Forum: Wirtschaft
Euro-Krise und Erster Weltkrieg: Das Undenkbare durchdenken

Frieden und Wohlstand: Vor 100 Jahren erschien Europa als Insel der Stabilität. Wenige Monate später begann der Erste Weltkrieg. Geschichte wiederholt sich nicht. Aber ein paar Parallelen sollten uns in der Euro-Krise schon zu denken geben.

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Bondurant 02.01.2014, 18:03
200.

wirklich verblüffend. Erst Analyse: Zitat von sysop
Die Italiener halten von der deutschen Angebotspolitik nichts und setzen auf makroökonomische Koordination und europäische Schuldeninstrumente. Vertrackt ist die Position des französischen Präsidenten, die einerseits keine Einmischung in seine nationale Souveränität duldet, andererseits aber von Deutschland eine Bereitschaft erwartet, Opfer zu bringen. Die Spanier stimmen im Grunde mit Merkel überein. Sie sind aber zu stolz und verbitten sich jede Einmischung. Die Briten interessieren sich nur für die Briten. Ihnen ist die Debatte ziemlich egal, solange wir Premierminister David Cameron die Möglichkeit geben, die eine oder andere EU-Kompetenz in das Königreich zurückzuholen. Die Niederländer sind deutscher als die Deutschen, und die Finnen sind niederländischer als die Niederlande.
einigermaßen richtig, um dann eine Erkenntnis zu haben:
Zitat von
Ob emotionale Euro-Befürworter oder emotionale Euro-Hasser - sie alle stemmen sich gegen bestimmte Lösungen, weil diese Lösungen nicht sein dürfen - sei es die Übertragung weiterer Kompetenzen auf die Europäische Union, die Akzeptanz eines Schuldenschnitts, die Vergemeinschaftung von Schulden oder der vorübergehende Austritt eines Mitgliedstaats aus der Währungsunion.
Also sagt der Großdenker Münchau... ja, was eigentlich: genau, die Staaten wollen diese Lösungen nicht. Eben. Gut dass er es endlich begriffen hat. Und jetzt sollte er endlich mal kapieren, dass er seinen Krempel wie "Übertragung von Kompetenzen" und "Vergemeinschaftung von Schulden" etc. vergessen kann. Und das heißt nur eins: wenn das nach Münchau die einzige Möglichkeit ist, den EURO zu retten, dann muss er jetzt endlich kapiert haben, dass es damit nichts wird. Und in Zukunft seine Artikel im Geist der möglichst schnellen und schonenden Abschaffung dieses Folterinstruments schreiben. Bin mal gespannt.

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civiszeus 02.01.2014, 18:04
201. Heute

Dani Rodrik, Kritiker der neokonservativen Politik, beschreibt den Stand der Globalisierung Heute, auf englisch:

http://blogs.lse.ac.uk/europpblog/20...foundations-2/

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c++ 02.01.2014, 18:06
202.

Zitat von Dion
Durch die Exportwirtschaft haben Arbeitnehmer hierzulande Arbeit
Gestatten Sie mir den Hinweis, jeder Azubi lernt in den ersten Wochen in der Berufsschule, dass das Ziel des Wirtschaftens nicht die Versorgung der Bürger mit Arbeit ist, sondern mit Gütern und Dienstleistungen zum Zweck der Bedürfnisbefriedigung. Exportüberschüsse dienen dem Ziel aber nicht, sondern beschäftigen die Leute lediglich

Zitat von Dion
Das ist nichts als Schwadronieren über etwas, das nicht beweisbar ist.
Ist Ihnen das gescheiterte Attentat auf den deutschen Botschafter in Athen entgangen? Früher hätte das eine schwere internationale Krise verursacht, heute müssen die Medien es klein halten.
Dass seit Einführung des Euro für die meisten Bürger die Reallöhne gefallen sind, ist leicht im Netz zu recherchieren, ebenso der erhebliche Wohlstandsverlust der Rentner. Sogar SpOn hat darüber berichtet.

Zitat von Dion
Wer gegen EU und Euro ist, arbeitet USA in die Hände, die natürlich starke Konkurrenz fürchten und alles daran setzen, dass EU und der Euro schwach bleiben... Nur wer sich auf einen großen heimischen Markt stützen kann – und die EU ist für Deutschland und alle anderen EU-Staaten ein heimischer Markt! -, kann im globalen Wettbewerb bestehen.
Dies nun erinnert an 1914. Ich denke, Deutschland sollte gelernt haben, dass sein Wohlstand auf dem Fleiß und der Innovationskraft seiner Menschen beruht. Kriegsrhetorik hat uns noch nie geholfen. Dass die EU schwach bleibt, dafür sorgen die EU-Staaten allein, dafür brauchen wir nicht die USA. Und wo die EU Deutschland hilft, im globalen Wettbewerb zu bestehen, sollten Sie schon mal konkretisieren. Vielleicht durch den für D zu schwachen Euro. Aber das hat auch Schattenseiten.

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localpatriot 02.01.2014, 18:11
203. Europa der Wirklichkeit

Zitat von spon-facebook-10000160388
selten so eine tolle Analyse gelesen: "Die Niederländer sind deutscher als die Deutschen, und die Finnen sind niederländischer als die Niederlande. " Ja, das provoziert natürlich Krieg. Gar nicht auszudenken, was passiert, wenn die Holländer die Deutschen bei der WM raus schmeissen. Werden die Holländer dann wieder holländischer, bzw. weniger deutsch als die Deutschen. Oder werden die Deutschen finnischer ?! Oder, wenn es anders herum kommt, boykottieren die Holländer dann unsere Weihnachtsmärkte ? Und was bedeutet das für die Gemeinschaftswährung ? Ich sehe es eher wie Karl Arsch, der einst schrieb, dass Ereignisse zweimal auftreten, einmal als schwacher Artikel, einmal als schwacher Kommentar.
Es gibt zwei langfristige ueberlebende Beispiele des Europas des Miteinanders: Die Schweiz (freiwilliger Zusammenschluss) und Belgien (Nationenbau der Briten gleich nach Napoleon).

Die Schweizer kommen gut miteinander aus weil sie einiges Teilen und weil sie die Unterschiede der Doerfer, Cantone und Voelker anerkennen und dulden. Gemeinsam haben die Schweizer die Sparsamkeit und die Tendenz sich nicht in Anderer Angelegenheiten einzumischen.

Wie es in Belgien aussieht ist etwas anderst. Gluecklicherweise lernen die meisten Belgier heute Englisch und sie koennen sich dadurch mehr oder weniger problemlos ueber die Sprachengrenzen bewegen und kommen damit auch zurecht.

Irgendwie sollte man daraus etwas lernen koennen.

Andere Vereinigungsmodelle sind total versagt: Sovietunion, Ex Jugoslawien, Tschechoslowakei. Auch daraus sollte man was lernen koennen.

Wackeln tut heute das Vereinigte Koenigreich, mit Schottland als moeglichen Ausreisser. Groenland will auch weg vom Reich der Daenen.

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localpatriot 02.01.2014, 18:19
204. Der Schwache Euro? Pfeiffendeckel

Zitat von c++
Dies nun erinnert an 1914. Ich denke, Deutschland sollte gelernt haben, dass sein Wohlstand auf dem Fleiß und der Innovationskraft seiner Menschen beruht. Kriegsrhetorik hat uns noch nie geholfen. Dass die EU schwach bleibt, dafür sorgen die EU-Staaten allein, dafür brauchen wir nicht die USA. Und wo die EU Deutschland hilft, im globalen Wettbewerb zu bestehen, sollten Sie schon mal konkretisieren. Vielleicht durch den für D zu schwachen Euro. Aber das hat auch Schattenseiten.
Fragen sie den Foristen aus Portugal, oder Griechenland. Am Euro ist aus deren Sicht ueberhaupt nichts schwach. Im Gegenteil, der ist viel zu stark.

Und das ist gerade das Problem. Fuer D ist der schwache Euro wie ein Sommer mit zu viel Sonnenschein. Man weiss nie wenn man den ersten Hautkrebs findet, aber die Gefahr existiert absolut.

Uebrigens, die EU ist nicht Euroland und die grossen Vorteile der EU, naemlich das wirtschaftliche Miteinander SIND RIESIGE VORTEILE die man gar nie vergessen soll.

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c++ 02.01.2014, 18:25
205.

Zitat von localpatriot
Die Schweizer kommen gut miteinande aus weil sie einiges Teilen und weil sie die Unterschiede der Doerfer, Cantone und Voelker anerkennen
Und wohl auch, weil es Basisdemokratie gibt, verbunden mit einer dezentralen Organisation.

Zitat von localpatriot
Wie es in Belgien aussieht ist etwas anderst.
Belgien hält nur das Problem Brüssel zusammen, sonst wenig.

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kaktebenestydno 02.01.2014, 18:54
206. Eine kleine Wahrheit

Frankreich war dem DR in rabiatester Feindschaft verbunden, wegen einer Niederlage und einer Gebietsabtretung, die man sich an fünf Fingern hatte abzählen können und die - im Vergleich mit den Konsequenten anderer Kapitulationen und Friedensschlüssen - nicht wirklich besonderes war. Französische Politiker haben vor Hass getrieft, vor und nach dem Krieg. Eine Wahrheit, die niemand gerne ausspricht. Seltsam.

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93160 02.01.2014, 19:15
207.

Man wusste ganz genau, warum man den Euro zuerst einfuehrte bevor eine politische Union aufbaute. Denn, um zusammen zu wachsen,Souverenitaet abzugeben, das braucht lange Zeit, Verstaendnis und Geduld. Diese Zeit wollte man den Voelkern nicht einraeumen.
Nun ist der Euro da. Profitiert haben nur einige. Alle anderen haben den Sozialabbau erleben muessen.Aber das war doch geplant in einer globalisierten Welt. Denn genau diese herbeigefuehrte Krise von wenigen, sind jetzt auch diese wenigen die den Voelkern sagen wer ihr Heilsbringer zu sein hat, ihr Retter.

Kann man es den Voelkern veruebeln, nun diese politische Union mit Souverainitaetsaufgabe nicht zu wollen? Die vorher so betrogen wurden? Deutschland wurde doch auch betrogen. Es steht schwarz auf weiss, jedes Land haftet fuer sich selbst.
Auch ich denke was uns jetzt helfen "koennte",waere eine politische Union.Nur, dafuer muesste schon allein der ganze Bruesseler Apparat zerschlagen werden und neu aufgebaut.Das europaeische Parlament ist an Witz nicht zu ueberbieten.

Aber es ist zu spaet dafuer. Denn bei Euroeinfuehrung haben die Eliten mit den rebellischen Voelkern nicht gerechnet, die dachten es geht still und leise ueber die Buehne.
Und natuerlich wird kein europaeisches Land in ein anderes einfallen( obwohl, Jugoslavien sollte man in Erinnerung behalten)Der Krieg faengt im jeweils eigenen Land an.
Und ich moechte mir, auch in Deutschland verbeten, von Eu- Hassern zu sprechen.

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magetasalex 02.01.2014, 19:45
208. Ich glaube Sie mißverstehen mich.

Zitat von teacher20
Den Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan (der überhaupt erst einsetzte, als robustere Alliierte die Talibanherrschaft bereits beendet hatten und der lange gar nicht als "Krieg" bezeichnet werden durfte) mit Begriffen wie "einmarschieren" und "mit Massenpsychologie ein Volk gegen ein anderes in den Krieg hetzen" gleichsam auf eine Stufe mit dem Ersten Weltkrieg zu stellen, ist völlig absurd und offenbart eine profunde Unkenntnis historischer Zusammenhänge. Weder ist die Bundeswehr gegen den Widerstand des "afghanischen Volkes" in das Land "einmarschiert", noch wurde das "deutsche Volk" "massenpsychologisch" bearbeitet (auch wenn man ihm nicht unbedingt in jeder Hinsicht reinen Wein einschenkte), um es in den Krieg gegen das "afghanische Volk" zu "hetzen".
Ich glaube Sie mißverstehen mich. Ich habe überhaupt nichts auf die Stufe des 1. Weltkrieges gestellt, der ist mir völlig gleichgültig. Und hängen Sie sich bitte nicht an meinen Worten auf, Worte sind nämlich austauschbar ohne dabei den Inhalt zu zerstören. Keine Regierung würde ein Volk in den Krieg "hetzten". Wo denken Sie hin? Ich möchte meine Worte anders wählen, sie waren einfach nackt, krass, brutal und mußten ihren Widerspruch erregen.

Also:
Keine Regierung dieser Welt kann so subaltern sein, dass es ihr nicht gelänge, seine Bürger in der Not dazu zu bewegen, für sie und das Land, die Nation, in einem Konflikt, ihr die Gefolgschaft zu versagen.
-----Oh, stopp...stopp ! "Gefolgschaft" sagt man nicht, das erinnert an das 3.Reich. Also nochmal von vorn:

Keine Regierung dieser Welt kann so subaltern sein, dass es ihr nicht gelänge, seine Bürger in der Not dazu zu bewegen, für sie und das Land, die Nation, in einem Konflikt, ihr -der Regierung- die Zustimmung zu einem humanitär militärischen Einsatz zu versagen.
Jede Regierung wird mit Sicherheit in weniger als vier Monaten diese Zustimmung von dem überwiegenden Teil der Bürger und Bürgerinnen erhalten.

Im übrigen würde sich kein deutscher Politiker dermaßen entblöden, zu einem "Angriffskrieg" aufzurufen. Der ist nämlich laut unserem Grundgesetz verboten.

Artikel 26

(1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.

Er würde so sagen:
Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu fördern und zu stärken, insbesondere die Führung eines humanitären Friedenseinsatzes vorzubereiten, sind nicht verfassungswidrig.

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magetasalex 02.01.2014, 19:59
209. "Und natuerlich wird kein europaeisches Land "

Zitat von 93160
Und natuerlich wird kein europaeisches Land in ein anderes einfallen( obwohl, Jugoslavien sollte man in Erinnerung behalten)Der Krieg faengt im jeweils eigenen Land an. Und ich moechte mir, auch in Deutschland verbeten, von Eu- Hassern zu sprechen.
Ich hab es irgendwo in der Europäischen "Verfassung" gelesen, dass im Falle von großen sozialen Unruhen, Militäreinheiten eines Mitgliedlandes in das von sozialen Unruhen geplagte Land einschreiten darf. ----Aber natürlich wird kein Land in ein anderes Land einfallen, so wie das im zweiten Weltkrieg geschah...

Interessant ist übrigens, dass fast die gesamte deutsche Presse nicht von Euro-Kritikern, sondern Euro-Hassern spricht. -So geschickt kann man mit Sprache umgehen... Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt.

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