Forum: Wirtschaft
Euro - was taugt der Rettungsschirm?

Die Probleme um den Euro sind bekannt, die gemeinsame Währung steckt in der Krise. Umstritten hingegen sind die Rezepte dagegen, besonders kontrovers wird der Rettungsschirm zur Lösung wirtschaftlicher Probleme diskutiert. Was taugt er wirklich?

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rabenkrähe 19.10.2011, 20:44
250.

Zitat von sorentoraser
das ist .... ....kein Rettungschirm für wirtschaftliche Probleme sondern ein Rettungschirm für die Probleme der Banken , die sich mal wieder verzockt haben ...
Auch wenn es natürlich nur um die Finanzwirtschaft und nicht um Euro, Europa oder gar Griechenland geht, kann man das so wie oben nicht schreiben, denn Finanzinstitute, die in Staatsanleihen investieren zocken nicht. Staatsanleihen galten als die langweiligste und ineffektivste Geldanlage überhaupt, bis die Schuldenkrise kam.
Und hätten die Banken nicht in die Staatsanleihen investiert, hätte es erst recht Probleme gegeben, denn dann wären schon diverse Länder Pleite.
Richtig lustig wird die aktuelle Geschichte erst, wenn tatsächlich ein Schuldenschnitt vollzogen wird, denn viele Geldinstitute haben sich durch Kreditausfallversicherung abgesichert. Müßten sie also auf Forderungen aus Staatsanleihen verzichten, müßte irgendwer für die Versicherungen einträten, die Ausfälle würden also nur hin- und hergeschoben, ohne sich in der Gesamtsumme zu reduzieren.
Ich bin echt gespannt, mit welcher Sprachkunst die kommenden EU-Beschlüsse verkauft werden werden. Inhaltlich können sie nur immense Neu-Schulden bringen und Billiarden-Ausfälle hin- und herschieben. Das können sie verkaufen, wie sie wollen, inhaltlich ändern es nix.
Und wenn die Finanzmärkte die EU-Entschlossenheit schon vorab feiern, ist das unbeschreiblich lächerlich und vordergründig, denn der ganze Vorgang zeigt nur, wie verfahren die Kiste ist. Einziges beruhigendes Ergebnis wird werden, daß die Banken vorläufig weiterwurschteln können, mal wieder auf Steuerzahlers Kosten...
rabenkrähe

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rolli 20.10.2011, 10:36
251.

Zitat von rabenkrähe
Auch wenn es natürlich nur um die Finanzwirtschaft und nicht um Euro, Europa oder gar Griechenland geht, kann man das so wie oben nicht schreiben, denn Finanzinstitute, die in Staatsanleihen investieren zocken nicht. Staatsanleihen galten als die langweiligste und ineffektivste ....
Geld verschwindet nbicht, es hat nur ein anderer. Wohin ist also all das Geld der Staaten, das jetzt als Schulden dasteht verschwunden, und warum?
Haben es die Staaten verfrühstückt? Oder haben es die Banken? Nein, denn die Staaten haben ihr Budget ja ständig durch Steuersenkungen heruntergefahren, und nein, die Banken haben es auch nicht. Sie gaben das Geld und die Zinsen weiter an die Kapitalbesitzer. Die Grossen Kapitalbesitzer sind Fonds, Versicherungen, Unternehmen, und die kleinen Kapitalbesitzer sind die Riesterrentner und die Sparer.
Also ist die Bankenrettung keine solche, sondern die Rettung der Kapitalbesitzer. Nun haben die aber viel mehr Kapital als die Schulden ausmachen. Warum also die, die dafür verantwortlich sind, nicht zur Finanzierung heranziehen?
Wenn man was warum bis auf den Grund durchdenkt, so bleibt als einziger Schukldiger der Euro übrig, und natürlich die gute Bonität Deutschlands. Denn nur durch die erhielten die Schuldenstaaten so viel Geld vom Markt.
rolli

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Astir01 20.10.2011, 11:28
252. Der Rettungsschirm ist nichts weiter als ein gigantischer Bluff

Im Grunde versucht die EU gerade "den Pott zu kaufen".

Den Mitspielern am Kapitalmarkt soll glaubhaft versichert werden: "Egal wie viel Ihr setzt; wir gehen mit."

Er funktioniert nur so lange, bis einer mit 4 Assen sagt: "Eine Milliarde zum sehen."

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KLMO 20.10.2011, 13:59
253.

Zitat von Astir01
Im Grunde versucht die EU gerade "den Pott zu kaufen". Den Mitspielern am Kapitalmarkt soll glaubhaft versichert werden: "Egal wie viel Ihr setzt; wir gehen mit." Er funktioniert nur so lange, bis einer mit 4 Assen sagt: "Eine Milliarde zum sehen."
Ich nehme an, Banker haben den geplagten Regierungen den entscheidenden Tip gegeben. Die Bankzocker kennen sich mit Hebeln und Optionsscheinen bestens aus. Also mit Geld zocken, welches erst zum Termin (Put/Call) fällig wird.

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Rums 20.10.2011, 14:21
254. Alternativlos?

Zitat von sysop
Die Probleme um den Euro sind bekannt, die gemeinsame Währung steckt in der Krise. Umstritten hingegen sind die Rezepte dagegen, besonders kontrovers wird der Rettungsschirm zur Lösung wirtschaftlicher Probleme diskutiert. Was taugt er wirklich?
Die Tragödie europäischer Länder unter der Flagge „EU“
entfaltet sich jetzt von Tag zu Tag immer mehr.

Und keine Regierung wagt den überfälligen Ruf:

“Schluß mit lustig --- Schluß mit EU!"

Hier genügt doch nur die Feststellung,
daß die EUROpäer k e i n e Rückzugsgefechte gegen die MONSTER-FINANZ-DIKTATUR
führen k ö n n e n, weil sie Teil derselben s i n d.

Völker sind zur Beute geworden
bzw. hat man (= die EU!) zur Beute werden lassen.

Die EU hat selber alle Erwartungen und Hoffnungen auf sie zunichte gemacht
und hinterläßt Chaos.

D i e s e EU hat mit besonderer Deutlichkeit demonstriert,
wie man etwas nicht machen darf.

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Heimwerker-Ass 20.10.2011, 17:35
255.

Zitat von Rene W.
es ist das gute Recht der Slowaken Nein zu sagen.
Zumal,wenn man bedenkt,dass der (eingefrorene) Mindestlohn in der Slowakei mit 317 Euro deutlich unter dem liegt,was staatlich beschaeftigte Lokomotivfuehrer in Griechenland monatlich allein fuer's Haendewaschen(!) bekommen

http://www.kleinezeitung.at/nachrich...ewaschen.story

Kein Wunder,dass deswegen am Tag der Parlamentsabstimmung in der Slowakei ueber den Rettungsschirm von slowakischen Gewerschaftlern Grenzuebergaenge blockiert wurden,um gegen die Sparpolitik der Regierung zu protestieren...

Durchschnittsbuerger aus Laendern wie der Slowakei oder Polen koennen ueber die griechischen "Sparmassnahmen" doch nur lachen...

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bono1 20.10.2011, 22:28
256.

Zitat von sysop
Die Probleme um den Euro sind bekannt, die gemeinsame Währung steckt in der Krise. Umstritten hingegen sind die Rezepte dagegen, besonders kontrovers wird der Rettungsschirm zur Lösung wirtschaftlicher Probleme diskutiert. Was taugt er wirklich?
Es gibt ja rein logisch nur 3 Möglichkeiten:
1. Die Südländer passen sich total und dauerhaft den Nordländern an (von Merkel bevorzugte Lösung). Das geht nicht ohne Gewalt und führt zur Sprengung der EU.

2. Die Nordländer finanzieren dauerhaft die Südländer. (Von SPD/Grünen bevorzugte Lösung, vgl. vorletztes Spiegel-Interview mit Joschka Fischer). Wo die Arbeitnehmerinteressen dabei bleiben, kann man sich ausmalen. Schuldenschnitt und Inflation gehören zu dieser Lösung.

3. Man kehrt zu flexiblen Wechselkursen zurück.
Gefällt der Industrie nicht, weil sie Umsatz verliert.
Aber den Umsatz zahlt der Steuerzahler; all die kumulierten Kredite wirken wie ein gigantisches Konjunkturprogramm, dessen Kosten am Ende die Sparer übernehmen werden.

Man kann sich das so klar machen:
Wenn es ab morgen keine Krise mehr gäbe und alle Schulden beglichen wären, würde sogleich derselbe Prozess wieder anfangen, der zu dieser Krise geführt hat.

D. h. es gibt keine Lösung ausser raus aus dem Euro.

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Landegaard 21.10.2011, 17:22
257.

Zitat von rolli
Geld verschwindet nbicht, es hat nur ein anderer. Wohin ist also all das Geld der Staaten, das jetzt als Schulden dasteht verschwunden, und warum? Haben es die Staaten verfrühstückt? Oder haben es die Banken? Nein, denn die Staaten haben ihr Budget ja ständig durch Steuersenkungen heruntergefahren, und nein, die Banken haben es auch nicht. Sie gaben das Geld und die Zinsen weiter an die Kapitalbesitzer. Die Grossen Kapitalbesitzer sind Fonds, Versicherungen, Unternehmen, und die kleinen Kapitalbesitzer sind die Riesterrentner und die Sparer. Also ist die Bankenrettung keine solche, sondern die Rettung der Kapitalbesitzer. Nun haben die aber viel mehr Kapital als die Schulden ausmachen. Warum also die, die dafür verantwortlich sind, nicht zur Finanzierung heranziehen? Wenn man was warum bis auf den Grund durchdenkt, so bleibt als einziger Schukldiger der Euro übrig, und natürlich die gute Bonität Deutschlands. Denn nur durch die erhielten die Schuldenstaaten so viel Geld vom Markt. rolli
Das heisst in Ihrer Definition, dass derjenige, der Schulden aufnimmt, um damit seinen Konsum zu finanzieren, nicht zu den Schuldigen gehört.

Das finde ich jetzt seltsam. Wenn ich also mtl. 2000 Euro Einkommen habe, regelmäßig jedoch 2500 ausgebe und die fehlenden 500 Euro als Kredit aufnehme, damit das funktioniert, dann bin ich unschuldig an meiner Überschuldung? Das ist eine ebenso interessante wie eigentümliche Sichtweise, besonders, wenn ich es weiter betrachte. Denn auch derjenige, der mir regelmäßig die 500 Euro leiht, ist ja nicht schuld. Nein, es ist der, der meinem Verleiher regelmäßig die 500 Euro gibt.

Irgendwo scheinen Sie etwas naturgesetzmäßiges zu sehen, was diesen Typen zwingen soll, mir auch weiterhin die 500 zu geben und zwar so lange, dass er nichts mehr hat, was er dem Verleiher geben könnte. Warum sollte er eigentlich?

Das System kollabiert aber auch dann, weil ich weiterhin die 500 mehr haben möchte, es nur niemanden mehr gibt, der sie mir geben könnte.

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Rums 21.10.2011, 19:19
258. Griechenland = ein Schreckschuß

Zitat von Heimwerker-Ass
Zumal,wenn man bedenkt,dass der (eingefrorene) Mindestlohn in der Slowakei mit 317 Euro deutlich unter dem liegt,was staatlich beschaeftigte Lokomotivfuehrer in Griechenland monatlich allein fuer's Haendewaschen(!) bekommen
Wenn ich an die Vernunft der Griechen denke habe ich ungute Gedanken und Gefühle;
denn in Griechenland scheint es mir über viele Jahre einen Konsens in der Denke
zwischen den Regierungen und den Regierten gegeben zu haben
und noch zu geben --- des Inhalts nämlich, daß man

den STAATanzuschei… habe,
w o immer möglich und w a n n immer man kann.

Aber genau d i e s e Denke ist doch

EU-konform und Banker-Alltag und Lobbyisten-Brot
und Steuerbetrüger-Lust.

Nur --- was kann ein ehrlicher Mensch mit s o etwas zu tun haben wollen?!

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marant 21.10.2011, 20:41
259. ttt

Zitat von Landegaard
Das heisst in Ihrer Definition, dass derjenige, der Schulden aufnimmt, um damit seinen Konsum zu finanzieren, nicht zu den Schuldigen gehört. Das finde ich jetzt seltsam. Wenn ich also mtl. 2000 Euro Einkommen habe, regelmäßig jedoch 2500 ausgebe und die fehlenden 500 Euro als Kredit aufnehme, damit das funktioniert, dann bin ich unschuldig an meiner Überschuldung? Das ist eine ebenso interessante wie eigentümliche Sichtweise, besonders, wenn ich es weiter betrachte. Denn auch derjenige, der mir regelmäßig die 500 Euro leiht, ist ja nicht schuld. Nein, es ist der, der meinem Verleiher regelmäßig die 500 Euro gibt. Irgendwo scheinen Sie etwas naturgesetzmäßiges zu sehen, was diesen Typen zwingen soll, mir auch weiterhin die 500 zu geben und zwar so lange, dass er nichts mehr hat, was er dem Verleiher geben könnte. Warum sollte er eigentlich? Das System kollabiert aber auch dann, weil ich weiterhin die 500 mehr haben möchte, es nur niemanden mehr gibt, der sie mir geben könnte.
Ja und die Ratlosigkeit greift weiter um sich, denn die politischen Eliten haben nur eins parat, die faulen Hypotheken wie einst bei den Immobillien versichert , so nun die Hebelung des EFSF soll uns die nächste Krise garantieren, zeitverzögert versteht sich....

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