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Europa - können Deutschlands Steuerzahler die Griechen retten?

Nun ist es doch dazu gekommen: Griechenland hat beim Internationalen Währungsfonds einen Kreditantrag gestellt. Das bedeutet auch Kosten für den EU-Partner Deutschland. Können die deutschen Steuerzahler die Griechen retten?

Seite 810 von 852
Herbert Prand 09.05.2010, 14:05
8090.

[QUOTE=Phildemos;5479826][QUOTE=Silverhair;5477875]Erstmal ist China immer noch ein "Kommunistisches System" mit leichten tendenzen zu einer lockeren Wirtschaftspolitik.
Zitat von
Da sollten Sie Sich die tatsächliche Lage in China mal etwas genauer ansehen. Seit Deng Xiaoping ist das kommunistische von Kollektivierung geprägte Wirtschaftssystem fast vollständig einem ungezügelten Kapitalismus gewichen. Manche würden sagen: neoliberal.
Neoliberale nannten sich die Begründer der "sozialen Marktwirtschaft".

Der Begriff neoliberal ist ein sinnloses Plapperwort der Linken. Darunter wird alles einsortiert, was den Leuten Angst macht oder machen soll. Hartz IV, chinesische Importwaren, US-Kriege, Banken, Kürzungen von Solarsubventionen usw.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...533857,00.html

Chinas Problem ist nicht die Marktwirtschaft, sondern Dinge wie die monströse Spekulations- und Immobilienbubble, die mit unters Volk gestreuten staatlichen Geldern erzeugt wurde, die Rechtlosigkeit eines großen Teils der Bevölkerung, Umweltverschmutzung, Menschenrechtsverletzungen und die Willkürherrschaft lokaler Bürokratien.

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Der Bruddler 09.05.2010, 14:16
8091. Genau so ist's recht!

Zitat von Phildemos
......
Zuerst freuen wir uns über unsere Produktivität und Exporterfolge und anschließend schimpfen wir auf diejenigen die bei uns einkaufen!

Wohin gehen denn unsere Exporte? Zum größten Teil in die EU.

Ein guter Teil der deutschen Arbeitsplätze würde überhaupt nicht existieren wenn die Südeuropäischen Staaten nicht mit einem Handelsbilanzdefizit gearbeitet hätten.

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Volker Gretz 09.05.2010, 14:24
8092.

Zitat von Phildemos
Die wahrscheinlichste Alternative haben sie vergessen: Das ist genau was jetzt passiert. Barroso und Merkel wollen den Euro mit allen Mitteln verteidigen.
Und Sarkozy möchte seiner Finanzwirtschaft die Maximalgewinne retten.
Zapatero und Berlusconi wollen ihre Staatsschulden glattgestellt haben.

Was werden die wohl beschließen? :-)

Wo jetzt überhaupt nichts mehr etwas gilt - darf man eigentlich EU-Fahnen verbrennen?
(als Amis '68 das Star-Spangled Banner verbrannt haben war das ja strafbewehrt)
Alternativ könnte man auch einen Totenkopf mit gekreuzten Kochen in den EU-Sternenkranz einfügen.

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Phildemos 09.05.2010, 14:31
8093. Blase

Zitat von Der Bruddler
Ein guter Teil der deutschen Arbeitsplätze würde überhaupt nicht existieren wenn die Südeuropäischen Staaten nicht mit einem Handelsbilanzdefizit gearbeitet hätten.
Genau. Das nennt man eine (kreditfinanzierte) Blase. Und die ist jetzt geplatzt.

In D sind das allerdings nicht so viele Arbeitsplätze, die da wegen Griechenland verschwinden würden. Da gibt es andere Effekte...

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dale_gribble 09.05.2010, 14:32
8094.

Zitat von Phildemos
Das Witzige und Traurige ist, dass Merkel gar nicht merkt, wie sie über den Tisch gezogen wird. Sie ist sogar noch stolz darauf und glaubt, sich als starker Retter zu positionieren.
Obwohl ich nicht gerade viel von dieser Frau halte, kann ich mir absolut nicht vorstellen, dass sie das nicht bemerkt.
So "merkbefreit" kann man garnicht sein(der "Stammtischausdruck" sei mir bitte erlaubt).

Es wird halt gute Miene zum boesen Spiel gemacht. Etwas anderes bleibt doch gar nicht uebrig.

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dale_gribble 09.05.2010, 14:37
8095.

Zitat von helbig
Und mal ehrlich, wenn die Sparguthaben und Lebensversicherungen verdampft sind und sonst aber alles beim alten bliebe (Renten, Sozialleistungen etc.) wer würde denn richtig leiden?
Meine Eltern z.B., die beide fast 50 Jahre gearbeitet haben und sich das Recht herausnehmen, mit ihrem Ersparten jetzt die Welt zu erkunden.
Gott sei Dank sind die noch aeusserst Fit im Kopf und wissen Mittel und Wege, ihre Ersparnisse "zu retten".

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dale_gribble 09.05.2010, 14:45
8096.

Zitat von aceofspade
Wenn ich Gruppenbilder der Europolitiker von deren Gipfeltreffen sehe, kommt mir nur noch ein einziger Gedanke:" Das ist die groesstmoegliche Konzentration von anmassender Inkompetenz."
Gut ausgedrueckt.

Krumm gedacht allerdings:

Man weiss ja nicht genau, was diese feinen Herren wirklich wollen.
Es kann auch sein, dass die ein ganz spezielles Ziel verfolgen, mit sehr hoher Kompetenz...

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Phildemos 09.05.2010, 14:47
8097. Kundenbeschimpfung?

Zitat von Der Bruddler
Zuerst freuen wir uns über unsere Produktivität und Exporterfolge und anschließend schimpfen wir auf diejenigen die bei uns einkaufen!
Wir schimpfen nicht auf diejenigen, die unsere Waren ordentlich bezahlen (jetzt oder später) und uns keine falschen Zahlen liefern.

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Volker Gretz 09.05.2010, 14:48
8098.

Zitat von dale_gribble
Obwohl ich nicht gerade viel von dieser Frau halte, kann ich mir absolut nicht vorstellen, dass sie das nicht bemerkt. So "merkbefreit" kann man garnicht sein(der "Stammtischausdruck" sei mir bitte erlaubt). Es wird halt gute Miene zum boesen Spiel gemacht. Etwas anderes bleibt doch gar nicht uebrig.
Sie glauben doch nicht, dass Frau Merkel irgendeine Entscheidung trifft, ohne sich mit ihren Beratern abzustimmen?

Un wer sind ihre Berater? Sicher nicht "anerkannte Wirtschftsexperten" wie Herr Westerwelle oder Frau Koch- Mehrdrin.

Das ind die üblichen Verdächtigen, die schon die letzen Jahre die "erfolgreiche" Systematik der Finazmärkte mitgestaltet haben: Staatssekretär Asmussen (Lebensgefährte der hauptamtlichen Lobbyistin der Deutschen Börse AG), Josef Ackermann,...


Wür de ich wahrscheinlich auch so machen, wenn ich überhaupt keine Ahnung vom Thema hätte, würde ich mich auch an den Rockschoß von Leuten hängen, die vermeintlich Bescheid wissen...

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panda 09.05.2010, 15:03
8099.

Zitat von akolyth2
UK wird sich nicht an der rettung des EUR beteiligen...
Ein erstaunliches Orakel.
Warum sollten sie auch, die Briten - die haben mehr als genügend mit sich selbst zu tun.
Sehen Sie sich mal die Defizitsituation dieses Landes an.
Großbritannien lag mit minus 11,5 % an dritter Stelle in Europa im Jahre 2009 - einen Flügelschlag nur hinter Irland und Griechenland. Deutschland - nur zum Vergleich - bei minus 3,3 %.

Großbritannien ist derzeit nur deshalb ein wenig aus der Schußlinie der Spekulation, weil man den Briten aufgrund deren unbeugsamen Charakters eher zutraut aus der Misere rauszukommen als den Griechen.
Griechenland ist tatsächlich die Achillesferse von Europa - und wenn sich die griechische Bevölkerung den Sparprogrammen weiterhin verweigert, könnte es tatsächlich für Europa insgesamt kritisch werden. Die Griechen sollten sich an Lettland ein Beispiel nehmen. Ein weiter so kann es jedenfalls nicht geben.
Man kann nur hoffen, dass die restlichen PIGS aus dem griechischen Desaster gelernt haben.

Die Moral von der Geschicht: aufmerksam die Staatsfinanzen beobachten und rechtzeitig gegensteuern. Die Verantwortung liegt im Lande selbst aber nicht zuletzt bei den Eurokraten der europäischen Union. Leider haben diese hochbezahlten Beamten zumindest im Falle Griechenland mit Haut und Haaren versagt.

Dies ist die einzig sinnvolle Konsequenz.
Gilt im Übrigen auch für Deutschland. Den deutschen Bürgern muss endlich reiner Wein eingegossen werden - aber so, dass es auch der Allerdümmste verstehen und akzeptieren kann.
Und hier wird es ganz besonders schwierig - dies ist die eigentliche Herausforderung an die Politik. Der normale Bürger begreift die Zusammenhänge nicht - die meisten sehen nur ihre eigene Situation, der eigene Gartenzaun verhindert den Blick darüber hinaus.
Aber ohne verantwortungsbewusstem Handeln geht es nicht - geht es nirgends.

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