Forum: Wirtschaft
Ernteausfälle: Finanzministerium weist Milliardenforderung der Bauern zurück
DPA

Deutsche Bauern klagen, das im Jahrhundertsommer große Teile ihrer Ernte vertrocknet sind. Mit viel staatlicher Hilfe sollten sie nach SPIEGEL-Informationen trotzdem besser nicht rechnen.

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dr._seltsam 17.08.2018, 12:42
10. Wirtschaft...

Die (Land-)Wirtschaft verhält sich hier auch nicht anders, als große Konzerne, wenn auch meist auf kleinerem "Niveau". Unternehmerische Risiken werden offenbar gern und zunehmend vergesellschaftet. Dürren wird es immer wieder geben. Vor allem mit Blick auf völlig verfehlte Klimaziele dieses unseren Landes stellt sich sofort die Frage, ob man als Staatswesen jedes Unternehmensrisiko mittels Subvention abfedern oder gar ins Gegenteil verkehren soll / auch nur darf? Ich bin insoweit bei Landwirten, als sie immer wieder die industrielle Konkurrenz eines sinnlos globalisierten Marktes zu spüren bekommen. Ich sage aber auch, dass grundsätzlich Risiken in der Landwirtschaft immanent vorhanden sind. Dürren, Befall mit xyz - alles als Problem lange bekannt. Diese Betriebsrisiken auf alle abzuwälzen, halte ich für den völlig falschen Ansatz!

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Lokalpatriotin 17.08.2018, 12:45
11. Wer rechnet damit ernsthaft?

Nur die Medien reden von den Hoffnungen und pauschalen Forderungen der Bauern. Von denen, die in der Praxis stehen, glaubt da keiner mehr dran. Wie verhandeln denn Kritiker der Forderungen, wenn es um ihre Interessen geht? Vergangene Ereignisse haben es gezeigt: Bürokratie in Potenz, die dazu führt, dass Landwirte diese Hilfen gar nicht erst beantragen. Und dann das große Erstaunen auf der politischen Bühne! Klasse...Dafür wird dann vermeintlich wochenlang verhandelt?! Nicht wirklich! Offensichtlich ist auch, dass aufgrund der Unberechenbarkeit der Einnahmen, die Bund und Ländern fehlen würden, jedes Ministerium sagen wird: Also, das tut uns alles sehr leid, aber von uns bitte nicht!
Der Wassercent in den betreffenden Bundesländern oder Steuererleichterungen wären nur Beispiele für befristete Lösungsansätze. Oder mal pünktliche Auszahlungen so mancher Ansprüche für spezielle Umweltleistungen, die Landwirte erbringen. Aber das sitzen die Ministerien aus! Landwirte sind das allerdings längst gewöhnt. Erschreckend ist das eklatante Nichtwissen einiger Politiker, die sich auch noch anmaßen, sich zu landwirtschaftlichen Themen zu äußern. Drillen in Böden, die aus Staub bestehen!? Da kann ich nur sagen, einschlägige Literatur lesen und Gespräche mit Praktikern können helfen. Dann weiß man auch, wovon man redet und kann dort ansetzen, wo schnell und unbürokratisch etwas möglich ist.

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derBob 17.08.2018, 12:54
12. Überbrückungsdarlehen

Überbrückungsdarlehen als Hilfe für die Bauern kann ich mir durchaus vorstellen. Die können dann mit den Gewinnen aus besseren Jahren getilgt werden. Von mir aus auch als zinsloses Darlehen.
Ansonsten habe ich das Gefühl, diese Branche hat einen bekannten Spruch leicht abgewandelt.
"Lerne klagen ohne zu leiden"

Keine andere Branche greift so hemmungslos in die Staatskasse, wie die Agrarindustrie:
- zu niedrige Preise wegen falschen Produktportfolios (Milch)
- Seuchen wegen falscher Produktionsmethoden (EHEC, Schweinepest)
- Zu trocken, Zu nass, Zu warm, Zu kalt

Es wäre wahrscheinlich für den Steuerzahler billiger, die gesamte Branche zu verstaatlichen und die Bauern als Angestellte zu führen. Sie haben ja offensichtlich keine Lust, unternehmerische Risiken zu tragen.

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snafu-d 17.08.2018, 12:56
13.

Gastronomie, Textilhandel ua. müssen mit den Wetterproblemen auch alleine zurecht kommen, da kommt niemand auf die Idee, dass der Staat da einspringen müsse.

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Ottokar 17.08.2018, 12:59
14. Das Klagen der Bauern gehört nun einmal zum Berufsstand

egal wie das Wetter war bzw. ist, geklagt wird immer. Nun wird geklagt das nicht ausreichend Futter für die Tiere da ist. Warum haben die Bauern so viel Viecher im Stall wenn sie diese nach einer schlechten Ernte nicht mehr füttern können? Nicht die Bauern sondern die Viecher tun mir leid.

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Bundestrainer 17.08.2018, 13:00
15. Fondlösung

Wenn die Bauern ihr Ernteausfallrisiko nicht selbst tragen können oder wollen, dann sollte man einen gesetzlichen Agrarrisikofonds bilden, in den alle Landwirte einen bestimmten Prozentsatz ihres Gewinns einzahlen. Aus diesem Fond können dann Ausfälle ersetzt werden. Von mir aus gerne auch mit staatlichem Startdarlehen. Aber ein Ausgleich aus Steuermitteln ist schlichtweg abzulehnen.

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AtmosFear 17.08.2018, 13:01
16. Wären Banken oder Autoherstellern zu helfen...

... würde sicher sofort geholfen.
Man sollte schon differenziert betrachten wer die Hilfe anfordert: riesige Agrarfabriken, die jetzt weniger Gewinn machen oder der kleine Bio-Bauer, der in seiner Existenz bedroht ist, und dann entsprechende Hilfe leisten.

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nixus_minimax 17.08.2018, 13:05
17. Das ist neu

es kommt der Sommer und der Bauernverband fordert Milliarden Summen, wegen Regen, Trockenheit, Kälte, Hitze, Nässe oder ein allgemein ungutes Gefühl. Das gehört einfach zum völkisch traditionellen Usus. Das ist wie die Bahn der auch jedes Wetter Recht ist für einen Zugausfall.

Gut, allgemein ist das Agrarproletariat nicht für kommunistische Tendenzen bekannt aber wenn es um die eigenen Einnahmen geht ist ein sozialistischer Schluck aus dem Geldhahn gern gesehen. Na ja es ist ja auch so das die paar Cent Agrarsubventionen die die EU im Jahr verteilt, vorn und hinten nicht mehr reichen, da ist es doch nur fair wenn wir alle deren unternehmerisches Risiko tragen , machen wir ja auch für die Banken.

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f_eu 17.08.2018, 13:06
18.

Zitat von kuhuna
...und tragen die gleichen unternehmerischen Risiken, wie Handwerker oder Dienstleister.
Aha.
Deshalb verkauft der Staat denen den Liter Diesel für 40 Eurocent? Kein Berufsstand wird hier doch so gesponsert wie die Bauernschaft.

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magic88wand 17.08.2018, 13:11
19. Der Staat ist keine Versicherung

Ich bekomme auch nichts, wenn die Aufträge ausfallen. Liebe Bauern, sichert euch lieber finanziell ab oder versichert euch.

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