Forum: Wirtschaft
EU-Defizitverfahren: Volles Risiko gegen Italien
Getty Images

Die Europäische Kommission macht den Weg frei für ein Strafverfahren gegen Italien - weil das Land heftig gegen die EU-Schuldenregeln verstößt. Doch Brüssels harter Kurs birgt drei Gefahren.

Seite 2 von 8
wynkendewild 21.11.2018, 16:56
10. Auschluss und Abstieg

Zitat von vicbrother
... sind m.E. nicht gerade die geistige Offenbarung guter EU-Politik. Besser wäre m.E. ein Entzug der Stimmrechte in der EU mit gleichzeitigem Ausschluss des Verlassens der EU. Das würde wirken, das wäre tatsächlicher Machtverlust der Politiker, die andernfalls einfach nur die Steuern erhöhen um die Strafzahlungen auszugleichen.
Wieso begeistern sich Deutsche dafür fremdbestimmt zu werden?

Jedem Land sollte die Möglichkeit auf einen schnellen Ausstieg geben werden. Wer nicht reinpasst in den Club wird halt von diesem ausgeschlossen. Das würde uns eine Menge Ärger ersparen.

MfG:
wynkendewild

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mantrid 21.11.2018, 17:02
11. Geldstrafe nur der angenehme Teil

Um sich weiter verschulden zu können, muss Italien Staatsanleihen ausgeben und am Markt plazieren. Wenn die Zinsen für die italienische Staatschulden steigen, dann sind die 9 Mrd. Euro das geringste Problem. Und wenn die EZB keine italienischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit akzeptiert, bzw. den schon bestehenden an Wert verlieren, bei wem will sich die italienische Regierung dann verschulden? Dann ist man auf einem Niveau mit Nordkorea.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Benjowi 21.11.2018, 17:12
12.

Zitat von archivdoktor
Hoffe, die italienische Regierung knickt nicht vor Brüssel ein! Wenn es sein muss, sollen di Maio & Salvini mit dem Austritt aus der EU und dem Euroraum drohen - dann abwarten, was Brüssel macht! Nur Mut!
Wie sich selbstmörderisches Verhalten auswirken kann, sieht man gerade bei dem Brexit Gerudere der britischen Regierung- So dämlich werden nicht einmal Herr Salvini und Co sein. Und dieses dümmliche EU-Bashing hat letztlich in der Realität keine Berechtigung, denn die Mitgliedschaft in der Europäischen Union nützt allen viel mehr als sie schadet!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Wurzelbär0815 21.11.2018, 17:13
13.

Die Fronten sind nach meiner Meinung so sehr verhärtet, dass es für keine der Seiten ein Nachgeben ohne Gesichtsverlust geben wird. Herr Draghi will ab Anfang 2019 per Saldo keine Anleihen mehr zukaufen. Zu dem steigt die Inflationsrate. Daher wird eine Zinserhöhung in absehbarer Zeit von Nöten sein. Gerade die Südländer werden wie Dominosteine fallen, wenn es eine neue Banken- oder Wirtschaftskrise gibt. Warten wir also gespannt ab.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wynkendewild 21.11.2018, 17:20
14. Historisch gesehen

Zitat von marialeidenberg
Die italienische Regierung wird aus Gründen der Gesichtswahrung ihre Defizit-Politik mit dem vorhersehbaren Finanzschaden fortsetzen und die EU wird durch eine wirkungslose 'Bestrafung' an Presige und Authorität verlieren. Hilflos gefangen in zwanghafter Eigengesetzlichkeit, beide Parteien. Sehr, sehr traurig.
So ist aber nun einmal die Realität. Die EU ist schließlich keine Zwangsvereinigung wie sie sich viele Deutsche anscheinend wünschen würden. Das der Deutsche sich anmaßt andere Länder für ihr Verhalten, welche diese gegenüber der EU an den Tag legen kritisieren zu wollen ist nicht nur im historischen Kontext als fragwürdig einzustufen. Die Gründung der Union ist schließlich Deutschlands Rolle in der Vergagenheit wegen notwendig geworden und nicht weil einige Länder irgendwelche Defizitvorgaben ignorieren.

MfG:
wynkendewild

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wynkendewild 21.11.2018, 17:24
15. Grundgedanke

Zitat von hombre55
Es ist nicht ganz einfach, glaubwürdig zu drohen, wenn andere Regelverstöße zuvor akzeptiert wurden. Aber hier handelt es sich um einen Frontalangriff der Regierung eines Landes, die meint, die besseren Karten zu haben. So, wie die EU- Strategie gegenüber Polen richtig war und wahrscheinlich auch gegenüber GB, wird sich eine harte Reaktion der EU gegenüber Italien als richtig erweisen. Denn sonst können wir das Projekt Euro und wohl auch die EU beerdigen.
Das muss nicht passieren aber es wäre jedoch falsch einseitig für die EU Partei ergreifen zu wollen. Woher wollen Sie denn bitte schön wissen, dass dieser Frontalangriff nicht doch richtig ist?

Soll man sich jetzt sklavisch einer Idee unterordnen und das bis zur vollständigen Selbstaufgabe? Das hat nichts mit Demokratie und dem Grundgedanken auf welchem die EU fußt zu tun.

MfG:
wynkendewild

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schwaebischehausfrau 21.11.2018, 17:29
16. Genau andersrum wird ein Schuh draus...

All das, was Hr. Becker als "Gefahr für die EU" beschreibt (nämlich von Italien die Einhaltung abgeschlossener Vereinbarungen zu verlangen) , wäre doch eine noch viel größere Gefahr, wenn man genau das nicht tut und nach Griechenland jetzt auch vor Italien einknickt und damit erneut bestätigt, dass EU-Verträge und Vereinbarungen noch nicht mal das Papier wert sind , auf dem sie unterschrieben werden.
1. Natürlich muß man der italienischen Regierung notfalls auch demonstrieren, dass die EU "gegen die Interessen von Italiens Bürgern arbeitet". Wenn dieses "italienischen Interessen" nämlich darin bestehen, sich die Steuersenkungen für italienische Bürger und früheres Renten-Eintrittsalter am Ende von den Bürgern anderer Euro-Staaten durch "Rettungspakete" finanzieren zu lassen - wie es schon Griechenland erfolgreich vorgemacht hat.
2. Wenn nach Griechenland auch Italien mit dieser Erpressungs-Nummer (Wir lassen den EURO und die EU gleich mit untergehen") durchkommt, wie lange wird es wohl dauern, bis das nächste Land sich genauso seiner Probleme entledigen will auf Kosten der anderen EU-Bürger. Schon bei Griechenland wurde gewarnt, dass andere Länder das als "Einladung" ansehen - und genau so ist es gekommen.
3. Alles, was die sog. "EU-Reformen" torpediert, ist gut. Weil diese Reformen nur in noch mehr Schuldenvergemeinschaftung und Umverteilung von reformfähigen zu reformverweigernden Staaten bestehen. Zumal eh schon klar ist, dass ausser Deutschland fast alle anderen Staaten, die als "Melkkühe" auserkoren sind, diese Reformen nicht mitmachen werden. Weder Holland noch Österreich noch die baltischen Staaten und die Skandinavier schon mal gar nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wynkendewild 21.11.2018, 17:34
17. Bitte nicht übertreiben

Zitat von Benjowi
Wie sich selbstmörderisches Verhalten auswirken kann, sieht man gerade bei dem Brexit Gerudere der britischen Regierung- So dämlich werden nicht einmal Herr Salvini und Co sein. Und dieses dümmliche EU-Bashing hat letztlich in der Realität keine Berechtigung, denn die Mitgliedschaft in der Europäischen Union nützt allen viel mehr als sie schadet!
Dem scheint aber nicht so zu sein ansonsten gebe es ja nicht diese vielen Probleme. Wir benötigen keinen Hurrapatriotismus in dieser Frage, weil er noch nie irgendwas Gutes bewirkt hat.

Da verstehe ich viele meiner Mitbürger nicht so richtig. Kritisches Hinterfragen und -Handeln sind die Grundpfeiler jeglicher Demokratie. Stattdessen wird wieder gegen alles und jeden verbal ausgeteilt.

Sehr bedenklich so etwas...

MfG:
wynkendewild

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kunibertus 21.11.2018, 17:36
18. Kann mir bitte mal jemand erklären,

wo Italien die Milliarden für die angedrohten Strafzahlungen hernehmen soll, wenn jetzt schon eine hohe Neuverschuldung geplant ist? Eine Argumentation der Regierung "wir können leider die versprochenen sozialpolitischen Maßnahmen nicht durchführen, weil wir Gelder nach Brüssel überweisen müssen" wird beim italienischen Bürger sicherlich nicht gut ankommen und seine Begeisterung für die EU nicht unbedingt fördern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rudi_ralala 21.11.2018, 17:37
19.

Zitat von Benjowi
Wie sich selbstmörderisches Verhalten auswirken kann, sieht man gerade bei dem Brexit Gerudere der britischen Regierung- So dämlich werden nicht einmal Herr Salvini und Co sein....
Sie wollen also mit diesem Beitrag sagen, dass der Austritt vom GB selbstmörderisch ist. Wenn Sie sich damit mal nicht verschätzen.
Für so blöd halte ich die Briten nicht. Dass bei dem Versuch jetzt das Beste herauszuholen rumgeiert wird und jeder eine eigene Meinung dazu hat, liegt in der menschlichen Natur.
Als Brite würde ich jetzt sagen: "Wer zuletzt lacht, lacht am besten".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 8