Forum: Wirtschaft
Europa - können Deutschlands Steuerzahler die Griechen retten?

Nun ist es doch dazu gekommen: Griechenland hat beim Internationalen Währungsfonds einen Kreditantrag gestellt. Das bedeutet auch Kosten für den EU-Partner Deutschland. Können die deutschen Steuerzahler die Griechen retten?

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anyways 27.04.2010, 22:57
2310. Schulterschluss

SPON als Sperspitze des Turbokapitalismus, dass ich das noch erleben darf... LOL Hallo? Bankster und 'institutionelle' Gierhälse haben Griechenland noch in den letzten Monaten Kohle in den Rachen geworfen, in Erwartung das wie beim Surprime-Fiasko der Steuerzahler die Downside schon abdecken wird, quasi ein Call auf hohe Zinsen for free, free lunch eben. Die EU-Politiker, ich sage Verräter an ihren ehrlichen Bürgern, denkt nicht im Traum daran die Bankster und Spekulanten gefälligst an dem Default zu beteiliglen. Immerhin diejenigen, die die Kredite gewährt haben! Unfassbar. SPON sollte sich schämen. Lesen Sie, SPON, mal die tausende von Kommentaren hier und dann überlegen Sie mal wie die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung darüber denkt. Wäre mal angemessen wenn Sie deren Meinung auch mal erwähnen.

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tlogor 28.04.2010, 23:00
2311. Griechenland ist nicht pleite!

Der griechische Staat ist nicht pleite. Würde man eine einmalige Vermögenssteuer von 20% rückwirkend zu einem bestimmten Stichtag auf alle Vermögen erheben, wäre Griechenland saniert.

Das ist alles eine Frage des politischen Willen. Es gilt aber doch: eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

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Moewi 28.04.2010, 23:00
2312.

Gerade gefunden:
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,691460,00.html
"Und der Politologe Wolfgang Kraushaar sieht genügend Hinweise darauf, dass Dutschke Gewalt als letztes Mittel im Kampf gegen den Kapitalismus befürwortet habe."

Passt doch irgendwie hierher.

Bleibt die Frage, wann die "vorletzten" Mittel ausgeschöpft sind und welche das sind.

Ich war immer ein Anhänger der "Gewalt ist keine Lösung"-Theorie, aber angesichts der Agonie oder gar Verstrickung der Politik rutsche ich langsam -was mich sehr nachdenklich stimmt- auf die Seite des "Keine Gewalt ist auch keine Lösung".

Ich hoffe dass uns noch ein friedlicher Ausweg bleibt und dass wir ihn schnell genug finden - UND BESCHREITEN.

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Thommy56 28.04.2010, 23:01
2313. Griechenland hat die Demokratie erfunden

Griechenland hat die Demokratie erfunden und diese exportiert.
Griechenland bringt heut die Demokratie ins Grab und die Euro-Länder auch...!

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petros t 28.04.2010, 23:04
2314.

Zitat von Jochen Binikowski
Vieleicht wäre es ja eine gute Idee wenn die Griechen sich selber helfen, z.B. indem alle Gehälter für Beamte, ÖD und Politiker auf max. 3.000 EURO netto gedeckelt werden, Renten auf 1.500 EURO, und das nur 12 x im Jahr.
Dies wäre eine wirklich gute Idee, denn die meisten Rentner würden im Dreieck springen wenn sie solche Renten bekämen, da würden die auch herzlich gerne auf die 13. und 14. Auszahlung verzichten, und auch viele Beamte würden sie, wie einst Otto den Verrückten durch die staßen tragen.
Bis auf ein paar hundert Politiker die aber auch keine Deutsch Diäten erhalten, wären alle glücklich und würden sicher nicht streiken.

Aber hier wird deutlich, dass den meisten Teilnehmern gar nicht bewußt ist, wie die Einkommensituation in Griechenland wirklich ist.

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ProDe 28.04.2010, 23:04
2315. Verantwortlichkeiten

Zitat von unterländer
Jetzt frage ich mich, was eine Ratingagentur tun soll, außer davor zu warnen, griechische Staatsanleihen zu kaufen, wenn schon die Regierung selbst einräumt, quasi zahlungsunfähig zu sein. Kopfschütteln.
wer ist denn Ihrer Meinung nach verantwortlich?
Folgen Sie auch der BILD-Propaganda, dass die Griechen alle selbst Schuld sind und alles gut wird, wenn die Griechen sparen, verzichten, den Gürtel enger schnallen, die Ärmel hochkrempeln usw...?
Ich glaube, da machen Sie es sich zu einfach. Da gibt es noch andere Faktoren - z.B. die Mitverantwortung der Bundesregierung.
Statt für Regelungen im Finanzkasino zu sorgen und bspw. die Rolle der Rating-Agenturen zu überprüfen (bspw. gab es Ansätze, dass die EU besser solche Ratings durchführt)verschenkt die Bundesregierung Steuergelder an die banken und verhindert sogar noch Mini-Massnahmen innerhalb der EU.
Auch immer wieder genannt ist die Entkopplung der Lohn(dumping)politik Deutschlands vom Rest der EU. Das ist eine fatale Politik zu Lasten anderer und hat nichts mit einer Gemeinschaft zu tun.
In dem Zusammenhang fallen auch die Steuergeschenke und Subventionen an die Unternehmen - Umverteilung von unten nach oben. Stärkung der Unternehmen in Deutschland zu Lasten des Staates und des Volkes was ebenfalls zu einem ungleichgewicht innerhalb der EU geführt hat.

Die Politik der BRD scheint doch nur einem Zweck zu dienen - Politik für Reiche, Schaffung eines feudalistischen Systems in dem ein völlig abhängiges Proletariat gibt und wenige Feudalherren (Im FDP -Wortschatz Leistungsträger/Eliten).
Dafür gibt es viele Beispiele. Da wird geklagt über Fachkräftemangel in der Pflege. Ursache - in deutschland stimmen die Gehälter nicht. Statt nun besser zu bezahlen wird eine Green_Card Diskussion für unqualifizierte Billigkräfte entfacht. Statt in unsere Zukunft (z.B. Bildung) zu investieren werden Milliarden an Banken verschenkt, der Staat wird systematisch kaputtgemacht und das Tafelsilber verramscht (privatisiert)...usw.
Alles mit dem Hinweis auf China und die Globalisierung. Um damit zu konkurrieren müssen wir auch den Preis bezahlen - Verzicht auf Menschenrechte, auf Freiheit, auf eine unbelastete Natur, usw... wir bewegen uns in diese Richtung aber offenbar noch nicht schnell genug. Es muss mehr Druck erzeugt werden - wäre da nicht eine Art China Mitten in Europa von Vorteil?

Wir werfen den Griechen Bestechung vor und mangelnde Steuerdisziplin usw. Warum so hochnäsig? Sind denn Schröder, Wissmann, Müller, Mövenpik, Abwrackprämie und Co. schon vergessen?
Das Schmierentheater mit der Steuer-CD offenbarte doch, dass Steuerhinterziehung in Deutschlands zumindest bei den Eliten Volkssport bzw. Notwehr ist.
Die Griechen gehen wenigstens auf die Strasse und versuchen sich zu wehren...wir folgen der Propaganda und treten nach unten - nach H4, nach den Griechen usw. und fordern mehr Verzicht statt Grechtigkeit.

Wenn wir jetzt nicht helfen werden wir die nächsten sein, die von Ihrer Regierung so hintergangen werden. Ich habe diese Sch.. Regierung nicht gewählt, muss aber mit ansehen, wie die den Staat und alle Werte, die uns gross gemacht haben systematisch zerstören. Die träumen von Unternehmerparadies - einem Heer von Billiglöhnern, völlige Macht über abhängige Arbeiter. Weg mit sozialer Sicherheit, Kündigungsschutz, Mitbestimmung, Steuern, sozialer Verantwortung.

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Liberalitärer 28.04.2010, 23:06
2316.

[QUOTE=Eliza;5416970
Könnten Sie diese sehr feste Aussage bitte etwas ausfürhlicher erläutern.
Wenn jedermann in der Euro-Zone sein dürfte, wieso sind dann zB Polen und Estland nicht drin?
Und wird gegen diese NICHT spekuliert?[/QUOTE]

Natürlich, es wird gegen alle spekuliert, auch gegen Polen, Estland, Frankreich, Deutschland oder die USA, das nennt man Markt. Das in der Zone sein kann man besser politisch als volkswirtschaftlich erklären. Drin ist, wer rein durfte, nicht drin ist, wer noch nicht rein durfte. Ursprünglich hatte man Aufnahmebedingungen gemacht, aber das ist lange her und niemand hat sich je daran gehalten.

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Peter Werner 28.04.2010, 23:07
2317.

Zitat von cha cha
Noch schlimmer: die meisten Deutschen denken überhaupt nicht. 95% der Beiträge hier sind dümmliches Stammtischgebrabbel, wie es 1:1 aus den Schlagzeilen der BLÖD-Zeitung entnommen ist. Das Schlimme ist, dass unsere Regierung diesen Populismus nicht nur schürt, sondern seinen Folgen auch selbst erliegt.
Ich hätte nicht gedacht so etwas mal zu schreiben:
bei diesem Thema wünsche ich mir die Regierung Kohl zurück. So etwas hätte es mit Kohl zumindest nicht gegeben; undenkbar. Das europafeindliche Verhalten von Merkel und co. (Ausnahme: Schäuble) ist an Kleingeistigkeit und Dummheit kaum mehr zu überbieten.

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español 28.04.2010, 23:13
2318.

Zitat von phönix04
Ich weis nicht, wo sie Ihre Infos herhaben, aber dies ist absoluter Blödsinn.
Na denn ist ja alles klar.
Sehen Sie, so einfach geht es. Ja nicht nachdenken und dem Allgemeinglauben weiterhin Vertrauen...
Aber ne Kurz-Zusammenfassung der Vorgänge, speziell für Sie und in der Hoffnung daß sie dies natürlich auch als Blödsinn bezeichnen.

- Deutschland Wiedervereinigung und Umtauschkurs-Spielchen á la Helmut K. aus Oggersheim.
- Folge: Enorme Erhöhung der öffentlichen Ausgaben und, Erhöhung der...INFLATION !!
- Deutschland erhöht somit den Leitzins (wofür, werden sie sicherlich verstehen und wenn nicht, einfach mal nach den Worten "Geldmenge" und "Inflation" googeln)
Nun gut:
- Schon zu dieser Zeit wurden die verschiedenen europäischen Wechselkurse mit dem ECU "referenziert" und defacto mit der D-Mark, welche sich als stärkste Währung darstellte.
- Dies bedeutete, daß wenn sich die D-MArk aufwertete, automatisch das Pfund, die Lira und die Peseta (als Beispiel) im gleichen Rahmen aufgewertet wurden.
- Da die Anstiege dieser Währungen wesentlich unglaubwürdiger waren als die der D-Mark, bestand bei diesen immer der Verdacht einer Abwertung und somit folgte den Zinserhöhungen in Deutschland,
- automatisch und unmittelbar ein massiver Kapitalabzug aus den anderen Nationen um es in Deutschland anzulegen.
- Ebenso trug eine Leitzinssenkung in den USA zu erhöhte Investitionen in D-Mark-Anleihen bei.
- Somit war der ECU-referenzierte Wechselkurs nicht mehr haltbar für die europäischen Länder
(Die Geschichte um Herrn Soros spare ich mir, doch brachte er durch seine "Freie-Markt-Spielereien" den Austritt Englands aus dem EWS zustande.
- Den Engländern folgte Italien mit einem Ausstieg. Ubrigens "nicht ohne sich bei Deutschland zu beschweren weil diese nicht eine Zinssenkung durchgeführt hätten die Allen geholfen hätte".

- Vor die Wahl gestellt, entschied sich die spanische Regierung zu einer Abwertung der Peseta und blieb weiterhin innerhalb des Europäischen Währungssystems. Auch sollte dies als Signal an die Märkte gelten, daß man weiterhin an Bord blieb (in Sachen Einheitswähurng und Europa).
- Die spanische Zentralbank verkaufte D-Mark und kaufte Pesetas um den "Preis" zu halten. Dies ging natürlich nur solange, bis man fast die Fremd-Devisenbestände aufgebraucht hatte.
(Dieser Aufwand wurde übrigens auf ca. 13,5 Milliarden US-Dollar geschätzt).
- Spaniens damaliger Finanzminister verabschiedete ein sofortiges Spar-Programm und eine schlug eine Abwertung der Peseta um 10-12% vor.
- Die Abwertung wurde von den Zentralbank-Bossen aber nur auf 5% festgelegt, weil man vermeiden wollte daß Andere Länder (wie Griechenland) "mitgezogen würden.
- Erneut waren die Märkte nicht genug überzeugt, und es fogten noch zwei weitere Abwertungen der Peseta (6% und 8%)

- Andere Währungen wie der französischen Franc, oder der portugiesische Escudo wurden während dieser Zeit ebenso enormen Angriffen ausgesetz...
Und dies Alles nur...weil in Deutschland unter anderem auch...unbedingt Gelder aus dem Umlauf gebracht werden mussten.
Ach ja. Deutschland senkte dann doch den Leitzins (als es mal wieder zu spät war) und beendete das Jahr 1993, wie auch Spanien...in Rezession.
Parallelen zur aktuellen deutschen Situation um Wahlen, Nationalpatriotismus und Stammtischparolen sind natürlich rein zufällig.

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Keine Panik 28.04.2010, 23:13
2319.

Zitat von wowirom
Aber Spaß beiseite: Was ist, wenn weitere 'Schiffsjungen' in Ihrem 'Boot', wie etwa Portugal, Irland, Spanien, Italien, anfangen zu randalieren? Kentern ist dann todsicher angesagt!
Was ist besser, akute Löcher zu stopfen und drohende neue Löcher zu sanieren (= Euro-Zone reformieren, Haushaltsprobleme anpacken, bei Problemfällen helfen) oder einen Schiffsjungen nach dem anderen über Bord zu werfen?

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