Forum: Wirtschaft
Euro-Untergangsszenarien: Der Preis des Ausstiegs

Immer häufiger wird über ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone spekuliert - oder sogar über ein komplettes Aus*der Gemeinschaftswährung. Das klingt oft so, als sei es nicht allzu schlimm*für Deutschland. Dabei wären die Folgen katastrophal.

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Ron777 29.11.2011, 16:53
70. Was für ein unseglicher Artikel

Lieber Spiegel-Online, ihr ward mal meine Startseite - ein journalistisch gut recherchiertes Blatt mit überraschenden Artikeln, die Deutschland verändert haben. Was ist aus euch geworden???

Aber nun zum Eurogeschreibsel:
1. In Europa wurden fast alle mit dem Euro zusammenhängenden Verträge gebrochen oder schlicht nicht angewendet. Warum nun die Pietät, dass wir angeblich nicht austreten können, weil das nicht vorgesehen sei?
2. Warum dürfen nicht auch die Deutschen einmal in der Geschichte trickreich sein? Statt aus dem Euro auszutreten, könnten wir doch eine nationale Parallelwährung auflegen. Dann kann sich der Euro totinflationieren - mit allen Segnungen für die Schulden unseres Landes und wir steigen genauso ruhig und schleichend in unsere alte-neue Währung wieder um.
3. Nein, eine neue DM müsste nicht aufwerten! Korea, China und Norwegen - alles äußerst erfolgreiche Exportnationen machen es vor! Im Gegenteil: durch Geldmengenwachstum lässt sich jede Währung bequem drücken - und das wirft für die Bundesbank noch riesige Gewinne ab. Die hatten wir nebenbei in DM-Zeiten auch jährlich. Sie flossen in den Staatshaushalt.
4. Auch die wiederholte Behauptung, dass gerade Deutschland vom Euro profitiert habe, ist schon fast zynisch mit Blick auf unsere Menschen, die fast ein Jahrzehnt Reallohnverluste hinnehmen mussten - im Gegsatz zu den Franzosen, Griechen, Italienern usw.
5. Der Euro ist nicht Europa. Ein Großteil der Menschen will ein friedliches und gemeinsames Europa der Nationen. Der Euro ist dabei kein Einigungsfaktor, sondern ein Spaltpilz größen Kalibers. Er zerstört Gesellschaften und ganze Nationen.

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bmehrens 29.11.2011, 16:59
71. Im Teil 3...

...wird zitiert:
"D`s Exporte zum möglichst niedrigen und stabilen Preis - BEIDES HAT DER Euro GESCHAFFT".
Der Redakteur hat es nicht einmal für nötig befunden,
D`s. Lohnstückkosten zu ERWÄHNEN , die sich aufgrund der Lohnzurückhaltung positiv ausgewirkt haben. Seit 10 J. Lohn-
steigerungen unter der Infla-Rate. Deswegen haben wir einen hohen Export und auch "made in Germany" half bestimmt.
Hat nichts mit dem Euro zu tun.

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lahtnesor 29.11.2011, 17:01
72. Billiger Euro

Zitat von paretooptimal
denn an einem Ausstieg aus der EURO-Währung für Deutschland so schlimm sein? Ist doch totaler Blödsinn. Gute Produkte und Know-How verkaufen sich immer. Egal ob in EURO oder in DM-Mark.
Deutschland verkauft gut, weil der Euro vergleichsweise Preiswert ist. Ein Euro Ausstieg würde Deutschlands Exportpreise enorm in die Höhe schiessen lassen. Und das tut dem Export sicher nicht gut, oder?

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Gabriel 29.11.2011, 17:01
73. Ausstieg durch Inflation.

Keine Lösung ist einfach, aber es gibt Sie:

Zum Beispiel Ausstieg durch Inflation.

Es werden zusätzliche Lokale Währungen eingeführt, so etwas ähnliches wie Notgeld, die in direkter Konkurrenz zum Euro als Regionaler Zahlungsmittel eintritt. Neue Wertschöpfung kann mit der neuen Währung abgerechnet werden, der Euro kann durch galoppierende Inflation innerhalb von 1 Jahr Erledigt werden. Schulden und Altlasten bleiben in Euro.
Also No Problem.

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Holzhausbau 29.11.2011, 17:02
74. von mir

Zitat von hajo58
Für diesen Artikel bekommen Sie, Herr David Böcking, von den tatsächlichen Profiteuren des Euro eine Eins mit Sternchen. Bravo!
gibt es: Setzen Sechs!
Denn ich bin kein Profiteur - und die Masse der Bürger ebensowenig.
EURO und EU-Diktatur sind tot!
Ich freue mich auf den Tag, an dem das Schönlügen ein Ende hat!

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celino 29.11.2011, 17:02
75. wüste zahlen

Zitat von Gerdtrader50
"Offen wäre auch, was mit den Schulden eines Landes geschieht, wenn es die Euro-Zone verlässt." Was soll geschehen, werden in der neuen nationalen Währung bezahlt, wollen die Gläubiger das nicht, können sie ihre Forderungen in den Wind schreiben. "Es sei "praktisch unmöglich, sich ein Auseinanderbrechen ohne schwere soziale Konsequenzen vorzustellen". Gewalttätige Massenproteste in Europa? Ein Alptraumszenario." Richten Sie ihre Beschwerden an Herrn Dr. Helmut Kohl. "Zugleich würde die EU ohne den Euro in der Welt schlagartig an Einfluss verlieren. Nicht nur das Bemühen um eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik wäre also sinnlos - selbst bevölkerungsreiche Staaten wie Deutschland würden ohne den Euro "kaum mehr als ein Flüstern auf der Weltbühne" zustandebringen," Quatsch. "Demnach hat die Mitgliedschaft in der Währungsunion Deutschland allein in den vergangenen zwei Jahren einen Gewinn von 50 bis 60 Milliarden Euro gebracht." Also, 25 - 30 Milliarden Euro Gewinn per anno ? Dagegen runde 231 Milliarden Euro Garantien für die Währung, voher schon 500 Milliarden Euro Garantien für die Banken, dafür kann aber eine alte Oma lange am Eurostrumpf stricken, mein lieber Jolly, die Argumente ziehen aber mal gar nicht. "Würde Deutschland die Euro-Zone verlassen, wäre dieser Vorteil schlagartig verschwunden. Die wieder eingeführte D-Mark dürfte gegenüber dem Euro deutlich aufwerten, UBS-Chefökonom Deo hält einen Anstieg von 40 Prozent für realistisch. Die Folge: Exporte würden dauerhaft teurer. Falls ein starkes Land die Euro-Zone verlasse, schreibt Deo, "würde es letztlich seine Exportindustrie abschreiben". Für Deutschlands Wirtschaft wäre das ein desaströses Szenario" Die 40 % Aufwertung würden eine Schuldentilgung von 800 Milliarden Euro auf Schlag ermöglichen, 60 % Staatsverschuldung erreicht. Die Prognose Exportwirtschaft tot stimmt nicht, Probleme ja, kaputt nicht. Die Importe würden sich verbilligen. Die Börsenreaktionen sehe ich nicht so negativ wie der Autor. Die beruhigen sich in wenigen Wochen. Alle Szenarien sind besser als die weitere Zahlerei in der Multinationalwährung. Die Aussichten des Autors sind sehr negativ aufgestellt.
die Höhe einer evtl. DM-Aufwertung wird wohl nach politischem Gusto beziffert. Einige spechen von 50%, hier sind's 40%, angeblich soll das DIW mal 20% in den Raum geworfen haben. Fakt ist: das sind bloße Schätzungen, keiner weiß es auch nur annähernd.

Über die ernsten politischen und wirtschaftlichen Folgen braucht man sich keine Illusionen zu machen, nur wird das zumindest offziell nie gegengerechnet:
- wie Sie schon sagten die bessere Schuldentragfähigkeit, niedrigere Zinsen, aber auch Verbilligung der Importe, Stärkung des Binnenmarktes

Was unsere Politiker in Wahrheit geradezu panisch fürchten, sind die politischen Konsequenzen. Deutschland wäre innerhalb seiner Bündnissysteme NATO, EU, im Verhältnis zu Frankreich isoliert. Alles dies war gedacht, Deutschland zu kontrollieren im Sinne einer Eindämmung durch Einbindung. Ein Ausstieg dtl's aus dem Euro würde als Aufkündigung dieser Einbindung verstanden werden.

Da würde sich sicher die Frage stellen: wie souverän ist Deutschland wirklich?

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Tizzle 29.11.2011, 17:02
76. lustig

Wie viele hier im Forum haben den Artikel NICHT gelesen?

Abstimmung zum Euro? - Gerne.
Aber vorher sollte JEDER vorher sich in das Thema einlesen UND sich über Hintergründe informiert haben, anstatt zu schreien: 'raus aus dem Euro' Das scheint mehrheitlich nicht der Fall zu sein. Aber wozu auch, man weiss es ja eh am besten, denn zu DM Zeiten war ja alles besser.

Was bin ich froh, dass es Leute gibt, die für solche Entscheidungen gewählt wurden und denen grösstenteils zuzutrauen ist, sich sachlich und mit entsprechndem Wissen über die politischen Zusammenhänge über unsere Währung Gedanken zu machen.

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HerrBertB 29.11.2011, 17:02
77. Tendenziös

Ein tendenziöser Aufsatz.
Es ist klar, dass ein Austritt aus dem Euro mit einmaligen Kosten verbunden wäre. Im Artikel werden 250 bis 340 Mrd Euro genannt.

Also etwa so viel, wie wir alleine schon in diesem Jahr in Rettungsschirm & Co. gepumpt haben. Ohne Aussicht auf Rückzahlung. Und in Zukunft wirds vermutlich nicht weniger.

Wir stehen also vor der Entscheidung: Lieber einmal 300 Mrd Euro bezahlen oder diese Summe in Zukunft jedes Jahr?
Ich wüsste, wie ich mich entscheide.

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Andreas Rolfes 29.11.2011, 17:02
78. Experte?

Besonders schön:
Zitat von
selbst bevölkerungsreiche Staaten wie Deutschland würden ohne den Euro "kaum mehr als ein Flüstern auf der Weltbühne" zustande bringen, schreibt Experte Deo
Und ich dachte immer, daß Deutschland vor dem Euro schon eine Wirtschaftsweltmacht und Mitglied der G7 war...

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blueeye4 29.11.2011, 17:03
79. Champagner

Zitat von kimba2010
An den Tag, an dem der Euro abgeschafft wird, mache ich eine Flasche Champagner auf.
Ja, machen Sie das, denn wahrscheinlich wird es ihre letzte für lange Zeit sein.

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