Forum: Wirtschaft
Euro-Krise: Spanien macht weit mehr Schulden als geplant
REUTERS

Spanien hat sein Defizitziel klar verfehlt: 2011 hat das kriselnde Euro-Land neue Schulden in Höhe von 8,5 Prozent seiner Wirtschaftsleistung gemacht - weit mehr als geplant. Auch in diesem Jahr scheint die angepeilte Marke bereits jetzt nicht mehr erreichbar.

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Snowfox 27.02.2012, 23:46
20.

Das Lustige ist ja, dass jedes Land Schulden hat und deswegen gezwungen ist zu sparen. -_-

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Trouby 27.02.2012, 23:48
21. .

Ach, meine Güte, so viele Verschwörungstheorien auf einmal.
Eigentlich ist es total simpel: Anfang der 90er Jahre hatten Griechenland, Spanien und teilweise auch Italien (südlich von Rom) ein Wohlstandsniveau, das recht deutlich unter dem des durchschnittlichen Mitteleuropäers lag. Entsprechend sahen Straßen und Schulen aus.

Durch den Euro hat man die Bevölkerung mit billigen Schulden schnellstmöglich auf ein Niveau gehoben, das ähnlich dem deutschen ist (gleichzeitig ist in D Geld für Schulen und Straßen verloren gegangen). Also eine gewisse Angleichung der Lebensbedingungen. Gleichzeitig ist die Steuerstruktur aber ungefähr auf dem gleichen Niveau geblieben.

Durch die Finanzkrise wurde nun sehr drastisch beschleuningt, was ohnehin gekommen wäre: Die Zinsen für weitere Schulden stiegen. Was natürlich völlig normal ist. Höheres Risiko, höhere Zinsen! Im Falle Griechenlands war es sicher auch gerechtfertigt und hat durch den Schuldenschnitt nicht einmal gereicht.
Wie auch immer: Hat man sein Land und seine Ansprüche erst einmal durch billiges Geld auf ein höheres Niveau gehoben - bei natürlich nun auch höheren Preisen für inländische Güter - so ist es ein Riesenproblem, nun wieder Abstriche zu machen. Die Preise sinken nicht so einfach, die Gehälter sinken zwangsweise, denn es ist kein Geld mehr da. Gleichzeitig sinkt natürlich das BIP bei sinkenden Gehältern und sinkenden Preisen, was die Schuldenquote weiter ansteigen lässt.

Nur: Wie kann man davon ausgehen, dass ein dauerhaftes Defizit von 6% weiterhin funktionieren kann? Soviel Dummheit kann es doch gar nicht geben. Und wie kann man annehmen, dass Deutschland, Österreich, Frankreich, die Niederlande und Luxemburg diese Defizite anderer Länder dauerhaft finanzieren können?

Nun ja, ich gehe davon aus, dass irgendwann das Sparvermögen aller Europäer (Eurozone) angetastet wird. Es gibt ja bereits seriöse Berechnungen, dass bei einer Besteuerung von 25% alle Schulden auf ein erträgliches Maß zurückgefahren werden können. Für Deutschland reichten 11%, bei anderen müssten es 50% sein. Aber vermutlich dürfen die Deutschen für alle anderen mitzahlen, so dass man auf einheitlich 25% kommt.

Erstaunlich und völlig unangemessen ist es, dass Deutschland dafür auch noch beschimpft wird!

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fprester 28.02.2012, 07:41
22. Die Spanier?

Zitat von shokaku
Was die Spekulation speziell mit Immobilien angeht, so waren die Spanier da ja ganz vorne mit dabei. Den Schuh müssen sie sich schon selber anziehen.
Waren es wirklich "die Spanier" oder nur einige Boden- und Immobilienspekulanten?

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fprester 28.02.2012, 07:43
23. Die Spanier

Zitat von shokaku
Was die Spekulation speziell mit Immobilien angeht, so waren die Spanier da ja ganz vorne mit dabei. Den Schuh müssen sie sich schon selber anziehen.
Waren es wirklich "die Spanier" oder waren es einige Boden- und Immobilienspekulaten, auch aus Deutschland?

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Litajao 28.02.2012, 08:19
24. Eigentlich

Eigentlich dürfte es doch diese Probleme gar nicht geben,
Eigentlich gab, gibt?? es ja noch die Maastricht und Lissabon
Verträge, in denen
Eigentlich alles geklärt war, dass
Eigentlich kein Land für die Schulden der anderen haftet,
Eigentlich müßte ein demokratisches Land, wie Deutschland,
Eigentlich dem Volkswillen und Volkswissen, das ja bei den Politikern
inzwischen komplett fehlt, entsprechen,
Eigentlich sind die Milliarden und Billionen ja nur Spielgeld, aber
was machen wir, wenn dieses Spielgeld plötzlich
real wird, bezahlt werden muss, denn
Eigentlich gibt es für jeden Schuldner einen Gläubiger,

Eigentlich, eigentlich.............

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MtSchiara 28.02.2012, 08:48
25. die Schuld bei anderen suchen

Zitat von jay jay
... sie kann leider kaum Deutsch -das ist hier in Extremadura auch nur bedingt notwendig- aber ihr Englisch ist ihrem Beruf, Englischlehrerin, angemessen. Also: "I don't know why you critizise Spaniards and Spain so much... Germany is the one gaining from our situation, and Germany is also the one that is creating it. Germany is a selfish country that lives on ruining other countries.
Ihre Freundin mag Englischlehrerin sein, aber von Wirtschaft versteht sie nicht allzuviel. Und Verantwortung für Fehlentwicklungen erst einmal bei sich selbst zu suchen, scheint auch nicht ihre erste Tugend zu sein.

Folgende Entscheidungen wurden/werden von Spanien selbst getroffen und sind maßgeblich für das aktuelle Problem verantwortlich:
1) Beitritt zum Euro (Unterzeichnung eines Vertrages mit No-Bailout und Eingriffsverbot der EZB). Spanien wurde dazu von niemandem gezwungen, sondern wollte dies selbst.
2) Fortführung weiterer Gehaltserhöhungen nach Einführung des Euro über Schulden. Spanien hätte stattdessen auf weitere Gehaltserhöhungen verzichten müssen, solange die Euro-Wettbewerbsfähigkeit nicht gesichert ist.
3) Zulassen des Entstehens einer Immobilienblase durch entsprechende Rahmenbedingungen (bei den Banken), die unter anderem dazu führt, daß Spanien zwar bankrott ist, seine Firmen aber trotzdem auf Einkaufstour in Europa gehen.
4) Die Entscheidung, weiterhin im Euro zu bleiben.

Zitat von jay jay
Each day Germany disgusts me more.
Waum wählt sie dann nicht eine andere Regierung, die sich bankrott erklärt und aus dem Euro austritt. Es ist leicht, die Schuld bei anderen zu suchen. Der Süden Europas hat in den letzten Jahren ca eine Billionen Euro aus dem Norden abgezogen. Wo ist denn das Geld geblieben, wenn es nicht in Krankenhäuser gesteckt wurde? Und wer ist dafür verantwortlich, daß es stattdessen in einer Immobilienblase verschwunden ist? Etwa Deutschland?

Zitat von jay jay
Vor diesem Hintergrund hat vor Kurzem der Bildungsminister hier, Ignacio Wert, erklärt es sei doch schön wenn Fachkräfte auswanderten, sie brächten doch Kenntnisse zurück. Klar, wenn sie denn zurück kämen, was sie dank Merkel-diktierter Haushaltsauflagen garantiert nie tun werden, es sei denn sie scheitern. Meine Lebensgefährtin verdient übrigens in ihrer Sprachschule € 7.56 die Stunde, fast € 2.50 weniger als eine Lidl-Kassiererin. 1/4 Tag. Und sie hat Glück.
Wenn man es als Diktat auffaßt, daß andere nicht die eigenen Rechnungen bezahlen wollen, dann haben Sie recht. Ihre Freundin sollte sich bei der Suche nach Verantwortlichen einmal an die eigene Regierung wenden, auch wenn dies schwerer fällt. Denn diese trägt die Verantwortung für die aktuelle Situation.

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hans a. plast 28.02.2012, 16:49
26. english teacher.....part 1

[QUOTE=jay jay;9723307]... sie kann leider kaum Deutsch -das ist hier in Extremadura auch nur bedingt notwendig- aber ihr Englisch ist ihrem Beruf, Englischlehrerin, angemessen.
Also:
"I don't know why you critizise Spaniards and Spain so much... Germany is the one gaining from our situation, and Germany is also the one that is creating it. Germany is a selfish country that lives on ruining other countries. Your politicians know that. Germany gave place to the First World War, to the second and now to the third, but this time instead of using weapons they are first making our politicians take all our rights away. Germany wants Spain to be a country without education and without a public health system, a place were inhabitants cannot be educated so your politicians can finally make us do what they want.

Leider ist meine englische Antwort im Nirwana verschwunden, deshalb
noch einmal ein paar Saetze nach Cáceres.
Ich glaube die Region kann sich nicht beschweren, ich erklaere Ihnen
auch gerne meine Gruende.
An der neuen Autobahn zwischen Cáceres und A5 Anschluss Trujillo/
Madrid/Sevilla entsteht eine neue Klinik, minimalinvasive Chirugie sowie
allgemein ein neues Krankenhaus, finanziert durch ???

FEDER, also europaeischer Struktur- und Regionalfond, und wenn sie
sich einmal im Unicampus umsehen, werden Sie auf eine Menge mehr
FEDERschilder treffen.
Soweit vielleicht mal zum gesamteuropaeischen Engagement, von dem
eine Region wie die Extremadura umfangreich und ausserordentlich
profitiert hat.

Wo liegt das Problem???
Ich verdeutliche es an einem Cáceres Beispiel, Bereich Veterinaer-
campus.
Bei einer Sonografie in der UNI-Tierklinik stolpern Sie gleich ueber ein grosses Geraet, hergestellt von Philips, fabriziert bei der Konzern-
medizintechnik in Hamburg, gesponsert von .....FEDER (grosser Europa Aufkleber).

Wo bleibt die Wertschoepfung, wer schafft die Dienstleistung???
Wer ist Macher?? Wer nutzt es??

Dies ist unter einigen Aspekten einer der Gruende, warum Spanien eben oft nur mitlaeuft, weil die weltmarktfaehigen und erfolgreichen
Produkte in anderen Laendern hergestellt,....und entwickelt werden.

Die A 5 ist von Miravete/Monfrague bis zum Suedanschluss/Sevilla
mit Foerdermitteln aus Europa gebaut worden, das naechste Projekt
Cáceres Richtung Portugal/Nordalentejo bzw. Castello Branco ist
schon im Projekt, also es ist eine Menge in der pipeline fuer die
Region, auch wenn der AVE auf der Kippe steht.

Das Wahnsinnsprojekt Flughafen ist gestoppt, waere ein ebenso
Pleiteprojekt wie in ciudad real geworden, oder??

Von 20 Grossregionen aus dem EU-Gebiet sind alleine ueber 10 in
Spanien, die die hoechste Arbeitslosenzahl aufweisen.

Nur alleine deutschen Verantwortlichen die Schuld in die Schuhe zu
schieben, ist zu einfach, weil es nicht an die wirklichen Probleme
herankommt, die Spanien an jeder Stelle schwer im Magen liegen.
Jeder Buerger in dieser Region und jeder Besucher alimentiert mit
dem Tanken 1Cent/pro Liter das marode SES/Gesundheitssystem mit,
direkt oder indirekt (Tourist), beschlossen von der alten PSOE
Regierung vor 18 Monaten.
Viele haben sich in den letzten Jahren recht warm und lauschig im
FEDER Subventionstopf eingerichtet, jetzt ist das Geschrei leider sehr
gross, wenn jeder Haushaltsposten auf den Pruefstand kommt, weil
das Geld an allen Ecken fehlt.

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