Forum: Wirtschaft
Euro-Zone in der Krise: Griechen raus - und dann?

Werft Griechenland aus dem Euro - diese populistische Forderung macht sich allmählich die Politik zu eigen. Doch wenn die Griechen gehen müssen, werden auch Frankreich und Italien nicht mehr zu halten sein. Und am Ende? Besteht die Eurozone womöglich nur noch aus Deutschland und Österreich.

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Traumschau 17.05.2012, 20:03
300. Unglaublich

Zitat von Rosbaud
Der einflussreichere Säulenheilige war ja F. A. v. Hayek, der hat von einer „Entthronung der Politik“ geträumt, den Gerechtigkeitsbegriff hat er als „Trojanisches Pferd des Totalitarismus“ denunziert. Die antisoziale liberale Ursprache von Hayek konnte man auch bei seinem berühmt-berüchtigten Vortrag am 6. Februar 1979 in der Aula der Universität Freiburg bestaunen: „Das Soziale bezeichnet keine definierbares Ideal, sondern dient heute nur mehr dazu, die Regeln der freien Gesellschaft, der wir unseren Wohlstand verdanken, ihres Inhalts zu berauben […] Ich muss gestehen, wenn Sie auch darüber entsetzt sein werden, dass ich nicht sozial denken kann, denn ich weiß nicht, was das heißt.“
dass man der Theorie einer so kranken Seele auch noch folgt!
Entwurzelt, entseelt, bar jeglichen Mitgefühls.
Naja, wenn ich unsere neoliberalen Komiker in Berlin sehe, dann kann man ihnen schon die Skrupellosigkeit ansehen, zumindest aber in den Lügen, die sie äußern, ein gerüttelt Maß an Skrupellosigkeit ausmachen.
Die Lügen in die Kamera ohne mit der Wimper zu zucken.
Wann jagen wir das Gesindel endlich in die Wüste?

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Traumschau 17.05.2012, 20:08
301. Ja!

Zitat von Querspass
Aber bitte wieder feste Wechselkurse. Sonst geht die Wetterei weiter und alles bleibt beim alten.
Natürlich feste Wechselkurse - das habe ich ja auch geschrieben. Dabei kann nur natürlich ein Land z.B. abwerten und somit zum Euro einen neuen Wechselkurs bilden.
Der Vorteil ist, dass uns der Euro als Währung gegenüber dem nichteuropäischen Ausland hilft. Sozusagen gibt es die Währungen der Euro-Staaten ausserhalb von Euroland überhaupt nicht.
So habe ich das zumindest verstanden. Hört sich ganz vernünftig an.
Was sagen denn die Experten hier im Forum dazu?

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worlorn 17.05.2012, 20:30
302.

[QUOTE=c++;10200793Und der deutsche Michel weiß auch heute, dass der Finanzausgleich und Eurobonds eine Lösung sein mögen, aber mit katastrophalen Folgen für Deutschland. Die Bevölkerung hat viel mehr gesunden Menschenverstand als die mit ideologischen Scheuklappen geschlagene politische Klasse in diesem Land. Bürger[/QUOTE]Der „gesunde Menschenverstand“ hilft nichts bei volkswirtschaftl. Zusammenhängen. Dazu braucht man Kenntnisse und ein gewisses Abstraktionsvermögen. Der Michel hat wenig von Beiden. Genauso wie er Staatsfinanzen aus der Sicht eines privaten Haushalts betrachtet, was ganz falsch ist.

Der Finanzausgleich ist eine logische Notwendigkeit für die Eurozone. In jeder wirtschaftl. Gemeinschaft muss es so was geben, da die Partner nicht automatisch exakt im Gleichklang sind.

Man kann ja gegen die Logik handeln, aber man wird verlieren.

Ich denke, Sie kennen nicht die Materie. Wie wollen Sie es dann beurteilen können?

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glücklicher südtiroler 17.05.2012, 20:40
303. Konsequenzen...

Zitat von jstm
Die Idee einer Teilung des Euro-Raums in einen Nord- und Südteil ist sicherlich vernünftig. So könnten einigermaßen ideale Währungsräume entstehen, ohne zu den viel zu kleinteiligen nationalen Währungen zurückkehren zu müssen. Leider gibt es aber noch Aspekte. Haben Sie sich mal überlegt, wer so alles zu einem "Nord-Euro" dazugehören würde? Das wären neben Deutschland und Österreich (und deren Satelliten Slowenien und Slowakei) noch Luxemburg, die Niederlande, die baltischen Staaten, sowie zukünftig Schweden, Dänemark, Finnland, vielleicht auch noch Norwegen. Das wäre ziemlich exakt das "Großgermanische Reich", wie es seinerzeit Adolf als Endzustand anstrebte. Für USA, GB, Frankreich wäre das der GAU! Und deshalb wird es den Nord-Euro niemals geben, auch wenn er noch so sinnvoll wäre.
Zitat von celino
... noch dazu, dass offensichtlich unsere kleineren Nachbarn, die wir mit dem Nordeuro beglücken möchten, eine Währungsunion mit Deutschland als einzigem großem Player gar nicht so toll finden. Ich höre jedenfalls nichts aus österreichischen und niederländischen Quellen, dass man dort einen Nordeuro favourisiert. Schein eine rein deutsche Idee zu sein.
Forist celino hat recht. Die kleineren Länder der EU werden sich nicht von einem Nordeuro jeden Handelsspielraum nehmen lassen. Beobachten wir doch einmal die jungen Nachbarländer Deutschlands im Osten. Sie richten ihre Außenpolitik gerne auch nach Washington aus; mehr als Berlin und Paris(und Brüssel) lieb ist. Und zudem; kann sich hier noch Jemand an die EU Sanktionen gegen Österreich erinnern? Die fanden just zu einer Zeit statt als in Dänemark über den Euro abgestimmt werden sollte. Die Sanktionen gegen Österreich trugen wesentlich zur Ablehnung bei. Nicht zu Unrecht wurden die Sanktionen gegen Österreich als Machtdemonstration der großen Länder gegen die kleinen interprätiert. Die EU ist als 'übernationaler Körper' für kleinere Länder interessanter.
Nein, kein 'Nordeuro'. Es ist kein Zufall daß die drei bevölkerungsmäßig kleinen, bzgl. Rohstoffe und Industrie aber wichtigen Länder der 'Alten Wikinger' allesamt ihre Währung behalten haben.
In Einem hat aber Forist jstm recht...
Die politische Dimension wird unterschätzt. Der Euro war von Anfang an ein politisches Projekt. Aus geostrategischen und politischen Gründen wurden auch Mitglieder aufgenommen die eigentlich wirtschaftlich nicht 'hineingehörten'; machen wir uns nix vor; es gab keinen Betrug, die griechischen Zahlen waren unter der Hand bekannt. Die Eurozone sollte von Anfang an die wichtigsten Natomitglieder umfassen.
Aus diesen Gründen wird der Zusammenhalt auch bis zur letzten Patrone verteidigt werden. Ich werde mir jetzt sicher viel Schelte einfangen; aber so ist es...
Die 'Linien' für die Vergemeinschaftung der Guthaben und Schulden stehen bereits fest. Man möge sich den ESM Vertrag durchlesen...

Schian Gruaß...

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worlorn 17.05.2012, 20:43
304.

Zitat von Bondurant
was folgt aus dieser Erkenntnis? Anspruch auf dauerhafte Alimentierung? Oder Rauswurf aus dem Kaufmannsclub, mangels Erwerbsfähigkeit?
Fällt Ihnen dazu nicht mehr ein? Verstehen Sie wirklich so wenig von der Materie?

Eine Möglichkeit den Außenhandel auszugleichen, sind Investitionen in den Importländern, d.h. die Länder nicht nur als Absatzmärkte zu behandeln, sondern im Gegenzug dort Wertschöpfung aufzubauen. Dann flösse das eingenommem Geld wieder zurück. Auch das wäre ein Finanztransfer.

Aber was nicht geht, ist ständig Geld durch Exporte abzusaugen. Das sollte jeder Michel kapieren.

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schoggifuezli 17.05.2012, 20:55
305. Mitgegangen mitgefangen

Hätte man die deutsche Bevölkerung damals gefragt, ob sie den Euro wollen, hätten sie gemäss Umfragen deutlich nein gesagt. Doch die Politik wollte es anders, man musste sich zu Europa bekennen. Wann endlich fragt man das Deutsche Volk, was es will? Derart wichtige Entscheidungen, wie beispielsweise demnächst die Einführung der Eurobonds, gehören vors Volk. Eure Kinder und Enkelkinder werden künftig die Schulden von Rest-Europa finanzieren! Solche Entscheide sollten zumindest durch das Volk mit einer Abstimmung abgesegnet werden müssen. Warum übernehmt ihr nicht zusammen mit den Holländern und Oesterreich den Schweizerfranken? Sollen doch die anderen Europäer für einmal die Rechnung bezahlen! Die Wahlversprechen von François Hollande verheissen nichts Gutes. Soll er diese doch ohne die Bürgschaft von Deutschland finanzieren.

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Traumschau 17.05.2012, 20:58
306. Jau!

Zitat von glücklicher südtiroler
Forist celino hat recht. Die kleineren Länder der EU werden sich nicht von einem Nordeuro jeden Handelsspielraum nehmen lassen. Beobachten wir doch einmal die jungen Nachbarländer Deutschlands im Osten. Sie richten ihre Außenpolitik gerne auch nach Washington aus; mehr als Berlin und Paris(und Brüssel) lieb ist. Und zudem; kann sich hier noch Jemand an die EU Sanktionen gegen Österreich erinnern? Die fanden just zu einer Zeit statt als in Dänemark über den Euro abgestimmt werden sollte. Die Sanktionen gegen Österreich trugen wesentlich zur Ablehnung bei. Nicht zu Unrecht wurden die Sanktionen gegen Österreich als Machtdemonstration der großen Länder gegen die kleinen interprätiert. Die EU ist als 'übernationaler Körper' für kleinere Länder interessanter. Nein, kein 'Nordeuro'. Es ist kein Zufall daß die drei bevölkerungsmäßig kleinen, bzgl. Rohstoffe und Industrie aber wichtigen Länder der 'Alten Wikinger' allesamt ihre Währung behalten haben. In Einem hat aber Forist jstm recht... Die politische Dimension wird unterschätzt. Der Euro war von Anfang an ein politisches Projekt. Aus geostrategischen und politischen Gründen wurden auch Mitglieder aufgenommen die eigentlich wirtschaftlich nicht 'hineingehörten'; machen wir uns nix vor; es gab keinen Betrug, die griechischen Zahlen waren unter der Hand bekannt. Die Eurozone sollte von Anfang an die wichtigsten Natomitglieder umfassen. Aus diesen Gründen wird der Zusammenhalt auch bis zur letzten Patrone verteidigt werden. Ich werde mir jetzt sicher viel Schelte einfangen; aber so ist es... Die 'Linien' für die Vergemeinschaftung der Guthaben und Schulden stehen bereits fest. Man möge sich den ESM Vertrag durchlesen... Schian Gruaß...
Natürlich versucht man, am Euro fest zu halten.
Aber es wird wahrscheinlich bei dem Versuch bleiben:
Schauen Sie mal hier:
Charts des Grauens » Querschuesse

da wird mir ganz kodderig ...
Lange geht das nicht mehr, denn die Daten sind eindeutig.

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schoggifuezli 17.05.2012, 21:12
307. Das Volk ist der Souverän, aber

Zitat von Nocon
Du, Herr Münchau, für den Fall, daß du es vergessen haben solltest: Der Souverän ist das Volk. Und wer das ignoriert, wird früher oder später unsanft daran erinnert.
in Deutschland leider nichts zu sagen. Die Politiker, ob rechts oder links, foutieren sich in Sachfragen des Souveräns (was soll das dumme Volk mitreden? die sollen für die Fehler der Politiker bezahlen und die Schnauze halten). Wann endlich verlangt ihr Deutsch endlich eine direkte Demokratie?

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schoggifuezli 17.05.2012, 21:23
308. nicht sehr gewählt formuliert, aber auf den Punkt gebracht

Zitat von trackerdog
Jetzt schreiben sie ja doch, was Politiker - und sie natürlich - in ihren feuchten Träumen erhoffen. Dummerweise wollen die verblödeten Bürger diesem Wunsch nicht folgen. Eurobonds und die vereinten Staaten von Europa ziehen nicht wirklich - zumindest bei denen, die noch etwas Geld haben. Alle anderen Staaten würden doch auch nur mitspielen, wenn für sie etwas rausspringt. Ich glaube nicht, dass auch nur ein Europäer dem Traum vom vereinten Europa folgen würde, wenn Deutschland nicht bereit wäre das Projekt zu finanzieren. Alle wollen nur so lange wie möglich, so viel wie möglich rausholen. Danach wird die ausgelutschte Hülle auf den Müll geschmissen!
doch leider hat Deutschland keine andere Wahl: mitgegangen, mitgefangen. Die Griechen haben den Braten längst gerochen. Die kümmern sich nicht mehr um die Auflagen, die EZB stellt als Drohmassnahme die Zahlungen an kleine Banken ein, doch wir alle wissen, dass Griechenland nicht entlassen werden kann, weil der Preis schlicht zu hoch wäre. Folge: zuerst müssen die Deutschen die Eurobonds schlucken, dann geht es ein paar Jahre weiter wie zuvor, die Zinsen werden steigen und der Kolaps wird trotzdem kommen. Liebe ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

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Palmstroem 17.05.2012, 21:23
309. Milchmädchenrechnung

Zitat von worlorn
Der Finanzausgleich ist eine Notwendigkeit für die Eurozone. In jeder wirtschaftl. Gemeinschaft muss es so was geben, da die Partner nicht automatisch exakt im Gleichklang sind.
Ihre These ist absolut unlogisch!
Sie mag in einer wirklichkeitsfremden Betrachtung zwischen zwei Partnern noch logisch erscheinen, aber in der Realität existieren viele Handelspartner in gegenseitiger Konkurrenz.
Würde Deutschland nichts an Griechenland liefern, würde dieses ein anderes Land machen. Am Ungleichgewicht für Griechenland würde sich nicht das Geringste ändern.
Griechenland kann nur dann eine ausgeglichene Handelsbilanz erreichen, indem es kokurrenzfähige Produkte am Markt anbietet.

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