Forum: Wirtschaft
Euro-Reformen: Wirtschaftsraum mit Dachschaden
Jan Woitas / DPA

Über dem Euro braut sich ein Unwetter zusammen. Und es dürfte heftig werden: Deutschland ist darauf nicht vorbereitet, der Umbau der Eurozone stockt seit Jahren. Dabei ist klar, was geschehen müsste.

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beat126 09.06.2019, 22:26
1.

Zitat: "Denn es gibt in der Eurozone immer noch keine gemeinsame Einlagensicherung und keinen Fonds, der helfen könnte, Banken geordnet abzuwickeln."

Das gibt es in Deutschland und in Frankreich auch nicht. Die Banken stehen nicht unter dem Insolvenzrecht, wie sie müssten, sie werden gerettet. Wenn man es schon gar nicht fertig bringt (oder bringen will) dies national zu regeln, wie kann der Autor erwarten, es würde jemals in der EU geregelt?

Die EU und auch der Euro wurden einzig darum geschaffen, sich von demokratischen Gesetzen zu lösen. Genau darum gibt es in der EU auch keine Gesetze. Und der EUGH, der sogenanntes EU-Recht (internationales Vertragsrecht) verwaltet ist allenfalls mit einer Schlichtungsstelle zu vergleichen.

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klaus.mueller 09.06.2019, 22:32
2. Lender of last resort ist falsch beschrieben

Was der Artikel unterschlägt, eine nationale souveräne Notenbank kann beliebig Geld schöpfen. Das hat Auswirkungen auf Aussenwert und Inflation, aber im Prinzip kann ein Staat nicht pleite gehen der sich nur in der eigenen Währung verschuldet.
Nur ist das bei den Euro Notenbanken nicht mehr möglich weil nur noch die EZB als lender of last resort auftreten kann. Die nationalen Notenbanken der Euro Mitglieder sind somit impotent.
Das erklärt auch warum z.B. Italien wieder raus will weil die italienische Notenbank italienischen Interessen dienen soll und nicht europäischen.

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merk! 09.06.2019, 22:52
3. System schon lange kaputt

und wird nur noch durch die Nullzinskredite der EZB künstlich am Leben erhalten (im Privatsektor nennt man das Konkursverschleppung). Dabei werden die Altersvorsorgen der Leute im gigantischen Ausmass seit 10 Jahren enteignet und die Finanzminister loben sich selbst für ihre Schwarze Null. Der Kapitalismus hat sich selbst zerstört, was folgt ist der 3.Weltkrieg.

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bebreun 09.06.2019, 22:55
4. Voraussetzung nicht erfüllbar

Im Text steht "Voraussetzung für das Funktionieren einer Währungsunion ohne föderale staatliche Ebene ist das wechselseitige Vertrauen, dass sich alle Beteiligten an die gemeinsamen Regeln halten." Das wird in der derzeitigen Konstellation nie erfüllbar sein. Dazu sind viele Länder nicht bereit oder in der Lage oder tun genau das, was Vertrauen zerstört. Dabei geht es vielleicht primär um Geld, aber schnell auch um das richtige Demokratie-Verständnis.

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lathea 09.06.2019, 23:17
5. Die EU-Staaten müssten mit der.....

....Vereinheitlichung der Unternehmensbesteuerung und des gesamten Steuerrrechts anfangen und die Strafverfolgung von Steuerhinterziehung zur EU-Aufgabe machen. Ausserdem sollte es so etwas wie EU-FBI geben, der für bestimmte Straftaten zuständig sein sollte. Daneben Frontex und Sicherung der EU-Aussengrenzen durch die EU und mittelfristig der Aufbau einer EU-Armee.

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sbv-wml 09.06.2019, 23:19
6. Dritter Weltkrieg?

Zitat von merk!
und wird nur noch durch die Nullzinskredite der EZB künstlich am Leben erhalten (im Privatsektor nennt man das Konkursverschleppung). Dabei werden die Altersvorsorgen der Leute im gigantischen Ausmass seit 10 Jahren enteignet und die Finanzminister loben sich selbst für ihre Schwarze Null. Der Kapitalismus hat sich selbst zerstört, was folgt ist der 3.Weltkrieg.
Glaub ich nicht, Und wenn, dann nicht von Europa ausgehend.

Es wird nach einer gewaltigen Inflation ein Reset geben und wir dürfen alle mit NULL von vorne anfangen.

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ogoehni 09.06.2019, 23:20
7. Ein Konstrukt

was zum scheitern verurteilt ist . Der Euro schafft nur Probleme zwischen den Mitgliedsstaaten, weil die Interessen in der Finanz -und Wirtschaftspolitik auseinandegehen. Macron denkt mit seinen Vorschlägen auch an den Interessen von Frankreich. Für uns als deutsche Sparer eine Katastrophe und eine Enteignung ungeahnten Ausmaßes. Jeder Form der privaten Altersvorsage, fast ohne Zinsen, einfach nicht lohnenswert. Dazu kommen noch der doppelte Anzug der Sozialbeiträge bei Betriebsrenten und der Risterrente.
Eine EU ohne diese Spaltungswährung kann ich mir wieder gut vorstellen. Eine Alternative wäre ein Währungverbund mit den nordeuropäischen Staaten und den NL. Wir waren gerade in Polen in Urlaub, die haben keinen Bock auf den Euro, mit seinen Sicherheitsgarantien für Schuldnerländer.

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Sendungsverfolger 09.06.2019, 23:22
8. System nicht kapiert

Zitat von beat126
... Die Banken stehen nicht unter dem Insolvenzrecht, wie sie müssten, sie werden gerettet. Wenn man es schon gar nicht fertig bringt (oder bringen will) dies national zu regeln, wie kann der Autor erwarten, es würde jemals in der EU geregelt? Die EU und auch der Euro wurden einzig darum geschaffen, sich von demokratischen Gesetzen zu lösen. Genau darum gibt es in der EU auch keine Gesetze. Und der EUGH, der sogenanntes EU-Recht (internationales Vertragsrecht) verwaltet ist allenfalls mit einer Schlichtungsstelle zu vergleichen.
Aha, Banken unterstehen also nicht dem Insolvenzrecht. Wo haben Sie denn den Unfug her? Jede Firma untersteht im Falle der Insolvenz den dementsprechenden Rechtsvorschriften, jedenfalls in Deutschland. Staatliche Bankenrettung hat mit dem Insolvenzrecht mal genau soviel zu tun, wie eine Kuh mit Schlittschuhlaufen.

Und wo genau"lösen" sich die EU und der Euro (!) von demokratischen Gesetzen? In Ihren Alpträumen? Und warum gibt es in der EU keine Gesetze? Weil die nicht Gesetze genannt werden, sondern Rechtsakte? Oh, dann ist die StVO also auch kein Gesetz.

Und die EU-Richtlinien, die in einzelstaatliche Gesetze überführt werden müssen, haben keinen Rechtsnormcharakter? Ja ne, ist klar.
Aber laut Ihnen werden wir ja von EU-Richter regiert, die undemokratisch willkürliche Entscheidungen fällen - jedenfalls nach Ihrer neusten VT.

Aber halt, der EuGH ist laut Ihnen ja nur eine "Schiedstelle", und entscheidet nur über dubiose Verträge, da es ja keine Gesetze gibt oder so..... ja was denn nu?

Oh, mann ... Sie haben ja schon Ihre systemische (Un-)Kenntnis beim Thema Arbeitszeiterfassung in der EU zum Besten gegeben, aber heute haben Sie noch eins draufgesetzt....

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RDetzer 09.06.2019, 23:22
9. Die EU

kapiert weder ihre Politik, noch Aufgaben einer Wirtschaftsordnung. Ich glaube nicht daß es reicht, ein paar Gelegenheitsfresser (hier: ausgeschrieben!) mit uneingeschränkter Vertragshoheit auszustatten, um international Boden gutzumachen. Anderes Denken, andere Kaliber - andere Person, andere Machart. Anders ausgedrückt, wenn ein Stück nur aus Pfeifen besteht, braucht es entweder einen Orgelbauer, oder einen Organisten, irgend etwas sensationelles halt.

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