Forum: Wirtschaft
Europa - können Deutschlands Steuerzahler die Griechen retten?

Nun ist es doch dazu gekommen: Griechenland hat beim Internationalen Währungsfonds einen Kreditantrag gestellt. Das bedeutet auch Kosten für den EU-Partner Deutschland. Können die deutschen Steuerzahler die Griechen retten?

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hanna nordland 06.05.2010, 20:52
7800. Gute Klagegründe

Zitat von Tall Sucker
(...)Mit grutem Grund: mir hat noch keiner erklärt, auf welche Grundrechte diese sich berufen zu können meinen. Denn nur ein Grundrechtsverstoß eröffnet einem Bürger eine Klagebefugnis - Verstöße gegen sonstige Regeln des Grundgesetzes muss er hinnehmen.
Die Zig-Milliarden-Geschenke an Griechenland stellen einen mehrfachen Bruch der Verträge dar, die Grundlage der Schaffung des windigen Euro waren.
Die angeblich alternativlose Griechenlandhilfe formt die EURO-Zone zur EU-Haftungsgemeinschaft und vollständigen Transferunion mit EU-Länderfinanzausgleich.

Die Kläger machen die Verletzung des grundgesetzlichen Eigentumsrechts der Bürger und des Sozialstaatsprinzips geltend, weil die Schuldenübernahme für andere EU-Staaten (Der Finanzbedarf der PIIGS-Euro-Länder wird bis 2013 auf 2 Billionen Dollar geschätzt) zu hohen Inflationsraten und somit einer weiteren Verarmung breiter Bevölkerungsschichten führen wird.

Das sollte für hinreichende Erfolgsaussicht der Klage reichen. Allerdings will das liebe Bundesverfassungsgericht wirtschaftliche Fragen nicht beurteilen - deshalb habe ich wenig Hoffnung.

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Thommy56 06.05.2010, 20:59
7801.

Zitat von glücklicher südtiroler
Sehr interssant Ihre Feststellung; deckt sich auch mit diesem Artikel... "Den Märkten wird signalisiert, dass die vereinbarten Kredite den sogenannten Junior-Status haben. Das bedeutet, dass sie im Falle einer Staatspleite Griechenlands zweitrangig bedient werden. Zuerst werden die Besitzer griechischer Staatsanleihen ausbezahlt, und wenn dann noch was übrig bleiben sollte, bekommen die europäischen Regierungen ihr Geld wieder zurück." ... "IWF-Gelder sind traditionell super-senior, also an allererster Stelle der Rangordnung. Ich hatte zunächst angenommen, das Gleiche würde auch für die europäischen Kredite gelten. Die Idee dahinter ist, dass die Kredite voll zurückbezahlt werden, wenn es zu einer Umstrukturierung der Schulden kommt. Ich habe jetzt aber gehört, dass angeblich sowohl IWF- als auch EU-Kredite in diesem Fall den Junior-Status genießen. Das wäre ein absoluter Skandal." Die Frage ist wie wir aus dieser Situation wieder herauskommen und zu einem gesundem Finanzmarkt zurückkehren... Aber eine Frage... Wie funktioniert genau "Price Fixing" bei Anleihen und auf welche Weise kann man das genau einfach so beschließen...? Vielleicht wird die EZB am Ende Anleihen kaufen, wie es ein paar Mal bereits die FED gemacht hatte... "Die EZB ist nun unter Druck. "Öffnet sie nicht die Tür zu Anleihekäufen, wird der Markt das so interpretieren, dass die Politik nicht alle notwendigen Maßnahmen zur Rettung der Währungsunion unternimmt", sagte Nomura-Ökonom Laurent Bilke der Agentur Bloomberg." ... ..."Wir sehen den Überlebenskampf der Währungsunion"... Tja; bin gespannt was jetzt passiert... ;( Viele Grüße aus Südtirol...

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Thommy56 06.05.2010, 21:17
7802. Ursache und Wirkung...

Zitat von glücklicher südtiroler
...Die Frage ist wie wir aus dieser Situation wieder herauskommen und zu einem gesundem Finanzmarkt zurückkehren...
Die Frage erübrigt sich. Der Zug ist längst abgefahren, auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen.
Wer die wahren Ursachen des I. und des II. WK kennt, der weisst auch, dass wir uns alle wieder in der gleichen Situation befinden...
Die Probleme der Weltwirtschafts- und Finanzkrisen wurden durch Zerstörung und Tod von Abermillionen Menschen gelöst.
AN IHREN FRÜCHTEN werdet ihr ERKENNEN!
Kommt Ihnen dieses Zitat auch bekannt vor...?!

Viele Grüsse aus Bayern!

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Palmstroem 06.05.2010, 21:20
7803.

Zitat von zwangsreunose
In einer gestrigen Sendung im ARD "Hart aber fair" wollte man zum Schluss nach ca. 75 Minuten von der Politikerrunde wissen...wie denn nach derzeitiger Schuldenuhr der Schuldenstand von Deutschland wäre, wenn man wegen der Übersichtlichkeit vor Sendungsbeginn bei Null angefangen hätte.
Weit informativer war, das ROT/GRÜN 2001 für die Aufnahme Griechenlands gestimmt hat, obwohl schwere Zweifel bestanden. Koch-Mehrin mag noch so weit danebenliegn, es hat keine Folgen für uns, die Entscheidung von Rot/Grün kostet uns aber die Milliarden, die uns für eine Steuersenkung fehlen.

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panda 06.05.2010, 21:27
7804.

Zitat von jinky
Irgendwann, so in grauer Vorzeit, gab's mal sowas wie ein magisches Viereck, in dem eine *ausgeglichene* Handelbilanz als erstrebenswert galt. Wie Sie darauf kommen, wer einen Abbau der Überschüsse verlange, verlange zwangsläufig den Aufbau eines Defizits, verstehe ich immer noch nicht.
Das Problem ist doch, dass Sie Deutschland auf das gleiche Niveau - wie sagten Sie so schön - genußreicher Länder führen wollen. Dann käme Europa in totale Schieflage - immer weiter enfernt von irgendwelchen magischen Vierecken.

Allerdings - wenn Griechenland & Co ebenfalls einen ausgeglichenen Haushalt hätte, also wettbewerbsfähig wäre, dann spräche nichts gegen das magische Viereck.
Wie dies geht? Ganz einfach. Dann wären nämlich die Produkte von Griechenland & Co auch im Ausland hochwillkommen - zu Lasten von China & Co.

Ich bleibe dabei - nur mit wettbewerbsfähiger Leistung lässt sich auf Dauer ein magisches Viereck aufbauen. Und dies passt leider nicht zu Ihrem Vorschlag, mit Ihrer Anpassung an den Genussreichtum.
Das Schlaraffenland gibt's nur im Märchen - und das (sozialistische) Paradies erst nach dem Tode. Wie wir spätestens seit dem Jahre 1989 wissen.

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panda 06.05.2010, 21:31
7805.

Zitat von jinky
Ja, schön, nur nützt das irgendwann nichts mehr. Wenn wir überall auf der Gläubiger hocken haben, die eines Tages ihre Schulden nicht mehr begleichen können, dann hätten wir im Nachhinein die schönen höchst wettbewerbsfähigen Güter genausogut in den Atlantik kippen können.
Ich sagte bereits. Wenn Griechenland & Co wettbewerbsfähiger wären, dann würden man auch seine Schulden bezahlen können.

Oder auch - hätten die Griechen weniger auf Pump gekauft, dann wären deren Probleme heute etwas geringer. Niemand zwang die Griechen übrigens zum Porsche auf Pump - um es etwas überspitzt auszudrücken.

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syramon 06.05.2010, 21:35
7806.

Zitat von Palmstroem
Weit informativer war, das ROT/GRÜN 2001 für die Aufnahme Griechenlands gestimmt hat, obwohl schwere Zweifel bestanden. Koch-Mehrin mag noch so weit danebenliegn, es hat keine Folgen für uns, die Entscheidung von Rot/Grün kostet uns aber die Milliarden, die uns für eine Steuersenkung fehlen.
Kleinigkeiten wie Finanzierbarkeit interessieren weder
Rot noch Grün, die haben ganz andere Prioritäten.
Zudem, seit wann interessieren einen Grünen die Bürger?
Es geht um viel höheres, um grüne Vision, da brauchts
gar keine Bürger mehr.

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panda 06.05.2010, 21:37
7807.

Zitat von jinky
So wird vor allem kein race to the bottom daraus, mit dem keinem gedient ist...
Sie haben Recht.
Der Boden an Schulden in Griechenland ist längst erreicht.
Warum dies so kommen mussste, hatte ich Ihnen längst erklärt. Ich dachte, Sie hätten es verstanden.
Zitat von panda
Wer vergisst Steuern einzutreiben und keine Quittungen ausstellt, wer eine Gesellschaft auf Fakelaki aufbaut, wer 20% aller Arbeitnehmer beim Staat beschäftigt, wer 13. und 14. Monatsgehälter zahlt, wer die Frühpensionierung ausnehmend pflegt, wer sogar den Töchtern Pensionen lebenslang weiterbezahlt, wer als Pensionsgrundlage die letzten 5 Jahre nimmt und davon 80% und wer die daraus resultierenden Zahlen vor der EU versteckt und fälscht um an die EU-Gelder zu kommen - der hat zweifellos eine Belobigung verdient.
An solch elementaren Fehlverhalten müssen Sie ansetzen - nirgendwo sonst.

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Phildemos 06.05.2010, 21:39
7808. Kooperieren?

Zitat von Silverhair
Ähm, wer muss den Konkurrieren? Das ist doch genau der Knackpunkt einer Kapitalismus Ideologie die auf die Vernichtung des anderen abziehlt!
Was wäre denn die Alternative? Planwirtschaft? Kommunismus? Hat noch nie funktiert. In Kuba fahren die Ärzte Taxi, weil die Planwirtschaft nicht funktioniert.

Zitat von
Klar wird einer "gewinnen" wenn sich zwei um den selben Posten, um das selbe Produkt streiten - mit der Folge das derjenige der nicht gewinnt verarmt - und damit als zukünftiger Handelspartner schlicht nicht mehr in Frage kommt!
Ja. Kapitalismus ist knallhart, sehr unbequem. Wenn man merkt, dass der Wettbewerber ein besseres Produkt hat, dann muss man sich saumäßig anstrengen, um weiterhin Geld verdienen zu können. Genau deswegen funktioniert der Kapitalismus besser als der Kommunismus. In Behörden gibt es fast keinen Wettbewerb. Da herrscht die Planwirtschaft. Die Griechen sind zu 25% im öffentlichen Dienst. Da schließt sich der Kreis.

Zitat von
... Wer konkurriert, der drückt die Preise , er drückt die Lohnkosten, er "verarmt" den Verlierer, er verliert zukünftige Handelspartner, und sein Gewinn ist niedriger als wenn er kooperiert und jeder zb: andere Produkte in Kooperation herstellt!
Er drückt die Preise. Das ist ja zunächst mal gut, weil wir dann mit unserem Geld besser auskommen. Leider funktioniert das manchmal nicht, weil die Anbieter irgendwelche Tricks finden, den Wettbewerb zu umgehen.

Kooperieren, das nennen wir ein Kartell. Da sind die Gewinne hoch, schön für den Unternehmer. Schlecht für die Verbraucher.

Und die Unternehmer drücken die Löhne. Genau. Es gibt nämlich auch einen Arbeitsmarkt, bei dem sich die Löhne nach Angebot und Nachfrage richten - es sei denn, er wird "reguliert". Wenn die Löhne sinken, werden die Unternehmer die Arbeitkräfte stark nachfragen. Und jetzt kommen wir aber wieder auf die Turnschuhnäher. Wenn Unternehmer Turnschuhnäher für 100€ kriegen, haben die deutschen keine Chance. Das ist das Dilemma.

Zitat von
Erklären sie mal warum sie unbedingt gegen alle Konkurieren müssen ... oder ob sie da nur dumme "Glaubensregeln" wiedergeben! ...
Die Wirtschaftswissenschaften können nicht unwiederlegbar beweisen, was besser ist, Kapitalismus oder Kommunismus. Man kann nur Indizien suchen. Chavez ist das jüngste Beispiel, der sogar ein ressourcenreiches Land ruiniert.

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Feuerlöscherde 06.05.2010, 21:50
7809.

Zitat von hanna nordland
Eigentlich wäre es doch so einfach: Griechenland geht den Weg der geordneten Insolvenz. Die Gläubiger verzichten auf einen Großteil ihrer Forderungen (die Schrottanleihen müssten sie - siehe Beitrag Dr. Ch. Bernhart - ohnehin längst abgeschrieben haben) und Griechenland tritt aus dem Euro aus, um mit eigener Währung wieder wettbewerbsfähig zu werden. Unsere Politschranzen aber behauptet, es sei alternativlos, neue Euro-Kredite an Euro-Griechenland zu vergeben, obwohl Griechenland die neuen wie die alten Schulden niemals zurückzahlen kann, weil es wettbewerbsunfähig bleiben wird. Griechenland ist gefangen im Euro. Die Insolvenz wird verschleppt. Gleichzeitig werden Rezepte verordnet, die zu einer Gesundung des griechischen Patienten nicht beitragen werden, sondern ihn zum dauerhaften Pflegefall machen. Jetzt ruht alle Hoffnung einzig und allein auf wenigen aufrechten, älteren und tapferen Herren (Dr. Hankel und Mitstreiter), die das Bundesverfassungsgericht anrufen, um den Wahnsinn zu stoppen. Hoffentlich haben sie Erfolg. Ich selbst habe wenig Hoffnung...
Merkel hat die Sache hinausgezögert. Aber ich vermute mal die NRW.Wahl ist nur Nebenkriegsschauplatz.
Hauptsächlich ging es doch wohl um hohe Renditen für "Freunde" wie Ackermann und Co. die noch eine Weile auf steigende Zinsen für GR-anleihen wetten konnten, mit dem WISSEN daß die GR doch noch gerettet werden also auch die Investitionen in GR-Papiere eine geile Rendite abwerfen.

Politiker sind das letzte...

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