Forum: Wirtschaft
EU und Großbritannien: Neuer Handelspakt könnte zehn Jahre brauchen
REUTERS

Der britische EU-Botschafter schlägt in Alarm: Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU könnte es ein Jahrzehnt dauern, bis sich London und EU auf einen neuen Handelspakt einigen.

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marialeidenberg 15.12.2016, 14:44
30. Neben der wirtschaftlichen Verflechtung der Rest-EU mit dem UK

können die Briten noch mit einem ganz anderen Pfund wuchern:

Angenommen, die USA unter Trump entziehen den Europäern den nuklearen Schutzschirm, dann wäre außer der schwachbrüstigen Force der Frappe nur noch die britische Atomstreitmacht in der Lage, die Lücke zu füllen. Unsere Vettern jenseits des Kanals haben zwar auf entsprechende Sondierungen ablehnend reagiert, aber das würde ich auch machen, wenn ich etwas Großes zu verhandeln hätte.

Die großen Trümpfe hält man zurück, wenn man nicht als Verlierer da stehen will.

Das EU-Parlament bleibt zu Recht außen vor, denn hier geht es um wichtige Dinge.

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Adrianstein 15.12.2016, 14:47
31. Alarm ist immer gut , wenn man in die Schlagzeilen will !

.. werter Spiegel Online. Kann es sein, dass bei Euch jetzt nach den bekannten Personalveränderungen ein noch stärker parfumierter Wind für click baits weht ?
In Zehn Jahren also ungelogen , bis dahin Alarm , Webcam und Breaking News aus Brüssel. ? und Ballermann an der Themse oder von der EZB am Main ? Gibt es denn da den Euro in der heutigen Form noch ?
Ihr haltet mich doch stündlich auf dem Laufenden, ja ?

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schlaueralsschlau 15.12.2016, 14:57
32.

Zitat von Die gehörnte Ratte
vor jahren hat man auch gesagt die schweiz stirbt aus und wird wirtschaftlich am ende sein weil sie kein teil der ewg sein will und siehe das es gibt sie noch und es geht ihr sogar gut. fakt ist eine mehrheit der wähler hat für den brexit gestimmt, jetzt werden sie sagen die ein großer teil der gegner hat nicht gewählt. Das stimmt aber auch ein großer teil der befürworter hat nicht gewählt aber da sie nicht gewählt haben war ihnen die frage wohl auch nicht so wichtig dafür wählen zu gehen. auch das argument die alten verbauen den jungen die zukunft ist schwachsinn den wenn man den gedanken zuende denkt ist die einzige lösung ein 2 klassenwahlrecht. ... statt alles gleich als unmöglich zu erklären sollten sie sich auf den gedanken einfach mal einlassen, wenn wir das nicht immer mal wieder regelmäßig tuen würden hätten wir bis heute noch keine gleichbrechtigung von schwarzen und frauen.
Noch einmal: Die Schweiz ist Quasi-Mitglied, jedoch ohne Mitspracherecht. Nehmen wir jetzt mal die zehn Jahre (BG muss ja nicht nur neue Verträge mit der EU abschließen!). In diesen zehn Jahren wird kein Unternehmen auf der Insel investieren, da keine Klarheit herrscht wie sich alles entwickeln wird. Was das alles mit Schwarzen und Frauen zu tun hat erschließt sich mir trotz mehrmaligem Lesens nicht. Immerhin behaupten Sie die Zukunft zu kennen. Finde ich gut. Anscheinend gibt es dort dann auch keine Groß und Kleinschreibung mehr;)

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schlaueralsschlau 15.12.2016, 15:02
33.

Zitat von marialeidenberg
können die Briten noch mit einem ganz anderen Pfund wuchern: Angenommen, die USA unter Trump entziehen den Europäern den nuklearen Schutzschirm, dann wäre außer der schwachbrüstigen Force der Frappe nur noch die britische Atomstreitmacht in der Lage, die Lücke zu füllen. Unsere Vettern jenseits des Kanals haben zwar auf entsprechende Sondierungen ablehnend reagiert, aber das würde ich auch machen, wenn ich etwas Großes zu verhandeln hätte. Die großen Trümpfe hält man zurück, wenn man nicht als Verlierer da stehen will. Das EU-Parlament bleibt zu Recht außen vor, denn hier geht es um wichtige Dinge.
Sehr geehrte Maria Leidenberg,
ich weiß ja nicht auf welcher obskuren Seite Sie dieses Szenario gefunden haben, aber wer sollte uns angreifen? Und dann auch noch so, dass wir Atomwaffen einsetzen müssen? Übrigens hat die Atommacht Frankreich mehr Atomwaffen als GB. Selbst mehr sofort verfügbare. Die sind glaube ich noch nicht ausgetreten.

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willibaldus 15.12.2016, 15:03
34.

Ich habe den Eindruck, die meisten britischen Politiker sind gegen einen Brexit und hoffen, dass man ihnen in die auferlegte Aufgabe hineingrätscht.

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Vorsteuernachzahlung 15.12.2016, 15:17
35.

Zitat von Atheist_Crusader
Ich weiß ja nicht wo Sie diese Wahnvorstellungen hernehmen, aber GB geht es momentan nicht gerade blendend - und sie sind noch nichtmal ausgetreten. ...
Viel mag ich dazu jetzt nicht unter Bewies stellen. Allein ich könnte es, darf es aber nicht. Ich habe gute Kontakte nach London. Die packen da gerade alles andere, als die Koffer und auf Trump freuen sie sich auch, denn der mag die EU nicht und wird GB schon deshalb kultivieren. London wird wie eine Achse zwischen Russland, China und USA funktionieren, befreit von EU-Beschränkungen. Dass wir hier nur über das Kapital reden und nicht über die kleinen Leute ist daneben sicher klar oder? Weniger leitungsfähige Länder wie Norwegen und die Schweiz leben im Übrigen auch gut ohne EU-Mitgliedschaft. GB schafft das noch besser. Nur nicht den Unglauben an die EU verlieren. Umgekehrt wird ein Schuh daraus.

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RenegadeOtis 15.12.2016, 15:17
36.

Zitat von komatzu
es gibt genügend andere Länder die mit der eu handelsverträge haben. sucht halt einen raus und dann schreibt den ab. das dauert keine 2 Wochen aber wenn man natürlich die anderen also die eu Länder übervorteilen will ohne dass die das mitkriegen dann dauert das 10 Jahre da kennt sich sich so ein Botschafter schon aus
Sie haben eine sehr interessante Vorstellung von Handelsverträgen. Im Übrigen beinhalten alle Verträge mit Zugang zum Binnenmarkt auch die Personenfreizügigkeit. Daher wird "abpinseln" wohl nicht reichen, weil UK genau DAS nicht will.

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kumi-ori 15.12.2016, 15:17
37.

Zitat von Vorsteuernachzahlung
Sicher wird es länger als 10 Jahre dauern, wenn es irgendwelche Korinthenkacker zu Ende denken und machen lässt. Allerdings wird in diesen 10 Jahren viel passieren. Die normative Kraft des faktischen wird es regeln. GB wird sich ggf. zur Freihandelszone erklären und seine Geschäfte mit den USA, Russland und China ohne die EU machen. Das wird ein Spaß, nur nicht für die EU. GB geht es ja schon jetzt besser als vorher, während sich z.B. Irland gerade umguckt, wie die EU sich in die deals mit Apple fuscht. Da geht es lang und nicht bei dem, was in Jahren ist oder sein wird.
Das Faktische ist, dass auf der Insel nichts Vernünftiges wächst. Die Leute müssen also ihre Lebensmittel aus der EU kaufen. Es ist im Prinzip das Gleiche, wie mit dem Embargo seitens Russland, das die boykottierten EU-Waren heimlich kaufen muss, um nicht das Gesicht zu verlieren. Es gibt aber nur wenig, was wir aus Großbritannien kaufen müsse. Das gilt nicht nur für Lebensmittel. Twinings-Tee und McIntosh-Kaubonbons fallen mir ein.

Es wird also ein Zoll in der EU britische Produkte verteuern, umgekehrt wird es genauso sein, aber umgekehrt bleibt den Menschen nichts anderes übrig, als zähneknirschend teurer zu konsumieren.

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vera gehlkiel 15.12.2016, 15:23
38. @Watschn

Zitat von Watschn
Das heisst, das beide Seiten ein Interesse daran haben, eine Verständigung zustande zu bringen. Es kann gut möglich sein, dass GB einen kl. Obulus für die Teilhabe am EU-Binnenmarkt zahlen muss. Es kann aber auch sein, dass die EU eine Radikal-Steuersenkung in GB auf 17%, und damit eine Abwanderung der Wirtschaft vom Kontinent auf die Insel noch verhindern kann, mit der Konzession eines Verbleibs Grossbritanniens am Binnenmarkt... Wir werden sehen..
Sie übersehen, dass es keine "beide Seiten" mehr gibt, sondern nur noch vielfältigste Partialinteressen. Die "Globalisierung" macht eben aus, dass es keine speziell "britischen" Bankinteressen, Interessen einer sonderlich "britischen" Automobilindustrie, undsoweiter mehr gibt, die ingesamt zu einer in sich stimmigen Agenda so vereinigt werden könnten, dass eine britische Regierung in der Lage wäre, das alles gemeinsam als gewissermassen "die britischen Interessen" gegenüber der übrigen Welt zu vertreten. Das ist Denken in alten Kategorien der Nationalstaatlichkeit, also heutzutage nur noch eine (hoffentlich passagäre) Fieberphantasie der Neo-Nationalisten. Der gemeinsame Nenner, die Eichmarke für alles, ist der Weltmarkt. Natürlich kann man durch Selbstverramschung versuchen, da eine Gegentendenz in Gang zu setzen, damit würde man aber vielfältige Wechselwirkungen auslösen, deren Folgen durch Mitspieler mit mehr Volumen natürlich viel besser aufzufangen sind. Man sieht Ramschläden oft in den Fussgängerzonen auftauchen und auch wieder verschwinden. Länder, die sich so verhalten, werden so ähnliche Nachhaltigkeitsprobleme bekommen. Aber Farages Resterampe-Welt wird es mit einer Theresa May nicht geben.

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RenegadeOtis 15.12.2016, 15:24
39.

Zitat von klausvonallen
In zehn Jahren wird die EU politisch am Ende sein, die USA ihre Vormachtstellung an China verloren haben und Russland Hegemon in Eurasien sein. Dann brauchts kein Verhandlungsergebnis mit den Briten mehr.
Ich glaube ich handle nicht zu gewagt, wenn ich dagegen wette. Gerade mit Russland.

Das momentane BIP von Russland beträgt 95% des BIP von Italien, 71% des BIP von Frankreich und 53% des BIP von Deutschland. Allein wirtschaftlich ist Ihr "Eurasien-Hegemon" eher ein uninteressanter Fleck. Wahrscheinlicher ist, dass Russland bis dahin die Tankstelle Chinas wird - die haben nämlich jetzt schon ungefähr 500% des BIP von Russland. Tendenz stark steigend.

Und wir sind uns wohl einig, dass neben einem nuklear-militärischen Eingreifen nur die wirtschaftliche Macht eine Hegemonialstellung definiert, oder?

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