Forum: Wirtschaft
Euro - was taugt der Rettungsschirm?

Die Probleme um den Euro sind bekannt, die gemeinsame Währung steckt in der Krise. Umstritten hingegen sind die Rezepte dagegen, besonders kontrovers wird der Rettungsschirm zur Lösung wirtschaftlicher Probleme diskutiert. Was taugt er wirklich?

Seite 2 von 62
doc.moe 29.09.2011, 18:47
10. Wir zahlen.......

Zitat von rieberger
So lange die Deutschen bezahlen, wird alles gut;-).
Lt. ZDF von heute haftet Deutschland jetzt mit 2/3 eines
Jahreshaushalts!
Auf diese Weise verlieren wir den 2. Weltkrieg zum 2. Mal.
.
Der "Schirm" dient nur einem Aufschub des unvermeidlichen Knalls.
.
Der Schirm kann nicht helfen, weil der Murks nicht von oben kommt, sondern von den schirm-tragenden EU-Staaten, die sich unter dem Schirm so sicher fühlen sollen und angeblich wollen.

Beitrag melden
rolli 29.09.2011, 19:50
11.

Zitat von Frankenfurter
Das es bei dem ganzen Zinober nur um eines geht: die Banken freizustellen dürfte mittlerweise klar sein. Verschiedene Stimmen, etwa des FDPler Otto Solms machten während der Debatte heute auch gar keinen Hehl daraus. Welche Alternativen sehen Sie, wie die klammen EU-Banken "gerettet" werden könnten?
Das ist relativ schnell erklärt. Griechenland erklärt den default und gleichzeitig den haircut. Die Banken tragen diesen haircut, und wenn sie in Gefahr kommen, hilft der Staat den deutschen Banken, und Fr. den franz. Banken etc etc. Notfalls kann eine Operation wie bei der HRE jederezeit wieder erfolgen. Wenn das alle Staaten so handhaben, dann ist das Gespenst morgen vorbei.

rolli

Beitrag melden
glücklicher südtiroler 29.09.2011, 20:01
12. Mutter aller Schirme...

Zitat von sysop
Die Probleme um den Euro sind bekannt, die gemeinsame Währung steckt in der Krise. Umstritten hingegen sind die Rezepte dagegen, besonders kontrovers wird der Rettungsschirm zur Lösung wirtschaftlicher Probleme diskutiert. Was taugt er wirklich?
Ein weiterer Schritt in Richtung Kalter Fusion/Vergemeinschaftung aller Vermögen und Schulden wurde getan und den Geist, der heute per Abstimmung endgültig freigesetzt wurde, den wird man nicht mehr in die Flasche bekommen. Die nächsten Schritte werden bereits in vielen Stellungnahmen und Artikeln vorgezeichnet und hat mit den Hebeln und Instrumenten zu tun, die nun in Zukunft der EFSF(oder die EZB als Mitspieler), gerne auch an den Staaten vorbei, anwenden kann um sein Volumen zu vergrößern. Wahrscheinlich daß am Ende dieser Entwicklung €Bonds stehen werden und die wiederum von der Politik als "alternativlos" dargestellt werden. Die Politik ist Getriebene der Märkte, die immer neue Schreckensszenarien an die Wand malen und ab und an entweder über Staaten(und die contagion) oder über die Banken oder über beidem DRuck auf die Politakteure ausüben. Angesichts der Möglichkeiten des EFSF...
"Der Rettungsfonds EFSF erhält neue Instrumente, die dann auch für den ESM gelten sollen. Künftig kann er Staatsanleihen kriselnder Euro-Staaten aufkaufen. Zudem kann er vorsorglich eingreifen und einem hoch verschuldeten Land eine entsprechende Kreditlinie bereitstellen. Schließlich soll der EFSF (eigentlich die EFSF, da sich das Kürzel von „Finanzstabilisierungsfazilität“ ableitet) Darlehen an Staaten zur Rekapitalisierung ihrer Finanzinstitute gewähren können. Das kann auch Länder betreffen, die stabil sind, deren Banken durch Schieflage eines anderen Euro-Staates aber bedroht sind. Insgesamt sollen so Ansteckungsgefahren verhindert werden."
http://www.faz.net/artikel/C30190/eu...-30494760.html
...ist Deutschland nun "gefangen"; man kann nicht wieder leicht weg und das Land hat sein Schicksal unwiderruflich am € gekoppelt; nun endgültig. Die interessierten Kreise sind fast am Ziel, die nächsten Schritte sind ein ganze Auswahl an Möglichkeiten. Die Post-EFSF-Varianten werden bereits durchgespielt und sie lassen sich im wesentlichem in drei Kategorien zusammenfassen...
"The ideas to leverage up the fund appear to fall into three, sometimes overlapping, categories: the EFSF as a bank, the EFSF as a non-bank borrower from the financial markets; and the EFSF as an insurer. Here’s a rundown."
http://blogs.wsj.com/brussels/2011/0...g&mod=brussels
Ein weiterer Schritt in Richtung der Vergemeinschaftung der Vermögen und der Verbindlichkeiten, der Weg ist vorgezeichnet und die interessierten Kreise sitzen am längsten Hebel...

Viele Grüße aus Südtirol...

Beitrag melden
soläuftdas? 29.09.2011, 20:29
13.

Zitat von Frankenfurter
Welche Alternativen sehen Sie, wie die klammen EU-Banken "gerettet" werden könnten?
Ganz einfach. Leerverkaufsverbot von Bankaktien aufheben. Alle Finanzhilfen und Garantien des Staates an die Banken einstellen. Warten bis die Hedgefonds und Soros die Banken auf höchstens 1/10 ihrer Marktkapitalisierung zusammengeschossen haben oder Konkurs anmelden.

Danach zu 100% vom Staat die Banken übernehmen und die Zinskassenhäuschen abreissen, die zwischen den Staatsschulden stehen und den Steuerneinnahmen.

Folge, die Staaten sind wieder liquide und können ihre Schulden abtragen. Finanzsystem gerettet und reformiert und demokratisiert.

Vorteil, der Staat und Politiker und damit seine Bürger brauchen sich dem Diktat der Finanzoligarchen nicht mehr zu beugen und können die reale Wirtschaft frei entwickeln, ohne Wachstumszwang. Der Wachstumszwang folgte ja bekanntlich aus den Zinsforderungen die in der Geldschöpfung bisher nicht enthalten war.

Beitrag melden
pssst... 29.09.2011, 21:56
14. Nichts

Zitat von sysop
Die Probleme um den Euro sind bekannt, die gemeinsame Währung steckt in der Krise. Umstritten hingegen sind die Rezepte dagegen, besonders kontrovers wird der Rettungsschirm zur Lösung wirtschaftlicher Probleme diskutiert. Was taugt er wirklich?
http://www.sueddeutsche.de/geld/stre...en-1.1151907-3

Das Ding ist überrissen, es gibt nur noch Pest oder Cholera.
Merkel sagt bereits vor der Abstimmung, daß es nur um Zeit
kaufen ginge.

Noch gibts keine Erhöhung des EFSF, noch besteht Hoffnung,
daß andere Parlamente klüger sein werden, als der versammelte
Bundestag.

Beitrag melden
donald17 29.09.2011, 22:06
15. Falsche Annahme

Zitat von sysop
Die Probleme um den Euro sind bekannt, die gemeinsame Währung steckt in der Krise. Umstritten hingegen sind die Rezepte dagegen, besonders kontrovers wird der Rettungsschirm zur Lösung wirtschaftlicher Probleme diskutiert. Was taugt er wirklich?
Der Rettungsschirm taugt nicht zur Lösung wirtschaftlicher Probleme, aber zur Lösung finanzieller Probleme.

Beitrag melden
pssst... 29.09.2011, 22:07
16.

Zitat von Frankenfurter
Das es bei dem ganzen Zinober nur um eines geht: die Banken freizustellen dürfte mittlerweise klar sein. Verschiedene Stimmen, etwa des FDPler Otto Solms machten während der Debatte heute auch gar keinen Hehl daraus. Welche Alternativen sehen Sie, wie die klammen EU-Banken "gerettet" werden könnten?
Um die Banken braucht sich niemand Sorgen machen, deren
G'schäft ist Geld.
Wie auch immer Geld nach dem €uro heißen mag, die Banken
werden es haben, vor allen Anderen.

Beitrag melden
glücklicher südtiroler 29.09.2011, 22:15
17. System und seine Fehler...

Zitat von rolli
...Ein unsäglicher Vorgang. Was ganz sicher passieren wird ist, dass sich die Schuldenländer am Topf bedienen werden um alte, hochverzinste Staatsanleihen gegen neu, weniger hoch verzinste Anleihen zu tauschen. Danach ist der Topf leer, und der Eiertanz beginnt von vorne, nur dass dann 700 Mrd. verbraten sind, und auch D. pleite ist... rolli
Ich habe mir gestern ebenfalls Anne Will angeschaut und fand Dohannyi ebenfalls fürchterlich, erinnert hat er mich an Steinbrück und seine unsäglichen Aussagen zur Schweiz. Interessant wie aus deren Sicht in Zukunft über kleinere Länder drübergefahren werden soll. Kein Wunder daß die kleinen skandinavischen Länder vom Nordeuro nix wissen wollen. Dohnanyi und Seinesgleichen werden aber klitzeklein wenn Obama, Geithner oder Ackermann zum Hörer greifen.
Aber mittlerweile ist es vollbracht; nach der Genehmigung des EFSF und den vielen Lücken und Möglichkeiten, die bsw. auch durch das Urteil des Verfassungsgerichtshofs ermöglicht werden, wird es in nicht allzuferner Zukunft möglich sein den Fond Stück für Stück zu erweitern und somit das too big to fail und das too connected to fail wirken zu lassen...
Aber die Vergemeinschaftung ohne Reformen wird so nicht allzulange überdauern. Ab einen gewissen Punkt können die (hohen) Renditeerwartungen nicht mehr erfüllt werden und am Ende könnte sich die Sanduhr umkehren. Es wird zu einem Lastenausgleich in irgendeiner Form kommen und ein Teil der Vermögen wird wieder den Weg von Oben nach Unten finden...
Und die Schuldenländer...
Die bekommen die Orders direkt aus der EZB...
http://www.handelsblatt.com/politik/...l?p4674424=all

http://www.corriere.it/economia/11_s...66778017.shtml

Von der Regierung werden sie als eigene Punkte verkauft.
Welch ein Drama und welch ein Tiefpunkt der Politik in Italien. Hoffentlich erreicht Washington schnell das Ziel, daß wir wenigstens ihn loswerden, dann können wir uns um den Rest kümmern...

Viele Grüße aus Südtirol...

Beitrag melden
Frankenfurter 30.09.2011, 11:41
18.

Zitat von rolli
Das ist relativ schnell erklärt. Griechenland erklärt den default und gleichzeitig den haircut. Die Banken tragen diesen haircut, und wenn sie in Gefahr kommen, hilft der Staat den deutschen Banken, und Fr. den franz. Banken etc etc. Notfalls kann eine Operation wie bei der HRE jederezeit wieder erfolgen. Wenn das alle Staaten so handhaben, dann ist das Gespenst morgen vorbei. rolli
Ja, das scheint der Masterplan zu sein. Dieser EFSF wurde eingezogen, um die Zahlungsunfähigkeit der Gläubigerbanken zu verhindern.Aber was versucht man damit zu retten? Geldhäuser, die mehrfach in bewiesen haben, dass sie im Krisenfall die Risiken, speziell bei Volumen wie sie bei Länderfinanzierungen üblich sind, nicht schultern können.

Andererseits ist Griechenland ein gutes Beispiel dafür, dass die Banken eine Risikobewertungen betreiben, die entweder dilletantisch und/oder auf blanken Fälschungen beruht. Warum veränderte sich der Zinssatz für Griechenland-Anleihen nicht, als 2004 herauskam, dass der griechische Staat mit Hilfe von Goldman-Sachs aktiv Bilanzfälschung betreibt? Wo war da die peinlich genaue Bonitätsprüfung der Gläubigerbanken? Die setzte im Falle Griechenlands erst ein, als die Subprimeblase 2007/2008 geplatzt war. Ist es ein Zufall, dass diese gehebelte Fehlallokation auf dem amerikanischen Immobilienmarkt ebenfalls auf (eigenen) Fälschungen beruhte?
http://de.wikipedia.org/w/index.php?...20110521061136

Ich muß sagen, auch mir gefällt der Gedanke nicht, dass bei den weltweiten Stabilisierungsbemühungen genau diese Banken wieder gerettet werden sollen und mit ihnen der Finanzkapitalismus, für den sie stehen.

Beitrag melden
tzünisch 30.09.2011, 12:00
19. 123

Zitat von soläuftdas?
Dann würden für D. wieder Opfer verlangt werden können. Ein paar Sparpakete mehr und die Rente mit 75, vielleicht noch etwas Lohnzurückhaltung und Ausweitung prekärer Beschäftigungen. Die Liste ist lang, die es noch abzuarbeiten gilt. Wundern darf man sich nicht, denn vieles ist im voraus schon durchgesickert. D. ist dann sturmreif für mehr Grausamkeiten an der arbeitenden Bevölkerung. Darüber freuen sich schon einige Investoren. Das ist halt der Kapitalismus, man braucht nur mal in der Geschichte zurückblicken. Wer glaubt das bis hierher schon das Ende der Fahnenstange an Grausamkeiten erreicht ist, der hat sich halt geirrt.
Wer sind eigentlich diese "Investoren" und "Finanzmärkte" ?

Jetzt soll mir keiner mit "das sind wir alle. Alle, die bei den Banken Sparguthaben besitzen oder ihr Geld anlegen".

Ich bin noch niemals in eine Sparkasse gekgangen und habe dem Kundenberater gesagt:
"Hier sind 5.000 Euro. Ich möchte dafür griechische Staatsanleihe und norweische Schuldverschreibungen kaufen. Wie sieht eigentlich mit spanischen Staatanleihen aus ? Wie wurde Spanien denn vorgestern durch die Ratingagenturen geratet ?"

Damals ging ich zum Kundenberater und wollte eine größere Summe in Bundesschatzbriefen anlegen. Warum ? Weil mir diese Dinger immer nur als absolut verlustsicher beschrieben wurden. (Ok. Ich habe mich dann zu Sparkassenschatzbriefen bequatschen lassen.)

Wer also sind diese Finanzmärkte, die ja jetzt anscheinend jubeln und verdienen ?
Namen sind gefragt. Meinetwegen auch die der Vorstände.

(Die Namen der "JA"-Stimmer zum Euroschutzschirm haben wir ja. ;o) )

Beitrag melden
Seite 2 von 62
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!