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Ergo-Lebensversicherungen: Sechs Millionen Policen droht Besitzerwechsel
DPA

Millionen Besitzer von Lebensversicherungen müssen sich auf einen neuen Vertragspartner einstellen: Der Ergo-Konzern prüft den Verkauf der Töchter Leben und Victoria. Chinesen und Briten sind interessiert.

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bierzelt 27.09.2017, 10:25
1. Geht das überhaupt?

Ich habe live miterlebt wie das bloße Outsourcing des Rechenzentrumbetriebs nach Bangalore an deutschen Gesetzen gescheitert ist. Wie kann es sein, dass meine Lebensversicherung demnächst einem chinesischen Konzern verkauft werden darf? Hat die Ergo wieder zu viel Rendite im Puff verpulvert?

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decathlone 27.09.2017, 10:27
2. Und wenn die Police dann fällig ist ...

... darf der Kunde seinen Anspruch bei einem Gericht in Peking oder so einklagen??? Das hat mit einem Vertrauensverhältnis nichts mehr zu tun und stellt die ganze halbseidene Versicherungsbranche in Frage. Ich habe auch noch so eine Police (aus einer betrieblichen Altersvorsorge) und überlege jetzt, ob ich das Geld nicht sofort raushole - notfalls mit Verlust. Wer weiss, was in 20 Jahren davon noch übrig ist...

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St.Baphomet 27.09.2017, 10:42
3. In einem

Zitat von bierzelt
Ich habe live miterlebt wie das bloße Outsourcing des Rechenzentrumbetriebs nach Bangalore an deutschen Gesetzen gescheitert ist. Wie kann es sein, dass meine Lebensversicherung demnächst einem chinesischen Konzern verkauft werden darf? Hat die Ergo wieder zu viel Rendite im Puff verpulvert?
chinesischen oder britischen Puff sogar?
Und dann mit Versprechen bezahlt?
Auch ne Folge der Globalisierung ;-)

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mingolan 27.09.2017, 10:46
4. @ 1. und 2.

Alle kolportierten Übernehmer sind deutsche Gesellschaften, auch wenn da teilweise chinesische Investoren hinterstecken. Die Bestände sind weiter unter deutscher Aufsicht und ohne Genehmigung der BaFin können sie auch nicht weiterübertragen werden. Wenn es also was einzuklagen gibt, sind deutsche Gerichte zuständig.

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Onzlow 27.09.2017, 10:53
5. Kapitalbildende Lebensversicherung

Ich habe nie verstanden warum man eine kapitalbildende Lebensversicherung abschließen soll. Für Risikolebensversicherung kann es schon Gründe geben. Der einzige Grund ist die Provision für den Vertreter, der einen zugelabert hat. Für den Versicherungsnehmer hat es immer bessere Alternativen gegeben.

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Wulff Isebrand 27.09.2017, 10:53
6. Mal wieder so ein Fall

Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren. Wenn jemand darauf gesetzt hat ,damit sein Alter oder Haus oder sogar Leben abzusichern und das nichts wird, dann steht dieser Kunde eben beizeiten beim Staat auf der Matte,aber nicht als Forderungs-sondern als Bittsteller bei der Grundsicherungsstelle. Dieser Staat weiß schon wie er sich und seine Unternehmen auf Kosten der Bürger in Sicherheit bringt

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gammoncrack 27.09.2017, 10:54
7. Das ist ja nicht das erste Paket, dass

von einem Versicherer verkauft wird. Das hat die Basler Versicherung schon hinter sich - und zwar an die Frankfurter Leben. Dahinter steht auch ein chinesischer Investor "Fosun". Das ganze läuft offensichtlich ohne Probleme für die Kunden.

Des weiteren bedarf ein solcher Verkauf auch der Zustimmung der BaFin. Und die wird natürlich nur dann zustimmen, wenn die Sicherheit der Policen gewährleistet ist. Also sind Befürchtungen, dass man zukünftig in China klagen muss, absolut unbegründet. Der Rechtssitz ist immer hier in Deutschland.

Die Versicherer wollen eben kein Neugeschäft mehr zeichnen und konzentrieren die Verträge in Verwaltungsgesellschaften. Aber natürlich macht eine solche Ankündigung die Kunden nervös. Aber dazu ist eigentlich kein Grund vorhanden. Es ist ja auch an keiner einzigen Stelle, außer bei einigen Kommentaren, zu erkennen, warum das für Kunden ein Problem werden könnte.

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#mhb# 27.09.2017, 10:59
8. Jedes Vertrauen verspielt

Ein neues eklatantes Beispiel dafür, dass von Finanzprodukten wie Lebens- und Rentenversicherungen immer genau nur zwei profitieren: der Vermittler und der Anbieter. Durch den avisierten Verkauf an einen Dritten profitieren nun noch weitere Anbieter (sonst würden sie ja nicht bieten) - auf Kosten der Rendite der Kunden.

Der Kunde ist an das Produkt gebunden und kann nur unter hohen Verlusten aussteigen. Da die Gebühren am Anfang abgezogen werden, erreichen viele Produkte erst am Ende der Laufzeit die Gewinnzone. Gegen negative Konditionsanpassungen, z.B. willkürliche Absenkung des Rentenfaktors hat er kein Abwehrmöglichkeiten.

Aus eigener leidvoller Erfahrung kann die Schlussfolgerung kann (leider) nur sein: Hände weg von diesem Produkten.

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gammoncrack 27.09.2017, 11:10
9. Glauben Sie allen Ernstes, dass

Zitat von #mhb#
Ein neues eklatantes Beispiel dafür, dass von Finanzprodukten wie Lebens- und Rentenversicherungen immer genau nur zwei profitieren: der Vermittler und der Anbieter. Durch den avisierten Verkauf an einen Dritten profitieren nun noch weitere Anbieter (sonst würden sie ja nicht bieten) - auf Kosten der Rendite der Kunden. Der Kunde ist an das Produkt gebunden und kann nur unter hohen Verlusten aussteigen. Da die Gebühren am Anfang abgezogen werden, erreichen viele Produkte erst am Ende der Laufzeit die Gewinnzone. Gegen negative Konditionsanpassungen, z.B. willkürliche Absenkung des Rentenfaktors hat er kein Abwehrmöglichkeiten. Aus eigener leidvoller Erfahrung kann die Schlussfolgerung kann (leider) nur sein: Hände weg von diesem Produkten.
die BaFin einem Verkauf zustimmen würde, wenn das mit Verschlechterungen für die Kunden verbunden wäre? Natürlich gelten die den Verträgen zugrunde liegenden Versicherungsbedingungen weiter. Käme es zu Bedingungenänderungen, hätte der Kunde doch ein Widerspruchsrecht, was zwangsläufig bedeuten würden, dass der Vertrag unverändert weiterläuft.

Hier geht es doch nicht um Sinn oder Unsinn von Lebensversicherungen (darüber kann man sich trefflich streiten), sondern ausschließlich um die Übertragung auf ein anderes Unternehmen. Also haben Sie mit Ihrem Kommentar leider das Thema verfehlt.

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