sich auch nicht zu Schade war auf Nahrungsmittel und Waffen zu wetten. Man ging immer nach dem Motto "Geld stinkt nicht" vor, tat das ohne Rücksicht auf (menschliche) Verluste und ohne jede moralische Verantwortung. Hauptsache der Gewinn stimmte - das rächt sich jetzt.

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localpatriot 08.07.2019, 13:44
21. Deutsche Bank heißt nur so

Laut der Webseite der Bank stehen folgende Großaktionäre auf der List vom 28. Juni:

4,97%hält BlackRock, Inc., Wilmington, DE28. Juni 2019
3,14%hält Douglas L. Braunstein, Geburtsdatum: 15. Januar 1961, (Hudson Executive Capital LP)31. Oktober 2018
3,05%hält Paramount Services Holdings Ltd., British Virgin Islands20. August 2015
3,05%hält Supreme Universal Holdings Ltd., Cayman Islands20. August 2015
3,001%hält Stephen A. Feinberg, Geburtsdatum: 29. März 1960, (Cerberus)14. November 2017
0,19%1hält C-QUADRAT Special Situations Dedicated Fund, Cayman Islands26. März 2019

Da gibt es niemand mit einer deutschen Adresse. Und wer steht an oberster Stelle?

Quelle: https://www.db.com/ir/de/aktionaersstruktur.htm
Großaktionäre gemäß § 33, Abs. 1 WpHG - Stand zum 28. Juni 2019

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matimax 08.07.2019, 13:47
22. Kommt drauf an

Zitat von Tiberiumdue
Personalabbau ist immer hart, aber ich bezweifle, dass es da Leute trifft, die auf das monatliche Gehalt absolut dringend angewiesen sind. Es hat viel zu lange gedauert, bis die Deutsche Bank gemerkt hat, dass man eben die "Deutsche Bank" ist, und kein Global Player. Irgendwie hat das das Kürzel "DB" so an sich - nicht wahr Deutsche Bahn?!
Die meisten abhängig beschäftigten Banker sitzen, wie in jedem großen Laden, im undankbaren Mittelbau, die "auf das monatliche Gehalt absolut dringend angewiesen sind".
Vielen bleibt wegen der disruptiven Veränderungen im Bankensektor nur ein Branchenwechsel - die 50plus haben hoffentlich genügend auf die hohe Kante gelegt.

Wenige andere haben allerdings die Wahl zwischen der Existenz als Privatier mit angeschlossener Vermögensbildung oder einem lukrativen Job-Hopping zu den ehemaligen Mitbewerbern - die Konkurrenzklausel ist ja nun obsolet.

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pnegi 08.07.2019, 13:48
23. 18'000 ???

Ich frage mich, ob die verkündeten 18'000 Entlassungen real sind. Wenn man das ganze Investmentbanking aufgeben will, wenn man komplett aus dem Global Equity Segment raus muss, alle Equities (8,4 Mrd $) verkaufen muss, um sich die Entlassung von 18'000 Leuten überhaupt leisten zu können, dann stimmt etwas nicht. Die Zahl! Sie müsste weit höher liegen. Evtl bei mehr als 50% der Belegschaft. Für diesen Betrag an Abfindungen reichen jedoch offenbar alle gehaltenen Equities nicht aus...

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iasi 08.07.2019, 14:03
24. Die Deutsche Bank hat noch andere Standbeine als den Zockerspielplatz

Natürlich wird an der Wall Street viel virtuelles Geld bewegt und dadurch eben auch viel Gewinn und Verlust erzielt - aber eben alles in der abgeschotteten Blase von Börsenwerten. Da wird mit Derivaten gewettet und jede Firma mit einer App in absurde Börsenwerte hochgepuscht. Nun entdecken "institutionelle Anleger" sogar Bitcoins & Co. - der Inbegriff der reinen Spekulation - die heutigen Tulpen. Die Deutsche Bank tut gut daran, sich von diesem Spielplatz zu verabschieden und wieder erwachsen zu werden.

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erespondek 08.07.2019, 14:04
25. Die Deutsche Bank

kündigt Entlassungen an: Börsenkurs steigt, Es wird publik und analysiert warum entlassen werden soll: Kurs fällt. Mit niedrigem Aktienkurs wird es schwierig auf dem Kapitalmarkt Geld für Umstrukturierungenzu bekommen.... Wird da wer Opfer seines eigenen Rendite Versprechens? An der eigenen Überheblichkeit verschluckt?

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ulmer_optimist 08.07.2019, 14:10
26. Schock?

Wir haben jetzt jahrelang gelesen, dass die Banken exorbitante Gehälter im Bereich Investmentbanking bezahlen, damit die ganzen hochqualifizierten Spezialisten nicht abwandern. Da kann der Schock kaum so groß sein, denn es warten doch nur die anderen Banken, um mit einem neuen Gehaltsscheck zu wedeln. Oder nicht? Dann könnte da höchstens eine Blase platzen, die alle verursacht haben, die jetzt rausfliegen...

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motoko_kusanagi 08.07.2019, 14:10
27. Spät, aber noch nicht zu spät

jetzt die Reißleine zu ziehn ist wirklich sehr vernünftig.
das verbrannte Geld (der Steuerzahler) ist verloren, aber angesichts der aktuellen Entwicklung, die Lehren von 2009 - sofern sie denn im Ansatz überhaupt umgesetzt wurden - nun wieder abzubauen und wieder Risiko-Monopoly zu spielen, ist der jetzige Umbau jener Moment, der die Deutsche Bank und Deutschland in den kommenden Strudel nicht mit in den Abgrund reisst.

Was indes nioch mit höchster Prio notwndig ist, wenn die deutschen Banken, versicherungen und der Staat sich radikal schleunigst aus Italien rauszieht und das kommende italienische Abenteuer der dortigen Hassadeure nicht mitspielt bzw. soweit es irgendwie möglich ist auf das unvermeitliche begrenzt!

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wolfgangselig 08.07.2019, 14:17
28. Eine harte, aber gute Entscheidung

Eine harte, aber gute Entscheidung. Problematisch war immer schon das Investmentbanking, nicht das brave Privat- und Firmenkundengeschäft in Deutschland. Außerdem machen hier auch Betriebsrat und Gewerkschaft mit, denn es handelt sich um hochbezahlte Jobhopper im Ausland, die mit Mitbestimmung und Solidarität eh nichts am Hut hatten. Eine sinnvolle Reduzierung von Kosten und Risiken zur Gesundschrumpfung, übrigens auch der Bilanzsumme und des Derivatepakets. Höchste Zeit, bevor die Cost-income-ratio in die Katastrophe für die ganze Bank führt. Bitter für den einzelnen Mitarbeiter, aber sinnvoll für die Bank und für Deutschland als Ganzes.

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mantrid 08.07.2019, 14:21
29. Logische Konsequenz

Gerade in den USA und Großbrittanien hat es milliardenschwere Strafen gehagelt. Da ist es doch nur konsequent, sich von den dortigen Betrugs- und Zockerbuden zu trennen. Das hat nichts mit Scheitern, sondern mit kaufmännischer Vernunft zu tun. Aus deutscher Sicht, kann man dem "Blutbad" gelassen zusehen. Von Risiken, der sich nicht beherrschen lassen, lässt ein seriöser Kaufmann die Finger. Lieber weniger Rendite, dafür viel sicherer. Für die nächsten Schritte kann man der Deutschen Bank und ihren europäischen Angestellten nur Gutes wünschen.

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