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Euro-Krise: Oberster Steuerfahnder geißelt Zahlungsmoral der Griechen
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"Zahlt endlich Steuern!", forderte IWF-Chefin Lagarde von den Griechen - und provozierte einen Sturm der Entrüstung. Nun gibt ihr der griechische Fiskus Recht: Dem Staat entgingen pro Jahr bis zu 45 Milliarden Euro, moniert Athens oberster Fahnder. Die Hälfte würde reichen, um die Schuldenkrise zu lösen.

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theo92 08.06.2012, 11:34
180. Es geht um den Ton

Natürlich gibt es in Griechenland ein Steuerfluchtsproblem, vorallem die Reichen drücken sich davor Steuern zu zahlen. Dies rechtfertigt jedoch nicht in einem solchen Ton, wie Lagarde, über die Griechen herzuziehen und ein ganzes Volk als Sündenbock darzustellen. Die meisten (armen) Griechen zahlen mehr Steuern als sie können. Eine Rhetorik die auf solche weise Hass schürt zwischen den Ländern Europas und dann auch noch an so hoher Stelle ist und bleibt zu verurteilen und ist das Letzte was es in dieser Krise braucht.

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Ghanima22 08.06.2012, 11:34
181.

Zitat von klaus meucht
Griechenland hat kein Druckmittel. Griechenland ist zu unbedeudent. Aber der Euroraum insgesamt ist für die Schweiz bedeudent. Das wäre der Vorteil einer grossen Währungsunion. Wenn der gesamte Euroraum auf Schweiz Druck macht, dann müssten die Schweizer mit griechischen Kunden genauso umgehen wie mit Kunden aus der USA.
Das ändert aber nichts an griechischer Steuerhinterziehung. Das Geld wird dann statt von den Schweizern dankend von den Briten angenommen. Aber vielleicht geht ja D. mit einem praktischen Schritt vorneweg und verbietet Griechen den Erwerb deutscher Staatsanleihen aus unversteuertem Vermögen.

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berner_bär 08.06.2012, 11:35
182. Dieser "Nebenefekt" des ...

... Eurostützens ist gemäss Packungsbeilage SNB eine der Nebenwirkung!

Zitat von Ghanima22
...indem Sie frisch gedruckte Franken gegen Euros verscherbelt und damit ganz nebenbei den Euro stützt. Sie tut seit September letzten Jahres was dagegen. Unbegrenzt Franken drucken um damit das 1.20 Cross zu verteidigen. Sie könnte diese Reserven in einem Fond dazu zu benutzen, änlich wie das andere SWF auch tun, um damit Assets im Euroraum zu erwerben.
Ich erwarte von der SNB dass sie den Kurs von 1.20 hält. Ich erwarte auch von der Nationalbank dass sie nicht einfach hirnlos Franken mit Drachmen, pardon Euros verbratet, sondern alles dran setzt nicht Milliarden in den Sand setzt. Wovon ich ganz ehrlich gesagt überhaupt nicht überzeugt bin.

Ich finde das Vorgehen der SNB völlig legitim, würden nämlich andere Währungen, vorab der Dollar dasselbe tun, und nicht noch gegen den Euro agieren, dann sähe manches auch besser aus!

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Spiegelkritikus 08.06.2012, 11:37
183. Unerträgliche Heuchelei der Eurokraten

Zitat von sysop
"Zahlt endlich Steuern!", forderte IWF-Chefin Lagarde von den Griechen - und provozierte einen Sturm der Entrüstung. Nun gibt ihr der griechische Fiskus Recht: Dem Staat entgingen pro Jahr bis zu 45 Milliarden Euro, moniert Athens oberster Fahnder. Die Hälfte würde reichen, um die Schuldenkrise zu lösen.
Nächster Akt in der unsäglichen griechischen Groteske: Inzwischen erkennt auch Brüssel, was die Spatzen seit Jahren von den Dächern pfeifen, dass Griechenland aufgrund seiner Korruption ein massives Einnahmeproblem hat. Die Finanz- und Wirtschaftsoligarchie ist weitgehend steuerbefreit, milliardenschwere Reeder und die reiche Kirche sind komplett befreit.
Die einzige Partei, die im Unterschied zu Pasok und ND nicht korrupt ist, heisst Syriza. Tsipras will genau dieses Einnahmeproblem beseitigen und die bisher "unberührbaren Reichen" angemessen zur Finanzierung des Gemeinwesens heranziehen. Doch er und seine Partei werden von den vereinten europäischen Finanz- und Wirtschaftseliten mit allen Mitteln bekämpft, auf dass er ja nicht an die Macht kommt. Der Grund ist ganz einfach: das griechische Beispiel könnte Schule machen und das wollen die faktisch Herrschenden natürlich keinesfalls.

Das Volk wird von ihnen bzw. der EU regelrecht erpresst, damit sie ihre alten Peiniger von Pasok und ND wählen, die sich konform verhalten: Wollt ihr im Euro bleiben, dann dürft ihr nicht Syriza wählen!
Es ist unsäglich, mit welcher Heuchelei die Eurokraten vorgehen und man kann nur hoffen, dass die Griechen sich nicht allzusehr beirren lassen!

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Philanthrop 08.06.2012, 11:37
184. Nichts verstanden ...

Wenn ich mir die Kommentare hier so ansehe, dann haben die meisten den Artikel anscheinend nicht verstanden. Es ist die "unberührbare Elite", die keine Steuern zahlen, nicht etwa die Normalbürger. Das ist bei uns aber genauso. Weshalb also diese Empörung?

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m.breitkopf 08.06.2012, 11:38
185. Frustrierend

Es kann doch nicht sein, dass man der reichen Griechen, die ihre Steuern nicht zahlen, nicht habhaft wird. Entsprechende Gesetze müssten nicht nur in Griechenland sondern EU-weit verschärft werden, Recherchen intensiviert, Haftbefehle beantragt und Auslieferungsanträge gestellt werden. Diese Leute, die ihr Land und die gesamte EU an den Rand des Abgrundes gebracht haben, dürften keine einzige Nacht mehr ruhig schlafen können. Unbegreiflich auch, dass man parasitäre "Staaten" gewähren lässt, diesen Steuerflüchtlingen Unterschlupft zu bieten um sich an ihnen und ihrem geraubten Geld eine goldene Nase zu verdienen.

Wenn die EU es nicht schafft ihre Reichen dazu zu bringen Steuern zu zahlen wie jeder andere auch, dann pfeiff' ich auf diese EU.

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nesmo 08.06.2012, 11:38
186. Rein rechnerisch

hat der griechische Finanzbeamte recht. 10 jahre lang nur 50 % der hinterzogenen Steuern macht schon 225 Milliarden, und die Griechen hätten heute keine Schulden mehr.
Aber wie jede Rechnungshofprüfung zeigt, wird in der Verwaltung überall auf der Welt und unabänderlich Geld verschwendet. 50 % der hinterzogenen Steuern einzutreiben bzw. dies zu verhindern ist allgemein schwer. Allerdings ist die Ausgangsbasis in Griechenland wohl so, dass nicht nur ein (kleinerer) Teil der Wohlhabenden Steuern hinterzieht, sondern fast alle und jeweils im hohen Ausmaß. Das ist wohl das besondere an Griechenland. Und der Staat hat zwar enorm viele Beamte, aber eine völlig unfähige Steuerverwaltung.
Dies ist unbestreitbar sehr speziell griechisch und muss von den Griechen schnellstens geändert werden

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kleinzack 08.06.2012, 11:44
187. Die Frage ist wieso die keine Stuern zahlen

Für die zwei Antworten muß man die Geschichte Griechenlands kennen.

Es fängt an mit Odysseus, dem Listenreichen, dem Erfinder des Pferdes zum gewaltlosen Eindringen in militärischen Festungen wie z.B. Troia) . Dieser Mann ist Unterrichtsstoff schon bei den kleinen griechischen Elementarschul-Piefkes; er ist als Ausbund der Cleverness der Nationalheld aller Griechen. Eigentlich überflüssig zu erwähnen: bei der Steuerverkürzung, - hinterziehung- und vermeidung steht er Pate.

Die Geschichte geht weiter in die über 400 jährige Besetzung, Ausbeutung und Unterjochung des Landes durch die Türken. Die wollten natürlich viel aus dem Land an Steuern herausholen und da hat man natürlich nicht mit Begeisterung mitgespielt. Als die Griechen sich befreit haben von dieser blutsaugerischen Fremdherrschaft (1821), haben sie dann einen König gebraucht und einen aus Deutschland, genauer gesagt aus Bayern einen gewissen Otto importiert. Dieser König und alle seine Nachfolger haben sich dann immer wieder Importbräute aus den europäischen Fürsten häusern geholt, die (wie die türkischen Importbräute heute in Deutschland) ihren Kindern die griechische Sprache auch nicht viel näher bringen konnten, so daß das Königstum immer ein Fremdkörper geblieben ist. . Der Unterschied zur türkischen Fremdherrschaft war nur ein gradueller. Was natürlich für die Steuermoral ganz schlecht war. Wieso für eine solche Staatsform Steuern zahlen?

Den König hat man mal in den sechziger Jahren davongejagt, aber die neuen Machthaber - Sozis wie Konservative - haben natürlich das gemacht, was man schon immer praktiziert hat: sich selber reich gemacht. Man ist ja in Sachen Korruption - ein Erbstück osmanischer Kultur (nachdem es sonst außer dem Kaffee und dem Baklava-Süsszeug nichts gibt) - seit langem geübt.

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nil75 08.06.2012, 11:44
188. soso

Zitat von sysop
Nun gibt ihr der griechische Fiskus Recht: Dem Staat entgingen pro Jahr bis zu 45 Milliarden Euro, moniert Athens oberster Fahnder. Die Hälfte würde reichen, um die Schuldenkrise zu lösen.
Aber die reichen Reeder, die dürfen ihr Kapital mit ideologischer Unterstützung der IWF ("Steuervermeidungswettbewerb") ins Ausland bringen und irgendwo global mobil unversteuert aufbewahren... bei dieser Art von Steuerflucht haben die grössten Eigner der IWF die Nase vorn als Tax Havens: USA, GB..

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sprechweise 08.06.2012, 11:45
189.

Solange die Griechen nicht klar sagen z.B. am 17.6., dass endlich Ende mit dem Schlendrian ist und sie sich AKTIV an der Lösung selbst verschuldeter Probleme beteiligen,

Solange macht es keinen Sinn weiter Geld in Griechenland zu stecken

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