Forum: Wirtschaft
Eskalation im Zollstreit: Und dann kommt die Stunde X
DPA

Die Zeit läuft ab: Der EU drohen ab Dienstag hohe US-Zölle auf Stahl und Aluminium. Lässt Donald Trump doch noch mit sich reden? Und falls nein: Was bedeutet das für die Wirtschaft?

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sekundo 30.04.2018, 17:05
1. Vielleicht

sollte man nicht vergessen, dass die EU
10% Zoll auf amerikanische Autos erhebt,
während es umgekehrt nur 2,5% sind.

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tuscreen 30.04.2018, 17:15
2.

Hat denn mal jemand geschaut, ob Trumps Vorgehen nicht aus seiner Sicht sehr viel Sinn ergibt? Dies wäre dann der Fall, wenn es tatsächlich ein Ungleichgewicht bei der Belastung mit Zöllen gibt, bezogen auf gleichwertige Güter. Meines Wissens ist es bei Autos zB seit Jahren so, dass die USA ausländische Importwagen nur mit 2,5 % belasten, umgekehrt aber US-amerikanische PKW-Hersteller für die Einfuhr in die EU irgendwas mit 12 % Zoll zahlen müssen. Wenn dem so wäre, bräuchte man sich nicht wundern, wenn eine US-Regierung hier reagieren würde.

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GoaSkin 30.04.2018, 17:17
3. TTIP würde keinen Handelskrieg verhindern

Was mit dem Freihandelsabkommen TTIP beabsichtigt ist, existiert innerhalb Nordamerikas durch das NAFTA-Abkommen bereits sehr lange. Beobachtet man, welche Politik Trump gegenüber Mexiko fährt, dann sieht man, dass NAFTA Mexiko vor einem Handelskrieg überhaupt nicht schützt. Warum sollte also TTIP einen Handelskrieg zwischen den USA und Europa vermeiden? Weil der Freihandel vertraglich geregelt ist? Das interessiert doch Trump nicht.

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marialeidenberg 30.04.2018, 17:22
4. Einen Protest bei der WTO zu lodgen ist nicht mehr als eine Formalie,

aber eine notwendige Formalie.

Der POTUS wird Stahl und Aluminium verteuern, das schuldet er seiner Selbstachtung. Face-to-face-Verhandlungen mit der EU (und dann auch noch mit einer Frau) werden kaum erfolgreich sein. Verhandlungen überfordern ihn intellektuell, das weiß er.

Die heimische (US-)Industrie wird ihm / seinen Beratern näher treten, dort sitzt wohl die größte Überzeugungskraft. Dennoch glaube ich nicht an einen Sinneswandel vor den mi-term-elections.

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chrimirk 30.04.2018, 17:24
5. "Wer solche Freunde hat...

... der braucht Feinde nicht mehr zu suchen"! Aber die EU kann gegen die USA nicht richtig kontern, denn von dort ist der Import nach Europa (und nicht nur) nicht zufällig so niedrig. Die haben nichts Gescheites anzubieten. Eigentlich sind die USA die letzte der ehem. Großmächte und z. Z. im Sinkflug, möglicherweise sogar ein fallender Staat? Und nur Armee und Waffen sind keine Geschäftsbasis.

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Ottokar 30.04.2018, 17:25
6. Abwarten und Tee trinken

Der Stahl und Aluminium das wir in die USA exportieren sind hochwertige spezielle Produkte die in den USA nicht hergestellt werden können. Die US-Wirtschaft wird sehr bald ; spätestens nach drei Monaten, protestieren. Die EU sollte auf keinen Fall an der Schraube mit Gegenmassnahmen, also neuen Zöllen, reagieren. Die EU hat doch ganz andere Möglichkeiten Importe aus den USA zu behindern. Zum Beispiel keine Flugzeuge oder Rüstungsgüter in den USA zu kaufen.

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joG 30.04.2018, 17:27
7. Es wird zwar so dargestellt....

....aber bei Alu und Stahl für sich genommen, geht es weniger um Leistungsbilanzen als darum beim Import strategischer Güter abhängig zu sein von Ländern mit denen man sicherheitspolitisch schlechte Erfahrungen hat und sich willentlich erpressbar machen von strategischen Gegnern wie sich Russland positioniert. Einige europäische Länder fallen in diese Rubrik. In zweiter Linie fordertTrump wie so viele andere und dessen Vorgänger, dass der unerklärte Handelskrieg, Länder wie Deutschland oder China seit Jahren mit systematischem Ausbau nichtariffärer Handelshemnissen gegen die USA führen aufhört und man die oft illegalen Verhalten zur Exportunterstützung stoppt. Solange man meint, es ginge nur um die Zölle, hat man die Tiefe des Problems nicht beschrieben. Es fehlen sogar die wichtigsten Elemente ohne die zu berücksichtigen man kaum weiter kommen wird.

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sekundo 30.04.2018, 17:31
8. Sie vermuten

Zitat von marialeidenberg
aber eine notwendige Formalie. Der POTUS wird Stahl und Aluminium verteuern, das schuldet er seiner Selbstachtung. Face-to-face-Verhandlungen mit der EU (und dann auch noch mit einer Frau) werden kaum erfolgreich sein. Verhandlungen überfordern ihn intellektuell, das weiß er. Die heimische (US-)Industrie wird ihm / seinen Beratern näher treten, dort sitzt wohl die größte Überzeugungskraft. Dennoch glaube ich nicht an einen Sinneswandel vor den mi-term-elections.
Fakt ist, dass George W. Bush als eine seiner
ersten Amtshandlungen Strafzölle auf Stahl
und Aluminium erhoben hat. Das Ergebnis
waren 300.000 gesicherte Arbeitsplätze
in der Produktion und 2 Millionen verlorene
Jobs in der Weiterverarbeitung!

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lalito 30.04.2018, 17:38
9. Nu ja

Offensichtlich ist das Erheben von Zöllen auf beiden Seiten ja nun überhaupt mal nichts Neues. Wenn dann zum Schluss jeder auf First macht, ist die heiße Luft verpufft.

Und natürlich war die Chefin der Speckmaden zum Arbeitsbesuch beim Präsidenten. Dumm ist eigentlich nur, dass die ein oder andere Made einfach nur zu doof bzw. gierig war und beim großangelegten Fake respektive Beschixx in flagranti erwischt wurde. Intelligent wäre es gewesen stattdessen weiterhin mit sauberer Technik vorne, d. h. weltweite Spitze zu sein und einfach nur mit den Produkten rundum, eben auch clean, zu überzeugen. Diese würden dann nämlich trotz der Zölle weiterhin fleißig gekauft und eben nicht zurückgegeben. So wurde der ein oder andere USP leichtfertig verspielt und es muss ein enormer Kapitalabfluss weggesteckt werden, der natürlich bei den Investitionen in Innovationen fehlt, so schaut es doch letztlich aus.

Zum Schluss, wenn der Verlust von Reputation mit Verzögerung in der Kasse durchschlägt, dann war's eben einfach der böse, böse Trump mit seinen Zöllen und man kann so begründet die Leute flugs fleißig an die Luft setzen. Läuft doch, und der Stammtisch nickt angesichts der Alternativlosigkeit.

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