Forum: Wirtschaft
EU-Prognose: Europas Atomstrom kommt bald aus Uraltmeilern
Oliver Berg/dpa

Dutzende AKW in Europa sollen nach dem Willen ihrer Betreiber weit länger laufen als geplant. Laut einer EU-Prognose werden solche Uraltmeiler 2030 gut die Hälfte des Atomstroms produzieren.

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esboern 18.05.2017, 14:09
20. Wir Deutschen

sollten die alten Atommeiler, vor allem die, die an unseren Grenzen stehen noch subventionieren, damit sie mögkichst lange laufen und dann zusammen brechen lassen.

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vantast64 18.05.2017, 14:12
21. Geiseln der Atomkonzerne und einer willfähigen Regierung

sind die Bürger, hier gefährdet durch die Radioaktivität,
dort gefährdet durch demokratische Autoabgase.
Zum Glück ist wenigstens die Würde der Menschen nicht angetastet
oder von unserer Regierung an die Konzerne verkauft, oder doch?
Staatsreligion ist die Anbetung des Goldenen Kalbs, genannt Profit,
dem alles untergeordnet wird.

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isegrim der erste 18.05.2017, 14:12
22. Wass passiert eigentlich mit Atomstrom, der produziert wird, aber den niemand kauft?

Ökostrom ist kaum teurer, also spricht eigentlich gar nichts mehr dafür, noch Atomstrom zu kaufen. Mache ich auch schon lange nicht mehr. Nur was passiert mit diesem, möglicherweise überflüssig produzierten Strom? Strom-Halden gibt es ja noch nicht.

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84erstudent 18.05.2017, 14:13
23.

@mrknowitall2

Nichts gegen einen sinnvollen Ausstieg sobald Alternativen vorhanden sind. Aber solang Temelin läuft aber Isar 2 abgeschaltet wird bewegt man sich in die falsche Richtung

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jupp78 18.05.2017, 14:19
24.

Zitat von Mardor
Der letzte neugebaute Reaktorblock, der in Deutschland ans Netz ging, war Neckarwestheim 2 im April 1989. Hier von "topmodern" zu schreiben ist da doch sehr gewagt, um nicht zu sagen: Unsinn.
Neckarwestheim 2 hat seit über 20 Jahren keine unplanmäßige Reaktorschnellabschaltung mehr gesehen. Zum Vergleich: Kein anderes Kernkraftwerk weltweit kommt auf 10 Jahre.
Es ist das mit Abstand das am störungsfreisten laufende Kraftwerk weltweit. Das würde ich durchaus als topmodern bezeichnen ;).

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Mittelalter 18.05.2017, 14:19
25. Naja -

Zitat von tatsache2011
Sie meinen, aus ideologischer Verblendung baut das Ausland neue AKWs mit teurer Technik für Milliarden Mehrkosten und werden nicht fertig. Die sind so blind und nehmen nicht die "sichere, moderne, deutsche AKW-Technik". ;-)
.. die Deutschen Kraftwerkshersteller haben sich aus dem Atomgeschäft zurückgezogen.
Nicht freiwillig und unter Verlust vieler Arbeitsplätze, und was weg ist kommt nicht mehr. Die vielen Neubauten weltweit finden nun ohne die Deutschen statt.
"Wir" haben dann so Technologie-Kracher wie Centrotherm, Q-Cells, Solarworld, SMA Solar, Conergy, Solon, Solar Millennium, Phoenix Solar.
Ach - jede Menge Windenergie-Betreiber, von Age Of Wind AG bis Windsolar AG sind auch schon pleite.

Wir werden zu einem Low-Tec-Land.

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spaceagency 18.05.2017, 14:20
26. Deutsche Spitzentechnologie

warum sollen deutsche AKW sicherer sein als andere? Weil sie deutsch sind? Oder weil die besonders transparente deutsche Politik dafür sorgt dass sie die besten sind? Wenn es, wie ich annehme, auch nur zu 5% so zu und her geht wie beim KBA, dann muss ich als Nachbar Deutschlands eher sagen, ich traue den deutschen AKW nicht. Es ist ja nicht nur eine Frage des Alters sondern auch der Wartung, der Kontrolle und der stetigen Modernisierung. Ich bin auch kein Freund von Atomstrom aber ich habe das andauernde deutsche Fingerzeigen zu jedem Aspekt so ziemlich satt und sehe nicht ein dass französische oder schweizer AKW schlechter sein sollen nur weil sie nicht deutsch sind. Am meisten traue ich den italienischen AKW. Warum? Weil Italien nach Tschernobyl als grosses G7 Industrieland per Volksentscheid alle 5 AKW abgeschaltet hat und nicht nur von Energiewende plappert.

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roughneckgermany 18.05.2017, 14:21
27. Paula

September 2010 wurde der Ausstieg vom Ausstieg bekanntgegeben. März 2011 folgte das Moratorium und Abkehr vom Wiedereinstieg. Was da jetzt überhastet sein soll, entschließt sich mir nicht. Kein einziger Konzern hat in diesen sechs Monaten auch nur ansatzweise in die AKW etwas investiert. Der Ausstieg ist richtig. Das sieht man ja jetzt an der gravierenden Müllproblematik. Das wird auch neben der Gewinnmaximierung der einzige Grund für die Betreiber (und natürlich auch Staaten) sein, um das weiter in die Zukunft zu verschieben.

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jupp78 18.05.2017, 14:21
28.

Zitat von isegrim der erste
Ökostrom ist kaum teurer, also spricht eigentlich gar nichts mehr dafür, noch Atomstrom zu kaufen. Mache ich auch schon lange nicht mehr. Nur was passiert mit diesem, möglicherweise überflüssig produzierten Strom? Strom-Halden gibt es ja noch nicht.
Den gibt es nicht. Wird zu viel Strom produziert, dann ist das Ergebnis das gleiche, wie bei zu wenig Strom. Das Netz bricht zusammen. Wie oft ist das in der jüngeren Vergangenheit passiert? Genau, daher ist es ein Märchen mit dem zu viel produzierten Strom.

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newbie99 18.05.2017, 14:24
29. Ein Dilemma

Hier zeigt sich ein Dilemma. Ich habe die Ausstiegs-Entscheidung damals vor dem Hintergrund der Geschehnisse in Japan ausdrücklich begrüßt. Dort ist kein UDSSR-Reaktor mit einer Technik zur Erzeugung von Material für Kernwaffen hochgegangen, sondern ein Reaktor des sicherheitsverliebten Hochtechnologielandes Japan. Die daraus resultierende 180-Grad-Kehrtwende in der politischen Bewertung eines Themas wie hier der "Kernenergie" durch eine Bundesregierung war ein extrem seltener, wenn nicht gar einmaliger Vorgang.

Aber so singulär sind die Folgen daraus natürlich nicht - gerade im hochvernetzten Europa. Wir können unseren europäischen Nachbarn nun nicht einfach vorschreiben, unserem Weg zu folgen. Vielmehr müssen wir akzeptieren, dass sie eine eigene Entscheidung treffen - einer, der die Bundesregierung damals einige Monate zuvor selbst noch gefolgt ist. Es hat aber auch zur Folge, dass um uns herum weiterhin AKW's betrieben werden und sich ihre Rentabilität infolge unseres Ausstiegs wohlmöglich sogar noch verbessert hat.

Eine perfekte Lösung wird es hier nicht geben. Per Saldo bin ich dennoch der Meinung, dass es richtig war, die nationalen Freiheitsgrade einer Energiepolitik dazu zu nutzen, aus der Atom-Technologie auszusteigen. Dass damit nicht alle Probleme automatisch gelöst sind, dürfte auch schon damals schon allen klar gewesen sein.

PS: Ich glaube weder an einer Risikofreiheit deutscher AKWs (oder einer hochgradigen Gefährdungslage durch alle AKWs außerhalb Deutschlands) noch an einer vermeintlichen alle Probleme lösenden Form der Energiegewinnung, die natürlich von bösen Mächten (wie der Mineralöl-Industrie) unterdrückt wird. So einfach ist die Realität halt nicht!

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