Forum: Wirtschaft
Euro-Zone in der Krise: Griechen raus - und dann?

Werft Griechenland aus dem Euro - diese populistische Forderung macht sich allmählich die Politik zu eigen. Doch wenn die Griechen gehen müssen, werden auch Frankreich und Italien nicht mehr zu halten sein. Und am Ende? Besteht die Eurozone womöglich nur noch aus Deutschland und Österreich.

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diathermie 16.05.2012, 15:18
1. Für Griechenland- basher...

Für Griechenland- basher folgendes Zitat von vor 140 Jahren von Nietzsche (ich selbst bin kein Nietzsche- Fan, GR- basher denke ich eher schon, werden wenigstens dies mal lesen ): „Die Geburt der Tragoedie“ Kapitel 15: Fast jede Zeit und Bildungsstufe hat einmal sich mit tiefem Missmuthe von den Griechen zu befreien gesucht, weil Angesichts derselben alles Selbstgeleistete, scheinbar völlig Originelle, und recht aufrichtig Bewunderte plötzlich Farbe und Leben zu verlieren schien und zur misslungenen Copie, ja zur Caricatur zusammenschrumpfte. Und so bricht immer von Neuem einmal der herzliche Ingrimm gegen jenes anmaassliche Völkchen hervor das sich erkühnte, alles Nichteinheimische für alle Zeiten als "barbarisch" zu bezeichnen: wer sind jene, fragt man sich, die, obschon sie nur einen ephemeren historischen Glanz, nur lächerlich engbegrenzte Institutionen, nur eine zweifelhafte Tüchtigkeit der Sitte aufzuweisen haben und sogar mit hässlichen Lastern gekennzeichnet sind, doch die Würde und Sonderstellung unter den Völkern in Anspruch nehmen, die dem Genius unter der Masse zukommt? Leider war man nicht so glücklich den Schierlingsbecher zu finden, mit dem ein solches Wesen einfach abgethan werden konnte: denn alles Gift, das Neid, Verläumdung und Ingrimm in sich erzeugten, reichte nicht hin, jene selbstgenugsame Herrlichkeit zu vernichten. Und so schämt und fürchtet man sich vor den Griechen; es sei denn, dass Einer die Wahrheit über alles achte und so sich auch diese Wahrheit einzugestehn wage, dass die Griechen unsere und jegliche Cultur als Wagenlenker in den Händen haben, dass aber fase immer Wagen und Pferde von zu geringem Stoffe und der Glorie ihrer Führer unangemessen sind, die dann es für einen Scherz erachten, ein solches Gespann in den Abgrund zu jagen: über den sie selbst, mit dem Sprunge des Achilles, hinwegsetzen.

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querulant_99 16.05.2012, 15:27
2. Na und ...?

Zitat von sysop
Werft Griechenland aus dem Euro - diese populistische Forderung macht sich allmählich die Politik zu eigen. Doch wenn die Griechen gehen müssen, werden auch Frankreich und Italien nicht mehr zu halten sein. Und am Ende? Besteht die Eurozone womöglich nur noch aus Deutschland und Österreich.
Na und ...?
Das hatten wir doch im Prinzip schon vor der Euro-Einführung.
Damals war die DM und der Schilling mit einem festen Wechselkurs (1:7) aneinander gebunden. Ist deswegen in Europa die Wirtschaft zusammengebrochen?

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mikekala 16.05.2012, 15:28
3. optional

Eine kühle Analyse weg von der populistischen Parolen die die letzte Zeit im Spiegel erschienen sind.

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Herr voragend 16.05.2012, 15:29
4. und was wäre so schlimm...

dann würde sich die Welt auch weiter drehen wenn Deutschland und vielleicht noch ein bis zwei Länder die Eurozone bilden würde. Der Euro und Die Eurozone wurde viel zu schnell und überhastet eingerichtet. Jetzt zahlen wir den Preis für die handwerklichen Fehler. Und hört auf mir zu erzählen Deutschland wäre dann nicht mehr so wettbewerbsfähig. Ist Deutschland mit den Problemländern wettbewerbsfähiger? Seit mittlerweile Jahren wird nur noch die Krise bekämpft und unsere Murksel lässt den Laden Daheim freien Lauf. Vielleicht läuft es deshalb gerade in Deutschland so gut........

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acyonyx 16.05.2012, 15:30
5. Ein Rumpfeuroraum.......

Wäre ja wohl genau das, was es jetzt braucht!
Das wäre ein Vorbild.
Es wäre der gebotene Neuanfang.
Endlich eine Eurozone, in der alle sind die gleich wirtschaften und das auch WOLLEN!
Alle, die auch dazu wollen zeigen das durch Qualifikation. Und wer drin ist und nicht mehr will (Stichwort Transferunion) darf jederzeit dank vorher festgelegtem Ausstiegszenario zum nächsten Ersten raus...
Was das die Staaten und Politiker motivieren würde!
Hach....irgendwas sagt mir, daß die Chance vertan wird und die Erbsenzähler und Gerechtigkeitsfanaten den Karren knietief reinfahren (und wir ihn rausziehen dürfen)

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Matyaz 16.05.2012, 15:30
6. wo sind die Alternativen?

Was aber Herr Münchau, wenn Herr Tsirpas nach dem 17.Juni die nächste griechische Regierung führt (was durchaus wahrscheinlich erscheint) und neben dem Ende der Sparpolitik beschliesst, Griechenlands Schulden einfach nicht mehr zu bedienen, sich aber gleichzeitig weigert aus dem Euro-Raum auszutreten? Welchen Zinssatz sehen Sie dann für spanische, italienische oder besonders portugiesische Staatsanleihen voraus?
Das Ergebnis wäre eigentlich dasselbe: Euro-Bonds, Fiskalunion und Aufkauf der Papiere durch die EZB wären die einzig verbleibende Möglichkeit, verbunden natürlich mit enormen Kosten und Risiken, die wir der populistischen Aufschieberei von Frau Merkel zu verdanken haben.

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rolandjulius 16.05.2012, 15:32
7. Griechen raus und dann?

Spanien raus, Italien raus, Portugal raus...Deutschland raus,
China rein. Hier spielen zu viele Politiker verrueckt!

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Pinin 16.05.2012, 15:32
8. Clevere Strategien

Die Strategie der Eliten in den Pleiteländern ist klar:

Die Reichen und die Nutznießer des Systems im jeweiligen Land bleiben ungeschoren beim Steuernzahlen, für die anderen, die Armen soll gefälligst die "solidarische Euro-Gemeinschaft", genauer gesagt Deutschland aufkommen.

Und die Strategie der deutschen Firmen:
Haptsache wir exportieren möglichst viel. Wenns am Ende der deutsche Steuerzahler bezahlen muß - uns auch egal.

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localpatriot 16.05.2012, 15:33
9. Die Geschichte des Kaisers neuen Kleider

Zitat von sysop
Werft Griechenland aus dem Euro - diese populistische Forderung macht sich allmählich die Politik zu eigen. Doch wenn die Griechen gehen müssen, werden auch Frankreich und Italien nicht mehr zu halten sein. Und am Ende? Besteht die Eurozone womöglich nur noch aus Deutschland und Österreich.
Wirtschaftliches und soziales Verhalten bestimmen den Erfolg einer Volkswirtschaft. Und GR und D koennen einfach nicht in einem gemeinsamen Waehrungsraum zusammenleben.

Was Herr Muenchau hier argumentiert ist einfach, nur will es niemand anerkennen: Deutschland passt nicht in den Euroraum. Es ist zu gross und es ist eine weltweit konkurrierende Wirtschaft die alles tut um auch in Zukunft konkurrenzfaehig zu sein.
Griechenland hat schoenes Wetter und ein schoenes Land aber ist total konkrrenzunfaehig.
Die Eurozone OHNE Deutschland koennte ueberleben. Mit D ueberhaupt nicht.
Herr Muenschau. Schreiben sie das doch einmal. Als Volkwirt sollte ihnen diese Erkenntnis nicht schwer fallen.

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