Forum: Wirtschaft
Europa - können Deutschlands Steuerzahler die Griechen retten?

Nun ist es doch dazu gekommen: Griechenland hat beim Internationalen Währungsfonds einen Kreditantrag gestellt. Das bedeutet auch Kosten für den EU-Partner Deutschland. Können die deutschen Steuerzahler die Griechen retten?

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helbig 09.05.2010, 10:21
8080.

[ Zitat von Krassopateras
Ja, da müssen Sie nur die Experten hier im thread fragen, die sind davon überzeugt, dass das funktioniert. Man lebt und baut auf Kredit, was einem die eigene Bevölkerung in Landeswährung geliehen hat und streicht, wenn es eng wird die Schulden mit einem Roten Stift. So einfach ist das.
So ähnlich wird es geschehen und ist vielleicht auch nicht verkehrt. Ein Großteil der Bevölkerung hatte Geld übrig, hat Zinsen dafür erhalten und als Bürger über die kräftigen Ausgaben des Staates profitiert.

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helbig 09.05.2010, 11:15
8081.

Zitat von Krassopateras
Und das natürlich alles ohne Proteste seitens der Bevölkerung, die sind ja froh, wenn der Euro wieder stabil ist. Soll ich das so verstehen?
Ob mit oder ohne Euro, mit oder ohne Protest, als Währungsreform oder über Inflation, das Geld ist definitiv in den fetten Jahren verfrühstückt worden. Durch Proteste kommt es auch nicht wieder.

Und mal ehrlich, wenn die Sparguthaben und Lebensversicherungen verdampft sind und sonst aber alles beim alten bliebe (Renten, Sozialleistungen etc.) wer würde denn richtig leiden?

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lucrecio2 09.05.2010, 11:33
8082.

Zitat von helbig
Und mal ehrlich, wenn die Sparguthaben und Lebensversicherungen verdampft sind und sonst aber alles beim alten bliebe (Renten, Sozialleistungen etc.) wer würde denn richtig leiden?
Nach 6 Jahren mit 9% Inflation haben Renten und Sozialleistungen weniger als die halbe Kaufkraft. Wer jetzt naiv auf einen echten Inflationsausgleich hofft, hat nicht kapiert, das die Inflation(-ssteuer) ja die verlorenen hunderte Millarden bei den Einwohnern des Eurolandes real einkassieren soll. Damit sind nicht die "Reichen" gemeint, die ihr Geld in Immobilien und in andere Länder retten können, sondern Sie und ich.

Mal abgesehen davon, dass man Lebensversicherungen und Sparguthaben ja nicht aus Jux und Tollerei mit seinem Konsumverzicht erkauft, sondern weil sie etwas Sicherheit für Notlagen bieten sollen.

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helbig 09.05.2010, 11:55
8083.

Zitat von lucrecio2
Nach 6 Jahren mit 9% Inflation haben Renten und Sozialleistungen weniger als die halbe Kaufkraft. Wer jetzt naiv auf einen echten Inflationsausgleich hofft, hat nicht kapiert, das die Inflation(-ssteuer) ja die verlorenen hunderte Millarden bei den Einwohnern des Eurolandes real einkassieren soll. Damit sind nicht die "Reichen" gemeint, die ihr Geld in Immobilien und in andere Länder retten können, sondern Sie und ich. Mal abgesehen davon, dass man Lebensversicherungen und Sparguthaben ja nicht aus Jux und Tollerei mit seinem Konsumverzicht erkauft, sondern weil sie etwas Sicherheit für Notlagen bieten sollen.
Sie haben ja recht, aber ob langsames einkassieren oder gleich entwerten kommt ja am Ende auf dasselbe raus. Die reine Inflation trifft halt auch diejenigen, die kein Sparguthaben, Wertpapiere usw. anhäufen konnten. Ein schnelles streichen der Schulden spüren die Guthabenbesitzer fast allein und selbstverständlich gibt es immer gute Gründe um vorzusorgen.

Mir gefällt der Gedanke mein Erspartes zu verlieren auch nicht, aber eine Katastrophe sähe anders aus.

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veszprem 09.05.2010, 12:40
8084.

Zitat von dr. ch. bernhart
Aus Wunsch eines Bloggers möchte ich mich nochmals kurz melden: Die Beteuerungen der EU Politiker zur Stabilisierung der Märkte, man habe neue Verträge und werde Sie jetzt auch einhalten, wirkt nur noch hilflos und peinlich. Merkel, Sarkozy, Trichet und Juncker haben ihre Glaubwürdigkeit verspielt und müssen abtreten, je früher desto besser. Es gibt in Deutschland keinen Politiker in keiner Partei der das Format hat, jetzt den Karren aus den Dreck ziehen könnte. Nur ein grosser und integrer Wirtschaftsführer, der tapfere Bauernbub aus dem Allgäu. Helmut Maucher. Er allein hat Nestle zum weltgrössten und überaus produktiven Nahrungsmittelkonzern gemacht, ein Unternehmen das in allen Ländern der Welt präsent ist, nicht nur durch Exporte, sondern jeweils durch Produktionsstandorte vor Ort. Das ist eine Leistung, die kaum hoch genug eingeschätzt werden kann. Diese Persönlichkeit kann das verloren gegangene Vertrauen in Deutschland und Europa wieder herstellen. Schon als keiner Junge hat er in Milchladen seiner Mutter die Grundsätze moderner Staatsführung gelernt, z.B den: Man darf nicht mehr ausgeben, als man einnimmt. Maucher sollte an die Spitze eines übergeordneten Expertenkabinetts treten und die notwendigen Reformen angehen, direkte Demokratie, Währungsreform und Einführung der D-Mark, Beendigung des unseligen Krieges in Afgahnisation, Ende mit Lohndumping und Billiglöhnen wie in Bangla Desh von 1 Euro pro Monat. Begreift Krise immer auch als Chance. viel Glück
...Sie meinen hoffentlich nicht diesen hier, oder?
http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Maucher

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akolyth2 09.05.2010, 13:22
8085. Briten

Zitat von c++
Wenn hier so über Spekulanten spekuliert wird, man kann auch spekulieren, dass hier gegen Deutschland spekuliert wird und die Stärke der deutschen Wirtschaft endgültig gebrochen wird. Diese Milliardentransfers im Namen des Euro werden uns endgültig brechen Barroso (Portugal): "Wir werden den Euro verteidigen, was immer es kosten mag" ist etwas unklar formuliert. Korrekt wäre gewesen: "Wir werden den Euro verteidigen, was immer es Deutschland kosten mag". Die Kosten könnten gigantisch ausfallen.
UK wird sich nicht an der rettung des EUR beteiligen
http://www.bild.de/BILD/news/telegra...=12481972.html
Das Ende von EURO und EU ist damit eingeläutet.
Und das ist auch gut so.
Die EU konnte so nicht funktionieren.Mal sehen, was danach kommt.
So wie eir den Untergang der DDR erlebt haben, sehen wir nun den Untergang der EU.

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Phildemos 09.05.2010, 13:33
8086. China: neoliberal

[QUOTE=Silverhair;5477875]Erstmal ist China immer noch ein "Kommunistisches System" mit leichten tendenzen zu einer lockeren Wirtschaftspolitik.
[QUOTE]

Da sollten Sie Sich die tatsächliche Lage in China mal etwas genauer ansehen. Seit Deng Xiaoping ist das kommunistische von Kollektivierung geprägte Wirtschaftssystem fast vollständig einem ungezügelten Kapitalismus gewichen. Manche würden sagen: neoliberal. Arbeitnehmerrechte, Gewerkschaften gibt es da nicht. Und wenn sich die Arbeiter doch rühren, werden sie vom Parteiapparat festgenommen, weil sie ja die wirtschaftliche Entwicklung (sprich die (Billig-)Exporte) stören.

"Als der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt Deng darauf ansprach, dass die Kommunistische Partei doch gar nicht mehr kommunistisch sei und er selbst doch kein Kommunist sondern eher ein Konfuzianer sei, antwortete Deng das berühmte: "So what?" - oder auf deutsch "Na und""

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wrdlbrnfd 09.05.2010, 13:40
8087.

Zitat von akolyth2
UK wird sich nicht an der rettung des EUR beteiligen Das Ende von EURO und EU ist damit eingeläutet. Und das ist auch gut so. Die EU konnte so nicht funktionieren.Mal sehen, was danach kommt. So wie eir den Untergang der DDR erlebt haben, sehen wir nun den Untergang der EU.
Nein nein, nicht der EU. Nur des Euro. Danach kommt der Duro, gleich 100 Eurodrachen, kleine Abwertung. Hoffentlich haben Sie Immobilien.

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Volker Gretz 09.05.2010, 13:54
8088.

Zitat von akolyth2
UK wird sich nicht an der rettung des EUR beteiligen
Deutschland beteiligt sich ja auch nicht an der Rettung des Simbabwe-Dollar - obwohl es dazu nicht jegliche Grundlagen der eigenen Währung zerstören müsste.

Was soll die Nachricht?

Interessant ist doch eher, wieviele hundert Milliarden wir an unseren Sozialsystemen und Infrastruktur einsparen müssen, wenn heute Abend die gesamtschuldnerische Haftung des Euro final in EU-Gesetze gegossen wird.

Interssant: Dieses mal unterschreibt die schwäbische Hausfrau, die durch eine böse Laune der Götter im Kanzleramt gelandet ist, völlig ohne parlamntarische Beratung oder Beschluß.

Irgendwie ist mir das Inkraftreten der Notstandsverordnung entgangen.

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Phildemos 09.05.2010, 13:57
8089. EU Länderfinanzausgleich

Zitat von Herbert Prand
Da die Parallelentwicklung in der Zahlungsbilanz existiert, sind auf den ersten Blick vier Möglicheiten zu erkennen, um die innereuropäischen Ungleichgewichte zu beseitigen. 1. Die Nordeuropäer fahren ihre Produktivität herunter, so wie es die Franzosen allen Ernstes fordern. Das ist vollkommener Schwachsinn, genauso wie das Gerede von der Ausbeutung. 2. Die Südländer werden produktiver, was sie in 20 Jahren nur teilweise oder überhaupt nicht geschafft haben, wie Griechenland. Griechenlands wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dürfte auf Dritte-Welt-Niveau angekommen sein. 3. Die Südländer arrangieren sich dauerhaft mit einem niedrigen Lebensstandard, es wird EU-intern nicht zu Angleichungen kommen. 4. Die Südländer lösen sich aus dem Währungsverbund und korrigieren ihre Bilanzen via Abwertung.
Die wahrscheinlichste Alternative haben sie vergessen:

5. Die reichen (weil einigermaßen ordentlichen) Länder des Nordens zahlen dauerhaft einen milliardenschweren Solidaritätsbeitrag an die Südländer.

Das ist genau was jetzt passiert. Barroso und Merkel wollen den Euro mit allen Mitteln verteidigen. Wenn die EZB staatliche Ramschanleihen aufkauft: Wer trägt denn da die Lasten? Wir! Die Benzinpreise steigen ins Unermessliche. Unsere Renten, Ersparnisse werden durch den fallenden € massiv entwertet. Das Witzige und Traurige ist, dass Merkel gar nicht merkt, wie sie über den Tisch gezogen wird. Sie ist sogar noch stolz darauf und glaubt, sich als starker Retter zu positionieren.

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