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Euro-Zone in der Rezession: EU senkt Prognose für Frankreich
REUTERS

Die Euro-Zone rutscht tiefer in die Rezession. Laut Frühjahrsprognose der EU-Kommission wird die Wirtschaft 2013 in acht von 17 Mitgliedstaaten schrumpfen. Das neueste Sorgenkind ist dabei ausgerechnet der zweitgrößte Staat: Frankreich.

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carahyba 03.05.2013, 17:18
60. Globalisierung... usw.

Zitat von Mimahal
Man hat das Gefühl, dass die Franzosen sich weigern, die Realität anzuerkennen. Man kann die Globalisierung nun mal nicht per Gesetz verbieten, sie vollzieht sich einfach, weil sie viele Vorteile bringt. Wer sich dem Wettbewerb stellen will, kann große Erfolge haben, siehe China, Süd-Korea aber auch Deutschland. Wer glaubt, er könne um sein Land eine Mauer errichten, kann das ja versuchen. Dann muss er aber seinen Lebensstandard dem anpassen, was innerhalb des Landes erwirtschaftet wird. Was nicht geht, ist weiter Konsum durch Schulden zu finanzieren. Das muss und wird zwangsläufig ein Ende haben. Der gesamte Club Med muss sich entscheiden, welchen Weg er beschreiten will. Und zwar bald.
Die Globalisierung hat positive und negative Aspekte, nicht fuer alle gleich.

In der nicht regularisierten Globalisierung gewinnt immer derjenige dessen Oekonomie am weitesten entwickelt ist, dessen Lohnstueckkosten am niedrigsten sind. Deutschland durch seinen entwickelten Industriepark einschliesslich des breiten Angebots an gut ausgebildeter und "disziplinierter" Arbeitskraft hat da historisch gesehen Vorteile. Die Gewerkschaften haben wegen ihrer zurueckhaltenden Lohnpolitik grossen Anteil an dieser Geschichte. Die Chinesen ziehen in Riesenschritten nach.
Deren Devise: Ruhe am Arbeitsmarkt und es wird ausgebildet und diszipliniert wie die Bekloppten.

Andere Laender, z.B. wie Brasilien, versuchen nachzuziehen, koennen das nur, indem sie eine wilde und ungezuegelte Angebotsoekonomie durchziehen. Die Folge ist, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter ungebremst oeffnet. Normale feste Arbeitsplaetze gibt es nur noch in der oeffentlichen Verwaltung und bei der PETROBRAS, aber auch dort kaum mehr.

Diese Oekonomie dient ausschliesslich der Kapitalverwertung nicht der Gesellschaft und dem Menschen.

Die immer wieder vorgebrachte Argumentation der Angebots-Theoretiker, dass wenn es den Reichen immer besser geht, dann ist das auch gut fuer die Armen war schon immer ein Schmarrn. Hat sich in der Verschaerfung der globalen Krise jedem offenbart, der bereit ist nachzudenken.

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carahyba 03.05.2013, 17:54
61. Ergaenzung ...

Zitat von carahyba
Die Globalisierung hat positive und negative Aspekte, nicht fuer alle gleich. In der nicht regularisierten Globalisierung gewinnt immer derjenige dessen Oekonomie am weitesten entwickelt ist, dessen Lohnstueckkosten am niedrigsten sind. Deutschland durch seinen entwickelten Industriepark einschliesslich des breiten Angebots an gut ausgebildeter und "disziplinierter" Arbeitskraft hat da historisch gesehen Vorteile. Die Gewerkschaften haben wegen ihrer zurueckhaltenden Lohnpolitik grossen Anteil an dieser Geschichte. Die Chinesen ziehen in Riesenschritten nach. Deren Devise: Ruhe am Arbeitsmarkt und es wird ausgebildet und diszipliniert wie die Bekloppten. Andere Laender, z.B. wie Brasilien, versuchen nachzuziehen, koennen das nur, indem sie eine wilde und ungezuegelte Angebotsoekonomie durchziehen. Die Folge ist, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter ungebremst oeffnet. Normale feste Arbeitsplaetze gibt es nur noch in der oeffentlichen Verwaltung und bei der PETROBRAS, aber auch dort kaum mehr. Diese Oekonomie dient ausschliesslich der Kapitalverwertung nicht der Gesellschaft und dem Menschen. Die immer wieder vorgebrachte Argumentation der Angebots-Theoretiker, dass wenn es den Reichen immer besser geht, dann ist das auch gut fuer die Armen war schon immer ein Schmarrn. Hat sich in der Verschaerfung der globalen Krise jedem offenbart, der bereit ist nachzudenken.
Die Globalisierung, synonym mit unbeschraenktem Freihandel, wurde in der EWU eingefuehrt ohne notwendige fiskalische und monetaere Regularien zu haben. Die Regularisierung von Besteuerungen, Zinsen, sozialen Standartds usw. wurden, obwohl von den Gruendern vorgesehen, nie geschaffen. Hauptsaechlich Deutschland hatte nie ein Interesse daran, weil es sonst beschraenkt worden waere seine momentanen Vorteile auszuspielen.

Sollte das nicht in den naechsten Jahren nachgeholt werden, wird die EWU auenanderfliegen und der Haptgeschaedigte wird Deutschland sein. Portugal z.B., das ich gut kenne, wird dadurch keinen grossen Schaden mehr nehmen. Die Portugiesen sind in der EWU nicht weil sie von Deutschland alimentiert werden wollen, wie immer wieder hier behauptet, sondern weil sie ueberzeugte Europaer sind, wie ich auch. Aber wenn der EWU-Krug kaputt ist, nutzt der gemeinsame Brunnen auch nichts mehr.

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giostamm 03.05.2013, 18:32
62. gerade heute war ich im basler

grenzegebiet unterwegs. zuerst von meinem schweizer wohnort nach deutschland wo ich oft hin muss, bad saeckingen und dann einen ausflug ins elsass und da bin ich dann einkaufen gegangen. nun ist es so dass ich mir aus italien und der schweiz einen super standard an lebensmittel auswahl und qualitaet gewohnt bin. wenn ich dann mein gas tanke in deutschland und dann in die supermaerkte da gehe kommt mir immer das grauen. triste, kleines angebot und von frische keine spur, geht man nur 15 km ueber den rhein nach frankreich dann bleibt selbst mir der mund offen. so tolle waren und diese auswahl habe ich sonst noch in keinem land gesehen.
als beispiel die kaesetheke (da muss man gar nicht naeher drauf eingehen) oder die auswahl an poulets (huhn) zwischen gelben und weissen, auslauf und bio u.s.w. ich habe 15 verschiedene poulets gezaehlt.....
und wissen sie was? der supermarkt war nicht leer sondern gut besucht.....merke....lebensqualitaet ist nicht nur in BIP punkten zu messen....und deutsche lebensmittel in supermaerkten haben den anstrich ehemaliger ostblock laeden...also dann immernoch viel lieber nach frankreich....war uebrigens auch sauberer gepfelgter und geordneter auf den strassen als in BW....

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carahyba 03.05.2013, 19:03
63. Ja klar...

Zitat von giostamm
grenzegebiet unterwegs. zuerst von meinem schweizer wohnort nach deutschland wo ich oft hin muss, bad saeckingen und dann einen ausflug ins elsass und da bin ich dann einkaufen gegangen. nun ist es so dass ich mir aus italien und der schweiz einen super standard an lebensmittel auswahl und qualitaet gewohnt bin. wenn ich dann mein gas tanke in deutschland und dann in die supermaerkte da gehe kommt mir immer das grauen. triste, kleines angebot und von frische keine spur, geht man nur 15 km ueber den rhein nach frankreich dann bleibt selbst mir der mund offen. so tolle waren und diese auswahl habe ich sonst noch in keinem land gesehen. als beispiel die kaesetheke (da muss man gar nicht naeher drauf eingehen) oder die auswahl an poulets (huhn) zwischen gelben und weissen, auslauf und bio u.s.w. ich habe 15 verschiedene poulets gezaehlt..... und wissen sie was? der supermarkt war nicht leer sondern gut besucht.....merke....lebensqualitaet ist nicht nur in BIP punkten zu messen....und deutsche lebensmittel in supermaerkten haben den anstrich ehemaliger ostblock laeden...also dann immernoch viel lieber nach frankreich....war uebrigens auch sauberer gepfelgter und geordneter auf den strassen als in BW....
Tja was denken Sie denn wo die Reise hingeht. Geht in Richtung ALDI, LIDL, NETTO usw. Ist billig, Kapitaloptimiert (optimierte riesige Handelskonglomerate, Zulieferer werden dem unterworfen). Im Angebot ist nur was zu einem niedrigen Preis grosse Handelspannen garantiert und am Markt geraeumt wird.

Reine neoliberale Angebotsoekonomik. Die ganze Kette vom Erzeuger bis zum Verbraucher wird optimiert um der Kapitalverwertung zu dienen. Wir sind angekommen.

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spankme 03.05.2013, 19:31
64. Frankreich und Spanien sollen mehr Zeit zum Sparen bekommen

... es muß heissen: Gegen die EU-Defizitvorgabe von 3,0 Prozent des "Bruttoinlandproduktes" verstößt Frankreich ....

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Jonny_C 03.05.2013, 19:51
65. Tja...

Zitat von KHBI
Mir macht die Jugendarbeitslosigkeit im Süden Europas ganz besondere Sorge. Sollte sich hier nichts tun, wird diese Generation lebenslang darunter leiden, besonders unter psychischen Problemen. Eigentlich ist es eine Schande, die auf das Konto der schlechten Politiker geht.
....aber Politiker schaffen außer neuen Beamten auch keine Arbeitsplätze. Das machen Unternehmer. Wenn man denen per ständig steigenden Steuerbelastungen aber die Lust nimmt, zu investieren dann wird es auch nichts mit neuen Arbeitsplätzen.

Für meine Partner und mich ist es beschlossene Sache, wenn tatsächlich nach der Bundestagswahl Rot/Grün an die Macht kommt, machen wir unsere Firma dicht. Den Angestellten geben wir die Chance das Unternehmen in Eigenregie zu übernehmen wenn Sie es denn wirklich wollen ?
Zwei meiner Partner verabschieden sich dann ins nicht europäische Ausland. Einer geht in die Schweiz, seine Frau ist Schweizerin.
Wir haben jedenfalls die Schnauze von der EU voll !
Die geplanten Steuererhöhungen von Rot/Grün wären der letzte Tropfen der das Fass dann endgültig zum Überlaufen bringen würde.

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Steve Holmes 03.05.2013, 20:26
66.

Zitat von español
"sogenannte Märkte" ist ein Platzhalter für "Finanz-Haie", "Casino-Finanzer", "Finanz-Jongleure", uvm.
Die Märkte sind wir alle. Ohne permanenten Handel würde unsere arbeitsteilige Welt nicht funktionieren.

Und jetzt Hand aufs Herz: Würden Sie heute ohne Risikoaufschlag in die Krisenländer investieren wo schon die eigenen Bürger ihr Geld schon außer Landes bringen?

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Steve Holmes 03.05.2013, 20:47
67.

Zitat von wibo2
Frankreich wolle von Angela Merkel eine Garantie für französische Sparer. In einem Partei-Papier forderten die französischen Sozialisten, dass Deutschland in einem gemeinsamen Europa nicht nur an die eigenen Sparer denken dürfe, sondern auch Solidarität mit den Franzosen zeigen müsse.
Merkels Garantie galt nie nur für deutsche Spare sondern für alle die ihr Geld auf deutschen Sparkonten angelegt haben. Franzosen waren und sind davon nicht ausgeschlossen.

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ja_bitte 03.05.2013, 21:27
68. Bockmist

NUR ZUR INFO:
Neuverschuldung Frankreich:
2009 7,5%
2010 7,1%
2011 5,2%
2012 4,8%
2013 3,9%

Wer bringt den verschuldeten Haushalt also in den Griff? FRANCOIS HOLLANDE
Wieso heißt die Überschrift nicht "EU SENKT PROGNOSE FÜR DEUTSCHLAND"???? Spiegel Online ist doch eine deutsches Portal. Oder etwa nicht? Was bitte sind 0,4% Wachstum in D im Vergleich zu -0,1% in F? Das sind doch Messungenauigkeiten!
Deutschland steht kurz vor der Rezession, schaut Euch die Auftragsbücher der Industrie an. Dann ist alles klar. Dann wird jeder (hoffentlich vor den Wahlen) sehen, dass so wohlklingende Wort wie Sparpolitik oder Vermeiden einer Schuldenunion nur hohle Kampfbegriffe sind, die sich dann als falsche Politik erwiesen haben. Während wir zuschauen, wie es den Amerikanern und Japanern wieder gut geht werden wir vor einen Scherbenhaufen stehen.

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burgundy2 03.05.2013, 21:49
69.

Zitat von dekkers.e
... und schon geht nichts mehr. Die Schuld werden wieder die erfolgreichen Länder bekommen.
Ich weiss gar nicht, was hier so viele mit ihrem "Sozialismus" haben. Erstens gibt es "den" Sozialismus schon lange nicht mehr. Die Sozialdemokraten in Deutschland, aber auch in anderen Ländern sind schon längst zu Selbstbedienern und Lobbyisten geworden. Und was Hollande angeht, der hat ja bislang noch gar nichts geändert gegenüber Sarkozy. Jedenfalls praktisch nichts. Es ist nicht wegen Hollande, dass Frankreich auf dem absteigenden Ast ist (wenn überhaupt, denn das ist eine vielschichtige Betrachtung wert), der Karren war schon vorher im Dreck. Sicher ist nur, dass Hollande ihn nicht herausziehen, sondern noch tiefer hineinfahren wird. Das ist aber in Deutschland - zumindest gesellschaftlich gesehen - auch nicht anders, nur sind die Parteivorzeichen umgekehrt.

Ich sage das übrigens nicht als Sozialist. Aber als Franzose.

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