Forum: Wirtschaft
EU erklärt Steuerhilfen für Starbucks und Fiat für illegal

Die Niederlande und Luxemburg haben nach Einschätzung der EU-Kommission den Konzernen Starbucks und Fiat illegale Steuervorteile gewährt. Die Unternehmen müssen nun Millionen Euro Steuern nachzahlen.

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horstenporst 21.10.2015, 15:16
90. Es riecht nach Volksverarsche

Als ich den Artikel sah dachte ich auch erst wow, endlich mal eine gute Nachricht. Aber das Starbucks jetzt in den Niederlanden Steuern nachzahlen soll ist ein schlechter Witz. Der Trick von Starbucks besteht darin, dass eine Muttergesellschaft in den NL Lizenzrechte an Starbucks in anderen EU Ländern, z.B. Deutschland, verkauft. Dadurch macht man in D auf dem Papier keinen Gewinn mehr und zahlt keine Steuern. Die Steuern, die Starbucks dann in den NL für die durch den Verkauf der Lizenzen erzielten Gewinne zahlen muss sind wesentlich niedriger als die Steuern, die man auf einen entsprechenden Gewinn in D hätte zahlen müssen. Alles legal, aber eine riesen Sauerei!

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kha777 21.10.2015, 15:56
91. Meyer hat seinen Sitz nun in Luxemburg.

Zitat von Eduschu
Weil Sie die Meyer-Werft ansprachen ... die hat ihren Sitz in Papenburg und ist registriert beim Amtsgericht Osnabrück unter HRA 20 41 38. Gibt es da vielleicht irgendwelche Tochtergesellschaften, die den Gewinn abschöpfen und im "steueroptimierten" Auslandssitz anmelden? Ernsthafte Frage.
Damit braucht es keine sogenannte Umgehung. Es versteuert dort, wo es sitzt - wie es alle machen sollen.
Natürlich spart man nun Steuer/Kosten, die der Steuerzahler als Verbraucher (Passagier oder Charterer) nicht bezahlen muß.
Ansonsten zahlt der (Starbucks-)Kunde eben ein paar Cent mehr - die Steuern für Deutschland pp.

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dequincey 21.10.2015, 15:59
92. Nie die Hoffnung verlieren

Wann kommt eigentlich die Steuererklärung die auf den berühmten Bierdeckeln paßt? Das würde die ganzen Tricks und Betrügereien der Reichen auf unsere Kosten beenden!

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hevopi 21.10.2015, 17:30
93. Sollte es tatsächlich zu einer

Steuergerechtigkeit kommen? Es wäre ja zu schön, wenn endlich auch mal diese krankhaften Steueroasen (besser: Steuer-Kriminellen-Hochburgen) ganz normal, wie jeder Bürger zu einer Besteuerung herangezogen werden und ein absoluter Traum, wenn die sogenannten "Steuer-Unterschlagungs-Spezialisten" endlich arbeitslos werden. Allerdings glaube ich daran nicht.

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happy2010 21.10.2015, 17:35
94.

Zitat von kha777
Irland hatte ja ähnliche Probleme mit einigen EU-Funktionären, die sich wichtig machen wollen. Also wurden die beanstandeten Regeln ersetzt durch eine reguläre Rechtsvorschrift, wonach Patente und Lizenzen mit einem sehr geringen Prozentsatz nur besteuert werden. Irland wird nun weiter mit Gründungen und neuen Gesellschaften geflutet. Zusammen mit radikaler Austerity der letzten fünf Jahre (etwa wie in England) ergibt das gutes Wachstum. Also, der Wettbewerb auch in Steuersachen kann weiter gehen. Luxemburg hat bislang ebenso wie Niederlande diese Umstellung verschlafen. Deutschland beteiligt sich nicht und erhält damit weniger Steuern und Abgaben, verschenkt das auch noch ins Ausland. Wie alle wissen, kann nur der Wettbewerb dafür sorgen, daß die verschlafenen nationalen Verwaltungen endlich auf Vordermann gebracht werden - um weniger Geld zu verschleudern. Auch die Unternehmenssteuer wird schließlich durch den Kauf derer Produkte vom Steuerzahler in seiner Eigenschaft als Konsument etc. bezahlt. Jedes Unternehmen, das dort Kosten senkt, erspart dem Steuerzahler viel Geld.
Ich bin erschrocken bei so einer Ansammlung von Fehlern

A:Irland kassierte 12,5% von Unternehmen
Das reicht nicht zum leben, Irland ging pleite, aber anstelle den Steuersatz zu erhöhen weitete man das ganze noch aus
Aktuell verliert die EU das 10 Fache an Steuern dank Irland, als das, was Irland an Hilfen benötigen würde ohne Steuerdumping

B: Nein , Steuerwettbewerb sorgt nicht für "auf Fordermann bringen"
Diesen Käse trichtern die Steueroasen dem nichtdenkenden Menschen ein

C:
Nein, steuersparende Unternehmen geben das nicht an den Konsumenten weiter
Exakt das Gegenteil ist der Fall
Es entstehen Monopole, weil KEINER gegen Steuerdumping gewinnen kann, und in drekter Folge wird es TEURER
(vgl Studie EY 2014)

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happy2010 21.10.2015, 17:38
95.

Zitat von kha777
Damit braucht es keine sogenannte Umgehung. Es versteuert dort, wo es sitzt - wie es alle machen sollen. Natürlich spart man nun Steuer/Kosten, die der Steuerzahler als Verbraucher (Passagier oder Charterer) nicht bezahlen muß. Ansonsten zahlt der (Starbucks-)Kunde eben ein paar Cent mehr - die Steuern für Deutschland pp.
Nein, Starbucks gibt die eingesparte Steuer nicht an Kunden weiter
und Nein, der Konsument spart nichts

Das Gegentel ist der Fall, Steueroasen vernichten Konkurrenz, verhindern Innovation, treiben Preise nach oben
In dutzenden Studien belegt

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Ontologix II 21.10.2015, 17:48
96. Weiter boykottieren

Zitat von bonngoldbaer
Soll ich meinen Starbucks-Boykott nun beenden oder nicht?
Vor gut zehn Jahren erhielt ich vom SPIEGEL als Werbeprämie für ein Abonnement eine robuste Espressomaschine Krups 887. Die macht immer noch einen hervorragenden Cappuccino. Entgegen der Ansicht zahlreicher Maschinenfetischisten ist die Kaffeesorte ausschlaggebend und nicht die Luxusmaschine. Auch das Wasser spielt eine Rolle. Für ein paar Pfennige machen Sie sich einen hervorragenden Cappuccino. Ich empfehle die Kaffeesorten Corsini und St. Angelo für einen milden und aromatischen Cappuccino.

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Eduschu 21.10.2015, 20:49
97.

Zitat von kha777
Damit braucht es keine sogenannte Umgehung. Es versteuert dort, wo es sitzt - wie es alle machen sollen. Natürlich spart man nun Steuer/Kosten, die der Steuerzahler als Verbraucher (Passagier oder Charterer) nicht bezahlen muß. Ansonsten zahlt der (Starbucks-)Kunde eben ein paar Cent mehr - die Steuern für Deutschland pp.
Hab ein wenig rumgesucht. Die Meyer-Werft gehört nun einer Holding mit Sitz in Luxemburg. Die Werft selber hat weiterhin ihren Sitz in Papenburg.

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renitenti 21.10.2015, 20:53
98. Öffentlichkeit und Boykott

solcher Firmen ist das einzige was hilft, denn es geht immer nur ums Geld, alles andere interessiert die nicht.
Weil in Deutschland auf jeder Rechnung die Steuernummer stehen muss, sieht man wo die kleinen Firmen versteuern. Bei Amazon stand immer Luxemburg drauf, daraufhin kaufte ich nichts mehr dort. Wer soll schließlich unsere Infrastruktur und den Sozialstaat bezahlen? Übrigens sind Aktiengesellschaften auch ihren Aktionären wohl mehr verpflichtet kurzfristige Gewinne zu erzielen, als z.B. volkswirtschaftlich sinnvolle vorausschauende und dann tatsächlich bessere Geschäfte zu machen.

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happy2010 21.10.2015, 21:21
99. Wenn man für Zensur bestrafen würde, dann wäre die Redaktion Menschenleer

Das kapiert leider so gut wie keiner
Bei Steuern setzt der verstand des Bürgers aus

Mal als Zahlenfakt:
Wer einen Cafe bei Starbucks kauft, exportiert 20% des Kaufpreises IN STEUEROASEN

Zudem:

Vernichtet er 20% des Kaufpreises an Wirtschaftswachstum, weil die Konkurrenten das einsparen müssen

Zudem:
Erzeugt der Starbuckskunde bei der konkurrenz Dumpinglohn

Zudem:
bedanken sich die Schweizer, die Luxemburger und die Niederländer für die Quersubvention deren Steuerlast

Zudem:
Kassiertd er dt Staat einen Steueraufschlag, um die Ausbildung, die Schule und Co von Starbucksmitarbeitern zu finanzieren

Zudem:
Kassiert der Staat einen Aufschlag, um die Straße zu Starbucks hin instand zu halten, die Müllabfuhr zu bezalen, die Straßenlaterne brennen zu lassen...

Auf gut deutsch: Es ist aus finanzieller Sicht dämich bei Starbucks zu kaufen
Es ist ethisch indiskutabel, bei Starbucks zu kaufen

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