Forum: Wirtschaft
EU-Gipfel: Spanien und Italien bremsen den Wachstumspaket
AP

Der EU-Gipfel in Brüssel kam schon zu Beginn ins Stocken. Eigentlich wollten die Staats- und Regierungschefs heute rasch einen Wachstumspakt über 120 Milliarden Euro für die EU durchwinken. Doch Spanien und Italien stellen sich quer: Sie fordern konkrete Maßnahmen gegen die hohen Zinsen auf Staatsanleihen.

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kospi 29.06.2012, 01:12
1. ....

Zitat von
Hä? Wie jetzt? Nix mehr deutsch??

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dunnhaupt 29.06.2012, 01:14
2. Ohne unabhängige EZB kein Euro

Interessant ist hier vor allem, wie diese Politker jetzt mit der EZB umspringen und sie nach Gutdünken für ihre Belange einzusetzen suchen. Dass die Europäische Zentralbank unabhängig sein sollte, haben sie offenbar längst vergessen. Diese Tatsache allein wird die weltweiten Märkte ausreichend beunruhigen, um den Fortbestand der Eurozone und des Euro nunmehr ernstlich anzuzweifeln.

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Emil Peisker 29.06.2012, 01:28
3. Notoperation

Zitat von sysop
Der EU-Gipfel in Brüssel kam schon zu Beginn ins Stocken. Eigentlich wollten die Staats- und Regierungschefs heute rasch einen Wachstumspakt über 120 Milliarden Euro für die EU durchwinken. Doch Spanien und Italien stellen sich quer: Sie fordern konkrete Maßnahmen gegen die hohen Zinsen auf Staatsanleihen.
Italien und Spanien hoffen, dass Merkel den Wachstumspakt gegenüber der deutschen Opposition braucht, und deshalb versuchen sie, das als Druckmittel zu verwenden.

No Way.

Es kann keine Kredite der Geberländer geben, die nicht an die Bedingungen der ESM-Regeln und des Fiskalpaktes geknüpft sind.

Weitergehende Verpflichtungen nur bei Eingriffsrechten in den Haushalt. Damit Änderung des Lissabon-Vertrages und Änderung des deutschen Grundgesetzes, nach einer Volksabstimmung in Deutschland.

Wenn Deutschland durch die Krise der Italiener und Spanier keine klareren Rechte, durch eine Änderung der europäischen Verträge erhält, und die Kreditabhängigen keine Haushaltsrechte abgeben wollen, ist es wohl so, dass Italien und Spanien eben höhere Zinsen zahlen müssen.

Das kennen die Länder aus der Vergangenheit. Ich habe in Spanien in den 80ern auf Festgeld 8% Zinsen erhalten. Das hat so gerade die Abwertung aufgefangen. Heute zahlt Spanien 6%+ ohne Abwertung, daher muss es den Wettbewerbsnachteil der hohen Produktionskosten durch Reformen ausgleichen. Danach gibt es auch wieder niedrigere Zinsen.

Aber zu verlangen, dass andere Staaten für die Zinsen aufkommen sollen...was für ein Ansinnen.

Der finnische Vorschlag, Kredite mit Sachwerten aus staatlichem Besitz abzusichern, schmeckt Monti und Rajoi überhaupt nicht.

Notoperation ja, aber sie darf nicht weh tun und sie darf nichts kosten.

Die Kreditsucht kann genau so schwierig zu entziehen sein, wie andere Abhängigkeiten.

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capitain_future 29.06.2012, 01:34
4. Mehr Power für EU

Was damals für Griechenland gut genug war sollte bei den dicken Brocken wie Itailen,Frankreich und Spainen ,erst Recht gelten:
50% weniger Bürokratie d.h. abbau von überflüssigen Planstellen im Staatswesen.Einige Landkreis und Länderfusionen..

Gleich mit Einstampfen könnten sie auch gleich mit ihrer aufgeblähten Militär samt Forschungshaushalte.z.b. 30% weniger

Das eingesparte Geld für ihre Schuld Zinsen,Schul und Berufs-Ausbildung und Wohlstand für ihre Bevölkerung auszugeben?

Und gleichzeitig zu sehen das moderne Energie und Entsorgungsanlagen ihre Landkarte bevölkern.Vielleicht könnten Sie dann etwas wie Strom/Energie Richtung Nord EU exportieren ?

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Observer 29.06.2012, 01:46
5. optional

So wird wenigstens klar, wem das Zögern und Warten geschuldet ist. Von mir aus kann man ja ruhig noch ein Paar Wochen warten - noch ist die deutsche Industrie mit Aufträgen eingedeckt. Wenn die Wachstumsmilliarden dann etwas später kommen, kann es uns doch nur Recht sein, oder?

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eisbaerchen 29.06.2012, 01:48
6. Wo ist der

Zitat von Emil Peisker
Italien und Spanien hoffen, dass Merkel den Wachstumspakt gegenüber der deutschen Opposition braucht, und deshalb versuchen sie, das als Druckmittel zu verwenden. No Way. Es kann keine Kredite der Geberländer geben, die nicht an die Bedingungen der ESM-Regeln und des Fiskalpaktes geknüpft sind. Weitergehende Verpflichtungen nur bei Eingriffsrechten in den Haushalt. Damit Änderung des Lissabon-Vertrages und Änderung des deutschen Grundgesetzes, nach einer Volksabstimmung in Deutschland. Wenn Deutschland durch die Krise der Italiener und Spanier keine klareren Rechte, durch eine Änderung der europäischen Verträge erhält, und die Kreditabhängigen keine Haushaltsrechte abgeben wollen, ist es wohl so, dass Italien und Spanien eben höhere Zinsen zahlen müssen. Das kennen die Länder aus der Vergangenheit. Ich habe in Spanien in den 80ern auf Festgeld 8% Zinsen erhalten. Das hat so gerade die Abwertung aufgefangen. Heute zahlt Spanien 6%+ ohne Abwertung, daher muss es den Wettbewerbsnachteil der hohen Produktionskosten durch Reformen ausgleichen. Danach gibt es auch wieder niedrigere Zinsen. Aber zu verlangen, dass andere Staaten für die Zinsen aufkommen sollen...was für ein Ansinnen. Der finnische Vorschlag, Kredite mit Sachwerten aus staatlichem Besitz abzusichern, schmeckt Monti und Rajoi überhaupt nicht. Notoperation ja, aber sie darf nicht weh tun und sie darf nichts kosten. Die Kreditsucht kann genau so schwierig zu entziehen sein, wie andere Abhängigkeiten.
europäische Gedanke geblieben??? Alle zocken nur rum das beste für sich herauszuholen...Da kann ich auf eine EU auch gut verzichten... Politiker aller Länder, ihr geht mir sowas von auf den Geist...ein auf ewig gemolkener Steuerzahler aus Deutschland....

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Ugedai 29.06.2012, 02:02
7. Richtig

Spanier, Italiener und Franzosen wollen, dass alles so weitergeht wie bisher und sich an grundlegenden Reformen ihrer Wirtschaft und Verwaltung vorbeimogeln. Und nachdem die Märkte nicht mehr bereit sind diese unproduktiven Wirtschaftssysteme zu finanzieren wollen sie jetzt das Geld von den (noch) reichen Nordeuropäern. Reformen sind schliesslich unpopulär und könnten die eigene Wiederwahl gefährden. Da ist es doch einfacher, sich das Geld vom Nachbarn zu holen solange der noch etwas hat. Und an diesen Gegensätzen wird entweder der Euro oder Europa zerbrechen. Denn in der Not ist immer noch jeder sich selbst der Nächste.

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spaltpilz 29.06.2012, 02:07
8. mich erstaunt,

Zitat von Emil Peisker
Italien und Spanien hoffen, dass Merkel den Wachstumspakt gegenüber der deutschen Opposition braucht, und deshalb versuchen sie, das als Druckmittel zu verwenden. No Way. Es kann keine Kredite der Geberländer geben, die nicht an die Bedingungen der ESM-Regeln und des Fiskalpaktes geknüpft sind. Weitergehende Verpflichtungen nur bei Eingriffsrechten in den Haushalt. Damit Änderung des Lissabon-Vertrages und Änderung des deutschen Grundgesetzes, nach einer Volksabstimmung in Deutschland. Wenn Deutschland durch die Krise der Italiener und Spanier keine klareren Rechte, durch eine Änderung der europäischen Verträge erhält, und die Kreditabhängigen keine Haushaltsrechte abgeben wollen, ist es wohl so, dass Italien und Spanien eben höhere Zinsen zahlen müssen. Das kennen die Länder aus der Vergangenheit. Ich habe in Spanien in den 80ern auf Festgeld 8% Zinsen erhalten. Das hat so gerade die Abwertung aufgefangen. Heute zahlt Spanien 6%+ ohne Abwertung, daher muss es den Wettbewerbsnachteil der hohen Produktionskosten durch Reformen ausgleichen. Danach gibt es auch wieder niedrigere Zinsen. Aber zu verlangen, dass andere Staaten für die Zinsen aufkommen sollen...was für ein Ansinnen. Der finnische Vorschlag, Kredite mit Sachwerten aus staatlichem Besitz abzusichern, schmeckt Monti und Rajoi überhaupt nicht. Notoperation ja, aber sie darf nicht weh tun und sie darf nichts kosten. Die Kreditsucht kann genau so schwierig zu entziehen sein, wie andere Abhängigkeiten.
wie Sie angesichts der Dreistigkeit des Club Med überhaupt noch so nüchtern und sachlich argumentieren können....

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dunnhaupt 29.06.2012, 02:14
9. Keine Hoffnung mehr für den Euro

Am erschreckendsten war für mich, wie sorglos diese Politiker mit der EZB umspringen, die doch eigentlich von der Politik völlig unabhängig sein sollte. Damit ist für mich das Ende des Euro bereits beschlossene Sache, denn ohne unabhängige Zentralbank kann keine Nation existieren, am wenigsten die Eurozone, die überhaupt keine nationale Basis besitzt, sondern völlig frei im Raum schwebt. Die EZB war bisher noch ihre einzige Basis.

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