Forum: Wirtschaft
Euro: Ein echter Föderalismus für Europa

Die Griechenlandkrise hat den Streit über die Zukunft der EU und des Euro offengelegt. Ein echter Föderalismus wäre das Gegenteil von Wolfgang Schäubles Vision - und würde ökonomisch funktionieren. Es wäre ein fundamentaler Schritt.

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forsell 03.08.2015, 19:51
100. Die Notwendigkeit der Nichtnotwendigkeit...

Zitat von Bondurant
In Wirklichkeit haben wir es hier mit echter Tragik zu tun. Die Kriegsgeneration (Schmidt und noch Kohl) glaubte, mit dem Euro die Einheit Europas erzwingen zu können. Tatsächlich hat sie einen Spaltpilz gezüchtet, der das jetzt schon morsche Tragwerk der europäischen Einheit bald zum Einsturz bringen wird. Man erreicht also das, was man verhindern wollte, eben durch die zwecks Verhinderung ergriffenen Maßnahmen. Wie gesagt, tragisch.
Dazu fällt mir nur noch aus dem letzten Kolumne-Beitrag von G. Diez ein:

"Reformen: Das Wort der Nullerjahre. Die Reform impliziert, dass es etwas gibt, das verdient, verändert zu werden. Die Veränderung selbst liefert die Begründung für das, was verändert werden soll. Man könnte das einen Zirkelschluss nennen. Reformen sind das Gegenteil von Revolutionen, sie sind dazu da, diese zu verhindern. Das Wort ist also gleichzeitig positiv besetzt und wertneutral. Ein Widerspruch, der das Wort attraktiv macht für den heutigen Politikerdiskurs."

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LouisWu 03.08.2015, 19:56
101.

Zitat von Der unheimliche Hulk
...Ich kann auch die Nationalen nicht verstehen. Deutschland als autonomer Staat kann gegen die USA, China und Indien auf Dauer keinerlei Relevanz mehr haben. Europa schon. Kleinstaatelei funktioniert einfach nicht mehr - auch wenn genau das der Deutschen Seele entspricht.
Tatsächlich nicht? Die Schweiz z.B. und Norwegen funktionieren prächtig, Relevanz hin oder her. Und was soll "Relevanz" in der Beziehung eigentlich bedeuten? Machtspielchen gegen Länder, die die schlappe EU - ob mit oder ohne Einheit - lächelnd an die Wand schieben, weil sie wissen, dass die EU-Bürger im Grunde alles Weicheier sind, die einen offenen Konflikt immer und unbedingt vermeiden werden?
Den Bürgern reicht schon heute die EU-Bürokratie mit ihren irren Vorgaben über unsere Köpfe hinweg. Es sollte nicht mehr, sondern wieder weniger EU geben...

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luny 03.08.2015, 19:57
102. Unterstützung

Zitat von ekel-alfred
Wissen Sie, was das Beste für Europa wäre? Jeder Staat hat wieder seine eigene Währung. Das hat vorher wunderbar funktioniert und würde es auch wieder tun. Schluß mit diesen ökonomischen Experimenten aus den Büchern der Gelehrten. Man kann verschiedene Kulturen nicht unter eine Währung pressen. Das hat nie funktioniert und das wird nie funktionieren. Begreift das doch endlich mal.
Hallo Ekel-alfred,

Ihren Beitrag unterstütze ich.

Die EWG mit eigenen Währungen hat prima geklappt.

Ab dem Zeitpunkt ging es dann steil bergab.

Allerdings steht zu befürchten, daß das "EUR-Experiment"
erst beendet wird, wenn es kein EUR-Land mehr gibt,
das diesen EUR-Wahn noch finanzieren kann.

Es wäre Zeit, einmal die gemeinen EUR-Bürger zu fragen,
ob sie eine Zentralregierung in Brüssel und eine
dauerhafte Transferunion überhaupt WOLLEN.

Sie sind es, die zur Kasse gebeten werden.

LUNY

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querdenker1964 03.08.2015, 20:01
103. Herr Münchau

jetzt endlich haben Sie Ihre wahre Begabung gefunden. Statt lächerliche Kolumnen zu schreiben, tummeln Sie sich nunmehr in einem ganz anderen literarischen Bereich- dem der Science Fiction. Wie bei Ihrem Kollegen Augstein erscheint dabei der Wunsch der Vater des Gedankens zu sein, leider völlig losgelöst von der Realität. Von dieser Sichtweise aus betrachtet ist SPON jetzt für mich so etwas wie politisches Kabarett- allerdings unbeabsichtigtes.

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v.papschke 03.08.2015, 20:09
104. Das ist

eine ganz ferne Zukunftsmusik über die man, wenn alles vernüftig geregelt ist reden sollte. In der gegenwärtigen völlig verfahrenen Situation sollten andere Dinge im Vordergrund stehen. Aber fantasieren kann man ja mal.

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luny 03.08.2015, 20:14
105. Fehler

Zitat von Spiegelkritikus
Die große Frage freilich ist, warum man diese gescheiterte Eurozone überhaupt "retten" soll, zumal die Erfolgsaussichten langfristig eigentlich gleich null sind und der Euro Europa immer mehr spaltet und schadet.
Hallo Spiegelkritikus,

vielen Dank für Ihren fundierten Beitrag.

Das Hauptproblem, warum die "Dauerrettung" mit
"Dauertransfers" weitergehen MUSS, ist die amtierende
selbsternannte politische "Elite".

Es traut sich doch niemand, sich vor das gemeine Volk
zu stellen und zu sagen:

"Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

es tut uns ja SO leid und WER hätte das denn ahnen
KÖNNEN, aber die ganzen vielen Steuermilliarden, die
wir als Bürgschaften/Kredite vergeben haben, sind
leider FUTSCH, unwiederbringlich verloren!"

Das geht nicht. Unsere selbsternannte politische "Elite"
macht keine Fehler!

/Ironie aus.

LUNY

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global_architect 03.08.2015, 20:16
106. Eine noble Idee

Die Kritik hier verstehe ich nicht. Die Idee der Vereinigten Staaten von Europa ist gewiss eine noble! Ich würde sagen wir sind noch 1, 2 Generationen entfernt bis diese Idee salonfähig wird.

Tatsache ist nämlich, dass der Europäer im Einzelnen (sprich Deutscher, Italiener, Franzose, Spanier, etc) mehr als die meisten, sich von Gott höchstpersönlich auserwählt fühlt. Bis wir diese Arroganz durchbrochen haben werden noch ein paar Jahre ins Land gehen!

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kraus.roland 03.08.2015, 20:17
107. Münchau verdient Beachtung..

..und nicht das chauvinistische Geschwurbel der Stammtische. Seinen Vorstellungen stehen zwei Aspekte von EU und D entgegen: die demokratischen Entscheidungsprozesse sind bis heute sorgfältig verhindert worden! Allein die Unzulänglichkeiten des Vertrags von Maastricht haben zahlreiche qualifizierte Kritiker auf den Plan gerufen, die weitgehend unbeachtet blieben. Und was die föderale Republik hierzulande angeht, so wird ihr gerade coram publico die rechtsstaatliche Demokratie unterm Hintern weggezogen. Und die kritischen Warner dokumentieren fassungslos ihren eigenen Untergang. Der Beifall von Muttis Untertanen ist nicht zu überhören!

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brotherandrew 03.08.2015, 20:28
108. Das ist ...

Zitat von luny
Das Hauptproblem, warum die "Dauerrettung" mit "Dauertransfers" weitergehen MUSS, ist die amtierende selbsternannte politische "Elite".
... sicher falsch. Der Hauptgrund ist, daß man dann sehr schwerwiegende und langfristige negative wirtschaftliche und soziale Folgen für Europa befürchtet. Und weil man die Idee des geeinten Eurpas nicht drangeben möchte.

Alle diejenigen, die sich für eine Abschaffung des Euro aussprechen, sollen mir erst mal vorrechnen, wie das geht.

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alaf 03.08.2015, 20:29
109.

Zitat von karend
Yup, vor allem Polen profitiert von der EU und den milliardenschweren Zahlungen.
Stimmt, ist die EU ein zusammengekaufter Apparat. Nach dem Füllhornprinzip. Griechenland hat >130 Milliarden von 1993-2008 konsumptiv verbrannt. Aufs BIP bezogen jährlich größere Beträge, als der mythisch überzeichnete Marshall-Plan.

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