Forum: Wirtschaft
Europa - können Deutschlands Steuerzahler die Griechen retten?

Nun ist es doch dazu gekommen: Griechenland hat beim Internationalen Währungsfonds einen Kreditantrag gestellt. Das bedeutet auch Kosten für den EU-Partner Deutschland. Können die deutschen Steuerzahler die Griechen retten?

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teopred2 05.05.2010, 21:10
7640.

Zitat von dr. ch. bernhart
... Das ein Parlament diesen Mist absegnet, heisst für all internationalen Investoren, Hänge weg von Deutschland, die spinnen, die Deutschen
Die Deutschen spinnen nicht, die Politiker spinnen. Diesen Unterschied bitte ich festzuhalten.

mfg

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neutralia 05.05.2010, 21:15
7641.

Leider doch!

Es waren die Politiker der letzten 20-30 Jahre, die diese Misere verursacht haben. Es hagelte in dieser Zeit von Skandalen, aber Kosequenzen mußte keiner befürchten.

Nach der Amtszeit konnte keine Regierung mehr für Fehler oder Korruption zur Verantwortung gezogen werden, sie genoß sozusagen Immunität. Die nächste Regierung hat dann ihrerseits während ihrer Amtszeit ihre schmutzigen Geschäfte geschickt vertuscht und nach der Amtszeit konnte auch diese sich entspannt zurücklehnen. Und so ging das weiter...

Alle Parteien und haben doch dieses Spiel mitgemacht.

Das Volk muss es jetzt ausbaden, daher auch diese Aggression.

Hier müßte aus europäischer Sicht Druck gemacht werden. Es fehlt an Gesetzen zur Korruptionsbekämfung und neutralen Stellen, die Verstößen nachgehen.

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Ben Yona Franklin 05.05.2010, 21:31
7642.

Zitat von Helmut Pirkl

"Die Folge ist eine Entwertung des Euro, die von Tag zu Tag spürbarer wird.



Vielleicht aber kann mir einer erklären, warum der Kurs des Dollar steigt. Eigentlich haben die USA doch ähnliche Probleme mit dem Dollar"



Gerne; die USA haben (noch) nicht die selbe Probleme. Die USA haben eine wachsende Wirtschaft die groesser als die ganze EU ist , politische Stabilitaet ,einmalige militaerische Ueberlegenheit, enorm tiefe und liquide Kapital-Maerkte und eine Bevoelkerung die keine Haushalt-Defizite mehr tolerieren will

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Phildemos 05.05.2010, 21:39
7643. Turnschuhnäher

Zitat von Ghost12
Danke für die Aufklärung. Dann haben die Arbeitslosen hier bald endlich Beschäftigung. Turnschuhnähen. Lebenserwartung geht wieder auf < 60 Jahre herunter, diese nervigen giftigen Farbstoffe der Produktion, die nicht im Rhein landen. Das Gute aber- die Sozialkassen werden dadurch entlastet. Benzin kostet dann 8 Eur/Liter. Man muss aber auch nicht immer reisen, dafür stellt der Staat die enteigneten Mietwohnung günstig in der Nähe der Fabriken zur Verfügung. Züchtigung in Form von Fußfesseln bekommen auch nur die, die sich der Solidargemeinschaft entziehen wollen. Und jeden zweiten Samstag gibt es kostenlos 2 Südfrüchte pro Person- der Staat zeigt hier die generöse Seite seine überlegenen Wirtschaftssystems.
Das Dilemma ist doch, dass deutsche Turnschuhnäher mit chinesischen Turnschuhnähern (100€ im Monat) konkurrieren. (Sebst bei uns in der Elektroindustrie merken wir das schon manchmal ziemlich krass.)

Lassen Sie uns doch mal überlegen, was man da machen kann:

a) Die Chinesen verpflichten, einen Mindestlohn von 7€50 einzuführen

b) Turnschuhzölle erheben

c) In Deutschland einen Mindestlohn oder sogenannte faire Tariflöhne für die Turnschuhnäher einführen

d) Keine Turnschuhe mehr produzieren

e) Nur noch High-Tech-Turnschuhe produzieren und Vorprodukte in Billiglohnländern kaufen

f) Umverteilung: Die Reichen (und die Banken :-) subventionieren die Niedriglöhne mit erhöhten Steuern.

zu a): Das wird noch Jahrzehnte dauern. Aber ein steigendes Lohnniveau in den aufstrebenden Ländern sehe ich als die beste Chance.

zu b): Das hieße den Wirtschaftskrieg mit China anzuheizen. Die Chinesen verlangen auch Zölle auf unsere Autos. Wäre zu überlegen

zu c): Da befürchte ich, dass die Deutschen dann doch lieber die billigen chinesischen Treter kaufen. Die Schuhfirmen haben's versucht, sind aber gescheitert.
(siehe unten).

zu d): Das machen wir schon, aber was machen wir dann mit den Turnschuhnähern? Hartz 4?

zu e): Machen wir auch, bringt zwar ein paar gut bezahlte Arbeitplätze nach Deutschland, hilft aber den gering Qualifizierten nichts.

zu f): Kann man solange machen, bis die Reichen auswandern (wie es viele Ärtze heute schon tun). Oder wir bauen einfach ne neue Mauer. Es gibt in unserer Verfassung ja kein Grundrecht auf "Freiauszügigkeit" (!) Bei Hartz 4 Aufstockern wird ja schon ein bisschen subventioniert.


Übrigens hatte Deutschland mal eine florierende Schuhindustrie, z.B. in Pirmasens. Ist heute (fast) alles kaputt. Salamander: kaputt. Adidas: nicht kaputt aber wo hat der seine Fabriken?

Übrigens (2): Ich erwarte, dass unsere Bastion der Autoindustrie in 5-10 Jahren geschleift sein wird. Firmensitz: Deutschland. Produktion: Ausland.

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teopred2 05.05.2010, 21:44
7644.

Schauen Sie mal, was es noch gibt. Fällt Ihnen etwas auf, in Stückelung etc.?

http://www.proaurum.de/preisliste_sc...rrencyName=EUR
gestern am Nachmittag wurde aufgefüllt :-)
Schauen Sie hier: http://www.kitco.com/market/euro_charts.html

Da stehen heute Bürger Schlange und es gibt nur noch Kleinkram in 10tel, 20tel Unzen oder gar doch noch in 500er Barren zu kaufen. Würde es Sie nicht nervös machen, wenn ein hochspezialisierter Händler keine Ware mehr liefern kann?

Michel hat begriffen, Michel stimmt mit den Füssen ab. Es waren gestern ganz normale Menschen anwesend ... einen Lacher bekam ich aber trotzdem ob meines Spruches: Frau Merkel sagt, daß man sich nicht anstellen solle, der Euro sei sicher. Die wartende Schlange war in punkto Anstellen anderer Ansicht.

So siehts aus, der Euro ist Geschichte. Wie kann Jemand Währungen vertrauen, die als Vielfaches des Welt-BIP um den Globus wabert, ja gar als Mehrfaches der von Menschen jemals geschaffenen Güter. Die Konsequenzen sind doch klar, odr?

Aber der Teuro ist sicher ... lach.



mfg

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Günter Bodendörfer 05.05.2010, 22:14
7645.

Zitat von panda
Noch vor kurzem hat man lieber Deutschland an den Pranger gestellt und die südlichen Länder ob ihres Konsums gelobt und als gutes Beispiel für uns genannt...
Stimmt, das fand ich immer ausgesprochen lustig, die Wirtschaftsteile waren jahrelang voll von derartigem Blödsinn, Spanien, Wachstum von 10% und Deutschland, das Schlusslicht, ist alles noch gar nicht lange her. Die Herrschaften schreiben übrigens nach wie vor im Wirtschaftsteil, der Blödsinn ist allerdings noch schwachsinniger geworden, jetzt wird gesundgebetet, das können sie eh am Besten, die Trottel.

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panda 05.05.2010, 22:18
7646.

Zitat von franziskus
Ja, ich möchte den Griechen helfen, aber nicht denen, die das griechische Volk in diese Lage gebracht haben und das waren in erster Linie keine Griechen.
Dies interessiert mich jetzt aber - welcher Nationalität gehören denn die verantwortlichen griechischen Politiker an?

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Sachs 06.05.2010, 23:04
7647.

Zitat von delinquent
Dem deutschen Staat bleibt doch gar nichts anderes übrig.---Wenn Griechenland abgewürgt werden würde,ist es wahrscheinlich,das sich entstehende Unruhen oder gar anarchische Zustände wie ein Flächenbrand fortsetzen würden.
Aber selbstredend bleibt dem deutschen Staat was anderes übrig. Man könnte sich getrost aus der Sache heraushalten und die Gläubiger und die griechische Regierung an einen Tisch setzen. Sie würden staunen, wozu man sich zu einigen in der Lage wäre. Warum lässt man's nicht einfach mal drauf ankommen? Wenn jetzt mit Milliarden der Gläubiger-Rachen gestopft wird, dann wird mit Italien, Portugal, Irland etc.pp. ebenso verfahren werden wie mit Griechenland... ist nur ein Frage der Zeit.

Stellen Sie sich vor, die Verbindlichkeiten wären nicht länger sakrosankt und man einigte sich auf Schuldenerlass... welchen Aufstand würde es dann geben?

Griechanland könnte zudem die Eurozone verlassen und eigenes Geld (vielleicht sogar zur Abwechslung mal schuldenfreies Geld) in Umlauf bringen. Welchen Aufstand würde es geben, wenn der Staat dann in der Lage wäre, seinen staatlichen Pflichten nachzukommen?

Zitat von delinquent
Man versucht derzeit nur verzweifelt so lange wie irgent möglich das instabile Kartenhaus Europa vor dem Kollaps, der früher oder später kommen muß, zu bewahren.Genaugenommen ist das System jetzt schon so gut wie erledigt....MfG!
Na dann... lieber früher als später, oder? Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich denke aber, dass das System nicht erledigt ist. Im Gegenteil, es beweist gerade seine (unheimliche) Stärke, da es ahnungslose, arglose, gleichgültige, desinformierte, mitwissende, profitierende und/oder skrupellose Politiker dazu bringt, es weiterhin zu stützen.

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ticaki 06.05.2010, 23:10
7648.

Zitat von Eliza
Inflation ist sozial immer äußerst ungerecht, weil sie Millionen kleine Leute um ihr saauer Erspanrtes bzw um die Früchte ihrer Arbeit bringt.
Und wieso sollte das jetzt wahr sein? Sehr viele kleine Leute legen ihr Geld in Eigentum an. Inflation sorgt für Bewegung und das ist gut.

Gruß ticaki

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Tall Sucker 06.05.2010, 23:24
7649.

Zitat von Helmut Pirkl
Vielleicht aber kann mir einer erklären, warum der Kurs des Dollar steigt. Eigentlich haben die USA doch ähnliche Probleme mit dem Dollar.
Zwei Gründe:
1.Wenn der Euro fällt, muss er das schon gegenüber einer anderen Wärung tun (es gibt schließlich keinen absoluten Maßstab).
2. Das ist gerade einmal die aktuelle Mode im Währungsgeschäft.

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