Forum: Wirtschaft
Europa - können Deutschlands Steuerzahler die Griechen retten?

Nun ist es doch dazu gekommen: Griechenland hat beim Internationalen Währungsfonds einen Kreditantrag gestellt. Das bedeutet auch Kosten für den EU-Partner Deutschland. Können die deutschen Steuerzahler die Griechen retten?

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brassia 01.05.2010, 23:14
4730.

Zitat von Der Bruddler
...und weshalb brauche wir jetzt eine Volksabstimmung wegen einer Haftungsgemeinschaft, was hat das mit einer deutschen Verfassung zu tun? Was hat damit überhaupt irgendeine EU-Richtlinie zu tun? Da Sie sich auskennen, schauen Sie bitte in Artikel 79 nach, der genau das Gegenteil besagt.

Was täten wir nur wenn wir nicht die vielen Regelungen und Paragraphen hätten?! Klarer Menschenverstand? Voll daneben, wir Deutschen brauchen das Regelwerk, sonst sind wir hilflos!

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chefchen 01.05.2010, 23:25
4731.

Zitat von Herbert Prand
Um die Bankeigentümer ging nicht. Sie sollten nicht im PDS-Stil an Mythen und Legenden basteln. Der Finanzinvestor Flowers dürfte ca. 95% seiner Investition verloren haben. Die Commerzbank-Aktionäre wurden auch nicht reich.
Das sehen Sie falsch - die CoBa-Aktionäre wurden nicht arm, weil der Staat eingesprungen ist- der Totalverlust blieb ihnen erspart. Zitat von Herbert Prand
Die Banken müssen für die aufgenommenen Garantien hohe Zinsen zahlen.
Na da gab`s doch derletzt was anderes in der WiWo zu lesen: http://www.wiwo.de/unternehmen-maerk...rzbank-426103/

Ihre Aussage in einem anderen Beitrag: "Die größten Pleitefälle in Deutschland waren Karstadt, Opel und die Banken. Allen voran die Staatsbanken." ist übrigens falsch. Soviel wie die Privatwirtschaftlichen versemmelten, haben die staatsnahen Banken nicht versemmelt:
http://www.handelsblatt.com/homepage...n-fuer-banken/

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chefchen 01.05.2010, 23:56
4732.

Zitat von Herbert Prand
Faktisch ist das Geschäftsbankensystem nichts als ein ausführendes Organ des Zentralbanksystems. Ich weiß nicht, was Sie da großartig erforschen wollen. Natürlich entwickeln sich Güter- und/oder Finanzassetpreise analog und können sogar als Multiplikatoren der Geldmengendynamik wirken.
Das ist falsch.
Geschäftsbanken sind minimal weisungsgebunden gegenüber den Zentralbanken (Mindestreserve). Darüberhinaus steht es den Geschäftsbanken frei, wieviel Geld sie von der Zentralbank annehmen und zu welchen Konditionen sie es weitergeben.

Mit der Möglichkeit der Schöpfung riesiger Mengen Giralgeld haben Banken und des gezielten Einsatzes haben Geschäftsbanken weit mehr wirtschaftliche Macht als die Zentralbanken.

Das die Geschäftsbanken eben nicht das tun, was die Zentralbank will, sondern ihre eigene Politik verfolgen sieht man ja gerade an der Griechenlandkrise - zocken mit griechischen Staatsanleihen statt die Finanzklemme in der Realwirtschaft zu beheben.
http://www.diht.de/inhalt/informatio...2272.main.html

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Eliza 01.05.2010, 00:00
4733.

Zitat von fsiggi2
Ein Ausschluss Griechenlands ist politisch einfach nicht gewollt, das Argument, es sei rechtlich nicht möglich, ist nur vorgeschoben. Meinen Sie, man könne Griechenland zwar zu einem "freiwilligen" drakonischen Sparprogramm, aber nicht zum "freiwilligen" Austritt aus der EWU überreden?
Überreden wäre anscheinend nicht nötig. Das könnte durch Ratsbeschluss so entschieden werden. Meint Wolf Schäfer:

Zitat von Schäfer
Deshalb stellt sich die Frage nach dem – unfreiwilligen – Ausschluß Griechenlands aus der Euro-Zone als ultima ratio der Sanktionsmöglichkeiten. Der Ausschluß impliziert, daß der frühere Beschluß des Europäischen Rates zur Aufnahme Griechenlands in die Gruppe der „Mitgliedstaaten ohne Ausnahmeregelung“, also in die Euro-Zone, wieder rückgängig gemacht werden kann. [GR ist unter falschen Voraussetzungen in die EURO-Gruppe aufgenommen worden, die Konvergenzkriterien waren nicht erfüllt], wie sich später herausstellte, ... weil Griechenland die Statistiken gefälscht und also den Rat vorsätzlich getäuscht hatte. Insofern war der Ratsbeschluß nichtig. [Aber dieser Umstand ist verjährt.] Aber Griechenland hat bis in die jüngste Zeit seine Praxis der Statistikfälschungen, der Täuschungen und der signifikanten Nichteinhaltung der Stabilitätskriterien fortgesetzt. Damit signalisiert das Land in expressiver Weise seine offensichtlich dauerhafte Nichtbereitschaft zur Befolgung der die EWU tragenden Rechtsregeln. Auf dieser Tatsachenbasis stellt sich dann erneut die Frage nach der Rückversetzung Griechenlands in den Zustand eines „Mitgliedstaates mit Ausnahmeregelung“ auf der Basis eine contrarius actus, also eines Beschlusses, der nicht den alten Ratsbeschluß aufhebt, sondern ex nunc für Griechenland die Mitgliedschaft mit Ausnahmeregelung neu beschließt.
http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=2612

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Eliza 01.05.2010, 00:02
4734.

Zitat von Andreas Heil
Sag ich ja. Da ist allerdings Ihr .
Lassen Sie's. Sie wissen, dass sie Unrecht haben und werfen nur noch mit Schmähungen, in der Hoffnung, da bliebe was hängen.

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Eliza 01.05.2010, 00:18
4735.

Zitat von S. Loeb
Die Schweiz ist ein kleines, wenn auch äusserst wettbewerbsfähiges und wohlhabendes Land, in welchem die direkte Demokratie gilt, dass heisst, das Volk ist der Souverän und die höchste Macht im Land. Entsprechend können Steuergelder auch nicht einfach nach Belieben für jeden Schwachsinn verschleudert werden. Die Schweizer brauchen sich nicht zu verstecken, denn sie tragen keinerlei Verantwortung für das Chaos in der EU und der Euro-Zone.
Alles ganz anders als in Deutschland, wo doch jetzt wir Steuerzahler GR heraushauen müssen, ob wir wollen oder nicht, oder so.

Na, vielleicht springen ja auch die Türken ein. http://www.faz.net/s/Rub501F42F1AA06...mmon~SMed.html

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Olaf 01.05.2010, 00:18
4736.

Zitat von Eliza
Wieso? Die andern Nicht-Euro-Länder in der EU belasten doch ebenfalls das System nicht in dieser katastrophalen Weise?
Weil sie eben nicht beim Euro mitmachen, können sie diesen auch nicht belasten.
Zitat von Eliza
Und wieso müsste der Ausschluss von GR aus der Euro-Zone automatisch dessen staatsbankrott herbeiführen? Vielleicht würden ja dann die heutigen Demonstranten in GR, die an die Notwendigkeit von Spramaßnahmen glauben, diese endlich einsehen?
Das muss nicht so kommen, die Wahrscheinlichkeit ist nur hoch. Ein Ausschluss Griechenlands würde als Versagen der EU gesehen werden. Es wäre klar, dass die Eurozone nicht in der Lage ist ihre Probleme selber zu regeln und die Einhaltung der eigenen Vorschriften bei ihren Mitgliedsstaaten durch zu setzen.
Zitat von Eliza
Dieser Kenner hier anscheinend schon:
Ich zweifle nicht an der Richtigkeit rechtlichen Bewertung. Ich denke nur im Moment hat sie den Wert eines korrekt gebuchten Flugtickets nach Frankfurt zur Zeit der vulkanischen Aschewolke. Alles völlig richtig und in Ordnung, aber in der Praxis nicht zu gebrauchen.
Zitat von Eliza
Ihm schließe ich mich vorderhand an, solange ich keine etwas schwerer wiegenden Gegenargumente erkenne, als---verzeihen Sie!---die Ihrigen.
Schon OK, wir können zur Zeit alle nur Spekulieren. Das haben wir mit Frau Merkel und Herrn Schäuble gemeinsam. Ich glaube nämlich nicht, dass die viel schlauer sind.

Zitat von Eliza
(Jedoch Dank für Ihren sachlichen Ton.)
Gern geschehen! ;-)

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anyways 01.05.2010, 00:58
4737. Bester Beitrag von allen die ich bisher hier gelesen habe.

Zitat von Gruber
Oder sollte man besser "Wirtschaftsvernichter" sagen? Das Konzept der an Dummheit wohl kaum zu überbietenden Steinzeit-Kapitalisten zur Rettung der Welt lautet - vereinfacht gesagt - wie folgt: Alle Länder müssen versuchen, Exportweltmeister werden und zu diesem Zweck Löhne, Zulagen kürzen, Arbeitnehmer abbauen und Sozialsysteme zerschlagen. Offensichtlich können diese Ignoranten nicht einmal 1+1 zusammenzählen. Sonst müssten sie ja sofort erkennen, dass nicht alle Länder der Erde Exportweltmeister sein können. Ja, wahrscheinlich nicht einmal ein Zwanzigstel der Länder der Welt. Man will daher sehenden Auges mit der Wirtschaft an die Wand fahren. Woanders kann so eine Reise nämlich garantiert nicht hingehen. Und nebenbei will man auch noch durch Kürzung der Löhne, der Zulagen, Zerschlagung der Sozialsysteme und durch Abbau der Arbeitnehmer (=Konsumenten) zum Zwecke der Profitoptimierung (für die Macher und Großaktionäre) dem Binnenmarkt anständig Saures geben und den Garaus machen. Dass nur ein funktionierender Geldkreislauf Konsumenten - Wirtschaft - Konsumenten, Verbraucher eine funktionierende Wirtschaft garantiert, dürfte den leicht entbehrlichen verantwortlichen Politikern und den von ihnen auf Kosten der Bevölkerung mit Wohltaten zugeschütteten "Machern" bis zum heutigen Tage noch nicht klar sein. Wenn ununterbrochen große Geldmengen von den "Machern" aus dem Geldkreislauf abgezweigt werden und nur für Finanzgeschäfte und nicht für Produkte und Dienstleistungen der Wirtschaft verwendet werden, kann die Wirtschaft à la longue nur zusammenbrechen. Was sonst?
Respekt, auf den Punkt gebracht. Tun Sie den Deutschen den Gefallen und bieten diesen Text als Leserbrief der FAZ, SZ und Bild an. Und das meine ich absolut ernsthaft.

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aat 01.05.2010, 01:27
4738. Na und ?!

Zitat von Olaf
(...) Das muss nicht so kommen, die Wahrscheinlichkeit ist nur hoch. Ein Ausschluss Griechenlands würde als Versagen der EU gesehen werden. Es wäre klar, dass die Eurozone nicht in der Lage ist ihre Probleme selber zu regeln und die Einhaltung der eigenen Vorschriften bei ihren Mitgliedsstaaten durch zu setzen.
Und ?! - Dann ist das eben so. Hauptsache die Verursacher dieser Krise kommen auch in den Genuß der Konsequenzen. Wieso soll der deutsche Michel wieder mal gemolken werden ? Das politische Gesicht zu wahren hat keinen höheren Stellenwert, als erstmal eigene Probleme zu lösen.
Avrio Griechenland und notfalls auch Despedida Spanien, Adeus Portugal und Good Bye England !
Sind wir jetzt die ARGE der EU-Welt und verteilen H4-Gelder an jeden, der nicht mehr zurecht kommt ? Dazu noch selbstverschuldet und betrügerisch ? Hier muß seitens der Politik ein Zeichen gesetzt werden.

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Silverhair 01.05.2010, 02:09
4739.

Zitat von Der Bruddler
Die Änderbarkeit des GG ergibt sich aus Artikel 79 GG. das gilt damit auch für Artikel 79 GG. Ein Staatendbund ist auch nicht Thema meines Beitrags gewesen, sondern eher ein erweiterter Bundesstaat.
Eine Änderung von GG 79 würde die Änderbarkeit von 1 und 20 als Folge haben , und das darf durch kein Gesetz geschehen wie das GG 79 vorschreibt. Damit ist 79 durch seine eigene Formulierung gegen Änderung geschützt!

Wie das auch so in der Wikipedia steht.
Zitat von
Durch diese Ewigkeitsklausel ergibt sich selbst innerhalb des Grundgesetzes eine Normenhierarchie. Bis zu einer Ersetzung des Grundgesetzes durch eine andere Verfassung kann die Ewigkeitsklausel nach heute herrschender Meinung nicht aufgehoben werden.
GG 79 (3) soll verhindern das die FDGO verändert wird, also kann man kaum annehmen das eine solche Klausel irgendeinen Sinn, oder das GG irgendeinen Sinn hätte wenn man schlicht durch Streichung des Schutzes den Schutz beseitigt!

Wäre sowas möglich, dann würde der Sinn der Verfassung, auch die Verhinderung einer Diktatur einzuführen ad absurdum geführt ..

Aber dazu empfehle ich mal tonnenweise Rechtsprechung auch des BVerfG dazu zu lesen!

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