Forum: Wirtschaft
Euro-Gipfel: Jetzt müssen die Banken bluten

Europas Geldkonzernen stehen harte Zeiten bevor: Beim Krisengipfel haben die Euro-Staaten den Banken einen Schuldenerlass für Griechenland und strengere Kapitalvorschriften verordnet. Für einige Institute könnte das richtig teuer werden.

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solonas 28.10.2011, 19:36
280. Rechenkünste

Zitat von color106
Es entsteht plötzlich Wertberichtigungsbedarf, der um ein Vielfaches höher als die je zuvor daran verdienten Zinsen ist.
Ich verstehe nicht genau, wie hoch denn der Wertberichtigungsbedarf ist. Das hätte ich dann doch etwas konkreter, vielleicht mit einem einfachen Beispiel.
Bekommen die Besitzer der griechischen Staatasanleihen jetzt gar keine Zinsen mehr? Oder müssen Sie sogar draufzahlen, wenn der Wertberichtigungsbedarf um ein Vielfaches höher als die bis dahin eingenommenen Zinsen ist? Und an wen?
Bis ich das verstanden habe, sind Ihre Behauptungen erstmal für mich sehr gewagt.

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Fricklerzzz 31.10.2011, 11:34
281. Das Gegeteil ist der Fall

Zitat von sysop
Europas Geldkonzernen stehen harte Zeiten bevor: Beim Krisengipfel haben die Euro-Staaten den Banken einen Schuldenerlass für Griechenland und strengere Kapitalvorschriften verordnet. Für einige Institute könnte das richtig teuer werden.
Die bekommen doch Geld und müssen keins zahlen, so ist halt der Kapitallismus, wer sein Geld unsolide in Bananenrepublikanische Staatsanleihen anlegt verliert es.

Es ist doch egal wer der Schuldner ist, er wird in die Insolvenz getrieben und abgewickelt fertig ist der Lack.
Blos weil sie selbst jetzt die Verlierer sind sollen die Bänker mir leid tun, kein Stück, die sollten mal die Vorzüge von Harz4 studieren, dann verlieren sie etwas von ihrer Arroganz.

Wenn Sie selbst die Abwickler sind sie doch auch gnadenlos, also habensie auch keine Gnade verdient.

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Arion's Voice 31.10.2011, 14:01
282. 1 und 2

Zitat von interessierter Laie
Das meiste Geld haben große Fonds die z.B. kleinen Leuten hier oder anderswo eine Rente zahlen. Und ich denke wenn ihre Rente betroffen ist, wünschen Sie sich auch keine demokratische Abstimmung darüber, was damit passiert. Es ist nämlich ihr Geld!
Es ist prozentual vor allem das Geld der reichsten Deutschen. Nicht immer mit der-Omma-ihr-klein-Häuschen kommen. Das lenkt nur ab. Wichtiger Unterschied: in einer Demokratie hat jeder eine Stimme, im Kapitalismus wird mit Geld abgestimmt - wer am meisten hat, hat am meisten Einfluss. Soll heißen: wenn es um meine Rente geht, dann bestimmen darüber die Marktteilnehmer mit dem meisten Kapital, denn die geben die Richtung vor. Und diese Marktteilnehmer interessieren sich nicht für meine Belange.

Zitat von interessierter Laie
Richtig! Aber die Gesellschaft hat sich in diese Situation manövriert, genauso wie es zu früheren Zeiten Kaiser und Adlige getan haben. Solange der Staat sein eigenes Geld (Steuergeld) für die Erledigung seiner Aufgaben verwendet ist alles paletti. Wenn er dafür aber auf fremdes Geld angewiesen ist, kann man dem Geldgeber eine gewisse Mitsprache nicht verweigern. Und ein Rechtsstaat kann auch niemanden zwingen ihm das Geld zu geben...
Ok. Der Staat sollte keine Schulden machen. Von mir aus völlig in Ordnung. Aber genau darin liegt ja das Problem: dass Kapital zu wenig besteuert wird. Die Einkünfte aus Kapital liegen exorbitant höher als die aus herkömmlicher Arbeit. Trotzdem werden vor allem Löhne und Gehälter besteuert. Ist doch völlig unsinnig. Und das ist nur ein Beispiel.

Ein Sozialstaat funktioniert nur dann, wenn auch tatsächlich die Starken die Schwachen mittragen. Wenn immer mehr Geld von der Mittelschicht genommen wird und die Oberschicht entlastet oder sogar subventioniert wird, dann kann das natürlich nicht mehr funktionieren.

Und das ist momentan der Stand.

Also: zwei Möglichkeiten.

Sozialstaat auflösen oder Steuerreform und damit Reiche stärker besteuern. Geht beides. Nur die Frage, was man will. Ich will den Sozialstaat und die Demokratie erhalten.

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