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Euro-Zone in der Rezession: EU senkt Prognose für Frankreich
REUTERS

Die Euro-Zone rutscht tiefer in die Rezession. Laut Frühjahrsprognose der EU-Kommission wird die Wirtschaft 2013 in acht von 17 Mitgliedstaaten schrumpfen. Das neueste Sorgenkind ist dabei ausgerechnet der zweitgrößte Staat: Frankreich.

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carahyba 03.05.2013, 22:06
70.

Zitat von Steve Holmes
... Und jetzt Hand aufs Herz: Würden Sie heute ohne Risikoaufschlag in die Krisenländer investieren wo schon die eigenen Bürger ihr Geld schon außer Landes bringen?
Gerade jetzt investiere ich in Portugal was mir moeglich ist, was nicht gerade viel ist.
Das was ich dort investiere ist gut angelegt und keinem Wertverfall ausgesetzt. Ich bin froh, dass dort keine Megainvestoren aftauchen, die gewachsene Strukturen zerstoeren und Misere hinterlassen wenn sie sich vom Acker machen. Soweit haben die Menschen hier dazugelernt, dass sie das nicht zulassen.

Wer massenhaft Geld ausser Landes geschaffen hat sind immer dieselben, diejenigen die in dubiose Finanztransaktionen und Immobilienschwindel verwickelt sind. Der normale Portugiese ist viel zu stolz so einen Mist zu machen, wenn er ueberhaupt Geld uebrig hat.

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jakumo 03.05.2013, 22:18
71. La France

Ich lebe schon seit mehreren Jahren in Frankreich und bin auch immer wieder öfters in Deutschland. Und ich würde sagen, dass Frankreich schon einen REformstau und -bedarf hat, aber das nicht Hollandes Fehler ist; und wir haben alle über Millionengehälter und die Praktiken der Spekulanten geschimpft, dass die Leute dann abhauen ist halt einer der Nachteile, der Globalisierung, wenn man den Wohnsitz und Sitz der Firma mit miinimalen Aufwand ändern kann, dass ist es kein Wunder, dass alle abhauen. Aber in Frankreich ist vieles morsch, ohne Zweifel und dazu kommt auch, dass die Moral bei den Franzosen individuell betrachtet total im Eimer ist, da finde ich mehr Zusammenhalt und Rücksichtnahme hier in Deutschland; davon abgesehen ist halt Deutschland auch schon immer Exportnation und Industrieorientiert gewesen, aber die Stärken der Franzosen sind etwas anders gelagert und die Leute sind auch weniger interessiert an der ständigen Modernisierung. Das gilt vielleicht für den ganzen latein-stämmigen Raum, wo irgendwie die ganze rationelle Schiene und "funktionierende" Schiene weniger gut geschmiert ist; aber ich denke immer noch, dass das nicht Hollandes Fehler ist und unter Sarkozy sich die Schere zwischen Arm und Reich nur weiter geöffnet hätte.

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ernstrobert 03.05.2013, 22:31
72. was wird aus Europa?

Zitat von testthewest
Was sollen denn die Rechten in Frankreich schon machen? Sie erben eine kaputte Wirtschaft, werden wohl kaum was von ihren Wahlversprechen wahr machen können. Gelingt es ihnen jedoch trotzdem, ist vielleicht mal das "Anti-Rechts-Dogma" zu überdenken.
Die extreme Rechte ist mir nicht etwa zuwider, weil sie nicht in der Lage wäre, den Arbeitsmarkt 'auf Zack' zu bringen.
Das traue ich denen schon zu, meine Sorge sind die erheblichen Nebenwirkungen eher unmoralischer Art.

Zitat von testthewest
Die erfolgreichen Staaten derzeit haben sich alle vom linken Gedankengut abgewand (teilweise allein durch diese Abwendung überhaupt erst ihren Aufstieg begründet => China). Die erfolgreichen Staaten bestechen auch eher durch eine homogene, arbeitsame, solidarische Bevölkerung, als diesen Multi-Kulti- Zirkus, der auf sehr mitfühlend macht, aber dennoch vor Egoismus nur so strotzt.
Soll das heißen, dass Sie als Europäer kapitulieren? Wo bleiben der Stolz und die Würde einer Hochkultur? Wo bleiben Sokrates, Michelangelo und Beethoven?
(Kennen Sie nicht? Schon klar.)

Zitat von testthewest
Es ist eine natürliche psychologische Reaktion, die man in jeder WG mit Gemeinschaftskühlschrank erleben kann. Entweder es herrschen strikte Regeln ohne Ausnahme, welche drakonisch durchgesetzt werden, oder der Kühlschrank ist leer, weil jeder nimmt, aber nichts reintut, und die Küche ist verdreckt, weil jeder für sich kocht, aber niemand das Gemeinschaftsgeschirr abspült.
Stimmt nicht. Ich gehöre vielleicht zu den Mitbegründern von funktionierenden WGs und habe von 68 bis 89 (mit kleinen Unterbrechungen) nur in solchen gelebt, an ganz verschiedenen Standorten. Es genügt eine klare Struktur und Aufgabenverteilung, auf die sich alle geeinigt haben. Jeder zahlt einen abgemachten Betrag in die Haushaltskasse, Einkaufen, Kochen, Abwaschen gehen reihum, jede/r kommt mal dran. Fand ich wunderbar.
Erst meine Frau, generell die Frauen, wollten lieber die individuelle Lösung. Fand ich schade. Ist aber ein anderes Thema.

Zitat von testthewest
Der Euro ist für alle schlecht. Er fördert das Schlechte in allen: Faulheit und Verschwendungssucht im Süden, Oberlehrertum im Norden. Wir müssen dagegen Verantwortung setzten und das geht nur, wenn jeder seine eigene Währung hat.
Da ist allerdings was dran. Weil sich die negativen Tendenzen verstärken. Der schwarze Peter wird schon rumgereicht (blame game) und bald reicht die Kraft nicht mehr, um sich zusammenzuraufen. Jeder verliert sein Gesicht, Würde und Stolz sind verloren. Auch Arme verlangen nach Respekt. Und ich finde es abscheulich, wenn eine gewählte Kanzlerin als Nazi verunglimpft wird. Weil sie die Regeln bestimmt für Leute, die sie nie wählen durften.
Nur die Bürokraten-Kamarilla von EU und EZB wird den Kontinent nicht zusammenhalten. Ich will zurück in die EWG!
Da liegt der Hase im Pfeffer.

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ernstrobert 03.05.2013, 22:42
73. dubiose Geschäfte

Zitat von carahyba
Wer massenhaft Geld ausser Landes geschaffen hat sind immer dieselben, diejenigen die in dubiose Finanztransaktionen und Immobilienschwindel verwickelt sind. Der normale Portugiese ist viel zu stolz so einen Mist zu machen, wenn er ueberhaupt Geld uebrig hat.
Richtig. Das war leider auch ein Fehler vom Euro: Er hat den Reichen und Spekulanten endlich richtiges Geld in die Hand gegeben, um ihre Landsleute auszubeuten und ihre Staaten an die Wand zu fahren.
Um derartige Machenschaften zu unterbinden, brauchen Sie eine erstklassige Infrastruktur und gute Leute in der Verwaltung.
Das gab es sicher, von der Absicht her, hat aber wohl nicht ganz gereicht. Diesen Leuten muss man das Handwerk legen.
Wie in Zypern. Nur, um das Volk zu schützen, hätten 70 000 euro Einlagenschutz / Haushalt gereicht.

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ernstrobert 03.05.2013, 22:57
74. mal so ins Blaue

Zitat von jakumo
Das gilt vielleicht für den ganzen latein-stämmigen Raum, wo irgendwie die ganze rationelle Schiene und "funktionierende" Schiene weniger gut geschmiert ist; aber ich denke immer noch, dass das nicht Hollandes Fehler ist und unter Sarkozy sich die Schere zwischen Arm und Reich nur weiter geöffnet hätte.
In Frankreich ist die rationelle Schiene, wie Sie sagen, sehr gut 'geschmiert'. Die noch funktionierenden Betriebe haben eine sehr hohe Produktivität. Das Land ist zu allem fähig, es hat enormes Potential, Kultur und Stil.
Auch die Verwaltung ist seriös und modern.
Das Problem ist die Struktur: Zu viele leben vom Staat. Zu viele hängen durch. Zu viele nehmen zuviele Tabletten. Bequemlichkeit eben als erste Bürgerpflicht.
Und da ist es ganz schlecht, wenn ein sozialistischer Präsident glaubt, man müsse niemandem auf die Füße treten. Er muss seinen Leuten reinen Wein einschenken, die meisten erwarten das sehnsüchtig. In Deutschland hat es auch eine Weile gedauert, bis ein Ruck durch die Bevölkerung ging.
Ich behaupte jetzt mal, daran waren unsere Mitbürger/innen mit 'Migrationshintergrund' nicht ganz unschuldig. Denn die jammern nicht, setzen kaum Fett an, und kriegen und erziehen auch noch ne Menge Kinder. Das wirkt durchaus inspirierend!

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crimsonking24 04.05.2013, 23:26
75. Tanzen bis zuletzt

Kann man nur jedem empfehlen. Wenn Deutschland in eine Rezession gerät, geht der Euro den Bach runter und hier das Licht aus.Dann kommt die Nacht der langen Messer. Die Abgeordneten und die Regierung flüchten, setzen sich ins Exil ab, wie damals Wilhelm II. Dann führen wir hier wieder den Kommunismus ein. Ja, Europa wird kommunistisch oder es geht unter.

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hansjoki 04.05.2013, 02:31
76. OIH ! - welch ein

Da "muss" man wirklich von den "bösen" Gesetzen der Ökonomie überrascht sein - dies "konnte" doch Keiner ahnen, und auch keiner hat´s den "Onkels" in Brüssel vorher gesagt (weshalb auch nun keiner verantwortlich ist).
Und, es hat auch keiner unserer Mutti gesagt, dass "alternativloses" Sparen ohne begleitende Maßnahmen (wie beispielsweise GEGEN (!) idiotische Subventions-politik, grenzenlose Banken-"Herrlichkeit". Drosselung der Binnenkonjunktur durch Steuererhöhungen und Haftung für Bankeinlagen, das Anwerfen der Gelddruckmaschine oder die missbrächliche Target-"Buchhalterei" etc.) einfach okonomisch nur dumm ist.
Und da es keiner vorher "gesagt"hat, gibt es nun auch keine Schuldigen oder Verantwortlichen (aber die Masse der Dummen, die zur Kasse treten müssen)...

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MiniDragon 04.05.2013, 17:11
77. Zukunftserwartung

Zitat von cashcows_return
Das Geldsystem verlangt immerwährendes Wachstum, so wie jedes andere Schneeballsystem auch.
Und wenn es mit dem Wachstum nicht mehr funktionierte, dann
kam es bisher noch immer zum Crash, verbunden mit Kriegen Währungsreformen.
Da größere Kriege dank Atomwaffen nicht mehr denkbar sind, wird es wohl nur noch zur Währungsreform (Einführung einer Weltwährung? )kommen

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MiniDragon 04.05.2013, 17:19
78. Kompliment

Zitat von testthewest
Es ist eine natürliche psychologische Reaktion, die man in jeder WG mit Gemeinschaftskühlschrank erleben kann. Entweder es herrschen strikte Regeln ohne Ausnahme, welche drakonisch durchgesetzt werden, oder der Kühlschrank ist leer, weil jeder nimmt, aber nichts reintut, und die Küche ist verdreckt, weil jeder für sich kocht, aber niemand das Gemeinschaftsgeschirr abspült. Es reicht in so einer Gemeinschaft nur ein schwarzes Schaf, dass alle anderen die Lust an Ehrlichkeit und Fleiss verlieren. Der Euro ist für alle schlecht. Er fördert das Schlechte in allen: Faulheit und Verschwendungssucht im Süden, Oberlehrertum im Norden. Wir müssen dagegen Verantwortung setzten und das geht nur, wenn jeder seine eigene Währung hat.
Besser und allgemeinverständlicher kann man nicht erklären, dass die AfD eigentlich eine Alternative für Europa ist

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