Forum: Wirtschaft
Erdogan und die Rating-Agenturen: Wer ist hier der Boss?
AFP

Schlagabtausch zwischen Erdogan und Standard & Poor's: Der Rating-Riese warnt vor Türkei-Investitionen, der Präsident wütet gegen angeblich "türkeifeindliche" Kräfte. Wer überzeugt?

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brucewillisdoesit 04.08.2016, 07:10
130. Phantasialand

Zitat von jack_gaguno
Erdogan beschuldigt S&P, sie gibt ohne Vertragsverhältnis, Wirtschaftsdaten Bewertungen über ein nicht Mitglied herausgibt kann nur Politische Gründe haben um dem türkischen Staat zu schädigen, deshalb wird es mit einer Schadenersatz Klage in höhe 10 Milliarden USD rechnen müssen.
Man nennt das "freie Meinungsäußerung" ist in den meisten entwickelten Staaten sogar durch die Verfassung geschützt. Viel Spaß beim Klagen.
BTW, was meinen Sie, was die Türkei an Zinsen für ihre Staatsanleihen zahlen müsste, wenn keine der 3 Großen Ratingagenturen ein Rating der Türkei vornehmen würde ? Die Türkei ist übrigens bei keinem dieser 3 Wirtschaftsunternehmen "Mitglied".

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GSYBE 04.08.2016, 07:22
131. weder noch

Zitat von mirkoklemm
...werden Erdogans Tiraden, immer lauter sein Gepolter. Aber all das vermag einen Großteil der Türken, und auch eine große Zahl türkischstämmiger Deutscher, nicht abzuschrecken. Furchtbar, dass die Selbstdarstellung als "starker Mann" immer noch (oder schon wieder) Erfolg zu haben scheint. Setzt sich das fort, gehen wir global finsteren Zeiten entgegen. Nicht wegen Erdogan selbst (oder Putin, oder Trump, oder Johnson, oder wie sie alle heißen), sondern wegen all der Menschen, die diese Leute wählen und die sich solche Polterer und Demagogen als Anführer wünschen.
Ihre Schlussfolgerung ist richtig; es geht um die Menschen, die Schreihälsen - aber auch den Flüsterern - folgen und diese wählen.

Die Aufzählung am Anfang ist nicht vollständig bzw einseitig, denn es fehlt das andere Geschlecht sowie die Selbstdarsteller, die überhaupt nichts sagen....weder schreiend noch leise.

Aktuellstes Beispiel: Deutschland.

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ichbinsjetzt 04.08.2016, 07:24
132. Das Land lebt auf Pump

Nicht berücksichtigt ist, dass nun viele Menschen türkische Produkte meiden. Sowie die kommende Konfrontation mit der EU. Diese wird Erdogan nicht überleben, höchstens er wird noch mehr die Menschen einsperren, im Land oder den Gefängnissen.

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GSYBE 04.08.2016, 07:26
133. Ich auch nicht

Zitat von petra.stein
Man weis nicht, was Merkel schon vom dem Irren da sich hat schon anhören müssen, und einige Punkte schon kategorisch abgelehnt hat. Sie waren nicht dabei, ich auch nicht.
Ich war auch nicht dabei.

Jedoch habe ich das Gefühl, dass die beiden irgendwie gut zusammenpassen; es scheint da Schnittstellen zu geben....und das ist nicht positiv gemeint.

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dererzer 04.08.2016, 07:30
134. durchaus nachvollziehbar...

Zwar sehe ich ein, dass die Wirtschaft in der Türkei (noch) zu funktionieren scheint, jedoch ist es bei der aktuellen Entwicklung fraglich ob das so bleibt und wann Enteignungen mit der Begründung angeblich regierungsfeindlich zu sein anfangen. Genauso kann man sich als Unternehmer nicht sicher sein ob die eigenen Mitarbeiter dort nicht am nächsten Tag verhaftet sind weil sie (was ihr gutes Recht ist!) etwas gegen die Pläne der Regierung gesagt haben. Außerdem nimmer Herr E. genau den selben Weg wie ein kleiner Österreicher im letzten Jahrhundert (Gleichschaltung der Medien, Machtkonzentration in einer Person, direkte Kontrolle der Armee und Verfolgung sämtlicher Kritiker, Sündenbock-Suche...) Wo dieser Weg hingeführt hat wissen wir alle. Vor dem Hintergrund dieser enormen Risiken ist die Bewertung mehr als verständlich.

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opinio... 04.08.2016, 07:33
135. Die Überheblichkeit

Gegenüber den Reaktionen der Erdoganregierung auf den Putschversuch schadet uns und hilft keinem unschuldig arrestiertem!
Es war ein blutiger Putschversuch des Militärs und kein Aufstand für Freiheit und Demokratie. Wenn wie behauptet Gülem Denke dahinter steckt, ist mehr betroffen als Militär und der unschöne Begriff der Säuberung leider zutreffend.

Kritisch beobachten, aber nicht vorschnell kritisieren. Ein Putsch ist keine Demo!

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igelei 04.08.2016, 07:40
136. Mag sein, dass das logisch wäre aber...

Zitat von fred_m
Kein vernünftiger mensch investiert in ein Land, das von einem psychopatischem Diktator regiert wird. Gute Zahlen nützen nichts, wenn man keine festen Boden unter den Füßen hat. Erdogan reagiert allergisch auf jede Kritik, kritisiert aber selbst die ganze Welt. Er ist halt ein klassisches Beispiel von Cäsarenwahn. Das kann nicht gut gehen.
es hat die großen Wirtschaftskonzerne nie gestört, im Gegenteil, ob ein Diktator an der macht war. Tatsächlich lieben die Konzerne wie Exxon, Cola, GE, Daimler etc. ihre Diktatoren. Dort können Löhne gedrückt werden, Gewerkschafter werden beseitigt, Umweltschutz oder Arbeitsschutz ist unwichtig und damit wird dass Land meist als billiger Produktionsstandort genutzt.

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anyone 04.08.2016, 07:48
137. Wunschdenken?

Zwar dürfte, dass die Mehrheit der Foristen schon den wirtschaftlichen Untergang der Türkei voraussieht, auf Wunschdenken beruhen. Dem schließe ich mich sogar an, weil ich nur darin einen Hoffnungsschimmer sehe, dass der Unsägliche an Zustimmung im eigenen Land (und selbst bei denen in Deutschland, die nicht einmal unter ihm zu leiden haben) verliert.

Zum wirtschaftlichen Kollaps wird es jedoch vermutlich nicht kommen. Dennoch dürften die meisten Investoren derzeitig zumindest auf Vorsicht, d. h. Abwarten, schalten, und daraus kann leicht eine Negativ-Spirale werden. Insofern liegt das S&P-Rating sicherlich nicht völlig daneben.

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Nasenrübe 04.08.2016, 07:48
138.

Zitat von eunegin
"Nie werden wir etwas tun, was internationalen Investoren schadet", versicherte der Präsident. Das werde er "persönlich verhindern". Für Investoren ist genau dieses politische (diktatorische) Umfeld das Problem. Politische Unsicherheiten, Willkür, Rechtsunsicherheit, Gefahr für Leib und Leben - das sind Minuspunkte. Da kann Erdogan noch so sehr in seinem Palast zetern.
Erschwerend kommt noch hinzu, daß man an Erdogans "Umgang" mit der EU recht gut erkennen kann, wie er sich verhält, sobald er sich am längeren Hebel wähnt. Genauso wird es auch den internationalen Investoren ergehen: solange er sie braucht, hofiert Erdogan sie, aber sobald sie ihre Schuldigkeit getan haben, tritt er ihnen genauso entgegen wie aktuell der EU.

Insofern wäre ich als Investor sehr, sehr vorsichtig, und zwar ganz ungeachtet der aktuellen Wirtschaftsdaten. Erdogans Persönlichkeit wird sich, im Gegensatz zu den Wirtschaftsdaten, nämlich kaum ändern. Wer will schon "Partner", die nur dann freundlich zu einem sind, wenn es ihnen gerade nützlich ist?

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christa.hans 04.08.2016, 07:51
139. Die Auswirkungen..........

Die Auswirkungen des "Putsches" werden sich auf die Türkei insgesamt negativ auswirken. Vor allem aber das "DANACH". Schon vor dem Putsch galt Meinungsfreiheit nichts. Bürgerkrieg gegen die Kurden und Geschäfte mit dem IS, sind kein sicheres Zeichen für die Wirtschaft. Nach dem Putsch Massenverhaftungen und Entlassungen, Einbruch des Tourismus um über 40% und vor allem Erdogans Auftreten gegenüber jeder Kritik aus dem Ausland. Hält dieser Zustand weiter an geht es mit der Türkei weiter bergab.

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