Forum: Wirtschaft
Euro-Reformen: Wirtschaftsraum mit Dachschaden
Jan Woitas / DPA

Über dem Euro braut sich ein Unwetter zusammen. Und es dürfte heftig werden: Deutschland ist darauf nicht vorbereitet, der Umbau der Eurozone stockt seit Jahren. Dabei ist klar, was geschehen müsste.

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Patrik74 10.06.2019, 08:53
70. Entlarvend

Zitat von
Es kam anders. Merkel scheute damals den großen historischen Schritt nach vorn. Sie hielt keine europäische Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede.
Die vom Autor vorgeschlagenen Maßnahmen sind doch nur vorgeschoben; eigentlich wünscht er sich das klassische neoliberale Programm, also Gürtel enger schnallen für die armen und Entlastung für die Supereichen; sparen bis das Blut spritzt. Die Rede hat nicht Merkel gehalten, sondern Schäuble - für die Griechen! Hat ja super geklappt...

Die einzigen, die es richtig gemacht haben, waren die Portugiesen:

Zitat von
Das einstige Euro-Krisenland Portugal hat eine spektakuläre Wende hingelegt – ausgerechnet unter einer sozialistischen Regierung. Dafür wurde das strenge Spardiktat aufgeweicht. Das kann Deutschen und Italienern eine Lehre sein. ... Heute, zweieinhalb Jahre später, glänzt Portugal mit dem niedrigsten Haushaltsdefizit seit 45 Jahren, mit einer stark wachsenden Wirtschaft und einer drastisch gesunkenen Arbeitslosenrate. ... Die Gesamtverschuldung des Staates ist bereits deutlich zurückgegangen und wird allen Prognosen zufolge weiter sinken.
Das hatten zwar von Anfang an alle vernünftigen Ökonomen empfohlen, aber erkläre das mal dem verbitterten Sohn eines Milchmädchens...

Portugal kann nicht als Beispiel dienen, denn erstens sind es "Gommunischte", zweitens wäre es ja noch schöner, wenn der allwissend Deutsche sich von Südländern was sagen lassen sollte und drittens - und am wichtigsten - es geht bei der neoliberalen Glaubenslehre nicht um Erkenntnis, sondern nur darum, dass die richtigen (also der "fleißige gehobene Mittelstand") immer schneller immer reicher wird.

Am besten ist:

Zitat von
„Um ihre Mehrausgaben zu finanzieren, musste sie daher an anderer Stelle sparen, wie etwa bei den Investitionen“, sagt Heise. „Langfristig könnte sich diese Prioritätensetzung rächen, denn Portugal braucht dringend höheres Produktivitätswachstum, um den großen Herausforderungen wie etwa der Alterung der Gesellschaft entgegentreten zu können.“
Großartig! Obwohl man weiß, dass es falsch ist, macht man unbeirrt weiter. Klar, statt die Investitionen zu kürzen, könnte man auch die (super-)reichen stärker besteuern, aber wir wollen ja nicht albern werden...

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wolfgang_stehle 10.06.2019, 08:58
71. Europa hat es selbst in der Hand

Die meisten Schulden der Euroländer sind in Euro, daher kann Europa auch Geld schöpfen ‚drucken‘ um die Schulden zu bezahlen. Natürlich unter Verlust des Aussenwerts des Euro und mit Inflation, beides risikobehaftet. Aber möglich, daher ist eine Pleite eines Staates oder des Euroraumes auszuschließen. Es geht nur darum einen Mechanismus zu finden, der bei dieser inneren Geldschöpfung die Schulden der Staaten auch reduziert, nicht wie bei den bisherigen EZB Maßnahmen der Übernahme von Staatsanleihen die Schulden erhöht. Und der Mechanismus muss fair sein, also alle Staaten gleich begünstigen, nicht nur die unsoliden Staaten retten. Zum Beispiel einfach gesagt: Geld drucken, dies der gesamten Eurozone nach einem pro-Kopf Schlüssel zur Verfügung stellen. Dieses Geld muss zwingend -zweckgebunden- zum Schuldenabbau eingesetzt werden. Wenn keine Schulden mehr vorhanden sind in einem Staat muss das Geld zwingend -zweckgebunden- zur Steuerentlastung eingesetzt werden. Der Euro würde schwächer, die Inflation steigen. Beides gut in kleinen Dosen. Kein Land wird bevorzugt. Kein Land für schlechte Haushaltsführung belohnt. Die EZB und Europa sind derzeit noch nicht so aufgestellt, aber es ist möglich uns selbst aus der Krise zu holen. Das Problem ist lösbar, eine reine Frage des Willens.

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DKH 10.06.2019, 08:58
72. Warum hat das vor der Wahl niemand erwähnt?

Zitat von frank-xps
diese Super EU welche unsere Geographie Legastheniker immer mit Europa verwechselt haben, Diese Super EU welche alle aber auch wirklich alle Verbalapostel so dolle Lieben ihre Herzensangelegenheit diese Tollen haben Fehler gemacht? Gravierende? warum hat das denn vor der Wahl niemand erwähnt oder war das nicht so wichtig für den Autor hatte er anderes besseres zu tun? Kam ihm diese Erkenntnis erst später? wie konnte das denn passieren?
Richtig, da war ja mal eine Wahl. Viele wissen schon gar nicht mehr wen sie gewählt haben. Egal, das Resultat hat ohnehin keinen Einfluss auf das was im realen Leben geschieht. Die Politiker hatten auch nie daran gedacht, auf das Volk zu hören. Jetzt verhandeln sie hinter den Kulissen, schachern sich gegenseitig Posten zu und warten bis Gras über die Wahl gewachsen ist. So funktioniert Demokratie in dieser ach so wunderbaren EU!

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pepe83 10.06.2019, 08:58
73. Ein anderer Lösungsansatz wurde nicht beschrieben

Die genannten Lösungsansätze zielen allesamt auf einen Ausbau der Eurozone bei Aufgabe nationaler Souveränität ab. Man könnte aber auch über einen Rückbau des Euro nachdenken. Das würde die beschriebenen Probleme lösen und die demokratische Legitimation dieses Prozesses wäre einfacher umzusetzen als umgekehrt.

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ddcoe 10.06.2019, 09:00
74. Wir haben dich

schon in Kleinen - bei der Wiedervereinigung erlebt, was es bedeutet und kostet einer ehemaligen DDR die DMark zu verpassen. Nach dem die Union - damals der Kohl - im Kleinen also krachend gescheitert sind, hat es dier überragenden Wirtschaftskompetenz der Union es dann gefallen es im Großen zu versuchen - mit dem Euro. Erstaunlicher Weise hat das auch nicht funktioniert. OK, Merkel hat das Problem einfach 14 Jahre ignoriert - und bevor der Euro kollabiert ist sie eh Geschichte. Aber jetzt Naht ja die Rettung - in Form der für ihre Inkompetenz berüchtigten Null aus der Provinz. Also rennt Klein Annegret gynamisch zur Bild Zeitung - (hat man sie dort besonders lieb, oder hört sonst keiner mehr zu) und verbreitet dort ihre Weisheit auf bekannten Niveau der Ahnungslosigkeit. Aber jetzt - den Trümmerhaufen der Politik der Union vor Augen rennt sie gleich wieder zur Bild (lächel) und warnt uns vor einem Regierungswechsel. Mehr Betteln um Opposition geht echt nicht mehr.

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DKH 10.06.2019, 09:01
75. Ich dacht immer

Zitat von novasun
Sorry aber die hier aufgezeigten Probleme haben Kritiker seit Beginn der EU so vorausgesehen. Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum ohne gemeinsame "Politik" ist zum scheitern verurteilt. Neoliberalen ist das aber ein Graus... Denn damals wären vermutlich mehr linke Ideen umgesetzt worden... Und der deutsche Michel hat auch noch nicht verstanden das er früher oder später die Rechnung so oder so zahlt. Meine Meinung - lasst uns lieber Geld Richtung Süden /Osten der EU zahlen als irgendwann Geld Richtung China/Russland/USA...
China und arussland liegen von uns aus gesehen auch im Osten?

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chalchiuhtlicue 10.06.2019, 09:06
76. Seht es endlich ein: Die EU ist gescheitert.

Die EU war niemals als Transferunion gedacht und hat dennoch diesen Zustand schon lange erreicht. Dabei ist im EU-Vertrag eine Transferunion sogar ausdrücklich verboten. Aber genau darauf soll es jetzt mit aller Gewalt hinauslaufen: Dass reiche Staaten die armen Staaten durchfüttern. Vor langem getroffene Regeln bezüglich der Staatsverschuldugen werden lustig gebrochen und die EU schaut nur zu, ohne die Schuldigen wie vorgesehen durch Strafmaßnahmen zu besserem Handeln zu zwingen. Billionen von Euros werden entweder in Form von angeblichen "Krediten" oder via Target-2-Salden an Pleitestaaten verschoben und die Steuerzahler der reicheren EU-Staaten wie Deutschland, Groß-Britannien und Frankreich sind die Dummen dabei und dürfen mit ihrem Geld für die Gier von ausländischen Banken und die Unfähigkeit ost- und südeuropäischer Staaten bezahlen. Es reicht! Der einzige Weg, die EU zu reformieren, ist sie aufzulösen.

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Geopolitik 10.06.2019, 09:06
77.

Das Problem ist, dass die die Solidarität am meisten brauchen, am nationalistischsten sind. Wie gewisse Mitgliedsstaaten Osteuropas die über Jahrzehnte hinweg gut im Nehmen von EU Foerdergeldern waren, sich bei der Fluechtlingskrise allerdings aus dem Staub machten. Wie das korrupte Griechenland das Mazedonien erpresste; siehe Spanien und Katalonien. Solange es keine Selbstbestimmung der Voelker innerhalb Europas gibt, werden die Nationalstaaten Grande Nation spielen. Bis auf Deutschland wo drei Viertel der Menschen an Vorleistungen an Europa glauben und ein Viertel in dumpfe Deutschtumelei verfallen ist. Was wir brauchen ist ein effizientes Europa, dass sich seinen Buergern gut verkauft. Und eigene Haftung für egozentrische Regierungen wie in Italien, Griechenland, etc. Deshalb nur die im Euro die ihn sich leisten können. Dann kann aus Europa auch Stabilität ausgehen!

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poetnix 10.06.2019, 09:08
78.

Der Artikel konzentriert sich auf Geld.
Zu recht !
Der Euro ist zum Kern und Problem der EU geworden.

Aber nur, weil man andere Gebiete europäischen Zusammenhalts der Zivilgeselllschaften vernachlässigt hat.
Geld hat die Vision eines gemeinschaftlichen Europas ersetzt.
Und das ist die größte Schuld und Versäumnis der Klein- Politnix nach den großen Europäern.

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ddcoe 10.06.2019, 09:13
79. Alles wird gut

Dank der erwiesener Maßen nicht vorhandenen Wirtschaftskompetenz von Klein Annegret geht es nach dem Kohl und Merkel Elend jetzt steil bergauf - der Bild Zeitung hat sie das schon genau erklärt.

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