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Ergo-Lebensversicherungen: Sechs Millionen Policen droht Besitzerwechsel
DPA

Millionen Besitzer von Lebensversicherungen müssen sich auf einen neuen Vertragspartner einstellen: Der Ergo-Konzern prüft den Verkauf der Töchter Leben und Victoria. Chinesen und Briten sind interessiert.

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jan.22301 27.09.2017, 11:15
10. Ja, ja . . .

Zitat von mingolan
Alle kolportierten Übernehmer sind deutsche Gesellschaften, auch wenn da teilweise chinesische Investoren hinterstecken. Die Bestände sind weiter unter deutscher Aufsicht und ohne Genehmigung der BaFin können sie auch nicht weiterübertragen werden. Wenn es also was einzuklagen gibt, sind deutsche Gerichte zuständig.
Ein Wort zu Deutscher Aufsicht und Kontrolle: Wir erinnern uns an den Verkauf des Flughafen Hahn. Da sollte eine WP-Gesellschaft geprüft, dann die Landesregierung. Und erst ganz zum Schluß - war es nicht sogar im Nachhinein? - stellte sich heraus, das der Käufer ne Briefkastenfirma am Sitz eines Reifenhändlers auf der Ecke im Gewerbegebiet irgendwo im Reich der Mitte war.

Ein weiteres Wort zu deutschen Gerichten: Selbst wenn sich Zahlungsansprüche gegen eine ins Ausland verkaufte Lebensversicherung vor einem deutschen Gericht tituliert würden; was nutzt es, wenn das Vermögen der Lebensversicherung in der Zwischenzeit ins Ausland verschoben worden ist? Dem nackten Mann kann man bekanntlich nicht in die Tasche fassen. Sowas hatten wir ja auch schon mal bei einem Handy-/ Computerhersteller, der nach Übernahme durch einen ausländischen Investor pleite ging.

Wollen wir solche Folgen riskieren? Bei Lebensversicherungen, die wesentlicher Bestandteil der Daseins-/Risikovorsorge der Menschen in unserem Land sind?

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75er 27.09.2017, 11:15
11. @Wulff Isebrand

Zitat von mingolan
Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren. Wenn jemand darauf gesetzt hat ,damit sein Alter oder Haus oder sogar Leben abzusichern und das nichts wird, dann steht dieser Kunde eben beizeiten beim Staat auf der Matte,aber nicht als Forderungs-sondern als Bittsteller bei der Grundsicherungsstelle.
Was genau hat Ihre Einlassung mit dem Beitrag zu tun? Hier werden Versicherungsbestände von einem Unternehmen an ein anderes verkauft.

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freigeistiger 27.09.2017, 11:22
12. fraghafte Sinnhaftigkeit

Wobei die Sinnhaftigkeit einer Kapitallebensversicherung sehr fraglich ist. Zur Absicherung von Hinterbliebenen ist eventuell eine reine Risikolebensversichrung sinnvoll, und kostengünstig. Zum Kapitalaufbau ein Sparplan oder ähnliches. Je nach Höhe und Sicherheit, und, vor allem Laufzeit, kombiniert mit Rentenfonds oder Index-Fonds.

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Berliner42 27.09.2017, 11:29
13.

Zitat von bierzelt
Ich habe live miterlebt wie das bloße Outsourcing des Rechenzentrumbetriebs nach Bangalore an deutschen Gesetzen gescheitert ist. Wie kann es sein, dass meine Lebensversicherung demnächst einem chinesischen Konzern verkauft werden darf? Hat die Ergo wieder zu viel Rendite im Puff verpulvert?
Es sind die EZB-Nullzinsen zur Stützung Südeuropas zusammen mit Solvency II. Sollte eigentlich jeder wissen. Versicherungen müssen Anlagen in Aktien mit 100% EK hinterlege, Anlagen in Staatsschulden mit 0%. Wozu das führt, ist klar. Ein bißchen was kann man schon wissen...

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Berliner42 27.09.2017, 11:31
14.

Zitat von Wulff Isebrand
Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren.
Es ist eher das Gegenteil. Wie man an den niedrigen Zinsen sieht, werden Gewinne sozialisiert, auf Verlusten bleibt man dagegen sitzen.

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Berliner42 27.09.2017, 11:34
15.

Zitat von freigeistiger
Wobei die Sinnhaftigkeit einer Kapitallebensversicherung sehr fraglich ist. Zur Absicherung von Hinterbliebenen ist eventuell eine reine Risikolebensversichrung sinnvoll, und kostengünstig.
Im Prinzip schon, aber die Deutschen haben in der großen Mehrheit keine Ahnung von Finanzanlagen und wollen jede Beschäftigung damit meiden, auch der Staat soll keine kapitalbasierten System führen. Versicherungen dagegen haben einen tollen Ruf, weil man sich damit versichern kann - und das möglichst gegen alles. Also versteckt man die verpönten Kapitalanlagen in Versicherungen. Die Deutschen sind schon ein merkwürdiges Volk.

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openminded 27.09.2017, 11:39
16. Boulevard

Es werden keine Policen verkauft, es werden (zunächst?) nicht einmal Bestände übertragen. Es sollen die Lebensversicherungstöchter als Ganzes inklusive ihres (hochregulierten) Anlagevermögens und ihrer Verpflichtungen den Versicherten gegenüber verkauft werden.
Wird das Vorteile für die Kunden mit sich bringen? Vermutlich nicht. Wird es Nachteile geben? Klar, wenn man die neuen Verwalter schalten und walten lässt. Genau dies wird die BaFin aber mit Sicherheit nicht tun, und die verwaltenden Gesellschaften wird für den Rest der Vertragslaufzeiten in Deutschland verbleiben und der BaFin unterstehen, unabhängig davon, wem sie in letzter Instanz gehören.

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majorfabs 27.09.2017, 11:48
17. Das kann man nicht verstehen...

Zitat von Onzlow
Ich habe nie verstanden warum man eine kapitalbildende Lebensversicherung abschließen soll. Für Risikolebensversicherung kann es schon Gründe geben. Der einzige Grund ist die Provision für den Vertreter, der einen zugelabert hat. Für den Versicherungsnehmer hat es immer bessere Alternativen gegeben.
Wenn man sich nur einen halben Tag mit Geldanlage beschäftigt hat und nicht auf den Kopf gefallen ist, lässt man sich nicht von einem wildfremden Finanzmakler beraten und unterschreibt ihm riesige Papierstapel.
Schleierhaft ist mir ebenfalls die Untätigkeit der Politik gegenüber vorsätzlicher Falschberatung und Betrug durch die Finanzinstitute.

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Poco Loco 27.09.2017, 11:50
18. Glauben Sie allenernstes,

Zitat von gammoncrack
die BaFin einem Verkauf zustimmen würde, wenn das mit Verschlechterungen für die Kunden verbunden wäre? Natürlich gelten die den Verträgen zugrunde liegenden Versicherungsbedingungen weiter. Käme es zu Bedingungenänderungen, hätte der Kunde doch ein Widerspruchsrecht, was zwangsläufig bedeuten würden, dass der Vertrag unverändert weiterläuft. Hier geht es doch nicht um Sinn oder Unsinn von Lebensversicherungen (darüber kann man sich trefflich streiten), sondern ausschließlich um die Übertragung auf ein anderes Unternehmen. Also haben Sie mit Ihrem Kommentar leider das Thema verfehlt.
....dass die BaFin irgendeinem Verkauf zugunsten der Banken- u. Versicherungsbranche nicht zustimmen würde, auch wenn das eine Verschlechterung für die Kunden bedeuten würde? Die BaFin ist bekannt für ihre einseitige Ausrichtung zugunsten der Konzerne und ihre "Harmlosigkeit", wenn es darum geht die Branche in ihre Schranken zu weisen.

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gammoncrack 27.09.2017, 11:56
19. Sie sind ja einer von den ganz Klugen.

Zitat von jan.22301
Ein Wort zu Deutscher Aufsicht und Kontrolle: Wir erinnern uns an den Verkauf des Flughafen Hahn. Da sollte eine WP-Gesellschaft geprüft, dann die Landesregierung. Und erst ganz zum Schluß - war es nicht sogar im Nachhinein? - stellte sich heraus, das der Käufer ne Briefkastenfirma am Sitz eines Reifenhändlers auf der Ecke im Gewerbegebiet irgendwo im Reich der Mitte war. ... Wollen wir solche Folgen riskieren? Bei Lebensversicherungen, die wesentlicher Bestandteil der Daseins-/Risikovorsorge der Menschen in unserem Land sind?
Ausländischen Versicherern oder Investoren haben schon immer deutsche Versicherer ganz oder teilweise gehört. Googlen Sie doch einmal, wem die GenRe gehört. Nämlich einem Investor namens Warren Buffet. Das ist zwar ein Rückversicherer, aber trotzdem muss er wohl für Schäden, auch deutscher Versicherer, gerade stehen. Haben Sie hier schon einmal gehört, dass Gelder so verschoben wurden, dass nicht mehr gezahlt werden könnte?

Die Generali hat auch noch nichts verschoben, die AXA wohl auch nichts nach Frankreich, so dass Schäden nicht mehr reguliert werden konnten.

Manchmal ist es vielleicht besser, nur zu Themen zu komentieren, von denen man etwas versteht. Oder was meinen Sie?

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