Forum: Wirtschaft
Euro-Inflation: Die Schummel-Argumente deutscher Ökonomen

Es gibt linke Ökonomen, und es gibt rechte - in Deutschland eher nur rechte. Unter diesen hat sich in den letzten Jahren eine Tendenz zu intellektueller Korruption ausgebreitet.

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hergen.heinemann 04.12.2015, 16:19
40. Was ist die relevante Inflationsrate?

Man will doch nur deshalb eine negative Inflationsrate vermeiden, weil dann zu befürchten wäre, dass Konsumenten ihre Konsum wünsche in die Zukunft verschieben, weil sie hoffen, dass sie dann billiger zum Zuge kommen. So weit, so gut. Man sollte aber die Benzinpreise aus der Berechnung der Inflationsrate heraus lassen, weil erstens wohl kaum jemand seinen Tank erst in 6 Monaten füllen wird in der hoffnung auf dann billigeres Benzin; und weil zweitens die Benzinpreissenkung ein einmailiger Effekt ist, der in der Zukunft keinen Beitrag mehr leisten wird zur Absenkung der Inflationsrate.
Da dies nicht so gehandhabt wird von der EZB, muß man vermuten, dass die EZB anderes im Sinn hat als eine Inflationsrate von knapp unter 2 Prozent. Was könnte einem dabei anderes in den Sinn kommen als die Finanzierung hochverschuldeter und hochdefizitären (mediterraner) Staaten?
Nichts war naiver als zu glauben, die EZB-Direktoriummitglieder würden bei ihren Entscheidungen ihr Heimetland vergessen.

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Bondurant 04.12.2015, 16:20
41. Popanz Deflation

Zitat von hergen.heinemann
Man will doch nur deshalb eine negative Inflationsrate vermeiden, weil dann zu befürchten wäre, dass Konsumenten ihre Konsum wünsche in die Zukunft verschieben, weil sie hoffen, dass sie dann billiger zum Zuge kommen.
Wenn das so wäre, könnte man aktuell weder PCs noch Smartphones verkaufen. - Tatsächlich wird die Furcht vor der Deflation von Groschuldnern genährt, die auf die Inflation zwecks Verbindlichkeitsabbau gesetzt hatten. Diese Spekulanten wollen nützliche Infaltion erzwingen, dem "kleinen Mann" zum Nachteil.

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APO 04.12.2015, 16:26
43. Inflation, was ist das?

Sie würden Ihrer Leserschaft eine großen Gefallen tun, wenn Sie uns gelegentlich darüber aufklären, wie die Inflation in Deutschland und in den wichtigen anderen EU-Staaten gemessen wird.

Den größten Teil meiner Rente muß ich für die Miete und für die Nebenkosten ausgeben. Insbesondere Miete und Strom sind aber sehr stark gestiegen und nach meinem Eindruck deutlich über der gemessenen Inflationsrate und meiner Rentensteigerung.

Wird das im Warenkorb entsprechend gewichtet?

Miete und Nebekosten werden monatlich fällig, einen Computer, oder eine Waschmaschinen kauft nur alle paar Jahre.

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einzigerwolpertinger 04.12.2015, 16:31
44. Es sollten deutsche Professoren

ernsthaft darüber nachdenken, Münchau zu ihren Stammtischen zuzulassen.
Das könnte bei demselben zu einer Erkenntnisinflation und zu Erweiterung seines Horizonts führen und zur Frage, was geschehen wird, wenn die Inflation à la Draghi und Münchau ans Laufen kommt?
Es könnte auch von Vorteil sein, einen Blick auf Japan zu werfen.
Vor allem aber würde seinen Beiträgen die zunehmende Langeweile ausgetrieben.

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Flugor 04.12.2015, 16:34
45.

Zitat von kompetenzfabrik
Wenn ich das richtig verstanden habe ist ein wesentlicher Anteil an der niedrigen Inflation auf die sinkenden Benzinpreise zurück zu führen. Also einfach die Steuern auf Treibstoff erhöhen und die Inflation steigt. Die Zusatzeinnahmen kann man Menschen geben, die ihr Geld tatsächlich ausgeben müssen oder in Infrastruktur investieren - und nicht die Reichen immer noch reicher machen.
Zu kurz gedacht:
Höhere Benzinpreise sind -ähnlich wie eine höhere MwSt- massenwirksam und verlagern entweder nur wozu man das Geld ausgibt, oder sie senken nur die Kaufkraft.
Ihr Vorschlag würde also der Masse Kaufkraft entziehen um sie dann durch Umverteilung der Masse wieder zuzuführen.
Sinnvoller ist es hingegen jene Anreize abzuschaffen, weshalb Menschen "Geld für's Alter" sparen:
Beispielsweise über eine durch alle Einkünfte finanzierte Umlagerente, bei der man -in engen Grenzen- Rentenpunkte nachkaufen kann.

Denn so bleibt Geld im Umlauf und es wird verhindert, dass "gespartes Geld" letztendlich woanders verringerte Einnahmen sind.
Denn des einen Ausgaben sind des anderen Einnahmen.
"Geld für's Alter sparen" wirkt also deflationär, sofern die zugehörige Sparquote nicht durch eine (bonitätssenkende) Neuverschuldung kompensiert wird...

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karl.kunze76 04.12.2015, 16:43
46. Verbotene Staatsfinanzierung

Herr Muenchau bleibt eine Rechtfertigung schuldig warum er die EZB-Politik als wichtiger einschaetzt als die Rechtssicherheit. Denn die derzeitige EZB-Politik ist voelkerrechtswidrig, da sie auf verbotener Staatsfinanzierung basiert. Warum uebergeht Herr Muenchau dies. Wichtige Staatsrechtler wie z.B Kirchhoff, Prof. Kerber u.v.m. haben dies schon angeprangert.

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Racer77 04.12.2015, 16:45
47. Da fehlt aber in Wikipedia was

Zitat von pom_muc
Münchhausen sollte mal seine Hausaufgaben machen! "Der Rat der Europäischen Zentralbank definiert Preisstabilität „als Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindexes (HVPI) für das Euro-Währungsgebiet von unter 2 % gegenüber dem Vorjahr.“" https://de.m.wikipedia.org/wiki/Preisniveaustabilität Die 2% sind kein angestrebter Zielwert sondern eine Obergröße die nicht überschritten werden soll.
Da fehlt dann in Wikipedia meines Wissens ein kleiner Teilsatz, der Munchaus Argumentation nicht ganz so absurd erscheinen lässt.

Denn meines Wissens heißt es in der Defintion, dass der Anstieg des HVPI unter, ABER NAHE BEI 2% liegen soll.

Damit sind die 2% ein Zielwert, der nicht überschritten, abr auch nicht für längere Zeit massiv unterschritten werden sollte. Daher ja auch Zielwert und nicht Obergrenze. Nur ist eine überschreitung als bedenklicher angesehen als eine leichte Unterschreitung.

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MIFFS 04.12.2015, 16:51
48. 19. Wohl angemerkt!

Das ist vollkommen richtig!
Falsch ist jedoch Inflation mit Preisniveaus gleichzusetzen.
Preisniveaus sind immer auf Zielgruppen fixiert, sprich: Ein HartzIV-Empfänger erlebt eine andere Geldentwertung als ein Mittelständler oder ein Bankvorstand.
Inflation hingegen richtet sich zweifellos nach der Geldmenge (doppelte Menge => halber Wert), modifiziert um eine dubiose Umlaufgeschwindigkeit (die unterschiedlich betrachtbar ist) und unterliegt abhängig von Doktrinen zähen Verharrungskräften (Ein Schlusendollar bleibt ein Schlusendollar und eine Reservewährung ist auch extrem schwerfällig).
Depotisierung von großen Geldsummen oder Anlagen in inflationsunrelevanten Bereichen verschleiern das Bild weiterhin.
Wer daraus Vorteile zieht ist klar, der Souverän (=Bürger) ist es jedenfalls definitiv NICHT!

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c.weise 04.12.2015, 16:54
49. Sie haben nicht verstanden, Herr Münchau!

Sie argumentieren auf der Grundlage falscher Prämissen. Die Inflation ist eher 6% als 0,1% und wird zu niedrig ausgewiesen, um ein Wachstum des Bruttosozialprodukts zeigen zu können. Die EZB kümmert sich auch nicht wirklich um die Geldentwertung, weil es nicht ihrem eigentlichen Zielkatalog entspricht. Wenn sie es täte, würde sie ihr Ziel auch erreichen. Stattdessen ist sie um die Stabilisierung und Erhaltung des Bankensystems (warum schreibt der Spiegel Autokorrektor nur immer "Bandensystem?) bemüht. Diese Aufgabe erfüllt sie hervorragend und zur vollen Zufriedenheit der Aktionäre der Banken.

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