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Europa - können Deutschlands Steuerzahler die Griechen retten?

Nun ist es doch dazu gekommen: Griechenland hat beim Internationalen Währungsfonds einen Kreditantrag gestellt. Das bedeutet auch Kosten für den EU-Partner Deutschland. Können die deutschen Steuerzahler die Griechen retten?

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dognamedboo 01.05.2010, 22:31
5150. Na ja,

Zitat von Bhur Yham
Völlig korrekt. Ich behaupte sogar, daß die Werbekampagne "Soziale Marktwirtschaft" ganz wesentlich zum Zusammenbruch der DDR beigetragen hat. Die BRD kann von Glück sagen, daß es heute in Zeiten von H4, 1€-Jobbern und massivem Sozialabbau keinen reichen Nachbarn gibt, der "das Volk" tagtäglich nach allen Regeln der Kunst einseift. Dann könnte man hier bald das Licht ausschalten. Denn wegen "Demokratie" ist kaum einer über die Mauer geklettert.
von meinen vier Kindern (zwei im Studium, eins noch auf der Schule) reden immerhin zwei davon, dass man sein Geld auch da verdienen kann, wo man nicht ein Kostenfaktor mit Ohren ist.

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glücklicher südtiroler 01.05.2010, 22:33
5151. Aaa

Zitat von joe sixpack
Wuerde GR und die restlichen PIIGS sicher mit Bestnote bewerten. Nur, wer wuerde diese Ratingagentur dann ernst nehmen?
Jene Ratingagenturen, die Sie ja so ernst nehmen, haben US-Schrott-Immobilienpapiere mit AAA bewertet... ;)
Fällt Ihnen auch dazu etwas ein oder ist es schon zu lange her... ;) ?

Viele Grüße aus Südtirol...

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cha cha 01.05.2010, 22:35
5152.

Zitat von Silverhair
Noch nicht mal den "Wert" von Geld kann Politik bestimmen
Aber natürlich kann die Politik das. Wie das geht, kriegen Sie derzeit durch Griechenland bestens vorgeführt: der Staat nimmt Schulden auf, und schon sinkt der Wert des Geldes.

Die Konstruktion des Euro lässt das aber eigentlich nicht zu: Griechenland hat sich nach Auffassung des Pöbels am Euro und dessen Stabilität versündigt. Dabei ist die Sache so überaus simpel, dass es auch die Dümmsten begreifen müssen: der Pöbel hat gar kein Geldvermögen, das durch sinkenden Geldwert vernichtet werden könnte.

Wir leben in einer Zeit aberwitziger Geldschwemme. Schon vor der Finanzkrise war die Geldmenge beispielsweise durch die Immobilienblase der USA irrwitzig groß, und absurderweise wurde diese Geldmenge nochmals um ca 1,2 Billionen US$ weiter aufgebläht, um den Kollaps des Finanzsystems zu verhindern. Für den Euro gilt in geringerem Maße dasselbe. Die heute umlaufende Geldmenge ist aberwitzig riesig, und dieses Geld steckt nicht in den Bettlaken armer alter Omas als Notgroschen für harte Zeiten, sondern es geistert als frei fluktuierendes Finanzkapital durch die Märkte und sucht wie ein Heroinsüchtiger nach dem immer stärkerem Kick, nach immer höhere, immer kurzfristigerer Rendite.

Die Politik muss zwingend die Möglichkeit erhalten, den Wert des Geldes drastisch zu senken.

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Spessartplato 01.05.2010, 22:36
5153.

Zitat von kobraeffekt
Aha, John Nash, der alte Grundschulmathematiker... Studieren Sie doch erstmal das Fach, bevor wie ein Blinder über Farben referieren.
Was beim Studieren dieser "Wissenschaft" herausgekommen ist, kann man ja gerade weltweit eindrucksvoll bewundern.
1000 Theorien-die meisten gegen den gesunden Menschenverstand.

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Phildemos 01.05.2010, 22:36
5154. Rechtskräftiges Euro-Mitglied?

Im Statistikskandal von 2004 stellte sich heraus, dass Griechenland für den Zeitraum 1997-2000 falsche Defizitangaben gemacht hat. Diese Angaben waren eine wichtige Grundlage dafür, dass der Europäische Rat am 19. Juni 2000 zu der Überzeugung kam, dass Griechenland die notwendingen Voraussetzungen zur Einführung des Euro erfüllte.

Nach einem allgemeinen Rechtsgrundsatz sind Verträge nichtig, bei denen ein Vertragspartner den anderen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zur Zustimmung verleitet.

Leider bin ich kein Staatsrechtler. Es erscheint mir aber folgerichtig, dass Griechenland nie rechtskräftig Mitglied der Eurozone war.

Die EU und die Mitgliedsstaaten hat dies aber nicht gekümmert. Man wollte Griechenland einfach dabei haben. Die Zeche dieser Unaufrichtigkeit aller Entscheidungsträger zahlen wir und die Griechen jetzt.

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jstm 01.05.2010, 22:38
5155.

Zitat von han-han
Was sind denn Nationalstaaten? ...
Warum stellen Sie sich dumm, was soll das?
Griechenland ist ein Beispiel eines Nationalstaats. Man spricht dort neu-griechisch und hat sogar seine eigene Schrift! Verlässt man Griechenland auf dem Landweg, so kommt man in Gebiete, in denen man albanisch, mazedonisch, bulgarisch oder türkisch spricht --- also nicht griechisch. Reicht das als Erklärung?

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ALG III 01.05.2010, 22:39
5156.

Alle sagen jetzt: "Griechenland muss hart sparen." Aber wenn das die Lösung wäre, könnten doch alle EU-Länder "hart sparen", auch Deutschland. Warum tun wir das denn nicht? Wir könnten doch zusammen mit den Griechen sparen.

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Silverhair 01.05.2010, 22:42
5157.

Zitat von Phildemos
Ich rede nicht von Staatsgebiet a la Alaska. Ich rede von staatlichen Firmenbeteiligungen, Gebäuden, Grundstücken, etc.
Ähm, dieser weg hätte Ackermann und Co. doch die ganze Zeit offen gestanden. Prinziell ist es die Aufgabe von Geld = Devisen im anderen Land Waren und Dienstleistungen zu kaufen, nicht für geld einfach nur Geld zu verlangen!

Das Haushaltsdefizit, und die Überschüsse in D. existieren doch nur weil man eben genau "NICHT Kaufen" wollte.
Merkel wollte Panzer- Uboote und BMW und Geld nach Gr. Exportieren .. Kaufen wollte sie doch da nie etwas!

Es ist doch das was auch die Franz. Finanzministerin moniniert hat, was IWF, OECD und der Rest der EU sagt. Deutschland kauft schlichtweg nicht in den anderen Ländern, sie wollen nur Exportieren - und dann diese "Überschüsse" nur als Zinsbringendes anlegen!

Schlicht und einfach - den Gr. ist das "Geld" ausgegangen weil andere nichts gekauft haben .. eben weil D. sich in der EU überall dem Kaufen verweigert .. man möchte nur auf einem Polster von selbsterschaffenen Geld leben .. was aber bei laufend verarmenden Ländern dadurch ringsum schlichtweg eine Illusion ist!

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gunman 01.05.2010, 22:51
5158. Sehr gut ...

"Regierung regelt Hilfspakt - Volk rebelliert"

Sehr gut!! ... die Realität kehrt zurück.

Die Worte "Hilfspacket" ... "Friedensprozeß" usw. suggerieren seit dem diese Worte in Umlauf sind, dass weichkochen von Problemen. Insoweit ist zu begrüßen, wenn die Griechen jetzt erst einmal selber die Sache bei sich durchfechten.

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jstm 01.05.2010, 22:53
5159.

Zitat von cha cha
... Wenn wir unsere Währung ändern wollen, dann wäre eine Umbenennung des Euro in D-Mark völlig irrelevant. Sinnvoller wäre es, eine Währung nach dem Vorbild des französischen Franc zu schaffen, die dem Primat der Politik folgt.
So wie die Reichsbank 1923, die dem Primat der Politik folgen musste und das Defizit des Staatshaushalts durch Drucken von Banknoten "ausgleichen" musste. Ein weiteres Beispiel wäre die Politik der Jugoslawischen Zentralbank, die nur alle 10-20 Jahre zwei Nullen streichen musste. Ein aktuelles Beispiel wäre die Zentralbank von Zimbabwe, die ebenfalls "dem Primat der Politik folgt". Die sind mit die besten Kunden von Giesecke&Devrient.
Zitat von cha cha
Es ist grotesk, welch abenteuerliche Unkenntnis selbst der simpelsten Fakten über Aufbau und Funktion einer Währung sich bei Ihnen und vielen anderen Teilnehmern hier offenbart.
Absolute Zustimmung, damit haben Sie Ihren Beitrag korrekt bewertet.

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