Forum: Wirtschaft
Erneuerbare Energien: Ökostrom-Verbrauch steigt auf Rekordhoch
DPA

Wind, Sonne, Biomasse: An Neujahr kamen zeitweise 95 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien. Der CO2-Ausstoß stagnierte 2017 trotzdem.

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holy64 05.01.2018, 07:59
10. Speicher

sind das Zauberwort. Solange gegen Pumpspeicher im Alpenvorland demonstriert wird wegen Umwelt - Skilifte gehen aber immer - und die Speichertechnik nicht gefördert wird, ist es mit den erneuerbaren Energien schlecht.

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solpit 05.01.2018, 08:41
11. ... und die Fossilen erst recht?!?

Zitat von wissen007
In dem Beitrag von Herrn Graichen werden als Fakten genannt: -der Rekord (95 % des Stromes aus erneuerbaren Energien) habe nur wenige Stunden angedauert -der Rekord war vor allem wegen des starken Windes und für wenige Stunden auch durch etwas Solarstrom möglich. -an Feiertagen sei außerdem der Stromverbrauch etwas geringer gewesen -im Durchschnitt lag der Anteil aus erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in 2017 bei lediglich 36,1 Prozent -Stromkunden werden in diesem Jahr voraussichtlich um 1,4 Prozent mehr bezahlen, also etwa 30 Cent je Kilowattstunde -der Zielwert für 2020 bezüglich CO2 wurde abermals weit verfehlt Kann in Anbetracht dieser Faktenlage jemand erklären, wie mit erneuerbaren Energien eine zuverlässige Versorgung mit elektrischem Strom zu konkurrenzfähigen Preisen aus technischer Sicht möglich sein soll????
Hallo Wissen007,
gerne, wenn sie mir erklären, wie wir mit den fossilen Energieträgern die Treibhausgas-Reduktion (die Energiewende!) schaffen wollen. Und was die Fossilen wirklich Kosten (Volkswirtschaftlich).

Statt Lager zu bilden, hilft hier nur gemeinsam das Problem zu lösen! Oder bezweifeln sie, dass wir ein Problem haben?

Zum konstruktiven Diskurs sind sie hiermit herzlich eingeladen

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der_stille_beobachter 05.01.2018, 08:43
12. Denkblockade

Ein guter Teil der ersten Kommentare kommt einem vor, wie eine hängen gebliebene Schallplatte:
- erneuerbare können aus physikalischen Gründen nicht funktionieren
-es ist nicht wichtig wann viel, sondern wann wenig verfügbar ist
-die gesamte Kapazität muss mit Konventionellen gebackuped werden
-konventionelle lassen sich nicht so schnell regeln
Das ist aber alles nichts neues und bekannt. Ich schreibe doch auch nicht in jedem Kommentar, dass Kohle schädlich ist, fossile Brennstoffe endlich und konventionelle Kraftwerke auch benötigt werden als Backup für konventionelle.
Also geht es vielmehr darum, wie auf die ökonomisch und ökologisch sinnvolle erneuerbare Energieversorgung umgestellt werden kann. Dass CDU/CSU und Kohle Siggi gerade aktuell alles gegen die Energiewende unternehmen macht die Lösungsfindung nicht einfacher.
Trotzdem müssen Lösungen gefunden werden:
-die Ressourcen Wind und Sonne sind nicht überall vorhanden -> wir brauchen deshalb dringend den Netzaufbau und ein starkes europäisches Netz
-Wind und Sonne sind nicht immer vorhanden -> wir müssen in Speicher und -technologien investieren für kurz-, mittel-, und längere Zeitspannen, also Batterien, Pumpspeicher und Power to Gas
- Lastspitzen müssen ausgeglichen und Kapazität gebackuped werden -> Investition in schneller regelbare Gaskraftwerke (siehe auch Power to Gas)
Und wieso das ganze? Es sollte jedem hier klar sein, dass es die bessere ökologische Alternative ist. Diejenigen, die hier nach Klimaerwärmung schreien, haben meiner Ansicht nach den Schuss nicht gehört. Eine Windenergieanlage amortisiert sich energetisch nach sechs Monaten, konventionelle technologisch bedingt nie.
Der Artikel gibt aber auch einen Ausblick auf die ökonomischen Aspekte. Brennstoffe werden teurer, während die letzten Ausschreibungen gezeigt haben, dass Strom aus Windenergie stark sinkt. Es ist deshalb ökonomisch wie ökologisch sinnvoll, also nur noch die Frage wie.

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spon-1311138649643 05.01.2018, 09:07
13. 95% EE - Negative Preise an der Börse

An den Handelsplätzen wurde das dann auch gleich gefeiert und der Strom mit deutlich negativen Preisen gehandelt. Ich möchte die Flussrichtung des Stromes eigentlich gar nicht wissen (wahrscheinlich wieder schön raus aus Deutschland), denn das macht mich nur traurig, während sich andere mit Freudentränen in den Augen die Hände reiben. Auf die rein-deutsche Energiewende inmitten der europäischen Kupferplatte!

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tinnytim 05.01.2018, 09:14
14.

Zitat von wissen007
In dem Beitrag von Herrn Graichen werden als Fakten genannt: -der Rekord (95 % des Stromes aus erneuerbaren Energien) habe nur wenige Stunden angedauert -der Rekord war vor allem wegen des starken Windes und .....
Ich erkläre Ihnen das gerne, dazu müssen Sie aber zuallererst etwas aufgeschlossen sein für nicht ganz triviale Zusammenhänge.
Zunächst wird es aich in 30 Jahren voraussichtlich keine grundlastfähige Leistung durch Erneuerbare Energien oberhalb von 30% des Bedarfs geben. Das liegt in der Natur der Sache. Wind und Sonne treten nur stochastisch auf und können nur dem entsprechend genutzt werden.
Das ist soweit auch kein Problem, denn entgegen dem mal wieder im Thread zitierten Hans Werner Sinn (der in seiner nicht vorhandenen Expertise auf dem Gebiet der Energiewirtschaft Atomkraft doch tatsächlich für kostengünstig hält) gibt es bereits jetzt eine günstige Brückentechnologie um grundlastfähig das ganze Jahr Strom bereitzustellen. Gaskraftwerke sind in Ihren beiden Bauformen mit Gasturbinen geradezu prädestiniert, um diesen Job zu erledigen. Sie sind Mittel- und Spitzenlastkraftwerke und werden auf etwas 30 bis 50% Jahresvolllastunden projektiert um rentabel zu sein. Anders als Kohlekraftwerke können sie auch im Minimallastbetrieb bei hohem Wirkungsgrad Strom liefern und deutlich schneller an die benötigte Leistung angepasst werden.
Derzeit hat Deutschland so viele Kohlekraftwerke, dass viele neue Gaskraftwerke so gut, wie gar nicht mehr laufen, da diese abgeschrieben immer noch günstiger Strom liefern können, als Gaskraftwerke. Dieser günstige Strom ist aber in Wahrheit nur scheinbar günstig, weil wir uns zum einen diese Überkapazitäten leisten und zum anderen die Bedarfskurve mit Kohle nur sehr grob nachgefahren werden kann. Also exportiert Deutschland diesen Überschussstrom zu niedrigsten und teilweise negativen Preisen. Die Kohle wurde aber dabei trotzdem verbrannt und selbst sie ist nicht umsonst.

Man zahlt also drauf, weil man nicht rechtzeitig den Kraftwerkspark an die Bedürfnisse der Energiewende angepasst hat.

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tinnytim 05.01.2018, 09:30
15.

Zitat von ybar
"Wind- und Solarstrom werde dagegen günstiger, weil staatliche Subventionen verringert worden seien." Können Sie mir das erklären? Wenn eine Subvention verringert wird, zahlt man doch mehr?
Das ist nur scheinbar ein Widerspruch, weil neuere Anlagen weniger Zuschüsse aus der EEG-Umlage bekommen, als es noch bei alten der Fall war, tatsächlich gehen gerade die ersten Offshore-Windparks ohne jegliche Zuschüsse ans Netz. Die Technik ist deutlich ausgereifter und die Fertigung kosteneffizienter, als sie noch vor 5 Jahren zur Zeit der ersten Offshore-Windparks war

Trotzdem finden Sie in mir einen großen Kritiker der EEG-Umlage, weil sie nicht als das bezeichnet wird, was sie ist. Nämlich eine direkte unsozial verteilte Steuer zur Subventionierung einer neuen Technologie, bei der 30% der Stromverbraucher auch noch von der Umlage befreit werden, wodurch die anderen 70% diese Kosten zusätzlich tragen müssen. Es gab und gibt auch bei den fossilen Energieträgern und der Atomenergie Subventionen, nur dass diese vom Staat bezahlt, und somit tendenziell von den breiteren Schultern getragen wurden. Die Umlage ist eine Steuer, die vor allem Geringverdiener und die Mittelklasse (äquivalent zu Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer) trifft. Im Gegenzug können die 2000 befreiten Unternehmen im Moment so günstig Strom beziehen, wie zuletzt 2007, und zwar noch ohne Inflationsbereinigung.

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micsei 05.01.2018, 10:06
16.

In der Einleitung schreiben Sie über den Rekordanteil der erneuerbaren Energien und fügen dann der Reduzierung des CO2 Anteiles ein „trotzdem“ zu. Ein „deshalb“ wäre passender gewesen. Und es sind nicht die Stromkunden, die stagnieren

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misterknowitall2 05.01.2018, 10:11
17. @benjowi #3

Was ein Unsinn. Nichts muss zwangsläufig durchlaufen. Damit wird Geld verdient, begreifen sie das endlich. Die Preise sind durch staatliche Angaben so hoch. Und ihre "zeitfunktion" ist mit einem einfachen Puffer unwichtig. Wenn wir denn dann soweit sind, dass wir ihn brauchen. Denken Sie ruhig mehr nach.

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misterknowitall2 05.01.2018, 10:23
18. @wissen007

Klar, also, sie brauchen genug ee_kapazität, möglichst dezentral mit Netzverbund und Pufferspeicher und dann muss jemand die Dreckschleudern Braunkohle abschalten. EEG für alle und schon klappt das auch mit dem Preis. Ach ja, das Stromnetz muss überarbeitet werden. Wenn das mit dem dezentral schon auf dem eigenen Dach anfängt brauchen sie den teuren Strom ja nicht. Und 36 % im Schnitt ist doch schon super. Warum so pessimistisch?

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günter1934 05.01.2018, 10:57
19. Die Kehrseite

der Medaille wird in dem Artikel nicht erwähnt.
Wegen solcher Überproduktion von Windkraft fielen allein beim Netzbetreiber Tennet im letzten Jahr über eine Milliarde Euro Redispatchkosten an, davon über die Hälfte für das Bezahlen von abgeregelten Windkraftanlagen.
Diese Kosten werden sich bis ins Jahr 2022 nach Abschalten der Kernkraftwerke auf 4 Milliarden Euro erhöhen.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/stromnetz-unter-druck-tennet-meldet-rekordkosten-fuer-noteingriffe-15368759.html

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