Forum: Wirtschaft
Euro-Krise: Warum Europa den Schuldenschnitt braucht

Die Euro-Krise ist nur durch eine Radikalaktion zu bewältigen: Europa braucht*eine große Umschuldungsaktion, bei der Gläubigerbanken auf Forderungen verzichten - doch die Regierenden häufen bizarrerweise lieber mehr Schulden an.

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zorin! 06.12.2010, 18:33
110. 1945/48

Die letzte ganz große umschuldung war 1945/48. Folge damals: Die reichen mussten erst mal wieder anfangen mit geldsammeln, während die durchnittsbürger ja bis heute ihr einkommen für ihren lebensunterhalt verbrauchen. Aus diesem System folgt, dass stets und immer von zeit zu zeit "abgeschnitten" werden muss, damit die große masse der bürger nicht von den staatsschulden, die ja in wahrheit schulden des "volkes" bei den "reichen" (nicht bei den BANKEN!!) sind, erdrückt werden.
Andernfalls würden die sonst entstehenden zustände auch den lebensinteressen der "reichen" zuwiderlaufen.

Selbst ausländische kapitaleigner unterliegen in gewissem maße diesem zwängen, allerdings werden sie erst sehr viel später reagieren als einheimische "reiche" - man sieht das sich anbahnende chaos ja nur aus der ferne.

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National-Oekonom 06.12.2010, 18:37
111. Der kleine Vorteil, Herr Kaksonen

Zitat von Kaksonen
Ich hatte, vor langer Zeit, hochverzinsliche finnische Staatsanleihen. Dass die hohe Verzinsung auch ein Risiko darstellte, merkte ich, als Finnland abwertete, um einen Teil der Schulden loszuwerden! So wurde ich an der Sanierung eines Landes beteiligt. Heute ist das etwas anders: Man kann hochverzinsliche griechische oder irische Papiere kaufen und hat (noch!) die Garantie, dass man die Papiere zum Nennwert wieder einlösen kann. Wie kann man so etwas befürworten (wenn man nicht selbst solche Papiere hat)? Schauen Sie sich doch einmal die an! Deutsche, finnische, österreichische Papiere haben eine Rendite um 2 %; griechische um 10 %! Und da finden Sie das okay, dass wir als Steuerzahler die Papiere wieder zu 100 % einlösen?
von Ihrem Namen her könnten Sie Finne sein... ich habe vor über 16 Jahren, bei der schwedischen Bankenkrise, einen ähnlichen Zock auf schwedische Staatsanleihen gemacht und es war sehr profitabel...

Damals war es aber MEIN Wissen um die Qualität Skandinaviens... Sie verstehen, kein Hund hierzulande hätte irgendwas darauf gegeben, viele Schweden übrigens auch nicht.

Wenn die Deutschen so blöd sind für die EU zu zahlen und ich für griechische Anleihen 10% kriege, dann mache ich den Deal, ich bin hier in D. schließlich auch Steuerzahler und muss für die beschissene deutsche Politik mit bezahlen...

Also, wenn ich meinen kleinen Vorteil kriegen kann, nehme ich ihn mit.
Der große Vorteil wäre: Die ganze Gurkentruppe in Berlin (Gabriel ausdrücklich eingeschlossen) in die Spree zu jagen - bei aktuellen Temperaturen. Doch das kriegen wir in D. leider nicht hin!

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.Zerberus. 06.12.2010, 18:39
112. ...

Zitat von Rolf Schmid
Oder plädiert Jemand für einen Haircut bei US-Gliedstaaten, die teilweise ebenso hoch oder noch höher verschuldet sind als Griechenland oder Irland? Ich kenne jedenfalls Niemanden, der dafür plädiert hätte, wermutlich weil der DOLLAR eine echte Gemeinschaftswährung der United States of Amerika ist! Eine auch nur annähernd vergleichbare "Gemeinschaft" der EURO-Länder existiert nicht. Deshalb wären die Folgen von Haircuts einzelner EURO-Länder für alle EURO-Länder vergleichbar mit dem Kartenhaus, das einstürzt, wenn auch nur eine einzige Karte umfällt! Deshalb bleibt als letzte Chance zur EURO-Rettung der jüngste Vorschlag von JUNKER, der eine gewisse, beschränkte "Vergesellschaftung" der EURO-Schulden innerhalb der EURO-Länder vorsieht! Selbstverständlich setzt diese Schulden-"Vergesellschaftung" strikte Gemeinschafts-Regeln voraus, wie sie auch von Frau Merkel bereits ins Spiel gebracht wurden.
Sie meinen so strikte Regeln wie die NO-Bailout-Klausel ???
Wenn wir uns auf eine Transferunion einlassen, dann zahlen wir so lange, bis wir nichts mehr haben. Gerade beim Beispiel USA, die lassen einzelne Staaten einfach Pleite gehen, Kalifornien bezahlt z.B. mit Schuldverschreibungen mit denen man nicht einmal seine Steuern bei diesem Bundesstaat bezahlen kann (bin mir nicht sicher ob heute immer noch aber zumindest vor nem Jahr).

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klaus1201 06.12.2010, 18:40
113. Und...

Zitat von NormanR
ja, ja, schon 2 Jahre gingen ins Land seit der Krise und passiert ist gar nix. Warum auch - das Volk lässt sich ja alles gefallen! Ich hoffe auf morgen, 7.12., den großen Bank-Abhebungstag und wünsche mir,daß möglichst viele Bürger in vielen Ländern viel Geld abheben. Würd ja gerne mitmachen, hab leider nix zum Abheben ....
...die, die mitmachen fallen mit Ihren paar Kröten nicht ins Gewicht.
Die Aktion taugt noch nicht mal als Zeichen - leider

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e.schw 06.12.2010, 18:41
114. Niedriglöhner die Hauptschuldigen?

Zitat von bob@nachdenkseiten
- - - diese länder wie spanien, griechenland, portugal kranken daran, dass sie enorme leistungsbilanzdefizite aufweisen - sie importieren massiv mehr als sie exportieren. verursacher dieser situation: zu einem sehr großen teil deutschland, dessen jahrelanges lohndumping ("gürtel enger schnallen", "über unsere verältnisse gelebt") zu einem exportüberschuss sondergleichen geführt hat. diese länder wie griechenland können aber nur nachhaltig wieder auf die beine kommen, wenn sie ihre exporte steigern - was aber nur funktioniert, wenn es in deutschland statt moderater lohnabschlüsse wieder kräftige eikommenszuwächse gibt, der binnenmarkt anspringt, andere länder hier absatzmärkte finden etc. davon lese ich im SPIEGEL leider nichts. - - -
Man könnte die Situation als “strukturelles Kaufkraftdefzit” bezeichnen. Dieses Defizit während den kommenden Jahren zurückzufahren, ist sicher kein aussichtsloses Unterfangen. Aber der Großteil des in Auslandsanleihen investierten Geldes dürfte verloren sein. Das aber wird Folgen für das Verhältnis der Mitgliedsländer der Eurozone untereinander haben. Denn die Ausfälle für deutsche Anleger werden im Euro-Raum unvergleichlich höher als in der Argentinienkrise.

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armer 06.12.2010, 18:41
115. ...

Zitat von Ampoliros
Was einen Kokolores verzapfen Sie denn da? Wie wärs, wenn Sie sich mal die Schweiz anschauen, in dieser Sache? Oder Schweden? Die haben allesamt nicht den Euro, aber dennoch exportieren sie nach wie vor eifrigst in alle Welt.
Naja, die Schweiz hat ja bekanntlich gelitten in der Finanzkrise, oder warum ist der Wechselkurs von knapp €1,68 auf €1,30 gefallen? Das macht natürlich die Preise günstig. Nur bei einem Ausstieg Deutschlands aus dem Euro würde der Wert der DM massiv steigen, weil wir einfach gut sind. Steigende Preise sind ja bis zu einem gewissen Punkt in Ordnung. Diese können über Einsparungen und Gewinnreduzierung ausgeglichen werden. Geht der Wert der DM weiter noch oben, steigen bei gleicher Qualität und Produktivität die Preise. Das heißt, ich bezahle für das gleiche Produkt einen höheren Preis.

Schweden: Die Struktur der Wirtschaft ist völlig anders als in Deutschland. dort kommen 70% der Wirtschaftsleistungen aus den Dienstleistungsgewerbe. Anpassungen sind da wesentlich schneller möglich. Im prodzierendem Gewerbe stehen immmernoch Maschinen im Wege.

Beide Länder profiertiern zudem davon, dass es keine Zölle in der EU gibt.

Könnte ich meinen vorherigen Text ändern, hätte ich die einzelnen Zusammenhänge (Wertsteigerung und Zölle) in einem Kontext erklärt.

Zitat von Ampoliros
Es hängt, denn, vor allem von der *STRUKTUR* des Exportes ab. Deutschlands primäre Exportgüter sind qualitativ hochwertige Kapitalgüter (z.B. Maschinen). Diese werden derzeit verkauft wie warme Semmeln.
Und das hauptsächlich in die Schwellenländer. Hier sind Zölle bereits vorhanden. Was würde wohl passieren, wenn der Wechselkurs des Euros/Dollars wieder auf über € 1,50 steigt?
Eine Beispiel gefällig`?

Maschine in Euro 100.000,00
Bei einem Wechselkurs 1,30€ zu $ ---> 130.000,00$
Bei einem Wechselkurs 1,50€ zu $ ---> 150.000,00$

Preisdifferenz 20.000$ bei unverändertem Euro-Wert. Das hat sicherlich überhaupt keine Auswirkung auf den Verkauf.


Zitat von Ampoliros
So gesehen greift ihr Argument keinesfalls. Es greift umso weniger, wenn Sie berücksichtigen, dass wir für immer mehr 'Patienten' immer tiefer in die Tasche greifen müssen, um den Euro zu stabilisieren.
Die Probleme sind hausgemacht und sind seit der Einführung des Euros bekannt.

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louis1453 06.12.2010, 18:45
116. späte erkenntnis

ich applaudiere .
dieser artikel ist die ERSTE vernünftige erkenntnis seit beginn der finanzkrise. lieber ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende...

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weltbetrachter 06.12.2010, 18:47
117. ran an das Werk !!!!

Rente mit 75
EURO-Soli 20 % vom Einkommen
MWSt 25 %
Sozialabgaben 50 % vom Einkommen
Gebühren und Abgaben um 50 % anheben

Danach:
Alle EURO-Länder bekommen von Deutschland so viel Geld wie Sie wollen - natürlich Zinsfrei !!!

Ergebnis:
Deutschland ist pleite und wird unter allen anderen Ländern aufgeteilt. Pro Bundesland 1 Euro (Erinnerungswert)

LOS GEHT´s !!!

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Krux 06.12.2010, 18:48
118. Hallo?

Zitat von sysop
Die Euro-Krise ist nur durch eine Radikalaktion zu bewältigen: Europa braucht*eine große Umschuldungsaktion, bei der Gläubigerbanken auf Forderungen verzichten - doch die Regierenden häufen bizarrerweise lieber mehr Schulden an.
Die Schulden sollen also erlassen werden und man kann von vorne anfangen. Eigentlich eine prima Idee. Nur: Diese Staaten stecken ja nicht wegen irgend welcher Schicksalsschläge in der Krise. Sie ist zu einem grossen Teil in diesen Ländern hausgemacht. Und wenn diese Länder sich nicht ändern, kommt die nächste Schuldenkrise so sicher wie das Amen in der Kirche. Prima, werden sie sich sagen, die letzte Misswirtschaft hat uns nicht in den Ruin geführt, machen wir also weiter wie vorher. Und dann erlässt man sich die Schulden in ein paar Jahren wieder oder was? Dann kann man die Euroscheine bald als Klopapier verkaufen.

Wie war das mit dem Kommunismus damals? Theoretisch eine wunderschöne Idee und Utopie. Hat aber praktisch nicht funktioniert. Unter anderem auch deshalb, weil der Mensch nun einmal so ist, wie er ist. Mit der EU ist das genauso. Ich fürchte, das Gebilde wird in nicht allzu ferner Zeit mit einem unschönen Knall untergehen. Und danach wird sich wahrscheinlich eine neue Gemeinschaft mit lockerer gestalteten Bündnissen bilden.

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.Zerberus. 06.12.2010, 18:50
119. ...

Zitat von aristophanis
so eine arisch nordische europäische union wo man an der grenzen einen ariennachweiss vorzeigen muss, nicht war? und der oberscharfsturmgeneraloberkommissar dieser arischen EU soll der ex bdi chef Henkel werden,stimmt's? deine "idee" michel ist bestandteil der NS rassenideologie ,faschistoid nationalsozialistisch und einfach blöde. zum glück denken nur wenige in D wie du
Stimmt die Meisten denken sich lieber Nazivergleiche aus, um ihnen unbekannte und daher als gefährlich eingestufte Ideen mit aller Macht zu verhindern... Übrigens der Sozialstaat der Bundesrepublik, Autobahnen, moderne Flugzeuge und zahlreiche andere Errungenschaften sind auch Nazierfindungen vlt. schaffen wir die ja erstmal ab ... kann ja nicht sein, dass irgend etwas am Nationalsozialismus positiv war....

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